Themen in diesem Artikel:
- Was ist Helium HNT?: Erfahre, wie das dezentrale LoRaWAN-Funknetzwerk mit Proof-of-Coverage und maximal 223 Mio. HNT funktioniert.
- HNT Kursentwicklung: Verfolge den Weg vom Allzeittief 0,11 USD über das ATH 54,88 USD bis zum aktuellen Stand von ~0,30 USD im Juni 2026.
- Wie funktioniert Helium Mining?: Verstehe Proof-of-Coverage, IOT-Sub-Token und die drei Belohnungskategorien nach der Solana-Migration.
- Mining-Rentabilität 2024/2025: Finde heraus, ob sich ein Hotspot für 459 € lohnt – mit echten Monatszahlen aus Deutschland.
- Globale Netzwerk-Statistiken: Überblick über aktive Hotspots, Länderabdeckung und den Rückgang von 400.000 auf 250.000 aktive Geräte.
- Helium vs. Bitcoin Mining: Vergleiche Stromverbrauch, Kosten und Dezentralisierung beider Ansätze direkt gegenüber.
- Häufige Fragen zu HNT: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Kurs, Hardware, IOT-Token und Rentabilität.
Was ist Helium (HNT)? Das People’s Network einfach erklärt
Helium (HNT) ist ein dezentrales, Blockchain-basiertes Funknetzwerk für IoT-Geräte – und eines der ungewöhnlichsten Krypto-Projekte überhaupt. Statt Rechenleistung zu verkaufen, belohnst du das Netzwerk mit echter Funkabdeckung. Das Projekt nennt sich selbst „The People’s Network“ und hat eine klare Vision: Einzelpersonen betreiben die globale Funkinfrastruktur, nicht Telekommunikationskonzerne.
Gegründet wurde Helium im Jahr 2013 von Amir Haleem, Shawn Fanning (bekannt als Mitgründer von Napster) und Sean Carey. Die Idee war radikal einfach: Wer ein kleines Gerät – einen sogenannten Hotspot – zu Hause aufstellt und damit Netzabdeckung bereitstellt, verdient dafür Token. Kein Rechenzentrum, keine Mining-Farm, nur ein stromsparendes Gerät am Fensterbrett.
Die technologische Grundlage ist LoRaWAN (Long Range Wide Area Network). Diese Funktechnologie überträgt kleine Datenmengen über große Entfernungen – ideal für IoT-Sensoren, GPS-Tracker oder Agrarsensoren, die selten und wenig senden. Helium kombiniert LoRaWAN mit Blockchain-Anreizen und nennt diese Kombination intern „LongFi“.
Das Herzstück des Systems ist der Proof-of-Coverage (PoC)-Mechanismus. Hotspots senden und empfangen Funksignale, verifizieren benachbarte Geräte und weisen so kryptografisch nach, dass sie tatsächlich Abdeckung an ihrem behaupteten Standort liefern. Nur wer echte Abdeckung nachweist, bekommt Token. Das verhindert, dass jemand einfach einen Hotspot im Keller versteckt und trotzdem kassiert.
Das Tokenmodell ist zweigleisig: Es gibt den nativen HNT-Token als übergeordnete Währung und sogenannte Data Credits für die tatsächliche Datenübertragung. Data Credits entstehen durch das Verbrennen von HNT – ein deflationärer Mechanismus, der den Token-Wert langfristig stützen soll. Das maximale Angebot ist auf 223 Millionen HNT begrenzt. Vor-Mining gab es nicht: Jeder HNT wurde durch den Betrieb von Hotspots erzeugt.
Ein wichtiger Einschnitt kam im April 2023: Helium migrierte von seiner eigenen proprietären Blockchain auf Solana. Der Grund war Skalierbarkeit – die eigene Kette stieß an ihre Grenzen. Mit der Migration kamen auch Sub-Token: Der IOT-Token belohnt seitdem Betreiber im LoRaWAN-Netzwerk, während HNT die übergeordnete Reservewährung bleibt. IOT-Token lassen sich jederzeit in HNT umtauschen.
Die Anwendungsfälle des Netzwerks sind konkret: GPS-Tracking für Pakete und Haustiere, Agrarsensorik für Bodenfeuchte und Temperatur, Smart-City-Anwendungen wie Parkplatzsensoren oder Luftqualitätsmessungen. Das Unternehmen Invoxia nutzt das Helium-Netzwerk für seine GPS-Tracker – einer der bekanntesten kommerziellen Kunden. Die Kundenbasis ist insgesamt noch überschaubar, besonders im deutschsprachigen Raum.
