Eigentumswohnung: Definition, Kosten & Kaufratgeber

Das Wichtigste in Kürze:

Eigentumswohnung kaufen – der Kaufpreis ist nur der Anfang. Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, rechtliche Besonderheiten: Wer die laufenden Kosten und Pflichten kennt, erlebt nach dem Notartermin keine bösen Überraschungen.

An image illustrating Eigentumswohnung kaufen: Umfassender Ratgeber zu Definition, Kosten, Finanzierung und rechtlichen Aspekten. Alle Informationen auf einen Blick.

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Was ist eine Eigentumswohnung?

Eine Eigentumswohnung ist eine attraktive Wohnform, die Eigentumsbildung auch ohne ein ganzes Haus ermöglicht. Du erwirbst dabei das alleinige Eigentum an deiner Wohnung sowie einen Miteigentumsanteil am Grundstück und den gemeinschaftlichen Gebäudeteilen. Diese Form des Wohnens bietet dir die Sicherheit von Wohneigentum, ohne dass du ein komplettes Gebäude kaufen und instand halten musst.

Der Kauf einer Eigentumswohnung erfordert sorgfältige Planung und fundiertes Wissen über rechtliche Grundlagen, Kosten und den Kaufprozess. Von der Finanzierung über die Besichtigung bis zur Rolle in der Eigentümergemeinschaft gibt es zahlreiche Aspekte zu beachten. Dieser Ratgeber führt dich durch alle wichtigen Schritte und hilft dir, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.

Definition und rechtliche Grundlagen

Eine Eigentumswohnung bezeichnet das Recht an einer einzelnen Wohnung innerhalb eines Mehrfamilienhauses, kombiniert mit einem Miteigentumsanteil am Grundstück und den gemeinschaftlichen Gebäudeteilen. Diese rechtliche Konstruktion ermöglicht es, einzelne Wohnungen in einem Gebäude zu verkaufen, ohne das gesamte Haus veräußern zu müssen.

Das Wohnungseigentumsgesetz bildet die rechtliche Grundlage für diese Eigentumsform und regelt alle Aspekte des Zusammenlebens in einer Eigentümergemeinschaft. Anders als bei einer Mietwohnung erwirbst du mit dem Kauf einer Eigentumswohnung dauerhaften Besitz, während bei einem Einfamilienhaus das gesamte Grundstück und Gebäude in einer Hand liegt.

Die rechtliche Basis schafft das Wohnungseigentumsgesetz durch die sogenannte Aufteilung eines Gebäudes. Diese erfolgt durch eine Teilungserklärung, die beim Grundbuchamt eingereicht wird und genau festlegt, welche Bereiche zum Sondereigentum und welche zum Gemeinschaftseigentum gehören. Ohne diese formelle Aufteilung kann keine Wohnung als Eigentum verkauft werden.

💡 Tip

Prüfe vor dem Kauf unbedingt die Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung. Diese Dokumente regeln deine Rechte und Pflichten als Eigentümer und können auch Besonderheiten wie Haustierhaltung oder Umbaumaßnahmen enthalten.

Sondereigentum vs. Gemeinschaftseigentum

Die Unterscheidung zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum ist fundamental für das Verständnis einer Eigentumswohnung. Zum Sondereigentum gehören grundsätzlich die Wohnräume innerhalb deiner Wohnung, einschließlich der nicht tragenden Innenwände, Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen und der Wohnungsinnentüren. Diese Bereiche kannst du nach deinen Vorstellungen gestalten und umbauen.

Als Gemeinschaftseigentum gelten hingegen alle Teile des Gebäudes, die von allen Eigentümern gemeinsam genutzt werden oder für die Gebäudestatik wichtig sind. Dazu zählen das Grundstück, tragende Wände, das Dach, die Fassade, Treppenhaus, Heizungsanlage, Aufzug und alle Versorgungsleitungen. Auch Balkone und Terrassen können je nach Teilungserklärung zum Gemeinschaftseigentum gehören, auch wenn sie nur von einem Eigentümer genutzt werden.

Typische Streitfälle entstehen häufig bei der Abgrenzung zwischen diesen Bereichen. Besonders die Frage, ob Fenster, Balkone oder Außentüren zum Sonder- oder Gemeinschaftseigentum gehören, führt regelmäßig zu Diskussionen in Eigentümergemeinschaften. Die Teilungserklärung gibt hier Klarheit, weshalb deren genaue Prüfung vor dem Kauf so wichtig ist.

