Genossenschaftsanteile: Rendite durch gemeinschaftliches Wirtschaften

Das Wichtigste in Kürze:

Genossenschaftsanteile verbinden gemeinschaftliches Wirtschaften mit attraktiven Renditen von 2 bis 15 Prozent jährlich. Als Mitglied einer Genossenschaft wirst du Miteigentümer und profitierst nicht nur von Dividenden, sondern oft auch von Zusatzleistungen wie günstigem Wohnraum oder besseren Bankkonditionen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du die richtige Genossenschaft findest, Anteile erwirbst und welche Risiken du beachten musst.

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Was Genossenschaftsanteile ausmacht

Wenn sich natürliche oder juristische Personen zu einer Genossenschaft zusammenschließen, verfolgen sie gemeinsame Ziele. Deine Einlage als Mitglied:in wird als Genossenschaftsanteil bezeichnet und macht dich zum Miteigentümer:in. Bei Wohnungsbaugenossenschaften bedeutet das konkret: Du wirst Mitinhaber:in von Wohnimmobilien und profitierst von den Erträgen aus der Vermietung.

Die Besonderheit liegt in der Kombination aus Eigentum und Ertrag. Anders als bei reinen Kapitalanlagen steht bei Genossenschaften das gemeinschaftliche Wirtschaften im Vordergrund. Gleichzeitig partizipierst du finanziell am Erfolg der Genossenschaft durch regelmäßige Dividendenausschüttungen.

📌 Good to know

Der Nennwert deiner Genossenschaftsanteile bleibt immer konstant – nur die Dividenden variieren je nach wirtschaftlichem Erfolg. Das unterscheidet sie fundamental von Aktien, deren Kurswert täglich schwankt.

Was Genossenschaftsanteile kosten

Die Preise für Genossenschaftsanteile variieren erheblich – von wenigen Euro bis zu mehreren Tausend Euro pro Anteil. Diese Spanne hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Alter der Genossenschaft, ihrer Größe und der Branche, in der sie tätig ist. Eine wichtige Faustregel hilft bei der Einschätzung: Je jünger eine Genossenschaft ist, desto teurer sind in der Regel ihre Anteile. Der Grund dafür liegt im fehlenden anfänglichen Kapitalstock junger Genossenschaften, was den Preis der einzelnen Anteile erhöht.

Ähnlich wie bei Wertpapieren bleibt der Nennwert von Genossenschaftsanteilen konstant. Was sich jedoch ändert, ist der Ertrag für dich als Inhaber:in der Anteile. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg der Genossenschaft steigt auch deine Rendite. Diese Wertstabilität beim Nennwert bietet dir eine gewisse Planungssicherheit bei deiner Investition.

Die verschiedenen Genossenschaftsarten im Überblick

Neben den bekannten Wohnungsbaugenossenschaften existieren weitere Formen dieser Vereinigungen, die jeweils unterschiedliche Zwecke verfolgen. Wohnungsbau- oder Baugenossenschaften realisieren den Bau von Wohnungen und Mehrfamilienhäusern, wobei du als Genossenschaftsmitglied:in von Nutzungs- und Vorkaufsrechten profitierst. Diese Form bietet dir direkten Zugang zu bezahlbarem Wohnraum.

Bei Konsumgenossenschaften werden Waren und Güter in großem Umfang eingekauft und an Mitglieder:innen zu Vorteilspreisen weiterverkauft. Energiegenossenschaften sind ein typisches Beispiel dafür. Kreditgenossenschaften, etwa genossenschaftliche Banken, ermöglichen sowohl Mitgliedern als auch Nichtmitgliedern vorteilhafte Bankgeschäfte wie günstigere Darlehen.

Einkaufsgenossenschaften übernehmen den Einkauf der Waren, die ihre Mitglieder:innen benötigen, und nutzen dabei die Vorteile des gemeinsamen Großeinkaufs. Bei Absatzgenossenschaften, beispielsweise Agrargenossenschaften, übernehmen die Mitglieder:innen gemeinsam den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und profitieren von besseren Marktkonditionen durch die gebündelte Vermarktung.

💡 Tip

Prüfe bei der Auswahl einer Genossenschaft nicht nur die Rendite, sondern auch die zusätzlichen Vorteile: Wohnungsbaugenossenschaften bieten oft günstigen Wohnraum, Konsumgenossenschaften Rabatte und Kreditgenossenschaften bessere Konditionen bei Finanzprodukten.

So kaufst du Genossenschaftsanteile

Genossenschaftsanteile kannst du bei jeder eingetragenen Genossenschaft erwerben. Die Voraussetzung dafür ist deine Mitgliedschaft in der entsprechenden Genossenschaft. Der Erwerb der Mitgliedschaft erfordert laut Genossenschaftsgesetz eine Beitrittserklärung in Textform (§ 15 GenG). Die Satzung der jeweiligen Genossenschaft kann jedoch die schriftliche Form mit eigenhändiger Unterschrift vorschreiben. Der Prozess ist standardisiert und läuft in mehreren Schritten ab.