Das aktuelle Umlaufangebot liegt bei 186,32 Millionen HNT – von maximal 223 Millionen. Die monatliche Neuausgabe beträgt nach einer Halbierung noch rund 2,5 Millionen HNT pro Monat. Davon fließen etwa 27 % in die Hotspot-Infrastruktur, aufgeteilt in die drei Kategorien Teilnahme, Witnessing und Challenge Creation.
HNT Kursentwicklung: Vom Allzeithoch zum aktuellen Stand
Die Kursgeschichte von HNT ist eine Achterbahnfahrt, die selbst hartgesottene Krypto-Investoren überrascht. Vom nahezu wertlosen Start bis zu einem Allzeithoch von fast 55 US-Dollar – und zurück auf Pennystück-Niveau. Wer die Kurve kennt, versteht das Projekt besser.
Am 18. April 2020 notierte HNT auf seinem Allzeittief von 0,1132 USD. Das Netzwerk war jung, die Hotspot-Zahlen überschaubar, das Interesse gering. Dann kam der große Krypto-Bullenmarkt 2021 – und Helium explodierte. Innerhalb eines Jahres stieg HNT von rund 1,30 USD auf das Allzeithoch von 54,88 USD am 12. November 2021. Das entspricht einem Anstieg von über 2.811 % in einem einzigen Jahr. Wer früh dabei war, erlebte einen der spektakulärsten Runs im Altcoin-Universum.
Der Absturz folgte genauso dramatisch. Ende 2022 notierte HNT bei rund 1,53 USD – ein Rückgang von fast 96 % gegenüber dem Allzeithoch. Der gesamte Krypto-Markt kollabierte, aber Helium traf es besonders hart: Gleichzeitig mehrten sich kritische Berichte über die tatsächliche Netzwerknutzung. Investigative Recherchen zeigten, dass ein Großteil des vermeintlichen Datenverkehrs auf dem Netzwerk nicht von echten Kunden stammte.
Eine kurze Erholung gab es im Februar 2024: HNT kletterte auf ein lokales Hoch von rund 11,16 USD. Der allgemeine Krypto-Aufschwung nach der Bitcoin-ETF-Zulassung zog auch kleinere Projekte mit. Im November 2024 lag HNT bei etwa 6 USD, die Marktkapitalisierung überschritt kurzzeitig die Marke von einer Milliarde US-Dollar.
Im Juni 2026 ist die Realität ernüchternd: HNT kostet rund 0,30 USD (ca. 0,26 EUR). Das entspricht einem Rückgang von rund 87,69 % gegenüber dem Vorjahr. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei 47,82 Millionen Euro – Rang #378 auf den großen Krypto-Ranglisten. Das 24-Stunden-Handelsvolumen beträgt rund 5,99 Millionen Euro, was einem Volumen-zu-Marktkapitalisierungs-Verhältnis von 12,54 % entspricht – ein Zeichen für noch vorhandene Liquidität trotz des niedrigen Kurses.
Die Fully Diluted Valuation (FDV) – also die Bewertung bei vollem Angebot von 223 Millionen HNT – liegt bei 57,23 Millionen Euro. Das zeigt: Zwischen aktuellem Umlaufangebot (186,32 Mio. HNT) und maximalem Angebot liegt noch Verwässerungspotenzial. Rund 536.350 Wallet-Adressen halten aktuell HNT-Token.
HNT Kursentwicklung in USD (2020–2026)
Was die Kursentwicklung lehrt: HNT ist ein hochvolatiles Spekulationsobjekt. Wer 2021 kaufte und hielt, sitzt auf massiven Verlusten. Wer früh einstieg und rechtzeitig verkaufte, erzielte außergewöhnliche Gewinne. Für Mining-Betreiber ist der Kurs entscheidend – denn die Einnahmen in Euro hängen direkt davon ab, wie viel ein HNT oder IOT-Token wert ist.
Wie funktioniert Helium Mining? Proof-of-Coverage verständlich erklärt
„Mining“ ist bei Helium eigentlich der falsche Begriff – aber er hat sich durchgesetzt. Was du wirklich tust: Du betreibst ein kleines Funkgerät, das IoT-Geräte in deiner Umgebung mit dem Internet verbindet. Dafür bekommst du Token. Das klingt einfacher als es ist – denn das System dahinter ist clever durchdacht.