Vorteile und Nachteile einer Eigentumswohnung

Vorteile des Wohnungseigentums

Der Erwerb einer Eigentumswohnung bietet mehrere attraktive Vorteile für den Vermögensaufbau und die langfristige Finanzplanung. Als Eigentümer baust du mit jeder Tilgungsrate Eigenkapital auf und schaffst dir eine solide Grundlage für die Altersvorsorge. Während Mietzahlungen dauerhaft Kosten darstellen, investierst du als Eigentümer in dein eigenes Vermögen.

Die Gestaltungsfreiheit in den eigenen vier Wänden ist ein weiterer bedeutender Vorteil. Du kannst Renovierungen und Umbauten innerhalb deines Sondereigentums ohne Vermieter durchführen und die Wohnung nach deinen persönlichen Vorstellungen einrichten. Diese Freiheit erstreckt sich auch auf die Entscheidung über Haustiere oder die Art der Nutzung deiner Räume.

Steuerliche Vorteile ergeben sich insbesondere bei der Vermietung der Eigentumswohnung als Kapitalanlage. Hier können Abschreibungen, Zinsen und viele laufende Kosten steuermindernd geltend gemacht werden. Auch selbstnutzende Eigentümer profitieren von bestimmten steuerlichen Regelungen, etwa bei energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Als Inflationsschutz erweisen sich Immobilien historisch als bewährt. Während Geldvermögen durch Inflation an Kaufkraft verliert, entwickeln sich Immobilienwerte oft parallel zur allgemeinen Preisentwicklung oder sogar darüber hinaus. Diese Eigenschaft macht Wohnungseigentum zu einem wichtigen Baustein für den langfristigen Vermögensschutz.

Nachteile und Risiken

Der hohe Kapitalbedarf stellt für viele Interessenten die größte Hürde beim Wohnungskauf dar. Neben dem Kaufpreis fallen erhebliche Nebenkosten an, die zusätzlich finanziert werden müssen. Eine solide Eigenkapitalausstattung von mindestens 20 Prozent des Kaufpreises ist empfehlenswert, um günstige Finanzierungskonditionen zu erhalten.

Laufende Nebenkosten und das monatliche Hausgeld belasten das Budget dauerhaft. Anders als bei einer Mietwohnung trägst du als Eigentümer alle Kosten für Instandhaltung, Verwaltung und unvorhergesehene Reparaturen. Sonderumlagen für größere Sanierungsmaßnahmen können zusätzlich erhebliche finanzielle Belastungen verursachen.

Die eingeschränkte Flexibilität im Vergleich zur Miete ist ein weiterer Nachteil. Ein Umzug erfordert den Verkauf oder die Vermietung der Wohnung, was Zeit und Kosten verursacht. Diese Bindung kann sich besonders bei beruflichen Veränderungen oder familiären Umbrüchen als problematisch erweisen.

📌 Good to know

Als Wohnungseigentümer bist du Teil einer Gemeinschaft und von deren Entscheidungen abhängig. Streitereien in der Eigentümergemeinschaft können den Wohnkomfort erheblich beeinträchtigen und zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten führen.

Kosten beim Kauf einer Eigentumswohnung

Kaufnebenkosten

Die Kaufnebenkosten beim Erwerb einer Eigentumswohnung belaufen sich üblicherweise auf 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises und müssen zusätzlich finanziert werden. Den größten Posten stellt die Grunderwerbsteuer dar, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt. In Bayern liegt sie mit 3,5 Prozent bundesweit am niedrigsten. Sachsen hat den Satz 2023 auf 5,5 Prozent angehoben, während andere Bundesländer Sätze bis zu 6,5 Prozent erheben.

Notarkosten und Grundbuchgebühren schlagen mit etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises zu Buche. Der Notar erstellt den Kaufvertrag, wickelt die Eigentumsübertragung ab und veranlasst den Grundbucheintrag. Diese Kosten sind gesetzlich geregelt und können nicht verhandelt werden.

Die Maklerprovision variiert regional und ist oft zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Üblich sind Provisionen zwischen 3 und 7 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. In einigen Bundesländern trägt der Käufer die komplette Provision, während andere eine Teilung vorsehen.

