Index-Zertifikate Partizipation: Funktionsweise & Vorteile

01.04.278 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Index-Zertifikate bieten Anlegern die Möglichkeit, direkt an der Wertentwicklung eines Index teilzuhaben. Diese Finanzinstrumente bilden einen Basiswert wie den DAX oder den Euro Stoxx ab und entwickeln sich entsprechend.

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Das Wichtigste in Kürze

Definition und Grundprinzip

Index-Zertifikate sind strukturierte Finanzprodukte, die als Schuldverschreibung des Emittenten fungieren und an der Börse gehandelt werden können. Diese Wertpapiere ermöglichen es Anlegern, mit einem einzigen Investment direkt an der Entwicklung eines kompletten Marktindex teilzuhaben, ohne jeden einzelnen Titel kaufen zu müssen. Diese Form der Marktteilnahme ist eine beliebte Methode für die Index-Spekulation, die ihre eigenen Chancen und Risiken birgt.

Das Grundprinzip basiert auf einer synthetischen Nachbildung des gewählten Basisindex. Der Emittent verpflichtet sich dabei, die Wertentwicklung des Index möglichst genau zu replizieren. Dadurch partizipieren Anleger sowohl an Kursgewinnen als auch an Kursverlusten des zugrunde liegenden Index im gleichen Verhältnis.

Die Rolle der Partizipation ist dabei zentral für die Funktionsweise von Index-Zertifikaten. Die Partizipationsrate definiert das exakte Verhältnis zwischen der Indexentwicklung und der Wertveränderung des Zertifikats. Eine Partizipationsrate von 100 Prozent bedeutet eine vollständige eins zu eins Teilhabe an allen Kursbewegungen des Basisindex. Bei einer Partizipationsrate von 150 Prozent würde das Zertifikat überproportional an der Indexentwicklung teilhaben. Wer sich für die Mechanik solcher Konstruktionen interessiert, findet in der Optionsanleihe als strukturiertes Produkt ein verwandtes Instrument, das ein Bezugsrecht auf Aktien mit einer festverzinslichen Anleihe verbindet.

📌 Good to know

Index-Zertifikate sind Schuldverschreibungen und bieten daher keinen Eigentumsanspruch an den zugrunde liegenden Unternehmen. Bei einer Insolvenz des Emittenten besteht ein Totalverlustrisiko, das unabhängig von der Entwicklung des Basisindex eintreten kann.

Funktionsweise der Index-Partizipation

Die Partizipationsrate stellt das Herzstück jedes Index-Zertifikats dar. Bei einer 100-prozentigen Partizipation entwickelt sich der Zertifikatskurs exakt parallel zum Basisindex. Steigt der DAX um 5 Prozent, erhöht sich auch der Wert des Zertifikats um genau diesen Betrag. Gleiches gilt für Kursverluste, die symmetrisch übertragen werden.

Überpartizipierende Zertifikate mit Partizipationsraten über 100 Prozent verstärken sowohl Gewinne als auch Verluste entsprechend. Ein Zertifikat mit 200 Prozent Partizipation würde bei einem DAX-Anstieg von 3 Prozent um 6 Prozent steigen, bei einem Rückgang aber auch doppelt so stark fallen.

Die Index-Tracking Mechanismen der Emittenten erfolgen in der Regel über synthetische Replikation. Dabei hinterlegen die Herausgeber nicht die physischen Aktien des Index, sondern verwenden Derivate und andere Finanzinstrumente zur Nachbildung der Performance. Diese Methode ermöglicht eine kosteneffiziente und genaue Abbildung auch bei Indizes mit vielen Einzeltiteln.

Die Tracking-Genauigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Qualität der verwendeten Replikationsinstrumente und die Anpassungsfrequenz bei Indexveränderungen. Professionelle Emittenten erreichen typischerweise sehr geringe Abweichungen vom Original-Index.

Die Kursbildung von Index-Zertifikaten orientiert sich primär am aktuellen Stand des Basiswerts. Zusätzliche Preisfaktoren sind der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs, anfallende Managementgebühren und bei internationalen Indizes auch Währungseinflüsse. Emittenten fungieren häufig als Market Maker und stellen kontinuierlich An- und Verkaufskurse.