Ein Helium Hotspot ist ein spezielles Hardware-Gerät, das zwei Funktionen gleichzeitig erfüllt: Es ist ein LoRaWAN-Gateway (empfängt Funksignale von IoT-Geräten und leitet sie ins Internet weiter) und gleichzeitig ein Blockchain-Knoten (verifiziert Transaktionen und nimmt am Konsensmechanismus teil). Der Stromverbrauch liegt bei rund 5 Watt – weniger als eine LED-Glühbirne.
Proof-of-Coverage: So wird Abdeckung verifiziert
Das Herzstück ist der Proof-of-Coverage (PoC)-Mechanismus. Er funktioniert so: Das Netzwerk wählt zufällig einen Hotspot als „Challenger“ aus. Dieser sendet eine verschlüsselte Herausforderung an einen anderen Hotspot (den „Beaconee“). Benachbarte Hotspots (die „Witnesses“) hören das Signal und bestätigen, dass es tatsächlich empfangen wurde. Alle Beteiligten erhalten dafür Token – aber nur, wenn der Nachweis kryptografisch verifiziert ist.
Die drei Belohnungskategorien sind:
- Teilnahme (Beacon): Du sendest ein Signal, das andere Hotspots empfangen.
- Witnessing (Zeugung): Du bestätigst, dass du das Signal eines anderen Hotspots empfangen hast.
- Challenge Creation: Du initiierst eine Herausforderung für andere Hotspots.
Etwa 27 % der monatlichen HNT-Ausgabe fließen in diese drei Kategorien. Die restlichen Token gehen an Validatoren und den Netzwerkfonds.
Transmit Scale: Warum der Standort so wichtig ist
Ein entscheidender Faktor ist der sogenannte Transmit Scale. Dieser Wert zwischen 0 und 1,0 bestimmt, wie viele Belohnungen ein Hotspot erhält. In dicht besiedelten Gebieten mit vielen Hotspots sinkt der Transmit Scale – das Netzwerk bestraft Übersättigung. Wer in einer ländlichen Region mit wenigen Hotspots operiert, hat oft einen Transmit Scale von 1,0 und erhält volle Belohnungen. In Großstädten kann der Wert auf 0,1 oder weniger fallen.
IOT-Token nach der Solana-Migration
Seit der Migration auf Solana im April 2023 gibt es Sub-Token. Das LoRaWAN-Netzwerk belohnt Betreiber mit IOT-Token statt direkt mit HNT. IOT-Token können jederzeit in HNT umgetauscht werden – der Kurs schwankt. Diese Trennung ermöglicht es, verschiedene Netzwerke (IoT, Mobile) mit eigenen Token-Ökonomien zu betreiben, während HNT die übergeordnete Reservewährung bleibt.
Die monatliche Neuausgabe liegt nach einer Halbierung bei rund 2,5 Millionen HNT pro Monat (zuvor 5 Millionen). Zusätzlich sind derzeit rund 36,57 Millionen USD in HNT gestakt, verteilt auf 3.657 Validatoren, die eine Jahresrendite von 5,24 % erhalten. Staking ist eine Alternative zum aktiven Hotspot-Betrieb – mit deutlich geringerem Aufwand, aber auch geringeren Renditechancen.
📌 Good to know
Helium Mining ist technisch kein Mining im klassischen Sinne. Du verkaufst keine Rechenleistung, sondern betreibst Netzwerkinfrastruktur. Der Proof-of-Coverage-Mechanismus stellt sicher, dass nur echte Abdeckung belohnt wird – nicht einfach das Einschalten eines Geräts.
Helium Mining Rentabilität 2024/2025: Echte Zahlen aus Deutschland
Lohnt sich Helium Mining noch? Die ehrliche Antwort: Es kommt stark auf deinen Standort, deine Antenne und den aktuellen HNT-Kurs an. Statt Hochglanz-Versprechen schauen wir uns reale Erfahrungswerte aus Deutschland an – mit konkreten Monatszahlen.
