Hausratversicherung: Leistungen, Versicherungssumme und wichtige Tarifdetails

29.09.73 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 04.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel: Die Hausratversicherung schützt den beweglichen Besitz gegen klar definierte Gefahren. Der Ratgeber zeigt, wie du die Versicherungssumme mit 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter kalkulierst, welche Sublimits für Wertsachen gelten und warum Elementarschäden einen eigenen Baustein brauchen – inklusive Ablauf der Schadenregulierung.

Hausratversicherung: Leistungen, Versicherungssumme und wichtige Tarifdetails

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Das Wichtigste in Kürze

MVK – Hausratversicherung

MVK - Hausratversicherung

MVK – Hausratversicherung

Vorteile

  • Erstattung zum Neuwert
  • Unterversicherungsverzicht ab 650 €/qm
  • Außenversicherung auch unterwegs
  • Premium-Digital: Fahrraddiebstahl inkl.

Nachteile

  • Grobe Fahrlässigkeit Klassik bis 10.000 €
  • Viele Leistungen je Tarif begrenzt
  • Best-Leistungs-Garantie nur Premium+
  • Beitrag erst im Online-Rechner

Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.

AXA – Hausratversicherung

AXA - Hausratversicherung

AXA – Hausratversicherung

Vorteile

  • Feuer, Einbruch, Leitungswasser, Sturm
  • Versicherungssumme 650 € pro qm
  • Wertsachen in M bis 40 % (max. 30.000 €)
  • Phishing-Schutz bis 1.000 € in M und L

Nachteile

  • Fahrraddiebstahl nur als Zusatzbaustein
  • Elementar und Glas kosten extra
  • Tarif S: Wertsachen max. 5.000 €
  • Überspannung durch Blitz erst ab Tarif M

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Was ist eine Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung ist eine Sachversicherung für bewegliche Gegenstände in einem privaten Haushalt. Vereinfacht gehört dazu, was du bei einem Umzug mitnehmen könntest. Typische Beispiele sind:

  • Möbel und lose Teppiche
  • Kleidung und persönliche Gegenstände
  • Fernseher, Computer und Haushaltsgeräte
  • Bücher, Geschirr und Vorräte
  • Fahrräder und Sportausrüstung
  • Hausrat in Keller, Dachboden oder Garage

Im Schadenfall leistet die Hausratversicherung grundsätzlich zum Neuwert. Gemeint ist damit nicht der ursprüngliche Kaufpreis und auch nicht der heutige Zeitwert. Maßgeblich ist der Betrag, der erforderlich wäre, um einen vergleichbaren Gegenstand gleicher Art und Güte heute neu zu kaufen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Versicherungssumme den tatsächlichen Wert des gesamten Hausrats ausreichend abbildet.

Nicht immer eindeutig ist die Abgrenzung bei fest eingebauten oder speziell angepassten Gegenständen. Eine lose aufgestellte Küche kann beispielsweise Hausrat sein, während fest mit dem Gebäude verbundene Bestandteile eher zur Wohngebäudeversicherung gehören. Ähnliches gilt für fest verklebte Bodenbeläge, Markisen, Wallboxen oder Balkonkraftwerke. Entscheidend sind Bauweise, Eigentumsverhältnisse und die konkreten Versicherungsbedingungen.

Von der Wohngebäudeversicherung unterscheidet sich die Hausratversicherung vor allem durch das versicherte Objekt: Die Hausratversicherung schützt bewegliche Sachen im Haushalt. Die Wohngebäudeversicherung deckt dagegen Schäden an der Bausubstanz und fest eingebauten Bestandteilen des Gebäudes.

📌 Good to know

Für die Neuwertentschädigung zählt nicht, was ein Gegenstand früher gekostet hat. Entscheidend ist, welcher Betrag heute für eine vergleichbare neue Sache erforderlich wäre.

MVK - Hausratversicherung

MVK – Hausratversicherung

Drei Digital-Tarife mit Neuwert

Vorteile

Erstattung zum NeuwertUnterversicherungsverzicht ab 650 €/qmAußenversicherung auch unterwegsPremium-Digital: Fahrraddiebstahl inkl.