Zunächst gibst du deine persönlichen Daten im Antragsformular auf der Website der Genossenschaft ein. Anschließend versendet die Genossenschaft die Mitgliedsunterlagen per Post an dich. Du füllst diese Unterlagen aus und schickst sie zusammen mit deinem Ausweis zur Identitätsprüfung zurück – in der Regel ist das auch online möglich. Den Abschluss bildet der Erhalt der unterschriebenen Beitrittserklärung der Genossenschaft, womit deine Mitgliedschaft offiziell wird.

Investitionslimits bei Genossenschaftsanteilen

Die Höhe deiner möglichen Investition hängt von der Art der Genossenschaft ab. Bei Bau- und Energiegenossenschaften sind die Investitionslimits oft höher oder flexibler als bei Kreditgenossenschaften. Die genauen Bedingungen sind in der Satzung der jeweiligen Genossenschaft festgelegt. Anders verhält es sich bei Genossenschaftsbanken, wo die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen in der Regel gedeckelt ist. Der Höchstbetrag variiert stark je nach Genossenschaftsbank und wird in der Satzung festgelegt – die Limits können von wenigen tausend Euro bis zu mehreren zehntausend Euro reichen.

Eine interessante Besonderheit gilt für Eheleute: Da sich das Investitionslimit stets auf eine natürliche oder juristische Person bezieht, können beide Ehepartner:innen den Höchstbetrag jeweils ausschöpfen. Voraussetzung ist, dass beide Mitglied in der Genossenschaft sind. So verdoppelt sich faktisch das mögliche Investitionsvolumen für Ehepaare.

Genossenschaftsanteile als Geldanlage nutzen

Wenn du Genossenschaftsanteile als Geldanlage kaufen möchtest, solltest du darauf achten, dass die Genossenschaft liquide ist und in der Vergangenheit gut gewirtschaftet hat. Ein guter Indikator dafür ist die Höhe der Dividenden der vergangenen Jahre. Welche Höhe als gut bewertet werden kann, lässt sich pauschal nicht sagen, da dies von vielen Faktoren abhängt – etwa der Größe der Genossenschaft und der Branche, in der sie agiert.

Bei Baugenossenschaften kannst du in der Regel mit Dividendenausschüttungen zwischen 2 und 4 Prozent rechnen, bei Kreditgenossenschaften liegen die Dividenden typischerweise zwischen 2 und 6 Prozent. In Ausnahmefällen können einzelne Genossenschaften auch höhere Dividenden ausschütten. Beachte dabei: Auf Erträge von Genossenschaftsanteilen musst du 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen, zuzüglich gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Diese steuerliche Behandlung entspricht der von anderen Kapitalerträgen.

Risiken bei Genossenschaftsanteilen verstehen

Anders als Spareinlagen bei Banken unterliegen Genossenschaftsanteile nicht der Einlagensicherung. Das bedeutet konkret: Bei Insolvenz der Genossenschaft ist dein investiertes Geld nicht geschützt. Dieses Risiko solltest du bei deiner Anlageentscheidung unbedingt berücksichtigen.

Die fehlende Einlagensicherung macht eine sorgfältige Prüfung der Genossenschaft vor dem Beitritt besonders wichtig. Informiere dich gründlich über die wirtschaftliche Situation, die Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre und die Zukunftsaussichten der Genossenschaft. Eine transparente Kommunikation und regelmäßige Geschäftsberichte sind positive Indikatoren für eine solide geführte Genossenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was sind Genossenschaftsanteile genau?

Genossenschaftsanteile sind deine Einlagen als Mitglied:in einer Genossenschaft. Sie machen dich zum Miteigentümer:in und berechtigen dich zur Teilhabe an Dividenden aus den erwirtschafteten Erträgen der Gemeinschaft.

Q

Wie viel kosten Genossenschaftsanteile?

Die Preise variieren zwischen wenigen Euro und mehreren Tausend Euro pro Anteil. Jüngere Genossenschaften haben tendenziell teurere Anteile, da ihnen der anfängliche Kapitalstock fehlt und sie mehr Eigenkapital benötigen.

Q

Wie kann ich Genossenschaftsanteile kaufen?

Du musst zunächst die Mitgliedschaft in Textform beantragen. Die Genossenschaft kann in ihrer Satzung auch die schriftliche Form mit Unterschrift verlangen. Nach Eingabe deiner Daten erhältst du Unterlagen per Post, die du ausgefüllt mit Ausweiskopie zurücksendest. Die Genossenschaft bestätigt dann deine Mitgliedschaft.

Q

Sind Genossenschaftsanteile durch die Einlagensicherung geschützt?

Nein, Genossenschaftsanteile unterliegen nicht der Einlagensicherung. Bei Insolvenz der Genossenschaft ist dein investiertes Geld nicht geschützt. Prüfe daher die wirtschaftliche Stabilität der Genossenschaft vor dem Beitritt sorgfältig.


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