Das Wichtigste in Kürze
- Was die AKV leistet: Erfahre, warum die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland gefährliche Lücken hat und was eine AKV konkret abdeckt.
- Kosten im Überblick: Vergleiche Jahrespolicen ab 9 € mit Langzeit-Tarifen bis 1.400 €/Jahr und finde heraus, was für dich passt.
- Testergebnisse & Empfehlungen: Überblick über 94 getestete Langzeit-Tarife – 23 sehr gut, 16 mangelhaft – plus Finanztip-Favoriten.
- Kurzzeit vs. Langzeit: Vergleich von Jahrespolice und Langzeit-AKV nach Kosten, Anbieter und Reisedauer.
- Kreditkarte vs. eigenständige AKV: Finde heraus, wann Kreditkarten-Schutz mit Bergungskosten bis 150.000 € ausreicht.
- Häufige Fragen: Antworten auf die 6 wichtigsten Fragen rund um Auslandskrankenversicherung und Tarife.
ERGO – Reisekrankenversicherung

ERGO – Reisekrankenversicherung
Vorteile
- Kostenübernahme 100 % für Kernleistungen
- Kinder bis 25 Jahre mitversichert
- 24-Stunden-Notrufservice
- Such- und Bergungskosten bis 20.000 €
Nachteile
- Schutz je Reise nur erste 10 Wochen
- Zahn: nur Schmerzbehandlung, Provisorium
- Bergungskosten auf 20.000 € begrenzt
- Längere Reisen nur über Langzeittarif
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.
BarmeniaDirekt – Reisekrankenversicherung

BarmeniaDirekt – Reisekrankenversicherung
Vorteile
- Ambulant und stationär zu 100 %
- Zahnbehandlung zu 100 %
- Krankenrücktransport zu 100 %
- Telemedizinische Leistungen inklusive
Nachteile
- Travel+: je Reise nur erste 8 Wochen
- Such- und Bergungskosten bis 5.000 €
- Inland: Transportkosten bis 600 €
- Travel Day gilt nur für eine Reise
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Was leistet eine Auslandskrankenversicherung – und warum reicht die GKV nicht?
Eine Auslandskrankenversicherung (AKV) ist das wichtigste Reiseversicherungsprodukt, das du haben kannst. Sie deckt medizinische Behandlungskosten ab, die im Ausland entstehen – und schließt damit die Lücken, die deine gesetzliche Krankenversicherung dort reißt. Der durchschnittliche Schadensfall im Ausland liegt bei rund 2.000 Euro. Ein Rücktransport oder eine Bergungsaktion kann weit darüber hinausgehen.
Die gesetzliche Krankenversicherung klingt im ersten Moment nach ausreichendem Schutz. Ist sie aber nicht. Innerhalb der EU gilt zwar die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), die dir Zugang zur staatlichen Grundversorgung verschafft. Doch sobald du die EU verlässt – also in die USA, nach Kanada, Australien, Asien oder Lateinamerika reist – greift die EHIC überhaupt nicht mehr. Dort bist du ohne AKV vollständig auf dich gestellt.
Selbst innerhalb der EU hat die EHIC klare Grenzen. Sie übernimmt nur die Kosten, die im jeweiligen Land für Einheimische gelten. Privatärzte, Spezialkliniken oder besondere Behandlungen zahlt sie nicht. Und das Entscheidende: Einen medizinischen Rücktransport nach Deutschland übernimmt die GKV grundsätzlich nie – weder innerhalb noch außerhalb der EU. Ein solcher Transport kann je nach Entfernung und medizinischem Aufwand schnell 20.000 bis 50.000 Euro kosten.
Dazu kommt eine zeitliche Begrenzung: Der GKV-Schutz gilt bei Auslandsreisen typischerweise nur für 56 bis 70 Tage pro Reise. Wer länger unterwegs ist, verliert auch diesen eingeschränkten Schutz vollständig.