Nachteile

  • Grobe Fahrlässigkeit Klassik bis 10.000 €
  • Viele Leistungen je Tarif begrenzt
  • Best-Leistungs-Garantie nur Premium+
  • Beitrag erst im Online-Rechner
AXA - Hausratversicherung

AXA – Hausratversicherung

Tarife S, M und L mit 650 € je qm

Vorteile

Feuer, Einbruch, Leitungswasser, SturmVersicherungssumme 650 € pro qmWertsachen in M bis 40 % (max. 30.000 €)Phishing-Schutz bis 1.000 € in M und L

Nachteile

  • Fahrraddiebstahl nur als Zusatzbaustein
  • Elementar und Glas kosten extra
  • Tarif S: Wertsachen max. 5.000 €
  • Überspannung durch Blitz erst ab Tarif M
DFV - Hausratversicherung

DFV – Hausratversicherung

Hausrat ab 0,92 € im Monat

Vorteile

Verzicht auf Einrede der UnterversicherungGrobe Fahrlässigkeit mitversichertPhishing-Schäden bis 1.500 €Selbstbeteiligung 0 € oder 300 € wählbar

Nachteile

  • Fahrradschutz nur als Zusatzbaustein
  • Wertsachen max. 20 % der Summe
  • Bargeld höchstens 1.000 €
  • Vertragslaufzeit 24 Monate
BarmeniaDirekt - Privathaftpflicht

BarmeniaDirekt – Privathaftpflicht

Haftpflicht online abschließen

Vorteile

Vier Tarife wählbarDeckung bis 100 Mio. EuroForderungsausfall-Deckung inklusiveOnline-Abschluss möglich

Nachteile

  • Selbstbeteiligung bei einzelnen Leistungen
  • Forderungsausfall im Basistarif ab 5.000 €
  • Rechtsschutz dafür erst ab TopDirekt
  • Auslandsschutz je Tarif begrenzt

Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.

Welche Schäden sind durch die Hausratversicherung versichert?

Eine Hausratversicherung leistet nur bei Gefahren, die im Vertrag ausdrücklich genannt sind. Zum Standardschutz gehören meist Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus nach einem Einbruch, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel.

Bei Feuer sind je nach Bedingungen unter anderem Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion erfasst. Schäden durch angebrannte Speisen oder reine Sengschäden sind dagegen nicht automatisch versichert.

Ein Einbruchdiebstahl liegt vor, wenn sich eine Person beispielsweise gewaltsam Zugang zur Wohnung verschafft oder ein Werkzeug zum gewaltsamen Eindringen benutzt. Einfacher Diebstahl ohne Einbruchspuren ist davon zu unterscheiden. Auch Vandalismus ist meist nur versichert, wenn er im Zusammenhang mit einem Einbruch steht.

Die Relevanz zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik: 2024 wurden in Deutschland 78.436 Wohnungseinbrüche einschließlich Einbruchsversuchen registriert. Rund 45,7 Prozent der Fälle blieben im Versuchsstadium. Auch ein gescheiterter Einbruch kann jedoch bereits Schäden an Türen, Fenstern oder Einrichtung verursachen.

Bei Leitungswasser geht es typischerweise um bestimmungswidrig austretendes Wasser aus Rohren oder angeschlossenen Anlagen. Überschwemmung durch Starkregen, Grundwasser oder Rückstau zählt dagegen meist zu den Elementargefahren und benötigt zusätzlichen Schutz.

Für einen Sturmschaden setzen viele Bedingungen mindestens Windstärke 8 voraus. Hagelschäden können unabhängig von einer bestimmten Windstärke erfasst sein. Entscheidend bleiben die konkreten Versicherungsbedingungen.

📌 Good to know

Ein Einbruchsversuch kann bereits ein versicherter Hausratschaden sein. Wurde etwa ein Fenster aufgehebelt, können Reparaturkosten entstehen, obwohl nichts entwendet wurde.

Elementarschäden und wichtige Zusatzbausteine

Schäden durch Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau gehören meist nicht zum klassischen Schutz einer Hausratversicherung. Dafür ist in der Regel ein zusätzlicher Elementarbaustein erforderlich. Je nach Tarif können außerdem Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbruch eingeschlossen sein.