Arten von Index-Zertifikaten

Klassische Index-Zertifikate bilden die Standardvariante und zeichnen sich durch eine einfache eins zu eins Abbildung der Indexentwicklung aus. Diese Produkte haben entweder eine unbegrenzte Laufzeit oder ein festes Fälligkeitsdatum. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Performance-Index und Kursindex-Zertifikaten bei der Dividendenbehandlung.

Performance-Index-Zertifikate berücksichtigen Dividendenausschüttungen in der Wertentwicklung, während Kursindex-Zertifikate nur die reinen Kursveränderungen abbilden. Für langfristig orientierte Anleger sind Performance-Index-Varianten meist vorteilhafter, da sie den Zinseszinseffekt von Dividenden nutzen.

Hebel- und Faktor-Zertifikate ermöglichen eine überproportionale Partizipation am Basiswert durch integrierte Hebelwirkung. Diese Produkte verstärken sowohl Gewinne als auch Verluste um den festgelegten Hebelfaktor. Ein 2x-gehebeltes DAX-Zertifikat würde bei einem DAX-Anstieg von 2 Prozent um 4 Prozent steigen.

Die tägliche Anpassung des Hebels führt bei volatilen Märkten zu einem sogenannten Pfadabhängigkeitseffekt, der die langfristige Performance beeinflussen kann. Diese Zertifikate eignen sich daher primär für kurzfristige Handelsstrategien. Wie das im Detail aussieht, zeigt der Beitrag Call-Optionen: Grundlagen, Funktionsweise & Strategien.

💡 Tip

Prüfe bei Hebel-Zertifikaten immer die Knock-Out-Schwelle. Bei starken Marktbewegungen gegen deine Position kann das Zertifikat wertlos verfallen, auch wenn sich der Markt später wieder erholt. Die Mechanik von Hebel und Margin bei Krypto birgt vergleichbare Risiken wie die Liquidation von Positionen.

Bonus- und Discount-Zertifikate weisen modifizierte Partizipationsstrukturen auf. Bonus-Zertifikate bieten einen Teilschutz gegen moderate Kursverluste, begrenzen dafür aber die Gewinnpartizipation durch eine Obergrenze. Discount-Zertifikate gewähren einen Rabatt auf den Einstiegspreis, verzichten jedoch auf unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten.

Vorteile der Index-Partizipation

Der wichtigste Vorteil von Index-Zertifikaten liegt in der Diversifikation durch ein einzelnes Produkt. Mit einer Transaktion erhalten Anleger Zugang zu einem breit gestreuten Portfolio aus dutzenden oder hunderten von Einzelaktien. Diese Risikostreuung reduziert das spezifische Risiko einzelner Unternehmen erheblich.

Internationale Märkte werden durch Index-Zertifikate einfach zugänglich. Anleger können beispielsweise über ein einziges Zertifikat am chinesischen CSI 300 oder dem amerikanischen S&P 500 partizipieren, ohne sich um komplexe Devisenbeschaffung oder ausländische Depots kümmern zu müssen. Für direkte Fremdwährungstransaktionen außerhalb solcher Zertifikate ist hingegen oft ein Devisenkonto zur Verwaltung der unterschiedlichen Währungen erforderlich. Die Ausgabe solcher Zertifikate erfolgt dabei typischerweise als Fremdemission durch ein Finanzinstitut.

Die Kosteneffizienz stellt einen weiteren wesentlichen Vorteil dar. Der Aufbau eines diversifizierten Portfolios durch Einzelaktien würde hohe Transaktionskosten verursachen, insbesondere bei kleinen Anlagebeträgen. Index-Zertifikate reduzieren diese Kosten auf eine einzige Transaktion mit transparenten Gebühren. Die Höhe der Gebühren hängt dabei auch vom gewählten Handelsplatz wie Xetra oder gettex ab.

Die Transparenz der Preisbildung erfolgt über den öffentlich verfügbaren Indexstand. Anleger können jederzeit nachvollziehen, wie sich ihr Investment entwickelt, da die meisten Indizes in Echtzeit veröffentlicht werden. Diese Transparenz erleichtert die Wertentwicklungskontrolle erheblich.

