Kredite & Darlehen – warum die Konditionen den Unterschied machen
Kredit aufnehmen, ohne draufzuzahlen? Hier erfährst du, wie du wirklich günstige Konditionen findest, worauf du im Kleingedruckten achten solltest.

Kredite & Darlehen verstehen
Dein Einstieg in das Thema Kredite & Darlehen
Ratenkredit, Baufinanzierung oder Rahmenkredit – Finanzierungen unterscheiden sich in Laufzeit, Zinsstruktur und Flexibilität. Effektivzins, Tilgungsplan und Sondertilgungsrechte entscheiden darüber, wie teuer ein Darlehen am Ende wirklich wird und wie gut es sich an deine Lebenssituation anpassen lässt.
Wer die Konditionen systematisch vergleicht und die eigene Rückzahlungsfähigkeit realistisch einschätzt, trifft tragfähige Entscheidungen. So basiert die Finanzierung auf klaren Zahlen und Rahmenbedingungen – nicht auf kurzfristigen Versprechen.
Themen rund um Kredite & Darlehen:
- Zinsen und Konditionen: Was Sollzins und Effektivzins bedeuten, wie sich die Zinshöhe berechnet und worauf du beim Vergleich achten solltest.
- Bonität und Schufa: Welche Rolle dein Schufa-Score bei der Kreditvergabe spielt und wie du deine Bonität verbessern kannst.
- Laufzeit und Ratenhöhe: Wie sich Laufzeit und monatliche Rate gegenseitig beeinflussen und welche Kombination zu deinem Budget passt.
- Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung: Wann sich Sondertilgungen lohnen, welche Gebühren anfallen können und wie du schneller schuldenfrei wirst.
- Umschuldung: Wann ein Wechsel zu einem günstigeren Kredit sinnvoll ist und worauf du bei der Ablösung bestehender Darlehen achten solltest.
- Kredit für Selbstständige: Welche besonderen Anforderungen für Freiberufler und Unternehmer gelten und welche Alternativen es gibt.
Kredite und Darlehen
Grundlagen verstehen
Was sind Kredite und Darlehen?
Kredit und Darlehen werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen aber im rechtlichen Sinne unterschiedliche Dinge. Ein Darlehen ist die tatsächliche Überlassung von Geld für einen bestimmten Zeitraum, das in Raten oder am Laufzeitende zurückgezahlt wird. Der Begriff Kredit ist weiter gefasst und umfasst neben dem Darlehen auch andere Formen der Kreditgewährung, etwa den Dispositionskredit oder Bürgschaften. Im Bankwesen werden beide Begriffe jedoch meist gleichbedeutend für die klassische Geldleihe verwendet.
Bei einem typischen Ratenkredit oder Darlehen erhältst du einen festgelegten Betrag und zahlst ihn über eine vereinbarte Laufzeit in monatlichen Raten zurück. Jede Rate besteht aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil. Die Zinsen sind der Preis, den du für die Bereitstellung des Geldes zahlst. Die Höhe hängt von deiner Bonität, der Laufzeit, der Kreditsumme und dem Verwendungszweck ab.
Je nach Finanzierungsziel kommen unterschiedliche Kreditarten infrage: Der klassische Ratenkredit eignet sich für Konsumausgaben wie Möbel oder Elektronik, der Autokredit für Fahrzeuge, die Baufinanzierung für den Immobilienkauf. Zweckgebundene Kredite bieten oft günstigere Zinsen, da der Kaufgegenstand als Sicherheit dient. Ein gründlicher Vergleich vor Abschluss kann über die Laufzeit mehrere Tausend Euro sparen.
Die wichtigsten Kreditarten im Überblick
| Kreditart | Wofür geeignet? | Zinsen und Konditionen | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Ratenkredit | Freie Verwendung für Konsumausgaben wie Möbel, Elektronik, Urlaub oder unerwartete Ausgaben. | Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Zinshöhe abhängig von Bonität, Laufzeit und Kreditsumme. | Privatpersonen mit regelmäßigem Einkommen, die eine planbare monatliche Rate wünschen. |
| Autokredit | Finanzierung von Neu- oder Gebrauchtwagen. Das Fahrzeug dient als Sicherheit für die Bank. | Oft günstigere Zinsen als beim freien Ratenkredit, da das Auto als Sicherheit hinterlegt wird. | Autokäufer, die von niedrigeren Zinsen profitieren und das Fahrzeug als Sicherheit akzeptieren. |
| Baufinanzierung | Kauf, Bau oder Sanierung von Immobilien. Die Immobilie wird als Sicherheit im Grundbuch eingetragen. | Niedrige Zinsen durch hohe Sicherheit. Lange Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren üblich. Zinsbindung wählbar. | Immobilienkäufer und Bauherren mit Eigenkapital und stabilem Einkommen für langfristige Finanzierung. |
| Rahmenkredit | Flexibler Kreditrahmen, der bei Bedarf abgerufen werden kann. Ähnlich wie ein Dispokredit, aber günstiger. | Variable Zinsen, nur auf den genutzten Betrag. Keine festen Raten, flexible Rückzahlung möglich. | Menschen, die finanzielle Flexibilität wollen und unregelmäßig Geld benötigen. |
| Umschuldungskredit | Ablösung bestehender Kredite oder Dispokredite durch einen neuen Kredit mit besseren Konditionen. | Oft deutlich günstigere Zinsen als bei Altkrediten oder Dispo. Feste Rate für bessere Planbarkeit. | Kreditnehmer mit laufenden Krediten zu hohen Zinsen oder dauerhaft genutztem Dispositionskredit. |
Zinsen und Konditionen: Was Kredite wirklich kosten
Die Zinshöhe ist der wichtigste Kostenfaktor bei jedem Kredit und kann über die Laufzeit Tausende Euro Unterschied ausmachen. Der Zinssatz wird von mehreren Faktoren beeinflusst, die du teilweise selbst in der Hand hast. Deine Bonität spielt die größte Rolle: Je besser dein Schufa-Score und je höher und stabiler dein Einkommen, desto günstiger sind die Zinsen. Viele Banken arbeiten mit bonitätsabhängigen Zinsen, das heißt, jeder Kunde erhält je nach Kreditwürdigkeit einen individuellen Zinssatz.