Die Absicherung ist längst nicht flächendeckend: Ende 2024 verfügten rund 11,7 Millionen Haushalte über einen Elementarschutz in ihrer Hausratversicherung (Quelle). Das entsprach nur etwa 41 Prozent der bestehenden Hausratverträge. Viele Haushalte sind damit trotz vorhandener Hausratversicherung nicht automatisch gegen Starkregen oder Überschwemmung abgesichert.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Leitungswasser. Tritt Wasser aus einem Rohr oder einer angeschlossenen Anlage aus, kann ein Leitungswasserschaden vorliegen. Dringt Wasser dagegen nach Starkregen von außen in die Wohnung ein oder staut es sich aus der Kanalisation zurück, greift meist nur der Elementarschutz.

Neben Elementargefahren können weitere Zusatzbausteine sinnvoll sein:

  • Fahrraddiebstahl außerhalb versicherter Räume
  • Glasbruch
  • Überspannungsschäden
  • Schutz bei grober Fahrlässigkeit
  • Erweiterter Schutz für Gartenmöbel oder Balkonkraftwerke

Gerade Überspannung wird häufig unterschätzt. 2024 wurden rund 220.000 versicherte Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet (Quelle). Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten dafür etwa 350 Millionen Euro; der durchschnittliche Schaden lag damit bei rund 1.600 Euro.

📌 Good to know

Ein direkter Blitzschlag und ein Überspannungsschaden sind tariflich nicht immer dasselbe. Bei Haushalten mit viel Elektronik sollte Überspannung ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen eingeschlossen sein.

Versicherungssumme und Unterversicherung richtig berechnen

Die Versicherungssumme sollte dem vollständigen Neuwert deines Hausrats entsprechen. Gemeint ist also der Betrag, den du heute benötigen würdest, um Möbel, Kleidung, Elektronik, Haushaltsgeräte und weitere Gegenstände in vergleichbarer Qualität neu zu beschaffen.

Viele Versicherer berechnen die Summe pauschal anhand der Wohnfläche. Häufig werden dabei etwa 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Bei einer Wohnung mit 80 Quadratmetern und einer Tarifpauschale von 700 Euro ergibt sich beispielsweise eine Versicherungssumme von 56.000 Euro. Der konkrete Quadratmeterwert hängt jedoch vom Versicherer ab und ist nicht gesetzlich festgelegt.

Alternativ kannst du den Wert deines Hausrats über eine Inventarliste ermitteln. Das ist besonders sinnvoll, wenn du hochwertige Technik, Designermöbel, Sammlungen oder viele Wertsachen besitzt.

Eine Unterversicherung liegt vor, wenn der tatsächliche Hausratwert höher ist als die vereinbarte Versicherungssumme. Beträgt der Neuwert beispielsweise 80.000 Euro, versichert sind aber nur 60.000 Euro, besteht rechnerisch eine Unterversicherung von 25 Prozent. Bei einem Teilschaden von 20.000 Euro könnte die Entschädigung ohne Unterversicherungsverzicht entsprechend auf 15.000 Euro gekürzt werden.

Ein Unterversicherungsverzicht kann diese anteilige Kürzung verhindern, wenn Wohnfläche und Versicherungssumme nach den Vorgaben des Tarifs korrekt angegeben wurden.

Wertsachen, Sublimits und besondere Gegenstände

Wertsachen gehören grundsätzlich zum Hausrat, werden aber häufig nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen ersetzt. Solche Begrenzungen werden als Sublimits bezeichnet und gelten zusätzlich zur allgemeinen Versicherungssumme.

Typische Wertsachen sind:

  • Bargeld
  • Schmuck und Edelsteine
  • Edelmetalle
  • Urkunden und Wertpapiere
  • Kunstgegenstände
  • Antiquitäten
  • Hochwertige Sammlungen

Ein Beispiel: Beträgt die Versicherungssumme 70.000 Euro und liegt die Wertsachengrenze bei 20 Prozent, werden Wertsachen insgesamt höchstens bis 14.000 Euro entschädigt. Für Bargeld oder Schmuck außerhalb eines geeigneten Tresors können nochmals niedrigere Einzelgrenzen gelten.

Auch besondere Gegenstände sollten geprüft werden. Dazu zählen etwa hochwertige Computertechnik, beruflich genutzte Geräte, Sammlungen oder Eigentum des Arbeitgebers im Homeoffice. Ob und in welcher Höhe solche Sachen versichert sind, hängt vom Tarif ab.