Ein dokumentiertes Setup mit einem Hotspot für 459 Euro Anschaffungskosten lieferte folgende Bruttoeinnahmen: Im Januar 2024 waren es 7,17 Euro, im Februar 2024 rund 6,80 Euro und im März 2024 nur noch 5,37 Euro. Der Rückgang von Monat zu Monat zeigt einen klaren Trend: Die Einnahmen sinken, weil der IOT-Token-Kurs fällt und die Netzwerkkonkurrenz steigt.
Die Lifetime-Einnahmen nach rund einem Jahr Betrieb beliefen sich auf 81 Euro aus IOT-Token (nach der Solana-Migration) plus 82 Euro aus HNT (vor der Migration) – zusammen rund 163 Euro in etwa 24 Monaten. Das klingt nach wenig, und das ist es auch.
| Kennzahl | Wert (EUR) |
|---|---|
| Einnahmen Januar 2024 (brutto) | 7,17 € |
| Einnahmen Februar 2024 (brutto) | 6,80 € |
| Einnahmen März 2024 (brutto) | 5,37 € |
| Stromkosten/Monat (ca.) | 2,58 € |
| Nettogewinn/Monat (ca.) | 4,59 € |
| Anschaffungskosten Hotspot (Beispiel) | 459,00 € |
| Lifetime-Einnahmen IOT-Token (1 Jahr) | 81,00 € |
| Lifetime-Einnahmen HNT (vor Migration) | 82,00 € |
Stromkosten und Nettogewinn
Der Hotspot verbraucht rund 5 Watt. Bei deutschen Strompreisen von rund 0,30–0,35 Euro pro kWh ergibt das monatliche Stromkosten von etwa 2,58 Euro. Der Nettogewinn nach Strom liegt damit bei rund 4,59 Euro pro Monat – im besten Fall. Bei sinkenden Token-Kursen und steigender Hotspot-Dichte kann dieser Wert schnell gegen null tendieren.
Amortisationszeit und ROI
Bei einem Hotspot für 459 Euro und einem Nettogewinn von 4,59 Euro pro Monat beträgt die theoretische Amortisationszeit rund 100 Monate – also über 8 Jahre. Selbst bei den besseren Bruttoeinnahmen von 7,17 Euro pro Monat dauert es 22–23 Monate, bis die Anschaffungskosten wieder drin sind. Nach einem Jahr Betrieb liegt der ROI-Fortschritt bei rund 22,5 % (103,23 Euro von 459 Euro).
Aktuelle Hotspot-Kaufpreise liegen zwischen 300 und 600 Euro. In der Hochphase 2021/2022 wurden für begehrte Modelle bis zu 1.200 USD gezahlt – ein Markt, der sich längst normalisiert hat.
💡 Tip
Bevor du einen Hotspot kaufst, prüfe die Hotspot-Dichte in deiner Umgebung mit dem offiziellen Helium Explorer. Ein ländlicher Standort mit wenigen Nachbar-Hotspots und gutem Sichtfeld ist deutlich profitabler als ein städtisches Dachgeschoss mit 20 Konkurrenten im Umkreis von 300 Metern.
Die Rentabilität hängt von mehreren Faktoren ab: dem aktuellen HNT- und IOT-Kurs, der Hotspot-Dichte am Standort (Transmit Scale), der Qualität der Antenne und deren Ausrichtung sowie der Anzahl aktiver IoT-Geräte in der Umgebung. Wer in einer gut vernetzten Stadt mit vielen Hotspots sitzt, verdient oft weniger als jemand in einer ländlichen Region – auch wenn dort kaum IoT-Geräte aktiv sind, weil der Witnessing-Mechanismus trotzdem läuft.
Helium Hotspot Netzwerk: Globale Reichweite und aktuelle Statistiken
Das Helium-Netzwerk war einmal das am schnellsten wachsende dezentrale Funknetzwerk der Welt. Auf dem Höhepunkt gab es über 900.000 Hotspots weltweit. Heute ist das Bild differenzierter – und die Zahlen erzählen eine Geschichte von Wachstum, Übersättigung und Konsolidierung.
Im April 2025 waren im IoT-Segment (LoRaWAN) noch rund 250.000 Hotspots aktiv. Im Mobile-Segment – einem neueren Zweig des Netzwerks für 5G-ähnliche Konnektivität – waren es rund 90.000 aktive Hotspots. Der Rückgang im IoT-Bereich ist deutlich: Anfang 2024 waren noch rund 400.000 Hotspots aktiv, bis 2024/2025 sank die Zahl auf rund 356.000 und weiter auf 250.000. Das ist ein Rückgang von fast 40 % in gut einem Jahr.