Auch die Kreditlaufzeit beeinflusst den Zinssatz. Längere Laufzeiten bedeuten für die Bank ein höheres Risiko, da sich in einem längeren Zeitraum mehr an deiner finanziellen Situation ändern kann. Deshalb sind die Zinsen bei längeren Laufzeiten oft etwas höher. Gleichzeitig senkt eine längere Laufzeit aber deine monatliche Rate, was die Rückzahlung erleichtert. Hier musst du die richtige Balance finden zwischen bezahlbarer monatlicher Belastung und möglichst geringen Gesamtkosten.
Die Kredithöhe spielt ebenfalls eine Rolle bei der Verzinsung. Bei sehr kleinen Kreditsummen unter 1.000 Euro sind die Zinsen oft höher, weil sich der Verwaltungsaufwand für die Bank bei jedem Kredit gleich verhält, unabhängig von der Höhe. Bei größeren Summen ab etwa 10.000 Euro kannst du manchmal bessere Konditionen aushandeln. Achte aber darauf, nicht mehr zu leihen als nötig, nur um einen besseren Zinssatz zu bekommen.
Neben den Zinsen gibt es weitere Konditionen, die den Kredit verteuern oder verteuern können. Bearbeitungsgebühren für die Kreditvergabe sind seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs nicht mehr zulässig, werden aber manchmal noch unter anderem Namen versteckt. Prüfe die Vertragsunterlagen genau auf versteckte Kosten. Manche Banken verlangen Gebühren für Sondertilgungen oder die vorzeitige Ablösung des Kredits. Diese Vorfälligkeitsentschädigung darf maximal ein Prozent der Restschuld bei mehr als einem Jahr Restlaufzeit betragen, bei kürzerer Restlaufzeit nur 0,5 Prozent.
Ein wichtiger Aspekt ist die Restschuldversicherung, die viele Banken beim Kreditabschluss anbieten oder sogar aktiv bewerben. Diese Versicherung soll die Kreditraten übernehmen, wenn du durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod zahlungsunfähig wirst. Klingt sinnvoll, ist aber oft überteuert und bietet schlechte Leistungen. Die Versicherungsprämie wird auf die Kreditsumme aufgeschlagen und mitverzinst, was die Gesamtkosten erheblich erhöht. In den meisten Fällen ist eine solche Versicherung nicht notwendig. Wenn du dich absichern möchtest, ist eine separate Risikolebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung die bessere Wahl.
Beim Kreditvergleich solltest du immer den effektiven Jahreszins als Basis nehmen, nicht den nominalen Zinssatz. Der Effektivzins beinhaltet alle Kosten und ermöglicht einen fairen Vergleich. Viele Vergleichsportale im Internet zeigen den repräsentativen Beispielzins, den zwei Drittel der Kunden tatsächlich erhalten. Dein individueller Zinssatz kann davon abweichen, je nach Bonität. Hole immer mehrere Angebote ein und vergleiche nicht nur die Zinsen, sondern auch Sondertilgungsmöglichkeiten, Flexibilität bei Ratenänderungen und Kündigungsfristen.
Einflussfaktoren auf den Zins
| Einflussfaktor | Auswirkung auf Zinsen | Typische Zinsspanne | Optimierungsmöglichkeit |
|---|---|---|---|
| Schufa-Score | Sehr hoher Einfluss | Unterschied bis zu 5 Prozentpunkte | Score verbessern, Fehler korrigieren |
| Einkommen | Hoher Einfluss | 2-3 Prozentpunkte Unterschied | Einkommensnachweis optimieren |
| Laufzeit | Mittlerer Einfluss | 0,5-1,5 Prozentpunkte | Kürzere Laufzeit wählen wenn möglich |
| Kredithöhe | Geringer Einfluss | 0,2-0,5 Prozentpunkte | Nicht mehr leihen als nötig |
| Verwendungszweck | Mittlerer Einfluss | 0,5-2 Prozentpunkte | Zweckbindung prüfen |
Häufig gestellte Fragen
Kann die Bank den Zinssatz nachträglich erhöhen?
Nein, bei einem Ratenkredit mit festem Zinssatz ist dieser über die gesamte Laufzeit garantiert und kann nicht einseitig von der Bank erhöht werden. Anders sieht es bei variablen Zinssätzen aus, wie sie beim Dispositionskredit oder manchen Rahmenkrediten üblich sind. Hier kann die Bank die Zinsen anpassen, muss dich aber rechtzeitig darüber informieren. Bei fest vereinbarten Ratenkrediten bist du vor Zinserhöhungen geschützt, was Planungssicherheit bietet. Deshalb solltest du bei Kreditabschluss immer auf einen festen Zinssatz achten, besonders in Zeiten steigender Marktzinsen.
Lohnt sich eine Restschuldversicherung?
In den meisten Fällen nein. Restschuldversicherungen sind oft überteuert, haben viele Ausschlüsse und erhöhen die Kreditkosten erheblich. Die Versicherungsprämie wird auf die Kreditsumme aufgeschlagen und mitverzinst, was mehrere hundert bis tausend Euro Mehrkosten bedeuten kann. Zudem sind die Leistungsbedingungen oft sehr eingeschränkt. Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung beispielsweise oft nur, wenn diese unverschuldet war, und auch nur für begrenzte Zeit. Wenn du Absicherung wünschst, ist eine separate Risikolebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung meist die bessere und günstigere Wahl.
Was bedeutet der repräsentative Beispielzins?
