Das Wichtigste in Kürze
- Arten der Befristung: Kalendermäßige und zweckgebundene Befristungen unterscheiden sich im Endzeitpunkt und der Beendigungsform des Arbeitsverhältnisses.
- Voraussetzungen für befristete Arbeitsverträge: Schriftform und Sachgrund sind die zentralen Anforderungen für rechtsgültige befristete Verträge.
- Schriftform-Erfordernis: Befristungen müssen zwingend auf Papier mit Unterschrift erfolgen, sonst wird der Vertrag unbefristet.
- Befristung mit Sachgrund: Unternehmen können bei vorübergehendem Bedarf, Vertretung oder projektbezogener Arbeit befristete Verträge ausstellen.
- Befristete Verträge und Schwangerschaft: Mutterschutzvorschriften gelten auch bei Befristung, führen aber nicht automatisch zur Vertragsverlängerung.
Kernaussage: Jede:r dritte Angestellte erhält einen befristeten Arbeitsvertrag. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz regelt genau, unter welchen Bedingungen Unternehmen befristete Verträge ausstellen dürfen und welche Rechte Arbeitnehmer:innen haben.

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Statistisch gesehen erhält jede:r dritte Angestellte einen befristeten Arbeitsvertrag. Vor allem Berufseinsteiger:innen müssen sich oft damit abfinden, dass sie ihr Arbeitsleben nicht mit einem unbefristeten Arbeitsverhältnis starten. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz legt fest, welche Regelungen gelten und an welche Bedingungen sich Unternehmen bei der Ausstellung befristeter Arbeitsverträge halten müssen. Anders als unbefristete Verträge enden befristete Verträge nicht durch Kündigung, sondern durch Zeitablauf oder Zweckerreichung.
Arten der Befristung
Die Regelungen für befristete Arbeitsverhältnisse finden sich im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, wie befristete Verträge enden können: durch kalendermäßige Befristung mit Ablauf einer vereinbarten Vertragslaufzeit beziehungsweise zu einem bestimmten Zeitpunkt oder durch zweckgebundene Befristung mit Erreichen eines vertraglich vereinbarten Zwecks.
Während eine kalendermäßige Befristung automatisch mit Zeitablauf endet, muss der Arbeitgeber bei einer zweckgebundenen Befristung die Arbeitnehmer:innen informieren, dass das vereinbarte Ziel erreicht wurde. Zwei Wochen nach dieser Bekanntgabe endet der Vertrag dann. Ein wesentlicher Unterschied zu unbefristeten Verträgen besteht darin, dass befristete Arbeitsverträge weder durch die Arbeitnehmer:innen noch durch den Arbeitgeber vorzeitig gekündigt werden dürfen. Eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit ist nur zulässig, wenn dies im Arbeits- oder Tarifvertrag ausdrücklich vorgesehen ist.
Good to know
Außerordentliche Kündigungen aus wichtigem Grund gemäß Paragraf 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sind auch bei befristeten Arbeitsverträgen möglich. Dies betrifft schwerwiegende Verstöße wie Diebstahl oder Arbeitsverweigerung.
Voraussetzungen für befristete Arbeitsverträge
Damit die Befristung eines Arbeitsvertrags gültig ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Vertrag muss schriftlich festgehalten werden und das Unternehmen muss die Befristung begründen. Liegt kein Sachgrund vor, ist nur eine zeitliche Befristung bei Neueinstellungen möglich. Diese beiden Anforderungen bilden das rechtliche Fundament für jede Befristung.
Schriftform
Die Befristung eines Arbeitsvertrags ist immer in Schriftform zu verfassen und von beiden Vertragsparteien zu unterschreiben. Schriftlich bedeutet in diesem Fall ausdrücklich auf Papier, Vereinbarungen per Fax, E-Mail oder SMS sind nicht gültig. Ein Vertrag in elektronischer Form ist theoretisch möglich, allerdings nur mit einer qualifizierten elektronischen Signatur beider Vertragsparteien.
Da rechtlich nur die Befristung schriftlich festgehalten werden muss, können Änderungen zu Gehalt oder Arbeitsort auch mündlich vereinbart oder während der Laufzeit geändert werden. Wird ein befristeter Arbeitsvertrag jedoch mündlich geschlossen, haben alle Vereinbarungen Bestand und nur die Befristung ist unwirksam.
Tip
Bestehen Sie als Arbeitnehmer:in immer auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag! Falls Ihr Arbeitgeber nur eine mündliche Vereinbarung anbietet, profitieren Sie davon: Der Vertrag gilt dann automatisch als unbefristet mit allen Kündigungsschutzrechten.
Befristete Verträge und Schwangerschaft
Bei Schwangeren mit einem befristeten Arbeitsvertrag gelten die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes vollumfänglich. Sie dürfen keine körperlich unzumutbaren Aufgaben ausführen und 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Entbindung nicht arbeiten. Das Mutterschaftsgeld übernimmt der Arbeitgeber, wenn der Entbindungstermin in den Zeitraum der Befristung fällt, danach die Krankenkasse. Danach kann die Mutter Elterngeld oder Arbeitslosengeld I beantragen.