Aktive Helium Hotspots weltweit im Zeitverlauf
Globale Abdeckung und Betreiber
Trotz des Rückgangs ist die geografische Reichweite beeindruckend: Das Netzwerk deckt 68.268 Städte in 182 Ländern ab. Über 570.000 Hotspot-Besitzer weltweit betreiben das Netzwerk. Die Online-Rate der aktiven Hotspots liegt bei 95,16 % – ein Zeichen für die Zuverlässigkeit der Betreiber.
Urban vs. Ländlich: Wo lohnt sich ein Hotspot?
Der Standort ist der wichtigste Rentabilitätsfaktor. In städtischen Gebieten ist die Hotspot-Dichte hoch – der Transmit Scale sinkt, Belohnungen werden reduziert. Ländliche Standorte haben oft einen Transmit Scale von 1,0 und erhalten volle Belohnungen. Gleichzeitig ist die IoT-Kundennachfrage in Städten höher – ein Widerspruch, den das Netzwerk noch nicht vollständig aufgelöst hat.
Der Rückgang der aktiven Hotspots deutet auf zwei Probleme hin: Erstens Übersättigung in urbanen Gebieten, wo sich Mining schlicht nicht mehr lohnt. Zweitens nachlassendes Betreiberinteresse durch sinkende Token-Kurse. Wer 2021 einen Hotspot kaufte und seitdem hält, hat durch den Kursverfall von HNT und IOT-Token deutlich weniger verdient als erhofft.
Bekannte Unternehmenskunden sind rar. Invoxia mit seinen GPS-Trackern ist das prominenteste Beispiel. Die fehlende Unternehmenskundenbasis ist das zentrale strukturelle Problem des Netzwerks – besonders im DACH-Raum, wo IoT-Anwendungen oft über proprietäre Netze der Mobilfunkanbieter laufen.
Helium Mining vs. Bitcoin Mining: Ein direkter Vergleich
Helium Mining und Bitcoin Mining teilen denselben Begriff – aber kaum mehr. Die Unterschiede sind fundamental: in der Technologie, im Energieverbrauch, in den Kosten und im Dezentralisierungsgrad. Wer beides vergleicht, versteht, warum Helium als Konzept interessant ist – und warum es trotzdem kämpft.
Grundlegende Unterschiede auf einen Blick
| Kriterium | Helium Mining | Bitcoin Mining (PoW) |
|---|---|---|
| Grundlage | Funkabdeckung bereitstellen | Rechenleistung (Hash-Power) |
| Mechanismus | Proof-of-Coverage (PoC) | Proof-of-Work (PoW) |
| Hardware | LoRaWAN-Hotspot (300–600 €) | ASIC-Miner (Tausende €) |
| Stromverbrauch | ~5 Watt | Mehrere Kilowatt |
| Stromkosten/Monat | ~2–3 € | Hunderte bis Tausende € |
| Technische Einstiegshürde | Gering (Plug & Play) | Hoch (Konfiguration, Kühlung) |
| Dezentralisierungsgrad | Sehr hoch (Einzelpersonen) | Zunehmend zentralisiert (Mining-Pools) |
| Belohnung | HNT / IOT-Token | Bitcoin |
| Umweltbilanz | Sehr energieeffizient | Hoher Energieverbrauch |
Warum Helium Mining kein klassisches Mining ist
Bitcoin-Mining ist ein Wettbewerb um Rechenleistung. Wer mehr Hash-Power hat, löst mehr Blöcke und verdient mehr Bitcoin. Das führt zwangsläufig zu einer Zentralisierung in großen Mining-Pools und Rechenzentren mit billigem Strom. Einzelpersonen haben kaum noch eine Chance, profitabel zu minen.
Helium dreht dieses Modell um. Hier ist Rechenleistung irrelevant. Was zählt, ist der Standort und die Funkabdeckung. Ein Hotspot in einer unterversorgten Region ist wertvoller als zehn Hotspots in einer bereits gesättigten Stadt. Das begünstigt strukturell Einzelpersonen und dezentralisierte Betreiber – genau das, was Bitcoin-Mining verloren hat.