Die Flexibilität bei der Marktteilnahme ermöglicht schnelle Ein- und Ausstiege während der Börsenhandelszeiten. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds können Anleger ihre Positionen börsentäglich zu aktuellen Kursen handeln und auf Marktveränderungen reagieren.

Risiken und Nachteile

Das Emittentenrisiko stellt den größten Nachteil von Index-Zertifikaten dar. Als Schuldverschreibung hängt der Wert des Zertifikats nicht nur von der Indexentwicklung ab, sondern auch von der Bonität des Emittenten. Bei einer Insolvenz des Herausgebers droht ein Totalverlust, unabhängig davon, wie sich der Basisindex entwickelt hat.

Im Gegensatz zu Bankguthaben existiert keine Einlagensicherung für Zertifikate. Anleger tragen daher ein zusätzliches Kreditrisiko, das bei direkten Aktieninvestments nicht besteht. Die Bonitätsbewertung des Emittenten sollte daher ein wichtiges Auswahlkriterium darstellen.

Marktrisiken bei voller Partizipation bedeuten eine symmetrische Teilhabe an allen Kursbewegungen des Basisindex. Fällt der DAX um 20 Prozent, verliert auch das entsprechende Zertifikat 20 Prozent an Wert. Standard-Index-Zertifikate bieten keinen Kapitalschutz gegen Markteinbrüche.

Das Volatilitätsrisiko des Basiswerts wird vollständig auf das Zertifikat übertragen. Bei internationalen Indizes kommen zusätzlich Währungsrisiken hinzu, wenn der Index in einer Fremdwährung notiert. Schwankungen zwischen Euro und der jeweiligen Indexwährung beeinflussen die Rendite deutscher Anleger.

Die Kostenstrukturen von Index-Zertifikaten umfassen verschiedene Gebührenarten. Managementgebühren reduzieren die jährliche Performance, auch wenn sie oft niedriger ausfallen als bei aktiv gemanagten Fonds. Spread-Kosten beim Handel und mögliche Tracking-Differenzen zum Original-Index können die Partizipation zusätzlich beeinträchtigen. Hinzu kommen die vom Broker erhobenen Ordergebühren für den Kauf und Verkauf.

Vergleich zu anderen Anlageprodukten

Der Vergleich zwischen Index-Zertifikaten und ETFs zeigt grundlegende rechtliche Unterschiede auf. ETFs sind Sondervermögen und daher bei einer Fondsgesellschaftsinsolvenz geschützt, während Zertifikate dem Emittentenrisiko unterliegen. Diese rechtliche Struktur macht ETFs für viele Anleger zur sichereren Alternative.

Bei den Kosten schneiden beide Produktkategorien ähnlich ab, wobei ETFs oft etwas günstiger sind. Die Handelbarkeit unterscheidet sich kaum, da beide Produkte börsentäglich gehandelt werden können. ETFs bieten jedoch oft eine breitere Produktauswahl und internationale Diversifikation. Die genauen Konditionen hängen dabei stark vom gewählten Anbieter ab, wie ein Vergleich zwischen flatex und eToro zeigt. Auch der Vergleich zwischen Trade Republic und eToro zeigt deutliche Unterschiede bei den Gebührenmodellen. Auch der Vergleich zwischen Scalable Capital und justTRADE legt unterschiedliche Gebührenstrukturen offen.

Das Direktinvestment in Aktien bietet Eigentum an Wertpapieren statt eines Derivats. Aktionäre erhalten Dividenden und Stimmrechte, tragen aber den Aufwand der manuellen Indexnachbildung. Für eine DAX-Nachbildung müssten Anleger 40 verschiedene Aktien in der korrekten Gewichtung kaufen und bei Indexänderungen anpassen.

Die Kosteneffizienz spricht bei breiter Diversifikation klar für Index-Zertifikate. Transaktionskosten für den Kauf dutzender Einzelaktien würden die Managementgebühren von Zertifikaten deutlich übersteigen, insbesondere bei kleineren Anlagebeträgen. Bei den Transaktionskosten gibt es erhebliche Unterschiede zwischen einem Neobroker oder einer Filialbank.

