Goal-based Investing: Zielorientiert anlegen und mehr erreichen

Das Wichtigste in Kürze:

Stell dir vor, jeder Euro deiner Geldanlage hätte eine klare Bestimmung. Genau das macht Goal-based Investing möglich. Statt planlos zu sparen, verbindest du deine Investitionen mit konkreten Lebenszielen – vom Eigenheim über die Weltreise bis zur Altersvorsorge.

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Themen in diesem Artikel:

Konkrete Ziele fürs Investieren

Beim Goal-based Investing – auf Deutsch: zielorientiertes Anlegen – geht es darum, Investitionen eine Bestimmung zu geben und die Anlagestrategie mit konkreten Sparzielen zu verbinden. Diese können je nach Lebensetappe ganz unterschiedlich sein. Beliebte Sparziele reichen von der Altersvorsorge über den Erwerb eines Eigenheims bis hin zu Reisen und größeren Anschaffungen wie einem Auto. Auch die Ausbildung der Kinder, die Absicherung der Familie vor Krisenzeiten oder ein Altersruhesitz im Ausland gehören zu den häufigsten Zielen.

Für jedes Sparziel gelten andere Voraussetzungen hinsichtlich Kapitalanforderungen, Zeithorizont und Risikobudget. Und davon hängt ab, wie viel und lange gespart werden muss und welche Anlageform sich am besten eignet. Beim Goal-based Investing wird für jedes Sparziel eine individuelle Anlagestrategie entwickelt und diese dann zu einem zielorientierten Investitionsplan zusammengeführt.

📌 Good to know

Goal-based Investing ist eine recht neue Anlagestrategie in der professionellen Vermögensverwaltung. Statt Renditemaximierung um jeden Preis stehen die Beweggründe der Kund:innen an erster Stelle – was in der Praxis oft zu einem besseren Anlageergebnis führt.

Kurz erklärt: Drei Regeln des Investments

Es gibt drei Prinzipien, deren Beachtung dabei helfen kann, erfolgreich zu investieren. Wenn du feste Anlageziele definierst, fällt es dir leichter, darauf hinzuarbeiten. Bist du dir über deine Ziele im Klaren, schaffst du die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.

Die zweite Regel lautet: Nicht den Markt timen. Der Fokus auf deine Ziele hilft dir, langfristig zu denken und auch in schwierigen Börsenzeiten diszipliniert deine Strategie zu befolgen. Statt auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten, bleibst du deinem Plan treu.

Die dritte Regel betrifft die Diversifikation: Indem du für jedes Ziel eine andere Anlagestrategie definierst, erreichst du automatisch eine gute Portfolio-Diversifikation. Deine Investitionen verteilen sich auf verschiedene Anlageklassen und Zeithorizonte.

Schritt für Schritt: So funktioniert Goal-based Investing

Der Investitionsansatz des Goal-based Investing beruht vor allem auf dem Prinzip der Disziplin. Es hilft, die Schritte, die zum Sparerfolg führen, zu kennen und zu verstehen.

Ziele identifizieren und priorisieren

Auch wenn es oft nicht einfach ist, die Sparziele verschiedener Lebensetappen zu berücksichtigen, also abzuwägen, ob es wichtiger ist, die Welt zu bereisen oder fürs Alter vorzusorgen: An erster Stelle stehen beim Goal-based Investing deine Sparziele. Diese gilt es festzulegen und zu priorisieren. Nur wenn du weißt, was dir wirklich wichtig ist, kannst du deine Ressourcen entsprechend einsetzen.

💡 Tip

Erstelle eine Liste mit all deinen Sparzielen und ordne sie nach Priorität. Notiere dir zu jedem Ziel: Wann möchte ich das erreichen? Wie viel Geld brauche ich dafür? Wie wichtig ist mir dieses Ziel auf einer Skala von 1-10? Diese konkrete Aufstellung bildet die Basis deiner gesamten Anlagestrategie.

Kapitalbedarf, Zeithorizont und Risiko auswählen

Jedes Vorhaben ist anders und muss für alle Anleger:innen individuell hinsichtlich Zeitpunkt der Zielerreichung, Startkapital, Sparraten, Risikobereitschaft, Rendite sowie eventuelle Verfügungsmöglichkeiten geplant werden. Der Grundsatz, dass die Rendite höher ist, je mehr Risiko eingegangen wird, muss auch beim Goal-based Investing berücksichtigt werden.

Und da kommt es auf die Lebensphase an: Berufsanfänger:innen können mit vergleichsweise niedrigen monatlichen Sparbeiträgen die Absicherung fürs Alter gewährleisten und dabei mehr Risiko eingehen, um langfristig eine höhere Rendite zu erzielen. Für kurzfristige Sparziele sollte mehr Wert auf Sicherheit und die jederzeitige Verfügbarkeit des Geldes gelegt werden. Je später mit dem Sparen begonnen wird, desto höhere Beträge müssen gezahlt werden.