Der repräsentative Beispielzins ist der Zinssatz, den mindestens zwei Drittel aller Kunden tatsächlich erhalten oder besser. Banken müssen diesen Wert in ihrer Werbung angeben, damit Kreditangebote vergleichbar sind. Das bedeutet aber auch, dass ein Drittel der Kunden schlechtere Konditionen bekommt. Dein individueller Zinssatz hängt von deiner Bonität ab. Menschen mit schlechterer Schufa oder geringerem Einkommen zahlen oft deutlich mehr. Der repräsentative Beispielzins ist daher nur ein erster Anhaltspunkt. Den tatsächlichen Zinssatz erfährst du erst nach der Bonitätsprüfung durch die Bank.
Bonität und Schufa: Deine Kreditwürdigkeit verstehen und verbessern
Deine Bonität ist das wichtigste Kriterium, das Banken bei der Kreditvergabe bewerten. Sie gibt Auskunft darüber, wie zuverlässig du deine finanziellen Verpflichtungen erfüllst. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist dabei die bekannteste Auskunftei in Deutschland, die Informationen über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern sammelt und in Form eines Scores bewertet.
Der Schufa-Score ist eine Zahl zwischen 0 und 100 Prozent, die deine Kreditwürdigkeit ausdrückt. Je höher der Score, desto besser deine Bonität. Ein Score über 97,5 Prozent gilt als sehr gut und führt zu den besten Kreditkonditionen. Werte zwischen 95 und 97,5 Prozent sind gut, zwischen 90 und 95 Prozent zufriedenstellend. Liegt dein Score unter 90 Prozent, wird es schwierig, überhaupt einen Kredit zu bekommen, und wenn, dann nur zu deutlich schlechteren Konditionen mit hohen Zinsen.
Die Schufa sammelt verschiedene Daten über dich: Informationen über Girokonten, Kreditkarten, laufende Kredite, Handyverträge und dein Zahlungsverhalten. Positive Einträge wie pünktlich zurückgezahlte Kredite verbessern deinen Score, negative Einträge wie Mahnungen, gekündigte Kredite oder gar Insolvenzen verschlechtern ihn massiv. Auch die Anzahl der Kreditanfragen wirkt sich aus: Zu viele Anfragen in kurzer Zeit lassen dich als finanziell unter Druck erscheinen und senken den Score.
Ein häufiger Fehler ist, dass viele Menschen nicht wissen, welche Daten die Schufa über sie gespeichert hat. Du hast ein gesetzliches Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft einmal pro Jahr. Diese sogenannte Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO kannst du direkt bei der Schufa anfordern. Prüfe die Daten sorgfältig auf Fehler oder veraltete Einträge. Falsche Negativeinträge können deinen Score erheblich beeinträchtigen, und du hast das Recht, deren Löschung zu verlangen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, deine Bonität zu verbessern. Bezahle Rechnungen immer pünktlich und vermeide Mahnungen. Reduziere die Anzahl deiner Kreditkarten und schließe ungenutzte Konten. Nutze deinen Dispokredit möglichst nicht oder nur kurzzeitig, da eine dauerhafte Überziehung negativ bewertet wird. Vermeide unnötige Kreditanfragen – stelle nur Anfragen, wenn du tatsächlich einen Kredit benötigst, und lasse Banken Konditionenanfragen stellen, die nicht schufa-relevant sind.
Auch die Dauer deiner Bankverbindungen spielt eine Rolle. Wer häufig das Girokonto wechselt, wird als instabiler eingestuft. Eine langjährige Bankverbindung wirkt sich positiv aus. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn alte, erfolgreich zurückgezahlte Kredite noch eine Weile in der Schufa vermerkt sind – sie zeigen, dass du zuverlässig zahlst. Lösche solche positiven Einträge nicht vorzeitig.
Bei der Kreditbeantragung solltest du nicht mehrere Banken gleichzeitig anfragen, da jede Kreditanfrage in der Schufa vermerkt wird und deinen Score kurzfristig senkt. Nutze stattdessen Kreditvergleichsportale, die eine schufaneutrale Konditionenanfrage durchführen. Diese wird intern vermerkt, aber nicht an andere Banken weitergegeben und beeinflusst deinen Score nicht. Erst wenn du dich für einen Kredit entscheidest, erfolgt die offizielle Kreditanfrage.
Bewertung der Kreditwürdigkeit
| Schufa-Score | Bewertung | Kreditchancen | Typische Zinssätze |
|---|---|---|---|
| Über 97,5% | Sehr gut | Alle Kredite, beste Konditionen | 3,5-5% effektiv |
| 95-97,5% | Gut | Gute Chancen, normale Konditionen | 4,5-6,5% effektiv |
| 90-95% | Zufriedenstellend | Kredit möglich mit Auflagen | 6-9% effektiv |
| 80-90% | Ausreichend | Schwierig, hohe Zinsen | 9-13% effektiv |
| Unter 80% | Mangelhaft | Kredit meist nicht möglich | Über 13% oder Ablehnung |
Häufig gestellte Fragen
Wie lange bleiben negative Schufa-Einträge gespeichert?
Die Speicherdauer hängt von der Art des Eintrags ab. Erledigte Kredite bleiben drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung gespeichert, dann werden sie automatisch gelöscht. Unbezahlte Forderungen bleiben drei Jahre nach Erledigung in der Schufa. Eine Privatinsolvenz wird nach drei Jahren aus der Schufa gelöscht, sofern das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist. Mahnbescheide und gerichtliche Mahnverfahren bleiben drei Jahre gespeichert. Wichtig ist, dass die Frist erst nach Erledigung der Angelegenheit zu laufen beginnt. Eine unbezahlte Forderung bleibt also so lange gespeichert, bis sie beglichen ist, und dann weitere drei Jahre.
Kann ich einen Kredit ohne Schufa bekommen?
Ja, sogenannte schufafreie Kredite existieren, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Dabei handelt es sich meist um Kredite aus dem Ausland, häufig aus Liechtenstein oder der Schweiz, die keine Schufa-Auskunft einholen. Die Konditionen sind jedoch deutlich schlechter: Die Zinsen liegen oft bei zehn Prozent oder mehr, die Kreditsummen sind begrenzt (meist maximal 5.000 Euro), und die Laufzeiten sind kurz. Zudem sind diese Kredite oft mit hohen Vermittlungsgebühren verbunden. Viele unseriöse Anbieter nutzen die Notlage von Menschen mit schlechter Schufa aus. Prüfe Angebote genau und meide Anbieter, die Vorabgebühren verlangen, ohne einen Kredit zu vermitteln.