Was eine AKV konkret abdeckt
Eine gute Auslandskrankenversicherung deckt folgende Leistungen ab:
- Ambulante und stationäre Behandlungen beim Arzt oder im Krankenhaus
- Ärztlich verordnete Medikamente
- Notwendige Operationen im Ausland
- Medizinisch notwendiger oder sinnvoller Rücktransport ins Heimatland
- Rettungs- und Bergungskosten (Höhe je nach Tarif)
- Zahnbehandlungen bei akuten Schmerzzuständen (in der Regel begrenzt)
Hier liegt ein wichtiger Unterschied zwischen Tarifen: Manche zahlen nur den medizinisch notwendigen Rücktransport – also wenn du ohne Transport sterben würdest oder dauerhaften Schaden nimmst. Andere, großzügigere Tarife übernehmen den medizinisch sinnvollen Rücktransport. Das bedeutet: Der Transport wird auch dann bezahlt, wenn er deiner Genesung dient, ohne zwingend lebensnotwendig zu sein. Dieser Unterschied klingt klein, ist im Ernstfall aber enorm relevant.
Zwei Produkttypen: Kurzzeit vs. Langzeit
Es gibt zwei grundlegende Produkttypen. Die Kurzzeit-AKV, meist als Jahrespolice abgeschlossen, deckt alle Reisen innerhalb eines Jahres ab – typischerweise bis zu 56 oder 70 Tage pro Einzelreise. Das ist die günstigste und für die meisten Urlauber die richtige Wahl.
Die Langzeit-AKV ist für Reisen gedacht, die länger als 56 bis 70 Tage dauern: Weltreisen, Auslandssemester, Workation-Aufenthalte oder längere Auslandsaufenthalte. Sie ist deutlich teurer und wird von spezialisierten Anbietern angeboten.
Weitere wichtige Leistungsunterschiede zwischen Tarifen: Manche haben eine Selbstbeteiligung, andere nicht. Einige decken Pandemien oder Reisen in Reisewarnungsgebiete des Auswärtigen Amtes ab – andere schließen das explizit aus. Und die Höhe der Rettungs- und Bergungskostendeckung variiert erheblich: von wenigen tausend Euro bis hin zu sechsstelligen Beträgen.
📌 Good to know
Auch wenn du privat krankenversichert bist, lohnt sich eine AKV. Private Krankenversicherungen haben oft Obergrenzen für Auslandsleistungen oder schließen bestimmte Länder aus. Prüfe deinen PKV-Vertrag genau – eine günstige AKV als Ergänzung kostet kaum etwas.
ERGO – Reisekrankenversicherung
Jahresschutz für Reisen bis 10 Wochen
Vorteile
Nachteile
- Schutz je Reise nur erste 10 Wochen
- Zahn: nur Schmerzbehandlung, Provisorium
- Bergungskosten auf 20.000 € begrenzt
- Längere Reisen nur über Langzeittarif
BarmeniaDirekt – Reisekrankenversicherung
Einzelreise oder Jahresschutz
Vorteile
Nachteile
- Travel+: je Reise nur erste 8 Wochen
- Such- und Bergungskosten bis 5.000 €
- Inland: Transportkosten bis 600 €
- Travel Day gilt nur für eine Reise
DFV – Auslandskrankenversicherung
Reiseschutz ab 20 € im Jahr
Vorteile
Nachteile
- Schutz je Reise nur die ersten 2 Monate
- Vorerkrankungen teils ausgeschlossen
- Keine Vorsorge und Schutzimpfungen
- Keine Reha- und Kurbehandlungen
ERGO – Zahnzusatzversicherung
Bis zu 100 % für Zahnersatz
Vorteile
Nachteile
- Erstattung tarifabhängig 75–100 %
- Prophylaxe nur über eigenen Tarif
- Nur für gesetzlich Versicherte
- Laufende Behandlungen nur im Sofort-Tarif
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.
Kosten im Überblick: Was kostet eine Auslandskrankenversicherung wirklich?
Die gute Nachricht zuerst: Eine Auslandskrankenversicherung ist eines der günstigsten Versicherungsprodukte überhaupt. Für Singles sind Jahrespolicen bereits ab 9 Euro erhältlich. Sehr gute Tarife kosten unter 15 Euro pro Jahr. Familien kommen für 20 bis 35 Euro im Jahr weg. Das Preis-Risiko-Verhältnis ist damit außergewöhnlich günstig.