Ein Kostenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einer Eigentumswohnung für 300.000 Euro fallen in Bayern etwa 10.500 Euro Grunderwerbsteuer, 4.500 Euro Notarkosten und bei 6 Prozent Maklerprovision weitere 18.000 Euro an. Die Gesamtnebenkosten belaufen sich somit auf 33.000 Euro.

Laufende Kosten als Eigentümer

Das monatliche Hausgeld deckt die laufenden Kosten der Wohnungseigentümergemeinschaft ab und variiert je nach Gebäude und Ausstattung erheblich. Typischerweise liegt es zwischen 2 und 6 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich. Enthalten sind Kosten für Hausverwaltung, Hausmeister, Reinigung, Versicherungen und Betriebskosten.

Die Instandhaltungsrücklage bildet einen wichtigen Bestandteil des Hausgeldes und dient der Finanzierung zukünftiger Sanierungsmaßnahmen. Experten empfehlen eine Rücklage von etwa 1 Euro pro Quadratmeter pro Monat für Neubauten und 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter pro Monat für ältere Gebäude. Eine ausreichende Rücklage schützt vor hohen Sonderumlagen.

Grundsteuer und Versicherungen fallen zusätzlich an. Die Grundsteuer wird von der Gemeinde erhoben und richtet sich nach dem Einheitswert der Immobilie. Eine Wohngebäudeversicherung ist für das Gemeinschaftseigentum erforderlich und wird über das Hausgeld abgerechnet. Für dein Sondereigentum solltest du zusätzlich eine Hausratversicherung abschließen.

Finanzierung einer Eigentumswohnung

Eigenkapital und Kreditbedarf

Eine solide Eigenkapitalausstattung ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Immobilienfinanzierung. Banken erwarten üblicherweise mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital vom Kaufpreis plus Nebenkosten. Bei einer 300.000 Euro teuren Wohnung solltest du also mindestens 90.000 Euro eigene Mittel einbringen können.

Der Beleihungswert einer Immobilie liegt oft niedriger als der Kaufpreis, da Banken einen Sicherheitsabschlag einkalkulieren. Der Beleihungsauslauf beschreibt das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und Beleihungswert. Bei einem Beleihungsauslauf bis 60 Prozent erhältst du die besten Konditionen, während höhere Ausläufe mit Zinsaufschlägen verbunden sind.

Die Nebenkostenfinanzierung ist grundsätzlich möglich, aber meist mit höheren Zinsen verbunden. Optimal ist es, wenn du die kompletten Kaufnebenkosten aus Eigenkapital finanzieren kannst. Dies verbessert deine Verhandlungsposition bei der Bank und senkt die Gesamtfinanzierungskosten erheblich.

Für die Kreditwürdigkeitsprüfung analysieren Banken dein Einkommen, deine Ausgaben und bestehende Verbindlichkeiten. Eine solide Haushaltsrechnung mit ausreichendem Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben ist entscheidend für die Kreditzusage und die Höhe der gewährten Darlehenssumme.

Darlehensarten und Konditionen

Das Annuitätendarlehen stellt die Standardfinanzierung für Immobilien dar. Du zahlst eine gleichbleibende monatliche Rate, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Der Tilgungsanteil steigt mit der Zeit, während der Zinsanteil entsprechend sinkt. Diese Planbarkeit macht das Annuitätendarlehen zur beliebtesten Finanzierungsform.

Die Tilgungsoptionen beeinflussen die Laufzeit und die Gesamtkosten deiner Finanzierung erheblich. Eine höhere anfängliche Tilgung von 2 oder 3 Prozent statt nur 1 Prozent verkürzt die Laufzeit deutlich und spart Zinsen. Sondertilgungsmöglichkeiten erlauben es dir, zusätzliche Zahlungen zu leisten und die Schulden schneller abzubauen.

Die Zinsbindung legt fest, für welchen Zeitraum dein Zinssatz garantiert ist. Längere Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren bieten Planungssicherheit, sind aber meist mit etwas höheren Zinsen verbunden. Bei niedrigem Zinsniveau ist eine lange Bindung oft vorteilhaft.

Fördermittel und KfW-Programme können deine Finanzierung unterstützen. Die KfW bietet zinsgünstige Darlehen für energieeffiziente Immobilien oder Sanierungsmaßnahmen. Auch regionale Förderungen für Familien oder bestimmte Berufsgruppen können die Finanzierungskosten reduzieren.

