Hebelzertifikat: Funktionsweise

03.10.39 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 04.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Hebelzertifikate ermöglichen es dir, mit geringem Kapitaleinsatz überproportional an Kursbewegungen eines Basiswerts teilzunehmen. Die Hebelwirkung entsteht durch eingebaute Fremdfinanzierung: Der Emittent streckt dir faktisch Kapital vor, das du nicht selbst aufbringen musst. Dadurch verstärken sich Gewinne – aber auch Verluste. Bei Erreichen der Knock-out-Schwelle verfällt das Zertifikat meist wertlos. Regulatorisch gelten Hebelzertifikate als Schuldverschreibungen und unterliegen seit 2018 verschärften ESMA-Auflagen für Privatanleger.

Hebelzertifikat: Funktionsweise

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Das Wichtigste in Kürze

  • Aufbau & Mechanismus: Erfahre, wie Fremdfinanzierung den Hebel erzeugt und welche Rolle Bezugsverhältnis sowie Knock-out-Schwelle spielen.
  • Hebel-Berechnung & Verlustrisiko: Verstehe, wie der Hebel aus Basispreis und Knock-out-Schwelle entsteht und warum er den Puffer mindert.
  • Finanzierungskosten & Spreads: Überblick über EURIBOR-basierte Finanzierungskosten, Geld-Brief-Spreads und versteckte Gebühren beim Hebelzertifikat.
  • BaFin-Aufsicht & Emittentenrisiko: Alles über PRIIPs-Verordnung, Basisinformationsblatt und die Rolle der BaFin bei der Zulassung von Hebelzertifikaten.
  • Häufige Fragen: Entdecke, ob Nachschusspflicht besteht und wie hoch die täglichen Finanzierungskosten bei Hebelzertifikaten ausfallen.

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Funktionsweise und Bestandteile eines Hebelzertifikats

Ein Hebelzertifikat ist eine Schuldverschreibung, die dir ermöglicht, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportional an der Kursentwicklung eines Basiswerts zu partizipieren. Als Basiswert kommen Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungspaare oder Anleihen in Frage. Der Emittent – in der Regel eine Bank – konstruiert das Zertifikat so, dass du nur einen Bruchteil des Basiswertpreises aufbringen musst. Den Rest finanziert der Emittent faktisch vor. Diese eingebaute Fremdfinanzierung erzeugt den Hebeleffekt: Steigt der Basiswert um ein Prozent, steigt das Zertifikat um ein Vielfaches – etwa drei, fünf oder zehn Prozent, je nach Hebel.

Zentrale Bestandteile sind das Bezugsverhältnis, die Knock-out-Schwelle und der Basispreis. Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Zertifikate du benötigst, um eine Einheit des Basiswerts abzubilden – beispielsweise 0,01 bedeutet, dass 100 Zertifikate einem Basiswert entsprechen. Der Basispreis ist der Referenzwert, zu dem der Emittent den Basiswert rechnerisch „gekauft“ hat. Die Knock-out-Schwelle liegt knapp über (bei Long-Zertifikaten) oder unter (bei Short-Zertifikaten) dem Basispreis und markiert jene Kursmarke, bei deren Erreichen das Zertifikat sofort verfällt. In den meisten Fällen erhältst du dann keinen Restwert mehr – das eingesetzte Kapital ist verloren.

Aufbau am Beispiel eines DAX-Long-Zertifikats

Angenommen, der DAX notiert bei 16.000 Punkten. Ein Hebelzertifikat mit Basispreis 15.500 Punkten, Knock-out-Schwelle 15.520 Punkten und Bezugsverhältnis 0,01 kostet dich etwa 5 Euro pro Stück (vereinfacht: (16.000 − 15.500) × 0,01 = 5 Euro). Steigt der DAX auf 16.500 Punkte, steigt der innere Wert des Zertifikats auf 10 Euro – ein Gewinn von 100 Prozent bei nur 3,1 Prozent DAX-Anstieg. Fällt der DAX jedoch auf 15.520 Punkte oder darunter, wird die Knock-out-Schwelle berührt, und das Zertifikat verfällt wertlos. Dieser Mechanismus unterscheidet Hebelzertifikate fundamental von klassischen Optionsscheinen, die zwar ebenfalls einen Hebel bieten, aber keine automatische Knock-out-Funktion haben.