Konkrete Zahlen aus dem Markt: AXA bietet Jahrespolicen für Einzelpersonen ab 7,92 Euro an. HUK-COBURG startet bei 14,80 Euro für Einzelpersonen und ab 33,60 Euro für Familien. ERGO hat eine Familienpolice für 34 Euro pro Jahr im Angebot, die alle Familienmitglieder bis 64 Jahre einschließt. Experten bestätigen: Für alle normalen Urlaubsreisen eines Jahres zahlen Singles unter 10 Euro, Familien unter 20 Euro.
Bei Einmalreise-Policen geht es sogar noch günstiger: Einstiegstarife sind bereits ab 1,18 Euro für eine einzelne Reise verfügbar. Das ist weniger als eine Tasse Kaffee – und schützt dich vor Kosten, die dein gesamtes Reisebudget vernichten könnten.
Langzeit-AKV: Deutlich höhere Prämien
Bei Langzeitversicherungen sieht die Rechnung anders aus. Für drei Monate zahlt eine Einzelperson zwischen 60 und 170 Euro – je nach Anbieter und Leistungsumfang. Für zwölf Monate steigt der Preis auf 480 bis 1.400 Euro. Das klingt viel, ist aber im Verhältnis zur abgesicherten Reisedauer und dem potenziellen Schadensrisiko immer noch vertretbar.
Besonders stark wirkt sich das Alter auf den Preis aus. Für 35- bis 59-Jährige beginnt der günstigste sehr gute Tarif für 180 Tage weltweiten Schutz bei 523 Euro. Das ist der Einstiegspreis für solide Qualität. Beim teuersten Anbieter im gleichen Segment zahlen ältere Reisende zwischen 56 und 74 Jahren für dieselbe Laufzeit bis zu 9.360 Euro. Diese extreme Preisspanne zeigt: Ein Vergleich ist bei Langzeit-AKV absolut unverzichtbar.
Jahreskosten Auslandskrankenversicherung nach Produkttyp und Zielgruppe
Was diese Zahlen klar zeigen: Für Standardurlaube bis 70 Tage ist eine Jahrespolice die mit Abstand günstigste Lösung. Die Preisspanne bei Langzeit-AKV ist enorm – und hängt stark vom Alter ab. Wer über 55 ist und eine Weltreise plant, muss mit deutlich höheren Prämien rechnen und sollte besonders sorgfältig vergleichen.
Stiftung Warentest & Finanztip: Die besten Tarife im Vergleich
Unabhängige Tests geben dir eine solide Orientierung im Tarifdschungel. Bei Langzeit-Auslandskrankenversicherungen wurden insgesamt 94 Tarife unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 23 Tarife erhielten die Bestnote „sehr gut". Satte 16 Tarife wurden als „mangelhaft" eingestuft. Der Rest verteilt sich auf gut bis ausreichend. Das bedeutet: Mehr als jeder sechste Tarif auf dem Markt ist schlecht – ein Vergleich ist also keine Kür, sondern Pflicht.
Bewertungsverteilung: 94 getestete Langzeit-AKV-Tarife
Der günstigste sehr gute Tarif für 35- bis 59-Jährige kostet 523 Euro für 180 Tage weltweiten Schutz. Das ist der Benchmark für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in dieser Altersgruppe. Wer älter ist oder länger reist, zahlt mehr – aber auch hier gibt es unter den sehr guten Tarifen erhebliche Preisunterschiede.
Finanztip-Empfehlungen: LVM und SDK vorne
Für Langzeitreisen empfiehlt Finanztip zwei Anbieter als klare Favoriten aufgrund des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses: LVM mit dem Tarif ARTop und SDK mit den Tarifen AR/ARU online. Beide Anbieter punkten mit solider Deckung zu fairen Preisen. Wenn du eine Langzeit-AKV suchst und nicht stundenlang vergleichen möchtest, sind diese beiden ein guter Ausgangspunkt.
Anbieter-Besonderheiten im Detail
ERGO Reiseversicherung hebt sich durch zwei Merkmale ab, die nicht selbstverständlich sind: Erstens ist die Deckung bei Pandemien inkludiert – ein Punkt, der seit 2020 stark an Bedeutung gewonnen hat. Zweitens greift der Schutz auch bei Reisen in Reisewarnungsgebiete des Auswärtigen Amtes. Viele andere Tarife schließen genau das aus. Rettungs- und Bergungskosten sind bei ERGO bis 10.000 Euro abgedeckt.