Verschlechtert jede Kreditanfrage meinen Schufa-Score?
Nein, es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Kreditanfragen und Konditionsanfragen. Eine offizielle Kreditanfrage wird bei der Schufa vermerkt und kann deinen Score kurzfristig senken, besonders wenn mehrere Anfragen in kurzer Zeit erfolgen. Eine Konditionsanfrage hingegen dient nur der Prüfung, zu welchen Konditionen ein Kredit möglich wäre, und hat keine Auswirkung auf deinen Score. Diese wird zwar intern gespeichert, aber nicht an andere Banken weitergegeben. Achte beim Kreditvergleich darauf, dass nur Konditionsanfragen gestellt werden. Die meisten seriösen Vergleichsportale arbeiten mit schufaneutralen Anfragen. Erst wenn du dich für einen Kredit entscheidest, wird eine echte Kreditanfrage gestellt.
Laufzeit und Ratenhöhe: Die richtige Balance finden
Die Wahl der richtigen Laufzeit ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Kreditabschluss. Sie bestimmt nicht nur die Höhe deiner monatlichen Rate, sondern auch die Gesamtkosten des Kredits. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto höher die monatliche Rate, aber desto niedriger die Gesamtzinskosten. Umgekehrt bedeutet eine längere Laufzeit niedrigere Monatsraten, aber deutlich höhere Gesamtkosten durch mehr Zinszahlungen.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Effekt: Bei einem Kredit über 10.000 Euro zu fünf Prozent Jahreszins und einer Laufzeit von drei Jahren zahlst du monatlich etwa 300 Euro und insgesamt rund 790 Euro Zinsen. Verlängerst du die Laufzeit auf sechs Jahre, sinkt die Rate auf etwa 160 Euro pro Monat, aber die Gesamtzinsen steigen auf etwa 1.600 Euro – also mehr als das Doppelte. Du sparst zwar kurzfristig bei der monatlichen Belastung, zahlst aber langfristig deutlich mehr.
Bei der Wahl der Laufzeit solltest du dein verfügbares monatliches Budget realistisch einschätzen. Als Faustregel gilt, dass deine gesamten Kreditraten nicht mehr als 30 bis 40 Prozent deines Nettoeinkommens ausmachen sollten. Berücksichtige dabei auch bestehende Verbindlichkeiten und plane einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein. Eine zu hohe monatliche Belastung kann schnell zu finanziellen Engpässen führen, wenn unerwartete Kosten auftreten.
Viele Kreditnehmer entscheiden sich für längere Laufzeiten, um die monatliche Belastung niedrig zu halten. Das kann sinnvoll sein, wenn dein Budget knapp ist oder du finanzielle Flexibilität benötigst. Achte dann aber unbedingt auf die Möglichkeit von Sondertilgungen, mit denen du den Kredit schneller zurückzahlen kannst, wenn du unerwartet zu Geld kommst – etwa durch eine Gehaltserhöhung, Bonuszahlung oder Erbschaft.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zinsentwicklung während der Laufzeit. Bei längeren Laufzeiten von fünf Jahren oder mehr trägst du das Risiko, dass die Marktzinsen in der Zwischenzeit sinken und du an deinen höheren Zinssatz gebunden bist. Zwar kannst du nach zehn Jahren Kreditlaufzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen, aber bei kürzeren Laufzeiten ist eine vorzeitige Ablösung mit Kosten verbunden. Umgekehrt profitierst du bei langen Laufzeiten von Zinssicherheit, wenn die Zinsen steigen.
Die Art der Verwendung sollte ebenfalls die Laufzeit beeinflussen. Für langlebige Anschaffungen wie ein Auto ist eine längere Laufzeit eher vertretbar als für kurzlebige Konsumgüter. Es macht wenig Sinn, einen Urlaub oder ein Smartphone über fünf Jahre zu finanzieren, wenn der Nutzen längst verflogen ist, während du noch abbezahlst. Orientiere dich an der Nutzungsdauer: Ein Auto über vier Jahre zu finanzieren ist vernünftig, einen Laptop über drei Jahre eher nicht.
Manche Banken bieten flexible Laufzeiten mit der Möglichkeit zur Ratenanpassung während der Kreditlaufzeit. Du kannst dann die Rate bei Bedarf erhöhen oder senken, je nach finanzieller Situation. Diese Flexibilität kostet meist einen geringen Aufschlag beim Zinssatz, kann sich aber lohnen, wenn dein Einkommen schwankt oder sich deine Lebenssituation voraussichtlich ändern wird.
Beispielrechnung: 10.000 Euro Kredit bei 5% Jahreszins
| Laufzeit | Monatliche Rate | Zinsen gesamt | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| 2 Jahre (24 Monate) | 439 Euro | 530 Euro | 10.530 Euro |
| 3 Jahre (36 Monate) | 300 Euro | 790 Euro | 10.790 Euro |
| 4 Jahre (48 Monate) | 230 Euro | 1.050 Euro | 11.050 Euro |
| 6 Jahre (72 Monate) | 161 Euro | 1.600 Euro | 11.600 Euro |
| 8 Jahre (96 Monate) | 123 Euro | 2.170 Euro | 12.170 Euro |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die monatliche Rate nachträglich ändern?
Das hängt von den Vertragsbedingungen ab. Bei klassischen Ratenkrediten mit fester Laufzeit und fester Rate ist eine nachträgliche Änderung normalerweise nicht möglich. Einige moderne Kreditangebote bieten jedoch flexible Tarife, bei denen du die Rate während der Laufzeit anpassen kannst. Dies kostet meist einen geringen Aufschlag beim Zinssatz. Alternativ kannst du bei finanziellen Schwierigkeiten die Bank um eine Ratenpause oder Stundung bitten. Die Bank ist nicht verpflichtet zuzustimmen, zeigt sich aber oft kulant, wenn du offen kommunizierst. Eine weitere Option ist die Umschuldung zu einem neuen Kredit mit anderen Konditionen.