Indexfonds und aktive Fonds unterscheiden sich durch ihre Verwaltungsphilosophie. Während Indexfonds passiv einen Index nachbilden, versuchen aktiv gemanagte Fonds durch Titelauswahl eine Überrendite zu erzielen. Die höheren Kosten aktiver Fonds rechtfertigen sich nur bei dauerhaft besserer Performance, die statistisch selten erreicht wird. Um die risikoadjustierte Rendite zu bewerten, wird häufig die Sharpe-Ratio als Kennzahl herangezogen.

📌 Good to know

Die Performance-Tracking Qualität von Index-Zertifikaten ist oft sehr hoch, da Emittenten als Market Maker kontinuierlich für faire Preisstellung sorgen müssen. Tracking-Differenzen liegen meist unter 0,5 Prozent jährlich.

Auswahl des richtigen Index-Zertifikats

Die Auswahl des passenden Basisindex bildet die Grundlage jeder Investitionsentscheidung. Anleger sollten zunächst ihre gewünschte Marktexposition definieren: Soll es der deutsche Aktienmarkt via DAX sein, ein europäischer Index wie der Euro Stoxx 50 oder ein globaler Index wie der MSCI World?

Die Prüfung der Partizipationsrate ist entscheidend für das Risiko-Rendite-Profil. Standard-Zertifikate mit 100 Prozent Partizipation eignen sich für langfristige Investments, während gehebelte Varianten höhere Gewinnchancen bei entsprechend gestiegenen Risiken bieten. Die Bewertung der Emittentenbonität sollte durch Analyse der Kreditratings erfolgen.

Die Kostenstruktur beeinflusst maßgeblich die Nettorendite. Neben den jährlichen Managementgebühren sind auch die Handelskosten zu berücksichtigen. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann erhebliche Kostenunterschiede aufdecken. Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten sollten zur individuellen Anlagestrategie passen.

Bei der Marktauswahl und dem Regionenfokus können Anleger zwischen etablierten Märkten und Schwellenländern wählen. Heimatmärkte bieten Währungsstabilität und vertraute Unternehmen, während internationale Indizes zusätzliche Diversifikation ermöglichen. Branchenspezifische Indizes erlauben gezielte Sektorinvestments in Technologie, Gesundheitswesen oder Energie.

Thematische Index-Strategien gewinnen an Popularität und umfassen Bereiche wie Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz oder Demografischer Wandel. Diese spezialisierten Indizes bieten fokussierte Investments in Megatrends, konzentrieren aber auch das Risiko auf bestimmte Themenbereiche.

Das Handelsvolumen und die Liquidität beeinflussen die Handelbarkeit erheblich. Zertifikate mit hohem täglichen Umsatz lassen sich leichter und zu besseren Konditionen handeln. Die Spread-Analyse verschiedener Produkte hilft bei der Kostenoptimierung, da enge Spreads die Handelskosten reduzieren. Welcher Anbieter die engsten Spreads bietet, lässt sich durch einen Online-Broker-Vergleich ermitteln.

Die Market-Maker Rolle des Emittenten gewährleistet meist ausreichende Liquidität, auch bei weniger gehandelten Produkten. Handelszeiten sollten zu den persönlichen Bedürfnissen passen, wobei die meisten Zertifikate während der regulären Börsenzeiten handelbar sind. Der Handel selbst erfolgt über ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der den Zugang zur Börse ermöglicht.

Steuerliche Behandlung

Die Besteuerung von Kursgewinnen bei Index-Zertifikaten erfolgt über die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Steuer wird auf Veräußerungsgewinne fällig, die beim Verkauf des Zertifikats über dem Einstandskurs liegen.

Verluste aus Zertifikatgeschäften können mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden. Nicht ausgeglichene Verluste lassen sich in die folgenden Jahre vortragen und dort steuermindernd nutzen. Diese Verlustverrechnung unterscheidet sich von der Dividendenbesteuerung, da bei Zertifikaten meist keine Ausschüttungen erfolgen.