HanseMerkur bietet Tarife ohne Selbstbeteiligung an – das ist ein klarer Vorteil, wenn du im Schadensfall nicht erst einen Eigenanteil vorstrecken möchtest. Besonders stark ist HanseMerkur beim Rücktransport: Hier gilt der Standard „medizinisch sinnvoll" statt nur „medizinisch notwendig". Das gibt dir im Ernstfall deutlich mehr Spielraum. Dazu kommt ein mehrsprachiger Notfall-Service rund um die Uhr.
ADAC ist eine attraktive Option für ADAC-Mitglieder, die ohnehin schon Mitgliedschaftsgebühren zahlen. Allianz Direct punktet mit umfassender Deckung und weltweitem Service-Netzwerk.
💡 Tip
Achte beim Vergleich nicht nur auf den Preis, sondern auf drei Kernpunkte: Gilt der Rücktransport als „sinnvoll" oder nur als „notwendig"? Gibt es eine Selbstbeteiligung? Und ist Pandemiedeckung inkludiert? Diese drei Fragen trennen gute von schlechten Tarifen.
Kurzzeit- vs. Langzeit-Auslandskrankenversicherung: Der direkte Vergleich
Die Wahl zwischen Kurzzeit- und Langzeit-AKV ist keine Frage des Budgets allein – sie hängt direkt von deiner Reisedauer ab. Wer einmal im Jahr zwei Wochen nach Mallorca fährt, braucht etwas völlig anderes als jemand, der sechs Monate durch Südostasien reist.
Eine Jahrespolice deckt alle Reisen innerhalb eines Jahres ab. Die entscheidende Einschränkung: Pro Einzelreise gilt der Schutz typischerweise nur für 56 bis 70 Tage. Wer also mehrere kurze Reisen pro Jahr macht – oder auch nur zwei bis drei Urlaubsreisen – ist mit einer Jahrespolice optimal aufgestellt. Für unter 15 Euro pro Jahr als Einzelperson ist das ein No-Brainer.
Die Langzeit-AKV springt ein, sobald eine einzelne Reise die 56- bis 70-Tage-Grenze überschreitet. Das betrifft Weltreisen, Gap-Year-Aufenthalte, Auslandssemester, längere Workation-Phasen oder die Vorbereitung einer Auswanderung. Hier sind spezialisierte Anbieter gefragt – und die Prämien steigen entsprechend.
Anbieter nach Produkttyp
Im Kurzzeit-Segment sind AXA (ab 7,92 Euro/Jahr), HUK-COBURG (ab 14,80 Euro/Jahr), ERGO und HanseMerkur die bekanntesten Namen. Im Langzeit-Segment dominieren LVM, SDK, Care Concept und ebenfalls HanseMerkur – letzterer ist einer der wenigen Anbieter, der in beiden Segmenten stark aufgestellt ist.
| Merkmal | Kurzzeit-/Jahrespolice | Langzeit-AKV |
|---|---|---|
| Typische Reisedauer | bis 56–70 Tage pro Reise | ab 2–3 Monate bis mehrere Jahre |
| Kosten Einzelperson | unter 15 €/Jahr | 480–1.400 €/Jahr |
| Kosten Familie | 20–35 €/Jahr | deutlich höher |
| Anbieter-Beispiele | AXA, HUK-COBURG, ERGO, HanseMerkur | LVM, SDK, Care Concept, HanseMerkur |
| Finanztip-Empfehlung | – | LVM (ARTop), SDK (AR/ARU online) |
| Pandemiedeckung | je nach Tarif (z. B. ERGO: ja) | je nach Tarif |
| Selbstbeteiligung | je nach Tarif | je nach Tarif (HanseMerkur: ohne möglich) |
Interaktiver Vergleich
Jahrespolice oder Langzeit-AKV: Reiseschutz im Vergleich
Stelle Kurzzeit-/Jahrespolice und Langzeit-Auslandskrankenversicherung anhand der Angaben aus dem Artikel gegenüber und markiere, was dir wichtig ist. Hervorgehoben wird nur, wo ein Wert messbar besser ist.