Wie viel Kredit kann ich mir leisten?
Eine einfache Faustformel: Deine monatlichen Kreditraten sollten maximal 30 bis 40 Prozent deines Nettoeinkommens betragen. Rechne dein verfügbares Einkommen abzüglich aller festen Ausgaben (Miete, Versicherungen, Lebenshaltung) aus. Der Restbetrag zeigt deinen finanziellen Spielraum. Plane immer einen Puffer von mindestens 200 bis 300 Euro für unvorhergesehene Ausgaben ein. Wenn du beispielsweise 2.500 Euro netto verdienst und nach allen Fixkosten 800 Euro übrig bleiben, sollten die Kreditraten maximal 500 bis 600 Euro betragen. Sei ehrlich zu dir selbst und unterschätze nicht deine tatsächlichen Lebenshaltungskosten.
Was passiert, wenn ich eine Rate nicht bezahlen kann?
Wenn du absehen kannst, dass du eine Rate nicht zahlen kannst, kontaktiere sofort deine Bank und erkläre die Situation. Viele Banken bieten Lösungen wie eine vorübergehende Ratenpause, Stundung oder Reduzierung der Rate an. Ignorierst du das Problem, folgt nach der ersten versäumten Rate eine Mahnung. Nach der zweiten oder dritten versäumten Rate kann die Bank den gesamten Kredit fällig stellen und Verzugszinsen verlangen. Zudem wird ein negativer Schufa-Eintrag vorgenommen, der deine Bonität massiv verschlechtert. Im schlimmsten Fall folgt ein gerichtliches Mahnverfahren. Daher ist es entscheidend, frühzeitig das Gespräch zu suchen, statt Mahnungen zu ignorieren.
Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung: Schneller schuldenfrei werden
Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche Zahlung auf deinen Kredit, die außerhalb der regulären monatlichen Raten erfolgt. Sondertilgungen reduzieren die Restschuld und damit auch die Gesamtzinslast, weil weniger Kapital verzinst werden muss. Je früher du eine Sondertilgung leistest, desto stärker wirkt sich das auf die Zinsersparnis aus. Eine Sondertilgung von 1.000 Euro im ersten Jahr eines Kredits spart deutlich mehr Zinsen als dieselbe Summe im letzten Jahr.
Nicht alle Kreditverträge erlauben kostenfreie Sondertilgungen. Bei Vertragsabschluss solltest du unbedingt auf diese Möglichkeit achten. Viele Banken bieten kostenfreie Sondertilgungen bis zu einer bestimmten Höhe pro Jahr an, typischerweise fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Kreditsumme. Darüber hinaus oder bei Verträgen ohne Sondertilgungsvereinbarung können Gebühren anfallen. Diese Vorfälligkeitsentschädigung darf maximal ein Prozent der Restschuld bei mehr als einem Jahr Restlaufzeit betragen, bei kürzerer Restlaufzeit nur 0,5 Prozent.
Die vorzeitige vollständige Ablösung eines Kredits ist gesetzlich immer möglich, allerdings ebenfalls mit dieser Vorfälligkeitsentschädigung. Die Bank hat Anspruch darauf, weil ihr durch die vorzeitige Rückzahlung Zinseinnahmen entgehen. Rechne vor einer vorzeitigen Ablösung genau nach, ob sich das lohnt. Wenn du beispielsweise eine Erbschaft erhältst und damit deinen Kredit ablösen möchtest, vergleiche die gesparten Zinsen mit der Vorfälligkeitsentschädigung. Bei hohen Zinsen und langer Restlaufzeit lohnt sich die Ablösung meist trotz der Gebühr.
Eine Besonderheit gilt bei Krediten mit mehr als zehn Jahren Laufzeit: Nach zehn Jahren hast du ein gesetzliches Kündigungsrecht mit einer Frist von sechs Monaten, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. Dieses Recht ist besonders bei Baufinanzierungen relevant, die oft über 20 oder 30 Jahre laufen. Wenn die Marktzinsen nach zehn Jahren niedriger sind als dein Kreditzins, kannst du umschulden und dir bessere Konditionen sichern.
Ob Sondertilgungen sinnvoll sind, hängt auch von deiner alternativen Verwendung des Geldes ab. Wenn du das Geld alternativ anlegen könntest und eine höhere Rendite als deinen Kreditzins erzielst, wäre das finanziell vorteilhafter als die Sondertilgung. Bei einem Kredit mit fünf Prozent Zinsen müsstest du mit deiner Anlage mehr als fünf Prozent Rendite nach Steuern erzielen, damit sich die Anlage lohnt. In Zeiten niedriger Zinsen und volatiler Märkte ist die sichere Zinsersparnis durch Sondertilgung oft die bessere Wahl.
Ein wichtiger Punkt ist die psychologische Komponente der Schuldenfreiheit. Viele Menschen schätzen das gute Gefühl, schuldenfrei zu sein, sehr hoch ein und sind bereit, dafür auf potenzielle Anlagerenditen zu verzichten. Die emotionale Belastung durch Schulden solltest du nicht unterschätzen. Wenn dich ein laufender Kredit nachts nicht schlafen lässt, kann es sinnvoll sein, ihn durch Sondertilgungen schneller loszuwerden, selbst wenn es finanziell nicht die optimale Entscheidung wäre.
Prüfe bei geplanten Sondertilgungen auch die steuerlichen Aspekte, besonders bei Baufinanzierungen vermieteter Immobilien. Die Zinsen sind hier steuerlich absetzbar, sodass eine vorzeitige Tilgung dich um diese Steuervorteile bringt. Hier solltest du mit einem Steuerberater rechnen, ob die Zinsersparnis die entgangenen Steuervorteile überwiegt.