Der Kaufprozess Schritt für Schritt

Wohnungssuche und Besichtigung

Die erfolgreiche Wohnungssuche beginnt mit der Definition deiner Anforderungen bezüglich Lage, Größe, Ausstattung und Budget. Berücksichtige dabei auch die langfristige Entwicklung des Stadtteils und die Infrastruktur in der Umgebung. Online-Portale, Makler und Zeitungsanzeigen sind die üblichen Suchkanäle für Eigentumswohnungen.

Bei der Besichtigung solltest du systematisch vorgehen und alle wichtigen Aspekte dokumentieren. Prüfe den Zustand der Wohnung, die Bausubstanz des Gebäudes und achte auf mögliche Mängel. Die Größe der Räume, die Helligkeit und der Grundriss sind ebenso wichtig wie die technische Ausstattung und der Modernisierungsstand.

Die Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung geben Aufschluss über deine Rechte und Pflichten als Eigentümer. Diese Dokumente regeln auch die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen, mögliche Einschränkungen bei Umbauten und die Kostenteilung innerhalb der WEG. Eine gründliche Prüfung dieser Unterlagen ist unerlässlich.

Zusätzliche wichtige Dokumente sind die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, die Hausgeldabrechnung und der Wirtschaftsplan der WEG. Diese geben dir Einblick in geplante Sanierungsmaßnahmen, die finanzielle Situation der Gemeinschaft und mögliche Konfliktthemen zwischen den Eigentümern.

Vertragsabschluss und Übergabe

Die Kaufvertragsprüfung durch den Notar ist ein wichtiger Schutz vor rechtlichen Problemen. Der Notar prüft alle relevanten Unterlagen, klärt über die Inhalte des Vertrags auf und sorgt für eine ordnungsgemäße Abwicklung. Nutze den Beratungstermin, um alle Fragen zu klären und Unklarheiten zu beseitigen.

Die Finanzierungsbestätigung solltest du vor der Vertragsunterzeichnung von deiner Bank erhalten. Diese bestätigt, dass die Finanzierung gesichert ist und verhindert spätere Probleme bei der Kaufabwicklung. Ohne diese Bestätigung solltest du keinen verbindlichen Kaufvertrag unterzeichnen.

Der Grundbucheintrag erfolgt nach der notariellen Beurkundung und macht dich offiziell zum Eigentümer der Wohnung. Gleichzeitig werden eventuell vereinbarte Grundschulden für die Finanzierung eingetragen. Dieser Prozess dauert üblicherweise einige Wochen und wird vom Notar koordiniert.

Die Wohnungsübergabe markiert den praktischen Abschluss des Kaufprozesses. Dabei werden die Schlüssel übergeben und ein detailliertes Übergabeprotokoll erstellt. Dieses dokumentiert den Zustand der Wohnung und schützt beide Vertragsparteien vor späteren Streitigkeiten über vorhandene Mängel oder Schäden.

Die Eigentümergemeinschaft (WEG)

Aufgaben und Struktur der WEG

Die Wohnungseigentümergemeinschaft bildet das organisatorische Herzstück jeder Eigentumsanlage. Als Wohnungseigentümer wirst du automatisch Mitglied dieser Gemeinschaft und erhältst Stimmrechte bei wichtigen Entscheidungen. Die Größe deines Stimmrechts richtet sich nach deinem Miteigentumsanteil, der in der Teilungserklärung festgelegt ist.

Der Verwalter führt die Geschäfte der Eigentümergemeinschaft und setzt die Beschlüsse der Eigentümerversammlung um. Er kümmert sich um die Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums, organisiert Reparaturen, erstellt Abrechnungen und überwacht das Budget. Die Auswahl eines kompetenten Verwalters ist entscheidend für das reibungslose Funktionieren der Gemeinschaft.

Die jährliche Eigentümerversammlung ist das wichtigste Entscheidungsgremium der WEG. Hier werden der Wirtschaftsplan beschlossen, über Sanierungsmaßnahmen entschieden und der Verwalter gewählt oder bestätigt. Jeder Eigentümer hat das Recht zur Teilnahme und sollte diese Möglichkeit zur Mitgestaltung nutzen.

Der Verwaltungsbeirat unterstützt den Verwalter und überwacht dessen Arbeit im Interesse der Eigentümergemeinschaft. Er prüft Abrechnungen, kontrolliert Verträge und vermittelt bei Konflikten. Die Wahl in den Beirat ist ehrenamtlich, aber eine wichtige Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung der Gemeinschaft.