Der Energieverbrauch ist ein weiterer Kernunterschied. Ein Helium-Hotspot verbraucht rund 5 Watt – das entspricht weniger als 44 kWh pro Jahr. Ein moderner Bitcoin-ASIC-Miner wie der Antminer S19 Pro verbraucht rund 3.250 Watt – das ist das 650-fache. Bei deutschen Strompreisen macht das den Unterschied zwischen 2–3 Euro und mehreren Tausend Euro pro Monat.
Wo Helium Mining wirklich punktet
Die niedrige Einstiegshürde ist real: Ein Hotspot ist Plug-and-Play. Du schließt ihn an Strom und Internet an, richtest ihn in der App ein – fertig. Keine Kühlung, kein Lärm, keine komplexe Konfiguration. Das macht Helium Mining zugänglich für Menschen ohne technisches Hintergrundwissen.
Der Haken: Die niedrige Einstiegshürde hat dazu geführt, dass in der Hochphase 2021/2022 Hunderttausende Hotspots aufgestellt wurden – oft ohne Rücksicht auf Standort oder Netzwerknutzen. Das Ergebnis war eine massive Übersättigung, sinkende Belohnungen und enttäuschte Betreiber. Das Netzwerk kämpft seitdem mit den Folgen.
📌 Good to know
Helium Mining ist technisch gesehen eher ein Netzwerkbetrieb mit Token-Anreiz als klassisches Mining. Du verdienst nicht durch Rechenleistung, sondern durch den Beitrag zur Netzwerkinfrastruktur. Das ist ein fundamental anderes Geschäftsmodell – mit anderen Risiken und anderen Chancen.
Für Investoren und Technik-Enthusiasten bleibt Helium ein interessantes Experiment: Kann ein dezentrales Funknetzwerk, das von Einzelpersonen betrieben wird, langfristig mit den Infrastrukturen großer Telekommunikationskonzerne konkurrieren? Die Antwort ist noch offen. Der aktuelle Kurs von 0,30 USD und die rückläufigen Hotspot-Zahlen zeigen, dass das Netzwerk noch einen langen Weg vor sich hat.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Helium (HNT) und wofür wird es verwendet?
Helium (HNT) ist der native Token eines dezentralen Blockchain-Funknetzwerks für IoT-Geräte. Hotspot-Betreiber erhalten HNT als Belohnung für bereitgestellte Netzabdeckung. Anwendungsfälle sind GPS-Tracking, Agrarsensorik und Smart-City-Lösungen.
Wie hoch ist der aktuelle HNT-Kurs im Juni 2026?
Im Juni 2026 liegt der HNT-Kurs bei rund 0,30 USD (ca. 0,26 Euro). Das entspricht einem Rückgang von etwa 87,69 % gegenüber dem Vorjahr. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 47,82 Millionen Euro (Rang #378).
Lohnt sich Helium Mining 2025 noch?
Reale Einnahmen in Deutschland lagen 2024 bei 5–7 Euro brutto pro Monat. Nach Stromkosten von rund 2,58 Euro verbleiben etwa 4,59 Euro Nettogewinn. Bei Gerätekosten von 459 Euro dauert die Amortisation rund 22–23 Monate – stark abhängig von Standort und HNT-Kurs.
Was ist der Unterschied zwischen HNT und IOT-Token?
Seit der Migration auf Solana im April 2023 erhalten LoRaWAN-Hotspot-Betreiber IOT-Token statt direkt HNT. HNT bleibt die übergeordnete Reservewährung. IOT-Token können jederzeit in HNT umgetauscht werden.
Was war das Allzeithoch von HNT?
Das Allzeithoch von HNT lag bei 54,88 USD am 12. November 2021 – ein Anstieg von über 2.811 % im Jahr 2021. Seitdem ist der Kurs um fast 99 % auf rund 0,30 USD gefallen.
Wie viele aktive Helium Hotspots gibt es weltweit?
Im April 2025 waren rund 250.000 IoT-Hotspots und 90.000 Mobile-Hotspots aktiv. Der historische Höchststand lag bei über 900.000 Hotspots. Das Netzwerk deckt 68.268 Städte in 182 Ländern ab.
Auf welcher Blockchain läuft Helium seit 2023?
Seit April 2023 läuft Helium auf der Solana-Blockchain. Zuvor betrieb das Projekt eine eigene proprietäre Blockchain. Die Migration verbesserte Skalierbarkeit und senkte Transaktionskosten deutlich.