Rechtlich handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung gemäß § 793 BGB. Du bist Gläubiger des Emittenten, nicht Eigentümer des Basiswerts. Das bedeutet: Geht der Emittent insolvent, kann dein Zertifikat wertlos werden, selbst wenn der Basiswert steigt. Dieses Emittentenrisiko ist bei Hebelzertifikaten besonders relevant, da die Laufzeiten oft mehrere Monate oder Jahre betragen und du in dieser Zeit dem Kreditrisiko der Bank ausgesetzt bist. Nach der Finanzkrise 2008, als Lehman Brothers zusammenbrach, verloren zehntausende Anleger ihre Hebelzertifikate trotz intakter Basiswerte – ein historisches Beispiel für die Tragweite dieses Risikos.

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Hebelwirkung und Risiko: Wie der Hebel entsteht und wirkt

Die Hebelwirkung resultiert aus dem Verhältnis zwischen dem Preis des Basiswerts und dem Abstand zur Knock-out-Schwelle. Je näher die Knock-out-Schwelle am aktuellen Kurs liegt, desto höher ist der Hebel – und desto geringer ist der Puffer gegen Verluste. Der theoretische Hebel berechnet sich als Quotient aus Basiswertkurs und innerem Wert des Zertifikats. Bei einem DAX-Stand von 16.000 Punkten, Basispreis 15.500 und Zertifikatspreis 5 Euro beträgt der Hebel 16.000 / 5 / 100 = 3,2 (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses 0,01). Das bedeutet: Eine Kursbewegung des DAX um ein Prozent schlägt sich mit 3,2 Prozent im Zertifikatspreis nieder – in beide Richtungen.

Der Omega-Hebel (effektiver Hebel) berücksichtigt zusätzlich die Sensitivität des Zertifikats gegenüber Basiswertänderungen und liegt meist etwas niedriger als der theoretische Hebel. Er gibt an, um wie viel Prozent sich der Zertifikatspreis tatsächlich ändert, wenn der Basiswert um ein Prozent steigt oder fällt. Emittenten veröffentlichen beide Kennzahlen in den Produktinformationsblättern. Wichtig: Der Hebel ist nicht konstant. Steigt der Basiswert, vergrößert sich der Abstand zur Knock-out-Schwelle, der Hebel sinkt. Fällt der Basiswert, nähert sich die Knock-out-Schwelle, der Hebel steigt – und damit das Risiko eines Totalverlusts.

📌 Good to know

Hebelzertifikate unterliegen keiner Nachschusspflicht. Anders als bei CFDs oder Futures kannst du nicht mehr verlieren als deinen Einsatz. Das ist ein entscheidender Unterschied: Während bei CFDs theoretisch unbegrenzte Verluste möglich sind, ist dein Risiko bei Hebelzertifikaten auf das investierte Kapital begrenzt – allerdings kann dieses Kapital komplett verloren gehen.

Totalverlustrisiko und Knock-out-Mechanismus

Das Totalverlustrisiko ist bei Hebelzertifikaten systemimmanent. Sobald der Basiswert die Knock-out-Schwelle auch nur kurzzeitig berührt – etwa durch einen Intraday-Spike –, wird das Zertifikat automatisch vom Emittenten „ausgeknockt“. Es spielt keine Rolle, ob der Kurs sich danach wieder erholt. Die meisten Emittenten beobachten den Basiswert kontinuierlich während der Handelszeiten. Bei hochliquiden Basiswerten wie dem DAX oder Euro/Dollar erfolgt die Knock-out-Feststellung oft innerhalb von Sekunden. Nach Knock-out erhältst du in der Regel einen Restwert von null Euro, da die Differenz zwischen Basispreis und Knock-out-Schwelle die Finanzierungskosten und den Sicherheitspuffer des Emittenten abdeckt.