Good to know
Eine Schwangerschaft während eines befristeten Vertragsverhältnisses führt nicht automatisch dazu, dass das Vertragsverhältnis verlängert oder in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt wird. Der Vertrag endet trotz Schwangerschaft zum vereinbarten Zeitpunkt. Planen Sie rechtzeitig Ihre finanzielle Absicherung!
Befristung mit Sachgrund
Liegt im Unternehmen ein sachlicher Grund dafür vor, kann der Arbeitgeber zeitlich und zweckgebunden befristete Arbeitsverträge ausstellen. Er muss begründen können, warum er Arbeitnehmer:innen nur befristet einstellt. Dies gilt auch in Kleinbetrieben. Das Gesetz erkennt verschiedene Sachgründe an, die eine Befristung rechtfertigen.
Der betriebliche Bedarf für die Arbeitsleistung besteht nur vorübergehend, etwa bei saisonalen Schwankungen oder temporären Projekten. Die Befristung kann im Anschluss an Ausbildung oder Studium erfolgen und soll den Übergang in eine Anschlussbeschäftigung erleichtern. Häufig wird eine Befristung zur Vertretung anderer Arbeitnehmer:innen vereinbart, beispielsweise während Elternzeit oder längerer Krankheit.
Die Eigenart der Arbeitsleistung kann die Befristung rechtfertigen, zum Beispiel weil sie sich auf ein konkretes Projekt bezieht. Eine Befristung ist zulässig, weil die Angestellten zur Probe arbeiten. Die Gründe für die Befristung können auch in der Person der Arbeitnehmer:innen liegen. Wenn die Stelle aus Mitteln vergütet wird, die ausschließlich für befristete Beschäftigungen bestimmt sind, etwa bei Drittmittelprojekten, ist eine Befristung ebenfalls möglich. Schließlich kann die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruhen.
Befristete Arbeitsverträge können zudem ausgestellt werden bei Eintritt in die Altersrente und einem befristeten Aufenthaltstitel oder wenn Arbeitnehmer:innen selbst den Wunsch auf Befristung aussprechen. Selbst dann ist eine Befristung jedoch nur bei einem übergeordneten Interesse zulässig, wie zum Beispiel der Erziehung der Kinder.
Eine Befristung ohne sachlichen Grund ist nur bei einer zeitlichen Befristung zulässig, und zwar bei Neueinstellungen und einer Vertragsdauer von höchstens zwei Jahren. Diese Regelung ermöglicht Unternehmen eine gewisse Flexibilität bei der Personalplanung.
Tip
Basierend auf dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) gelten erweiterte Befristungsmöglichkeiten. Wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter:innen können auch aus anderen als den oben genannten Gründen befristet eingestellt werden. Informieren Sie sich über die speziellen Regelungen in Ihrem Bereich!
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag nicht schriftlich abgeschlossen wurde?
Wenn ein befristeter Arbeitsvertrag nur mündlich geschlossen wurde, ist ausschließlich die Befristung unwirksam. Der Arbeitsvertrag selbst bleibt gültig und gilt als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Es gelten dann die ordentlichen Kündigungsfristen.
Kann ich einen befristeten Arbeitsvertrag vorzeitig kündigen?
Eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit ist nur möglich, wenn dies im Arbeits- oder Tarifvertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Außerordentliche Kündigungen aus wichtigem Grund gemäß Paragraf 626 BGB sind jedoch immer möglich.
Wie lange darf ein befristeter Arbeitsvertrag ohne Sachgrund laufen?
Eine Befristung ohne sachlichen Grund ist nur bei Neueinstellungen zulässig und darf höchstens zwei Jahre dauern. Innerhalb dieser zwei Jahre sind bis zu drei Verlängerungen möglich. Diese Regelung gilt unabhängig von der Unternehmensgröße.
Verlängert sich mein befristeter Vertrag automatisch bei Schwangerschaft?
Nein, eine Schwangerschaft führt nicht automatisch zur Verlängerung oder Umwandlung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Der Vertrag endet zum vereinbarten Zeitpunkt. Es gelten jedoch die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes während der Vertragslaufzeit.
Welche Sachgründe rechtfertigen eine Befristung?
Anerkannte Sachgründe sind unter anderem vorübergehender betrieblicher Bedarf, Vertretung anderer Mitarbeiter:innen, projektbezogene Arbeit, Probezeit, Beschäftigung nach Ausbildung oder Studium sowie Finanzierung aus befristeten Mitteln. Auch gerichtliche Vergleiche können Sachgründe darstellen.
Gibt es eine Höchstgrenze für Kettenbefristungen?
Bei Befristungen mit Sachgrund gibt es keine gesetzliche Obergrenze. Allerdings prüfen Gerichte bei sehr langen Befristungsketten auf Missbrauch. Nach der BAG-Rechtsprechung gilt ab etwa 6-8 Jahren eine verstärkte Prüfung, ab 10 Jahren oder mehr als 15 Verlängerungen ist Missbrauch regelmäßig indiziert. Ohne Sachgrund sind maximal zwei Jahre mit bis zu drei Verlängerungen erlaubt.