Freibeträge und Freistellungsaufträge reduzieren die Steuerlast erheblich. Der jährliche Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 2.000 Euro für Verheiratete kann durch entsprechende Freistellungsaufträge bei der depotführenden Bank genutzt werden.

Bei der Steuererklärung bestehen bestimmte Meldepflichten und Dokumentationsanforderungen. Gewinne aus Zertifikaten sind grundsätzlich steuerpflichtig und werden von der Bank automatisch an das Finanzamt gemeldet. Anleger sollten alle Kaufbelege und Abrechnungen für eventuelle Nachweise aufbewahren. Bei Kryptowährungen müssen Anleger oft selbst für die notwendigen Krypto-Steuernachweise sorgen, die der Broker bereitstellt.

Die Behandlung von Währungsgewinnen bei internationalen Zertifikaten kann kompliziert sein. Währungskursgewinne gelten als separate Ertragsquelle und unterliegen eigenen steuerlichen Regelungen. Bei bestimmten Produktarten kann eine Vorabpauschale anfallen, auch wenn keine Gewinne realisiert wurden.

Praktische Umsetzung und Handel

Der Kauf von Index-Zertifikaten erfordert zunächst die Depoteröffnung bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die meisten Anbieter ermöglichen heute eine vollständig digitale Kontoeröffnung mit VideoIdent-Verfahren. Nach der Legitimation und Risikoaufklärung steht das Depot für den Zertifikatehandel zur Verfügung. Als Verrechnungskonto für die Transaktionen dient häufig ein Girokonto bei einer Direktbank, das zusammen mit dem Depot eröffnet wird.

Jedes Zertifikat besitzt eindeutige Identifikationsnummern in Form der WKN (Wertpapierkennnummer) und ISIN (International Securities Identification Number). Diese Nummern ermöglichen die exakte Zuordnung des gewünschten Produkts beim Kauf. Verschiedene Ordertypen wie Market-Orders, Limit-Orders oder Stop-Loss-Orders bieten Kontrolle über den Ausführungspreis.

Die Handelsplätze und Börsenauswahl beeinflussen die Handelskosten und Liquidität. Während Zertifikate an verschiedenen deutschen Börsen gehandelt werden können, bieten spezialisierte Handelsplätze oft bessere Konditionen für strukturierte Produkte. Die Wahl des Brokers bestimmt neben den Handelskosten auch die Höhe der Depotgebühren.

Die Portfolio-Integration sollte zur Gesamtstrategie passen. Index-Zertifikate können als Kernbaustein eines diversifizierten Portfolios dienen oder zur gezielten Beimischung bestimmter Märkte genutzt werden. Die Gewichtung im Gesamtportfolio hängt von der individuellen Risikobereitschaft und den Anlagezielen ab.

Rebalancing-Strategien helfen dabei, die gewünschte Asset-Allocation beizubehalten. Da sich verschiedene Indizes unterschiedlich entwickeln, kann eine regelmäßige Portfolioanpassung sinnvoll sein. Die Kombination verschiedener regionaler oder branchenspezifischer Zertifikate erhöht die Diversifikation. Das Prinzip der Risikostreuung ist ebenso zentral, um ein Krypto-Portfolio zu diversifizieren und Klumpenrisiken zu vermeiden.

Das Monitoring und die Performance-Kontrolle sollten regelmäßig erfolgen. Die Tracking-Qualität des Zertifikats lässt sich durch Vergleich mit der Original-Indexentwicklung überwachen. Das Emittentenrating sollte beobachtet werden, da Bonitätsverschlechterungen das Ausfallrisiko erhöhen.

Eine kontinuierliche Kostenanalyse hilft bei der Optimierung der Nettorendite. Bei veränderten Marktbedingungen oder neuen Produkten kann eine Anpassung der Zertifikatauswahl vorteilhaft sein.

Strategien mit Index-Zertifikaten

Die Buy-and-Hold Strategie nutzt Index-Zertifikate für langfristige Marktpartizipation. Diese Strategie profitiert vom Kostenvorteil durch seltenes Trading und der langfristigen Aufwärtsentwicklung der Aktienmärkte. Breit gestreute Weltindizes wie der MSCI World eignen sich besonders gut für diese passive Anlagestrategie.