Beispiel: Effekt einer Sondertilgung von 2.000 Euro nach 1 Jahr
| Szenario | Restliche Laufzeit | Neue monatliche Rate | Zinsersparnis |
|---|---|---|---|
| Ohne Sondertilgung | Noch 4 Jahre | 188 Euro | 0 Euro (Basis) |
| Mit Sondertilgung (Rate bleibt) | Etwa 3 Jahre | 188 Euro | Ca. 320 Euro |
| Mit Sondertilgung (Rate sinkt) | Noch 4 Jahre | 148 Euro | Ca. 320 Euro |
Hinweis: Bei Sondertilgungen kannst du meist wählen zwischen: (1) Laufzeit verkürzen bei gleichbleibender Rate oder (2) Rate senken bei gleichbleibender Laufzeit. Die Zinsersparnis ist bei beiden Varianten ähnlich.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch darf die Vorfälligkeitsentschädigung sein?
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist gesetzlich begrenzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr darf die Bank maximal ein Prozent der Restschuld verlangen. Beträgt die Restlaufzeit weniger als ein Jahr, sind es nur noch 0,5 Prozent. Beispiel: Bei einer Restschuld von 20.000 Euro und zwei Jahren Restlaufzeit beträgt die maximale Entschädigung 200 Euro. Diese Regelung gilt für Verbraucherkredite. Bei Baufinanzierungen können andere Berechnungsmethoden greifen, die Bank muss dir aber nachweisen, welcher tatsächliche Schaden ihr entsteht. In jedem Fall solltest du vor vorzeitiger Ablösung die Entschädigung genau berechnen lassen.
Sollte ich Sondertilgungen leisten oder das Geld anlegen?
Das hängt vom Kreditzins und deinen Anlagemöglichkeiten ab. Eine Sondertilgung spart dir sicher den Kreditzins, bei fünf Prozent Kreditzins also fünf Prozent Rendite. Um mit einer Geldanlage besser zu fahren, müsstest du nach Steuern und Kosten mehr als fünf Prozent Rendite erzielen. In der aktuellen Niedrigzinsphase und bei volatilen Aktienmärkten ist das nicht garantiert. Die Sondertilgung ist daher die sichere Variante. Bedenke auch: Schuldenabbau gibt dir finanzielle Flexibilität und emotionale Erleichterung. Als Kompromiss kannst du einen Teil für Sondertilgungen verwenden und einen Teil anlegen, um sowohl Sicherheit als auch Renditechancen zu haben.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Sondertilgung?
Je früher, desto besser. Sondertilgungen zu Beginn der Kreditlaufzeit haben den größten Effekt, weil die Restschuld noch hoch ist und mehr Zinsen anfallen würden. Eine Sondertilgung von 5.000 Euro im ersten Jahr spart deutlich mehr Zinsen als dieselbe Summe im letzten Jahr. Trotzdem ist auch eine spätere Sondertilgung noch sinnvoll. Manche Kreditverträge haben Stichtage, bis wann im Jahr Sondertilgungen geleistet werden können, oft zum Jahresende. Prüfe deine Vertragsbedingungen und nutze das Sondertilgungsrecht rechtzeitig, bevor es verfällt. Viele Banken erlauben mehrere Sondertilgungen pro Jahr bis zum Maximalbetrag.
Umschuldung: Kredite ablösen und Geld sparen
Eine Umschuldung bedeutet, einen bestehenden Kredit durch einen neuen, günstigeren Kredit abzulösen. Das Ziel ist meist, Zinsen zu sparen oder mehrere Kredite zu einem einzigen zusammenzufassen. Besonders wenn die Marktzinsen seit deinem Kreditabschluss gesunken sind oder sich deine Bonität verbessert hat, kann eine Umschuldung mehrere hundert oder tausend Euro Ersparnis bringen.
Der klassische Fall für eine Umschuldung ist ein teurer Dispositionskredit, der dauerhaft genutzt wird. Mit Zinssätzen von oft zehn Prozent oder mehr ist der Dispo die teuerste Kreditform. Wenn du deinen Dispo regelmäßig ausreizt, solltest du unbedingt über einen Ratenkredit zur Ablösung nachdenken. Ein Ratenkredit kostet meist nur halb so viel Zinsen und zwingt dich durch die feste monatliche Rate zur disziplinierten Rückzahlung. Bei 5.000 Euro Disposchuld sparst du durch Umschuldung in einen Ratenkredit oft 200 bis 300 Euro Zinsen pro Jahr.
Auch bei mehreren parallel laufenden Krediten kann eine Umschuldung sinnvoll sein. Wenn du beispielsweise einen Autokredit, einen Kredit für Möbel und einen für eine Reise hast, verlierst du schnell den Überblick über die verschiedenen Raten, Laufzeiten und Zinssätze. Eine Zusammenfassung zu einem einzigen Kredit vereinfacht nicht nur die Verwaltung, sondern kann auch Kosten sparen. Oft bekommst du bei einer höheren Gesamtsumme einen besseren Zinssatz als bei mehreren kleinen Krediten.
Bevor du umschuldest, musst du die Gesamtkosten genau berechnen. Die Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige Ablösung des alten Kredits schmälert die Ersparnis. Rechne aus: Zinsersparnis durch den neuen günstigeren Kredit minus Vorfälligkeitsentschädigung minus eventuelle Bearbeitungsgebühren des neuen Kredits. Nur wenn unterm Strich ein Plus bleibt, lohnt sich die Umschuldung finanziell. Viele Vergleichsportale bieten Umschuldungsrechner an, die dir diese Kalkulation abnehmen.
Ein wichtiger Zeitpunkt für Umschuldungen ist nach zehn Jahren Kreditlaufzeit bei Baufinanzierungen. Dann greift das gesetzliche Kündigungsrecht ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Wenn die Marktzinsen seit deiner Baufinanzierung gesunken sind, kannst du durch Umschuldung zu einer anderen Bank oft mehrere zehntausend Euro über die Restlaufzeit sparen. Vergleiche die Anschlussfinanzierungsangebote verschiedener Banken sorgfältig.