Häufige Konflikte und Lösungen

Instandhaltungsstreitigkeiten entstehen oft bei der Frage, welche Maßnahmen erforderlich sind und wie die Kosten verteilt werden. Während einige Eigentümer sparsam agieren möchten, drängen andere auf umfangreiche Modernisierungen. Eine sachliche Diskussion und professionelle Begutachtungen können helfen, objektive Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

Lärmbelästigung und Verstöße gegen die Hausordnung belasten das Zusammenleben in vielen Eigentümergemeinschaften. Klare Regelungen in der Gemeinschaftsordnung und deren konsequente Durchsetzung sind wichtig für ein harmonisches Miteinander. Bei gravierenden Fällen können auch rechtliche Schritte erforderlich werden.

Streit um die Kostenverteilung betrifft oft Maßnahmen, die nicht alle Eigentümer gleichermaßen betreffen. Beispielsweise profitieren Erdgeschosswohnungen nicht von einem neuen Aufzug, müssen aber trotzdem einen Teil der Kosten tragen. Hier sind faire Lösungen gefragt, die den Interessen aller Beteiligten gerecht werden.

Bei unauflösbaren Konflikten bieten sich verschiedene rechtliche Möglichkeiten. Mediation kann helfen, außergerichtliche Lösungen zu finden. In schweren Fällen ist auch die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen oder sogar die Teilungsversteigerung der gesamten Anlage möglich.

Vermietung der Eigentumswohnung

Eigentumswohnung als Kapitalanlage

Die Renditeberechnung bei vermieteten Eigentumswohnungen erfolgt über die Mietrendite, die sich aus den jährlichen Mieteinnahmen im Verhältnis zum investierten Kapital ergibt. Neben der Kaltmiete müssen auch Nebenkosten, Steuern und Verwaltungsaufwand berücksichtigt werden. Eine Bruttorendite von 4 bis 6 Prozent gilt als attraktiv, wobei die Nettorendite nach Abzug aller Kosten oft deutlich niedriger liegt.

Standortfaktoren entscheiden maßgeblich über den Erfolg einer Vermietung. Gute Verkehrsanbindung, Nähe zu Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten und Bildungseinrichtungen erhöhen die Nachfrage und ermöglichen höhere Mieten. Auch die demographische Entwicklung der Region und geplante Infrastrukturprojekte beeinflussen die langfristige Wertentwicklung.

Die Vermietungsrisiken umfassen Leerstände, Mietausfälle und unvorhergesehene Reparaturkosten. Eine sorgfältige Mieterauswahl und regelmäßige Instandhaltung reduzieren diese Risiken erheblich. Auch eine ausreichende Liquiditätsreserve für Reparaturen und Modernisierungen sollte eingeplant werden.

Steuerliche Aspekte der Vermietung

Die Abschreibung (AfA) ermöglicht es, die Anschaffungskosten der Immobilie steuerlich geltend zu machen. Bei Wohnimmobilien können jährlich 2 Prozent der Anschaffungskosten für das Gebäude über 50 Jahre abgeschrieben werden. Der Grund und Boden ist nicht abschreibungsfähig, weshalb eine Aufteilung des Kaufpreises erforderlich ist.

Absetzbare Kosten bei der Vermietung umfassen alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Erzielung von Mieteinnahmen stehen. Dazu gehören Zinsen für Darlehen, Hausgeld, Verwaltungskosten, Reparaturen und Versicherungen. Auch anteilige Fahrtkosten zur Immobilie und Werbungskosten für die Mietersuche sind absetzbar.

Die Spekulationsfrist beträgt bei vermieteten Immobilien zehn Jahre. Wird die Wohnung innerhalb dieses Zeitraums verkauft, ist der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig. Bei selbstgenutzten Immobilien entfällt die Spekulationssteuer bereits nach zwei Jahren Eigennutzung.

💡 Tip

Führe ein detailliertes Vermieter-Tagebuch mit allen Einnahmen und Ausgaben. Dies erleichtert die Steuererklärung erheblich und stellt sicher, dass du alle absetzbaren Kosten erfasst.

Verkauf einer Eigentumswohnung

Vorbereitung und Wertermittlung

Eine professionelle Marktwertermittlung bildet die Grundlage für einen erfolgreichen Verkauf. Neben dem reinen Vergleichswertverfahren sollten auch der Zustand der Wohnung, die Lage des Gebäudes und die Marktentwicklung berücksichtigt werden. Ein Gutachter oder erfahrener Makler kann eine objektive Bewertung liefern und unrealistische Preisvorstellungen korrigieren.