Zahlen im Diagramm
Datengrundlage: die Vergleichstabelle im Abschnitt „Anbieter nach Produkttyp“. Hervorhebungen gelten nur für Kriterien mit eindeutiger Richtung (z. B. niedrigere Gebühr). Keine Anlage- oder Produktberatung.
Wann reicht eine Jahrespolice – wann brauchst du Langzeit?
Die Faustregel ist einfach: Wenn keine deiner Reisen länger als 56 Tage dauert, reicht eine Jahrespolice vollkommen aus. Du sparst dabei enorm viel Geld. Wer hingegen eine Reise plant, die diesen Zeitraum überschreitet, muss zwingend auf eine Langzeit-AKV umsteigen – sonst besteht für die gesamte Reise ab Tag 57 kein Versicherungsschutz mehr.
Ein häufiger Fehler: Menschen schließen eine Jahrespolice ab und gehen davon aus, damit für eine dreimonatige Weltreise abgesichert zu sein. Das ist falsch. Die Jahrespolice schützt sie nur für die ersten 56 bis 70 Tage. Den Rest der Reise sind sie unversichert – mit potenziell katastrophalen finanziellen Folgen.
Für Familien lohnt sich ein Blick auf Familientarife. ERGO bietet eine Familienpolice für 34 Euro pro Jahr an, die alle Familienmitglieder bis 64 Jahre einschließt. Das ist günstiger als mehrere Einzelpolicen und deckt trotzdem alle ab.
Kreditkarten-AKV vs. eigenständige Versicherung: Lohnt sich der Karten-Schutz?
Viele Premium-Kreditkarten liefern eine Auslandskrankenversicherung als eingeschlossene Leistung. Das klingt verlockend: keine Zusatzkosten, automatisch dabei. Doch der Teufel steckt im Detail – sowohl bei den Leistungen als auch bei den Aktivierungsbedingungen.
Der entscheidende Unterschied zur eigenständigen AKV: Kreditkarten-Versicherungen sind an die Karte gebunden. In der Regel musst du die Reise oder zumindest einen wesentlichen Teil davon mit der Karte bezahlen, damit der Versicherungsschutz greift. Wer das vergisst oder die Reise bar bezahlt, hat im Schadensfall keinen Schutz – obwohl er glaubt, versichert zu sein.
Was Premium-Kreditkarten leisten
Beim Vergleich der Kreditkarten-Versicherungsleistungen gibt es erhebliche Unterschiede je nach Kartentyp. Eine Standard-Kreditkarte bietet in der Regel gar keine Auslandskrankenversicherung. Erst ab dem Gold-Niveau beginnt der relevante Schutz.
Eine Gold Card deckt Heilbehandlungskosten im Ausland ab, schließt Zahnnotfälle bis 1.000 Euro ein und bietet Rücktransport. Kinder sind bis 23 Jahre mitversichert. Eine Platinum Card geht deutlich weiter: Heilbehandlungskosten sind unbegrenzt gedeckt. Der Rücktransport umfasst auch medizinische Begleitung. Bergungskosten sind bis zu 150.000 Euro abgesichert – ein Wert, der selbst viele eigenständige Tarife übertrifft. Kinder sind bis 25 Jahre mitversichert, auch wenn sie allein reisen. Dazu kommen Reiserücktritt bis 6.000 Euro pro Person, Reisegepäck bis 3.000 Euro und sogar Privathaftpflicht im Ausland.
Diese Leistungen sind beeindruckend – und für viele Standardurlauber tatsächlich ausreichend. Der Bergungskosten-Vergleich ist besonders aufschlussreich: Während ERGO als eigenständiger Tarif bis zu 10.000 Euro für Bergungskosten zahlt, deckt die Platinum Card bis zu 150.000 Euro ab. Das ist ein Faktor 15.
| Merkmal | Eigenständige AKV | Gold Card | Platinum Card |
|---|---|---|---|
| Zusatzkosten | 9–15 €/Jahr (Basis) | In Jahresgebühr enthalten | In Jahresgebühr enthalten |
| Heilbehandlungskosten | Je nach Tarif begrenzt | Abgedeckt | Unbegrenzt |
| Rücktransport | Notwendig oder sinnvoll | Ja | Ja + medizinische Begleitung |
| Bergungskosten | z. B. ERGO bis 10.000 € | – | bis 150.000 € |
| Zahnnotfall | Je nach Tarif | bis 1.000 € | bis 1.000 € |
| Familiendeckung Kinder | Separate Familientarife | bis 23 Jahre | bis 25 Jahre (auch allein reisend) |
| Reiserücktritt | Separates Produkt | bis 5.000 €/Person | bis 6.000 €/Person |
| Langzeitreisen | Spezialtarife verfügbar | In der Regel nicht geeignet | In der Regel nicht geeignet |
| Aktivierung | Automatisch | Reise mit Karte bezahlen | Reise mit Karte bezahlen |
Wann reicht die Kreditkarte – wann brauchst du mehr?