Bei der Wahl des neuen Kredits für die Umschuldung solltest du auf dieselben Kriterien achten wie bei einem Neukredit: günstiger Effektivzins, kostenlose Sondertilgungsmöglichkeiten, flexible Ratenanpassung und keine versteckten Gebühren. Lass dich nicht von Lockangeboten blenden, die nur auf den ersten Blick günstig erscheinen, aber ungünstige Nebenbedingungen haben.
Manche Banken bieten spezielle Umschuldungskredite an, bei denen der Prozess vereinfacht ist. Sie übernehmen die Kommunikation mit deiner alten Bank und regeln die Ablösung. Prüfe aber, ob diese Bequemlichkeit mit höheren Zinsen erkauft wird. Oft ist es günstiger, einen normalen Ratenkredit aufzunehmen und die Ablösung selbst zu organisieren.
Beachte auch die psychologischen Aspekte einer Umschuldung. Wenn du mehrere Kredite zu einem zusammenfasst, erscheint die Gesamtsumme oft erschreckend hoch. Lass dich davon nicht entmutigen – es ist ja nicht mehr Schulden als vorher, nur übersichtlicher. Umgekehrt kann die Zusammenfassung zu einem einzigen niedrigeren Betrag pro Monat die gefühlte Belastung reduzieren und so zu besserer Zahlungsmoral führen.
Umschuldungs-Beispielrechnung: 15.000 Euro Restschuld, noch 4 Jahre Laufzeit
| Position | Alter Kredit (7% Zinsen) | Neuer Kredit (4,5% Zinsen) | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Monatliche Rate | 359 Euro | 342 Euro | 17 Euro/Monat |
| Zinsen gesamt (4 Jahre) | 2.230 Euro | 1.416 Euro | 814 Euro |
| Vorfälligkeitsentschädigung | – | 150 Euro (1% von 15.000) | -150 Euro |
| Netto-Ersparnis | – | – | 664 Euro |
Fazit: Trotz Vorfälligkeitsentschädigung lohnt sich die Umschuldung in diesem Beispiel mit 664 Euro Ersparnis über 4 Jahre.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meinen Dispo durch einen Ratenkredit ablösen?
Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert, wenn du deinen Dispo dauerhaft nutzt. Dispozinsen von zehn bis vierzehn Prozent sind extrem teuer. Ein Ratenkredit zur Dispoablösung kostet meist nur die Hälfte an Zinsen. Beantrage einen Ratenkredit in Höhe deiner Disposchuld, löse damit den Dispo ab und reduziere anschließend deinen Disporahmen, um nicht wieder in die Überziehung zu rutschen. Viele Banken bieten spezielle Umschuldungskredite für diese Zwecke an. Wichtig ist, dass du nach der Umschuldung diszipliniert die Raten zahlst und nicht erneut den Dispo nutzt, sonst hast du am Ende beide Schulden.
Ab welcher Zinsersparnis lohnt sich eine Umschuldung?
Als Faustregel gilt: Eine Umschuldung lohnt sich meist, wenn der neue Zinssatz mindestens 0,5 bis ein Prozentpunkt niedriger ist als der alte. Bei großen Kreditsummen oder langen Restlaufzeiten kann sich auch eine geringere Differenz lohnen. Rechne konkret aus: Wie viel Zinsen sparst du über die Restlaufzeit? Ziehe davon die Vorfälligkeitsentschädigung und eventuelle Bearbeitungsgebühren ab. Bleibt eine Ersparnis von mindestens einigen hundert Euro, lohnt sich der Aufwand. Nutze Online-Umschuldungsrechner, die dir diese Berechnung abnehmen. Bedenke auch: Je früher du umschuldest, desto größer die Ersparnis, weil mehr Restlaufzeit betroffen ist.
Verschlechtert eine Umschuldung meinen Schufa-Score?
Kurzfristig kann eine Umschuldung den Score minimal beeinflussen, weil ein neuer Kredit aufgenommen wird. Langfristig wirkt sich eine Umschuldung aber neutral bis positiv aus. Der alte Kredit wird als erfolgreich zurückgezahlt vermerkt, was positiv ist. Der neue Kredit ersetzt den alten. Du hast also nicht mehr Kredite als vorher. Besonders wenn du mehrere kleine Kredite zu einem zusammenfasst, kann das deinen Score sogar verbessern, weil du insgesamt weniger offene Kreditlinien hast. Wichtig ist, dass du nach der Umschuldung pünktlich zahlst. Dann stabilisiert sich dein Score schnell wieder.
Kredit für Selbstständige: Besondere Herausforderungen und Lösungen
Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer haben es bei der Kreditvergabe deutlich schwerer als Angestellte. Der Grund liegt im schwankenden und schwerer nachweisbaren Einkommen. Während Angestellte mit Gehaltsabrechnungen ein stabiles, vorhersehbares Einkommen nachweisen können, unterliegen Selbstständige Umsatzschwankungen, saisonalen Effekten und Geschäftsrisiken. Banken stufen sie daher als risikoreichere Kreditnehmer ein.
Die wichtigsten Unterlagen, die Selbstständige für einen Kreditantrag benötigen, sind betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), Einkommensteuerbescheide und Jahresabschlüsse. Die meisten Banken verlangen Nachweise über die letzten zwei bis drei Geschäftsjahre. Erst wenn du als Selbstständiger mindestens zwei Jahre erfolgreich am Markt bist, hast du realistische Chancen auf einen Kredit zu normalen Konditionen. Existenzgründer haben es besonders schwer, da sie keine Geschäftshistorie vorweisen können.
Ein häufiges Problem ist, dass Selbstständige aus steuerlichen Gründen ihr zu versteuerndes Einkommen möglichst niedrig halten. Was steuerlich clever ist, schadet bei der Kreditvergabe. Wenn deine Steuererklärung nur 30.000 Euro Jahreseinkommen ausweist, obwohl du real deutlich mehr verdienst, orientiert sich die Bank an den 30.000 Euro. Sie kann nicht nachvollziehen, welche Abschreibungen oder Rückstellungen dein tatsächliches Einkommen schmälern. Manche Banken berücksichtigen Abschreibungen teilweise zurück, aber das ist nicht selbstverständlich.