Die Zusammenstellung der Verkaufsunterlagen sollte frühzeitig erfolgen. Wichtige Dokumente sind der Grundbuchauszug, die Teilungserklärung, aktuelle Nebenkostenabrechnungen, der Energieausweis und Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen. Vollständige Unterlagen schaffen Vertrauen bei potentiellen Käufern und beschleunigen den Verkaufsprozess.

Eine verkaufsfertige Präsentation der Wohnung steigert die Erfolgschancen erheblich. Kleinere Reparaturen, frische Wandfarbe und eine neutrale Einrichtung können den Verkaufspreis positiv beeinflussen. Der erste Eindruck bei Besichtigungen ist entscheidend für das Interesse der Kaufinteressenten.

Der Verkaufszeitpunkt beeinflusst sowohl den erzielbaren Preis als auch die Verkaufsdauer. Frühjahr und Herbst gelten traditionell als beste Verkaufszeiten, da die Suchaktivität dann besonders hoch ist. Auch die allgemeine Marktlage und Zinsentwicklung sollten bei der Timing-Entscheidung berücksichtigt werden.

Verkaufsprozess und Steuern

Eine durchdachte Vermarktungsstrategie umfasst die Auswahl geeigneter Verkaufskanäle und eine ansprechende Präsentation der Immobilie. Online-Portale erreichen heute die meisten Interessenten, während lokale Zeitungen und Aushänge im Stadtteil zusätzliche Aufmerksamkeit generieren können. Professionelle Fotos und eine detaillierte Beschreibung sind unverzichtbar.

Die Spekulationssteuer fällt an, wenn die Wohnung innerhalb der Spekulationsfrist veräußert wird. Bei vermieteten Objekten beträgt diese zehn Jahre, bei selbstgenutzten Immobilien zwei Jahre. Der steuerpflichtige Gewinn errechnet sich aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Anschaffungskosten, wobei Verbesserungsaufwendungen den Gewinn mindern.

Der Notartermin besiegelt den Verkauf rechtlich verbindlich. Hier werden alle Details des Kaufvertrags noch einmal geprüft und eventuelle Unklarheiten beseitigt. Der Notar sorgt auch für die ordnungsgemäße Abwicklung der Eigentumsübertragung und koordiniert die Löschung bestehender Grundschulden.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was ist der Unterschied zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum?

Sondereigentum umfasst deine Wohnräume und nicht-tragende Innenwände, während Gemeinschaftseigentum alle gemeinsam genutzten Gebäudeteile wie Dach, Fassade und Treppenhaus beinhaltet.

Q

Wie viel Eigenkapital benötige ich für den Kauf einer Eigentumswohnung?

Banken erwarten mindestens 20-30 Prozent Eigenkapital vom Kaufpreis plus die kompletten Nebenkosten von etwa 10-15 Prozent für optimale Finanzierungskonditionen.

Q

Was kostet das monatliche Hausgeld bei einer Eigentumswohnung?

Das Hausgeld liegt typischerweise zwischen 2-6 Euro pro Quadratmeter monatlich und deckt Verwaltung, Instandhaltung, Versicherungen und Betriebskosten der Wohnungsanlage ab.

Q

Welche Kaufnebenkosten entstehen beim Erwerb einer Eigentumswohnung?

Die Nebenkosten umfassen Grunderwerbsteuer (3,5-6,5%), Notarkosten (1,5-2%), Maklerprovision (3-7%) und betragen insgesamt etwa 10-15 Prozent des Kaufpreises.

Q

Kann ich meine Eigentumswohnung ohne Einschränkungen umbauen?

Umbauten sind nur im Sondereigentum ohne Zustimmung möglich. Änderungen am Gemeinschaftseigentum oder bauliche Maßnahmen erfordern meist die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Q

Wie lange beträgt die Spekulationsfrist beim Verkauf einer Eigentumswohnung?

Die Spekulationsfrist beträgt zehn Jahre bei vermieteten Immobilien und zwei Jahre bei selbstgenutzten Wohnungen. Danach ist der Verkaufsgewinn steuerfrei.

Q

Was regelt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG)?

Das WEG regelt die rechtlichen Grundlagen von Wohnungseigentum, die Rechte und Pflichten der Eigentümer sowie die Organisation der Eigentümergemeinschaft.


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