Ein Beispiel: Du hältst ein DAX-Long-Zertifikat mit Knock-out bei 15.520 Punkten. Der DAX fällt im Handelsverlauf auf 15.518 Punkte, erholt sich aber bis Handelsschluss auf 15.600 Punkte. Dein Zertifikat ist trotzdem wertlos, weil die Schwelle intraday unterschritten wurde. Dieses Risiko wird durch Volatilität verstärkt: In Stressphasen – etwa während der Corona-Krise im März 2020 oder nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 – wurden zigtausende Hebelzertifikate innerhalb weniger Stunden ausgeknockt, obwohl sich die Märkte mittelfristig erholten. Studien der BaFin zeigen, dass rund 70 bis 80 Prozent aller Hebelzertifikate auf Privatanlegerkonten mit Verlust enden – ein Indikator für die Schwierigkeit, Timing und Risikomanagement zu beherrschen.

Kostenstruktur: Finanzierungskosten, Spread und versteckte Gebühren

Hebelzertifikate sind keine kostenlosen Instrumente. Der Emittent verdient auf mehreren Ebenen: durch Finanzierungskosten, durch den Geld-Brief-Spread und durch Anpassungen der Knock-out-Schwelle. Die Finanzierungskosten spiegeln die Tatsache wider, dass der Emittent dir faktisch Kapital leiht, um den Hebel zu erzeugen. Sie orientieren sich am risikofreien Zinssatz (etwa EURIBOR oder EONIA) plus einem Aufschlag von typischerweise 2 bis 4 Prozentpunkten pro Jahr. Bei einem Zertifikat auf den DAX mit Basispreis 15.500 und aktuellem DAX-Stand von 16.000 Punkten finanziert der Emittent 15.500 Punkte. Bei 3 Prozent Finanzierungskosten fallen täglich etwa 1,27 Punkte an (15.500 × 0,03 / 365). Diese Kosten werden durch tägliche Anpassung des Basispreises und der Knock-out-Schwelle nach oben (bei Long-Zertifikaten) eingepreist.

Der Spread – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – ist eine weitere Ertragsquelle. Bei liquiden Basiswerten wie DAX oder Euro Stoxx 50 liegt der Spread oft bei 0,5 bis 1 Prozent des Zertifikatswerts. Bei exotischeren Basiswerten oder in volatilen Marktphasen kann er auf 3 bis 5 Prozent steigen. Das bedeutet: Kaufst du ein Zertifikat für 5 Euro, kannst du es sofort nur für 4,95 oder 4,90 Euro wieder verkaufen. Bei kurzfristigen Trades summieren sich diese Kosten erheblich. Hinzu kommen Ordergebühren deines Online-Brokers, die je nach Anbieter zwischen 5 und 15 Euro pro Trade liegen – bei kleinen Positionen ein erheblicher Kostenfaktor.

Versteckte Kosten durch Anpassungsmechanismen

Weniger offensichtlich sind die Kosten durch Stop-Loss-Anpassungen und Dividendenabschläge. Bei Aktien-Hebelzertifikaten wird die Knock-out-Schwelle am Ex-Dividenden-Tag um die Bruttodividende nach unten (bei Long) oder oben (bei Short) angepasst. Das reduziert deinen Puffer zur Knock-out-Schwelle. Bei einer Aktie mit 3 Euro Dividende und einem Zertifikat mit 2 Euro Abstand zur Knock-out-Schwelle kann die Anpassung dazu führen, dass du plötzlich nur noch 1 Euro Puffer hast – ohne dass sich der Aktienkurs fundamental geändert hätte. Emittenten kommunizieren diese Anpassungen in den Produktbedingungen, doch viele Privatanleger übersehen sie.