Die Zinsen für Selbstständigenkredite liegen oft ein bis zwei Prozentpunkte höher als bei vergleichbaren Angestelltenkrediten, weil das höhere Risiko eingepreist wird. Auch die Kreditsummen sind oft begrenzt oder es werden zusätzliche Sicherheiten verlangt. Manche Banken verlangen einen zweiten Kreditnehmer mit festem Einkommen oder lehnen Kredite an Selbstständige grundsätzlich ab.
Es gibt aber auch Banken, die sich auf Selbstständige spezialisiert haben und deren Situation besser verstehen. Diese bewerten nicht nur stumpf nach Einkommenshöhe, sondern berücksichtigen auch die Geschäftsentwicklung, Auftragslage und Zukunftsaussichten. Online-Kreditvermittler haben oft Zugang zu solchen spezialisierten Banken. Der Aufwand ist größer als bei Standard-Ratenkrediten, aber die Chancen sind besser.
Eine Alternative zu herkömmlichen Bankkrediten sind Förderkredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder landeseigene Förderbanken. Diese bieten zinsgünstige Darlehen für Existenzgründer, Betriebsmittel oder Investitionen. Die Konditionen sind oft besser als bei Hausbanken, aber die Antragsverfahren aufwendig und nicht für jeden Zweck geeignet. KfW-Kredite werden über deine Hausbank beantragt, die das Risiko teilweise übernimmt.
Für kurzfristige Liquiditätsengpässe nutzen viele Selbstständige einen Geschäftskontokredit oder Kontokorrentkredit. Dieser funktioniert wie ein Dispo, ist aber oft günstiger und auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten. Die Zinsen liegen typischerweise zwischen sechs und zehn Prozent. Für längerfristige Finanzierungen sind diese Kredite aber zu teuer.
Immer beliebter wird auch Invoice Financing oder Factoring, bei dem Selbstständige ihre offenen Rechnungen vorfinanzieren lassen. Spezialisierte Anbieter zahlen dir 80 bis 90 Prozent des Rechnungsbetrags sofort aus, den Rest nach Zahlungseingang durch den Kunden abzüglich einer Gebühr. Das ist keine klassische Kreditaufnahme, verbessert aber die Liquidität erheblich.
Als Selbstständiger solltest du bei Kreditverhandlungen professionell auftreten und überzeugende Unterlagen vorlegen. Eine saubere, verständliche BWA, ein nachvollziehbarer Businessplan und Referenzen zu stabilen Kunden erhöhen deine Chancen erheblich. Zeige der Bank, dass du dein Geschäft im Griff hast und auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zahlungsfähig bleibst.
Übersicht Kreditarten für Selbstständige
| Kreditart | Für Selbstständige geeignet? | Typische Konditionen | Voraussetzungen |
|---|---|---|---|
| Privater Ratenkredit | Schwierig, höhere Zinsen | 6-10% effektiv | Min. 2 Jahre selbstständig, BWA, Steuerbescheide |
| Geschäftskredit | Ja, speziell dafür | 4-8% effektiv | Businessplan, Jahresabschlüsse, oft Sicherheiten |
| KfW-Förderkredit | Ja, besonders Gründer | 3-6% effektiv | Detaillierter Businessplan, über Hausbank |
| Kontokorrentkredit | Ja, für Liquidität | 6-10% variabel | Geschäftskonto, regelmäßige Umsätze |
| Factoring/Invoice Financing | Ja, sehr geeignet | 1-3% Gebühr pro Rechnung | Regelmäßige Rechnungsstellung, B2B-Kunden |
Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss ich selbstständig sein, um einen Kredit zu bekommen?
Die meisten Banken verlangen mindestens zwei Jahre erfolgreiche Selbstständigkeit mit nachweisbarem Einkommen. Manche spezialisierte Anbieter akzeptieren auch ein Jahr, verlangen dann aber meist höhere Zinsen oder zusätzliche Sicherheiten. Für Existenzgründer in den ersten Monaten ist ein klassischer Ratenkredit kaum zu bekommen. Hier kommen eher KfW-Gründerkredite, Mikrokredite oder private Darlehen von Familie und Freunden in Frage. Wenn du vor der Selbstständigkeit angestellt warst und ein hohes Einkommen nachweisen konntest, berücksichtigen manche Banken auch diese Historie positiv.
Welche Sicherheiten akzeptieren Banken bei Selbstständigen?
Banken akzeptieren verschiedene Sicherheiten: Immobilien sind die stärkste Sicherheit, aber für kleinere Kredite oft überdimensioniert. Lebensversicherungen mit Rückkaufswert können beliehen werden. Wertpapiere oder Sparguthaben werden als Sicherheit akzeptiert. Bei Firmenkrediten können auch Maschinen, Fahrzeuge oder Warenlager als Sicherheit dienen, allerdings zu stark reduzierten Werten. Manche Banken akzeptieren Bürgschaften von Dritten mit festem Einkommen. Als Selbstständiger ohne Sicherheiten hast du es deutlich schwerer und musst mit höheren Zinsen oder kleineren Kreditsummen rechnen.
Gibt es Alternativen zu Bankkrediten für Selbstständige?
Ja, es gibt mehrere Alternativen. Crowdlending-Plattformen vermitteln Kredite von Privatpersonen an Selbstständige, oft zu fairen Konditionen. Mikrokredite bis 25.000 Euro werden von speziellen Instituten vergeben, die weniger strenge Anforderungen haben. Investoren oder Business Angels können Kapital bereitstellen, verlangen dafür aber meist Unternehmensbeteiligung. Lieferantenkredite oder Zahlungsziele bei Geschäftspartnern sind eine Form der Finanzierung. Auch Leasing statt Kauf von Anschaffungen schont die Liquidität. Und schließlich gibt es noch Bootstrapping – das Wachstum aus eigener Kraft ohne externe Finanzierung, was oft die nachhaltigste, aber langsamste Methode ist.