📌 Good to know

Goal-based Investing kann Anleger:innen dabei helfen, sich über ihre persönliche Risikobereitschaft klar zu werden. Je wichtiger ein Ziel ist, desto weniger Risiken wollen die meisten Menschen dafür eingehen. Bei der Altersvorsorge beispielsweise ist Sicherheit oft wichtiger als maximale Rendite.

Assets zusammenstellen

Für jedes Sparziel wird eine eigene Anlagestrategie entwickelt. Sparziele lassen sich nicht immer mit einer Einmalinvestition erreichen, in der Regel muss regelmäßig und diszipliniert gespart werden. Dafür eignen sich automatisierte Sparpläne: Mit ihnen zahlst du regelmäßig auf deine Ziele ein. Zudem kann der Cost-Average-Effekt helfen, emotionale Anlageentscheidungen zu vermeiden und diszipliniert zu investieren – besonders in volatilen Marktphasen.

Bei der Auswahl geeigneter Anlageklassen gilt grundsätzlich: Je länger der Anlagehorizont, desto mehr Risiko kannst du eingehen und desto höher kann der Aktienanteil sein. Kurzfristige Anlagen sollten mit konservativer Strategie ohne oder mit einem geringen Aktienanteil verfolgt werden. Zu mittelfristigen Sparzielen passt eine ausgewogene Anlage mit etwa 50 Prozent Aktien. Langfristige Anlagen können chancenorientiert mit bis zu 100 Prozent Aktienanteil verfolgt werden.

💡 Tip

Nutze für jedes Sparziel ein eigenes Depot oder Unterkonto. Das macht die Buchführung einfacher und du behältst den Überblick über den Fortschritt bei jedem einzelnen Ziel. Zusätzlich können steueroptimierte Anlagen oder alternative Investments wie Immobilien-ETFs dein Portfolio sinnvoll ergänzen.

Aus den einzelnen Strategien wird ein umfassender Investitionsplan entwickelt, indem die Anlagen zu einem Gesamtportfolio zusammengefasst werden. Ein eigenes Konto pro Sparziel einzurichten, erleichtert jedoch häufig die Buchführung und gibt dir einen klaren Überblick über den Fortschritt bei jedem einzelnen Ziel.

Regelmäßige Überprüfung

Die Anlagestrategien sollten jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Deine Lebenssituation ändert sich, neue Ziele kommen hinzu, andere werden erreicht oder verlieren an Bedeutung. Diese Dynamik muss sich auch in deinem Investitionsplan widerspiegeln.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was ist Goal-based Investing?

Goal-based Investing ist eine zielorientierte Anlagestrategie, bei der du deine Investitionen mit konkreten Sparzielen wie Altersvorsorge, Eigenheim oder Reisen verbindest und für jedes Ziel eine individuelle Strategie entwickelst.

Q

Wie hoch sollte der Aktienanteil bei verschiedenen Sparzielen sein?

Kurzfristige Anlagen sollten konservativ mit geringem Aktienanteil erfolgen, mittelfristige Ziele mit etwa 50 Prozent Aktien und langfristige Anlagen können chancenorientiert mit bis zu 100 Prozent Aktienanteil verfolgt werden.

Q

Welche Sparziele eignen sich für Goal-based Investing?

Beliebte Sparziele sind Altersvorsorge, Erwerb eines Eigenheims, Reisen, größere Anschaffungen wie ein Auto, Ausbildung der Kinder, Absicherung der Familie vor Krisenzeiten und ein Altersruhesitz im Ausland.

Q

Wie oft sollte ich meine Anlagestrategie überprüfen?

Die Anlagestrategien sollten jährlich überprüft werden. Da sich deine Lebenssituation ändert und neue Ziele hinzukommen, muss sich diese Dynamik auch in deinem Investitionsplan widerspiegeln.

Q

Wie helfen automatisierte Sparpläne beim Goal-based Investing?

Automatisierte Sparpläne ermöglichen regelmäßiges und diszipliniertes Sparen auf deine Ziele. Der Cost-Average-Effekt kann dabei helfen, emotionale Entscheidungen zu vermeiden und insbesondere in volatilen Marktphasen diszipliniert zu bleiben.

Q

Warum führt Goal-based Investing oft zu besseren Anlageergebnissen?

Durch die klare Zielsetzung bleibst du disziplinierter und vermeidest emotionale Anlageentscheidungen. Die strukturierte Herangehensweise mit individuellen Strategien für jedes Ziel führt automatisch zu einer besseren Diversifikation und dadurch zu stabileren Renditen.


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