💡 Tip

Vergleiche vor dem Kauf die Finanzierungskosten verschiedener Emittenten. Manche Banken verlangen 2,5 Prozent über EURIBOR, andere 4 Prozent. Bei einem Hebel von 5 und einer Haltedauer von drei Monaten kann das einen Renditeverlust von 0,5 bis 1 Prozent ausmachen – genug, um aus einem knappen Gewinn einen Verlust zu machen.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die implizite Volatilitätsprämie. Obwohl Hebelzertifikate formal keine Optionen sind, preisen Emittenten in volatilen Marktphasen einen Risikoaufschlag ein, der sich im Spread niederschlägt. Während der Corona-Krise im März 2020 weiteten sich die Spreads bei DAX-Hebelzertifikaten teilweise auf 5 bis 8 Prozent aus – ein faktisches Handelsverbot für kurzfristige Trader. Diese Intransparenz ist ein Kritikpunkt von Verbraucherschützern: Anders als bei börsengehandelten Derivaten gibt es bei Hebelzertifikaten keine zentrale Preisfeststellung, sondern nur die Quotierung des Emittenten. Du bist dessen Preisstellung ausgeliefert, ohne Möglichkeit zur Arbitrage.

Rechtliche Einordnung: BaFin-Aufsicht, ESMA-Beschränkungen und Emittentenrisiko

Hebelzertifikate unterliegen als Wertpapiere der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Emittenten müssen vor der Emission ein Basisinformationsblatt (KID – Key Information Document) gemäß der PRIIPs-Verordnung (EU) 1286/2014 veröffentlichen. Dieses Dokument muss auf maximal drei Seiten die Funktionsweise, Kosten, Risiken und Szenarien darstellen. Zusätzlich ist bei öffentlichem Angebot ein von der BaFin gebilligter Prospekt erforderlich, der detailliert die rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen offenlegt. Verstöße gegen Prospektpflichten können Schadensersatzansprüche nach § 12 WpPG auslösen – allerdings sind solche Klagen aufwendig und selten erfolgreich.

Seit dem 1. August 2018 gelten verschärfte Regeln der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) für den Vertrieb von Hebelzertifikaten an Privatanleger. Die ESMA-Produktinterventionsmaßnahme (ESMA/2018/1636) begrenzt den maximalen Hebel auf 30:1 bei Hauptwährungspaaren, 20:1 bei Nicht-Hauptwährungspaaren und Goldindizes, 10:1 bei Rohstoffen außer Gold und 5:1 bei Aktien und sonstigen Basiswerten. Zudem gilt eine Margin-Close-Out-Regel: Fällt dein Kontowert unter 50 Prozent der erforderlichen Margin, muss der Broker die Position automatisch schließen. Diese Regel greift bei Hebelzertifikaten faktisch nicht, da hier keine Margin hinterlegt wird – sie zielt primär auf CFDs ab. Dennoch haben viele Emittenten ihre Produktpalette angepasst und bieten Hebelzertifikate mit maximal 10:1 oder 20:1 Hebel an, um regulatorische Risiken zu minimieren.

Emittentenrisiko und Einlagensicherung

Das Emittentenrisiko ist bei Hebelzertifikaten existenziell. Da es sich um Schuldverschreibungen handelt, bist du im Insolvenzfall des Emittenten einfacher Insolvenzgläubiger ohne Sonderrechte. Die gesetzliche Einlagensicherung greift nicht – sie schützt nur Bankguthaben bis 100.000 Euro, nicht Wertpapiere. Auch freiwillige Sicherungssysteme wie der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken decken Hebelzertifikate nicht ab. Nach der Lehman-Pleite 2008 führte die BaFin zwar eine „Bail-in“-Regelung ein, die systemrelevante Banken vor der Insolvenz bewahren soll – doch kleinere Emittenten oder Tochtergesellschaften ausländischer Banken fallen nicht zwingend darunter.