Für Standardurlaube bis 70 Tage, bei denen du die Reise ohnehin mit der Karte buchst, kann der Kreditkarten-Schutz einer Premium-Karte vollkommen ausreichen. Besonders die Platinum-Variante mit unbegrenzten Heilbehandlungskosten und Bergungskosten bis 150.000 Euro ist für viele Reisende ein starkes Paket.
Eigenständige AKV-Tarife sind dann klar überlegen, wenn du Langzeitreisen planst, in Risikogebiete reist, Abenteuer- oder Extremsport betreibst oder eine Pandemiedeckung benötigst. Auch wenn du die Reise nicht mit der Kreditkarte bezahlst, brauchst du eine eigenständige Police – denn dann greift der Kreditkartenschutz schlicht nicht.
Eine Kombination ist ebenfalls möglich: Wer eine Premium-Kreditkarte hat und zusätzlich eine günstige Jahrespolice für unter 15 Euro abschließt, ist doppelt abgesichert – und zahlt trotzdem insgesamt wenig.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung, wenn ich gesetzlich versichert bin?
Ja, dringend. Die GKV deckt außerhalb der EU gar nichts ab. Innerhalb der EU gilt nur Grundversorgung. Einen Rücktransport übernimmt die GKV grundsätzlich nie – weder in noch außerhalb der EU. Der Schutz endet zudem nach 56 bis 70 Tagen pro Reise.
Was kostet eine Auslandskrankenversicherung für eine Einzelperson?
Jahrespolicen für Einzelpersonen sind ab 9 Euro erhältlich. Sehr gute Tarife kosten unter 15 Euro pro Jahr. Für Langzeitreisen über zwölf Monate liegt die Preisspanne bei 480 bis 1.400 Euro – stark abhängig vom Alter und Anbieter.
Welche Auslandskrankenversicherung empfiehlt Finanztip für Langzeitreisen?
Finanztip empfiehlt für Langzeitreisen LVM mit dem Tarif ARTop und SDK mit den Tarifen AR/ARU online. Beide bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Marktvergleich und wurden als Empfehlungen ausgezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen medizinisch notwendigem und sinnvollem Rücktransport?
Medizinisch notwendig bedeutet: Transport nur bei akuter Lebensgefahr. Medizinisch sinnvoll ist großzügiger: Transport wird auch bezahlt, wenn er der Genesung dient – ohne zwingend lebensnotwendig zu sein. HanseMerkur und ERGO bieten den sinnvollen Standard an.
Reicht die Auslandskrankenversicherung meiner Kreditkarte für den Urlaub?
Für Standardurlaube bis 70 Tage oft ja – vorausgesetzt, du buchst die Reise mit der Karte. Premium-Karten mit unbegrenzten Heilbehandlungskosten und Bergungsschutz bis 150.000 Euro sind stark. Für Langzeitreisen oder Risikogebiete brauchst du eine eigenständige Police.
Wie teuer ist eine Auslandskrankenversicherung für ältere Reisende?
Deutlich teurer als für jüngere. Bei Langzeit-AKV zahlen 56- bis 74-Jährige beim teuersten Anbieter bis zu 9.360 Euro für 180 Tage weltweiten Schutz. Der günstigste sehr gute Tarif für 35- bis 59-Jährige startet bei 523 Euro für dieselbe Laufzeit.
Welche Anbieter bieten Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung?
HanseMerkur bietet Tarife ohne Selbstbeteiligung an – du musst im Schadensfall also keinen Eigenanteil vorstrecken. Auch bei Kreditkarten-Versicherungen entfällt in der Regel eine Selbstbeteiligung für die AKV-Komponente.