Bei Performance-Indizes erfolgt automatisch eine Dividendenreinvestition, die den Zinseszinseffekt verstärkt. Langfristige Anleger sollten daher Performance-Index-Zertifikate bevorzugen, da diese über Jahre hinweg bessere Ergebnisse erzielen als reine Kursindex-Nachbildungen.

Taktische Asset Allocation nutzt Index-Zertifikate für schnelle Umschichtungen zwischen verschiedenen Märkten. Diese aktive Strategie versucht, Markttrends zu nutzen und zwischen verschiedenen Regionen oder Sektoren zu rotieren. Die hohe Liquidität von Zertifikaten ermöglicht zeitnahe Positionsänderungen.

Timing-basierte Strategien erfordern kontinuierliche Marktbeobachtung und die Bereitschaft zu häufigeren Transaktionen. Die damit verbundenen Kosten und die Schwierigkeit der Marktvorhersage sollten bei dieser Strategie berücksichtigt werden.

Absicherungsstrategien verwenden Short-Zertifikate oder Put-Zertifikate zur Portfolio-Absicherung. Diese Instrumente gewinnen an Wert, wenn der zugrunde liegende Index fällt, und können so Verluste in einem Long-Portfolio teilweise ausgleichen. Das Hedging gegen Marktrisiken erfordert eine präzise Kalibrierung der Absicherungsquote.

Die Kombination von Long- und Short-Positionen kann Marktrisiken reduzieren, eliminiert sie aber nicht vollständig. Kosteneffizienz gegenüber klassischen Optionen macht Zertifikate zu einer attraktiven Absicherungsoption für Privatanleger.

💡 Tip

Nutze Index-Zertifikate als Kernbaustein deines Portfolios und ergänze sie gezielt mit Einzelaktien oder Themen-ETFs. So kombinierst du breite Diversifikation mit individuellen Investmentchancen optimal.

Weitere interessante Inhalte

Diese Beiträge behandeln angrenzende Themen und gehören nicht unmittelbar zum Text oben:

Häufig gestellte Fragen

Q

Was bedeutet eine Partizipationsrate von 100 Prozent bei Index-Zertifikaten?

Eine 100-prozentige Partizipationsrate bedeutet eins zu eins Teilhabe an der Indexentwicklung. Steigt der Index um 5 Prozent, steigt das Zertifikat ebenfalls um 5 Prozent.

Q

Welches Risiko besteht bei der Insolvenz des Zertifikat-Emittenten?

Bei Emittenten-Insolvenz droht Totalverlust, da Zertifikate Schuldverschreibungen sind. Keine Einlagensicherung wie bei Bankguthaben schützt vor diesem Ausfallrisiko des Herausgebers.

Q

Wie unterscheiden sich Index-Zertifikate von ETFs?

Index-Zertifikate sind Schuldverschreibungen mit Emittentenrisiko. ETFs sind Sondervermögen ohne Ausfallrisiko bei Fondsgesellschafts-Insolvenz und rechtlich sicherer für Anleger strukturiert.

Q

Welche Kosten fallen bei Index-Zertifikaten an?

Managementgebühren, Spread-Kosten beim Handel und mögliche Tracking-Differenzen reduzieren die Rendite. Jährliche Kosten liegen meist zwischen 0,3 und 1,5 Prozent.

Q

Wie werden Gewinne aus Index-Zertifikaten besteuert?

Kursgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich kann durch Freistellungsaufträge genutzt werden.

Q

Eignen sich Index-Zertifikate für langfristige Geldanlage?

Ja, besonders Performance-Index-Zertifikate mit Dividendenreinvestition eignen sich für Buy-and-Hold-Strategien. Emittentenbonität sollte jedoch regelmäßig überwacht werden bei langfristigen Investments.

Q

Können Index-Zertifikate auch für Short-Strategien genutzt werden?

Ja, Short-Zertifikate partizipieren invers an der Indexentwicklung. Sie steigen bei fallenden Kursen und eignen sich zur Portfolio-Absicherung oder spekulativen Leerverkaufspositionen.

Einen Rabatt auf den Basiswert bieten Discount-Zertifikate.