Um das Emittentenrisiko zu mindern, setzen manche Emittenten auf Collateralization: Sie hinterlegen Sicherheiten in Höhe des Zertifikatswerts bei einer Depotbank. Diese Praxis ist jedoch nicht verpflichtend und wird nur von wenigen Anbietern transparent kommuniziert. Prüfe im Basisinformationsblatt, ob und in welcher Form Sicherheiten gestellt werden. Zudem solltest du die Bonität des Emittenten im Blick behalten – Rating-Agenturen wie Moody’s, S&P oder Fitch bewerten die Kreditwürdigkeit großer Banken. Ein Rating unter BBB− gilt als spekulativ und sollte dich vorsichtig machen.

Die BaFin veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor riskanten Anlageprodukten. In ihrem Jahresbericht 2022 wies sie darauf hin, dass Hebelzertifikate für unerfahrene Anleger ungeeignet sind und empfahl Brokern, vor dem Verkauf eine Angemessenheitsprüfung gemäß § 63 WpHG durchzuführen. Diese Prüfung ist jedoch keine Pflicht bei execution-only-Geschäften – also wenn du selbst aktiv ein Zertifikat kaufst, ohne Beratung. Viele Online-Broker beschränken sich auf eine Risikowarnung im Orderformular, ohne deine Kenntnisse tatsächlich zu prüfen. Das gibt dir zwar Handlungsfreiheit, bedeutet aber auch: Die Verantwortung für Verluste liegt allein bei dir.

Häufig gestellte Fragen

Q

Kann ich mit Hebelzertifikaten mehr verlieren als meinen Einsatz?

Nein. Anders als bei CFDs oder Futures gibt es bei Hebelzertifikaten keine Nachschusspflicht. Dein Verlust ist auf das investierte Kapital begrenzt. Wird die Knock-out-Schwelle erreicht, verfällt das Zertifikat wertlos – du verlierst deinen Einsatz, musst aber nichts nachzahlen. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber gehebelten Derivaten mit Margin-Pflicht.

Q

Wie hoch sind die täglichen Finanzierungskosten bei einem Hebelzertifikat?

Die Finanzierungskosten orientieren sich am risikofreien Zinssatz plus einem Aufschlag von 2 bis 4 Prozentpunkten pro Jahr. Bei einem DAX-Zertifikat mit Basispreis 15.500 Punkten und 3 Prozent Finanzierungskosten fallen täglich etwa 1,27 Punkte an. Diese Kosten werden durch tägliche Anpassung des Basispreises und der Knock-out-Schwelle eingepreist. Je länger du das Zertifikat hältst, desto stärker schmälern sie deine Rendite.

Q

Was passiert, wenn der Emittent eines Hebelzertifikats insolvent wird?

Du bist einfacher Insolvenzgläubiger und erhältst im Insolvenzverfahren nur eine Quote – oft null Euro. Die Einlagensicherung greift nicht, da Hebelzertifikate Schuldverschreibungen sind, keine Bankguthaben. Nach der Lehman-Pleite 2008 verloren zehntausende Anleger ihre Zertifikate trotz intakter Basiswerte. Prüfe daher die Bonität des Emittenten und diversifiziere über mehrere Anbieter, wenn du größere Summen investierst.

Q

Sind Hebelzertifikate für Anfänger geeignet?

Nein. Die BaFin stuft Hebelzertifikate als hochriskant ein und empfiehlt sie nur erfahrenen Anlegern mit fundierten Kenntnissen über Derivate, Volatilität und Risikomanagement. Studien zeigen, dass 70 bis 80 Prozent aller Hebelzertifikate auf Privatanlegerkonten mit Verlust enden. Wenn du Börsenerfahrung sammeln möchtest, beginne mit breit gestreuten ETFs oder Einzelaktien ohne Hebel – dort lernst du die Mechanik der Märkte, ohne dein Kapital durch Knock-outs zu gefährden.

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