Für wertvolle Einzelstücke empfiehlt sich eine genaue Dokumentation mit Fotos, Rechnungen, Zertifikaten und aktuellen Wertnachweisen. Bei außergewöhnlich hohen Werten kann eine individuelle Vereinbarung mit dem Versicherer notwendig sein.

📌 Good to know

Eine hohe Gesamtversicherungssumme hebt Sublimits nicht auf. Trotz ausreichender Deckung können für Bargeld, Schmuck oder Kunst deutlich niedrigere Entschädigungsgrenzen gelten.

Außenversicherung, Fahrrad und Hausrat unterwegs

Über die Außenversicherung kann dein Hausrat vorübergehend auch außerhalb der versicherten Wohnung geschützt sein – etwa im Hotel, in einer Ferienwohnung, im Krankenhaus oder während eines zeitlich begrenzten Aufenthalts an einem anderen Ort. Dauer, räumlicher Geltungsbereich und maximale Entschädigung unterscheiden sich jedoch je nach Tarif.

Wichtig ist außerdem, welche Gefahr zum Schaden geführt hat. Ein einfacher Verlust oder Diebstahl ist auch außerhalb der Wohnung meist nicht automatisch versichert. Bei einem Einbruch in ein verschlossenes Hotelzimmer oder eine Ferienunterkunft kann dagegen Versicherungsschutz bestehen. Für Diebstahl aus einem Auto gelten häufig besonders enge Voraussetzungen und Sublimits.

Fahrräder zählen grundsätzlich zum Hausrat. Wird ein Fahrrad aus einem verschlossenen Keller oder einer verschlossenen Garage gestohlen, kann dies als Einbruchdiebstahl versichert sein. Wird es dagegen vor dem Bahnhof oder Geschäft entwendet, ist meist eine zusätzliche Fahrraddiebstahlklausel erforderlich. Dabei solltest du insbesondere auf Schlossvorgaben, Entschädigungsgrenzen, Nachtzeitklauseln sowie den Schutz von Akku und Zubehör achten.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist erheblich: Nach aktuellen GDV-Zahlen wurden 2025 rund 115.000 versicherte Fahrräder gestohlen. Die Hausratversicherer zahlten dafür insgesamt etwa 150 Millionen Euro. 2024 waren noch rund 135.000 versicherte Diebstähle registriert worden.

Ein Fahrrad im verschlossenen Keller ist versicherungsrechtlich ein anderer Fall als ein angeschlossenes Fahrrad auf der Straße. Für einfachen Fahrraddiebstahl außerhalb versicherter Räume brauchst du häufig einen zusätzlichen Tarifbaustein.

Umzug, Zusammenziehen und Wohngemeinschaft

Bei einem Umzug kann der Versicherungsschutz vorübergehend für die alte und die neue Wohnung gleichzeitig gelten. Wie lange dieser Überschneidungsschutz besteht, hängt vom Tarif ab. Wichtig ist, dem Versicherer die neue Anschrift, Wohnfläche und gegebenenfalls eine veränderte Nutzung rechtzeitig mitzuteilen.

Ändert sich die Wohnfläche, sollte auch die Versicherungssumme geprüft werden. Ziehst du in eine größere Wohnung oder führst zwei Haushalte zusammen, kann der Gesamtwert des Hausrats deutlich steigen. Bleibt die bisherige Summe unverändert, droht trotz weiterlaufendem Vertrag eine Unterversicherung.

Beim Zusammenziehen zweier Personen bestehen häufig zwei Hausratversicherungen parallel. Dann sollte geprüft werden, welcher Vertrag bestehen bleibt und ob der andere wegen einer Doppelversicherung beendet werden kann.

In Wohngemeinschaften ist nicht automatisch der gesamte Hausrat aller Mitbewohner:innen geschützt. Entscheidend ist, wer im Vertrag genannt ist und ob der Tarif fremdes Eigentum oder den Hausrat weiterer Personen im Haushalt einschließt. Auch Untervermietung oder eine teilweise gewerbliche Nutzung solltest du dem Versicherer mitteilen.

Ein Umzug beendet die Hausratversicherung nicht automatisch. Ohne rechtzeitige Meldung können aber falsche Wohnfläche, unpassende Versicherungssumme oder ein unklarer versicherter Personenkreis später zu Problemen führen.

So läuft die Schadenregulierung ab

Nach einem Hausratschaden solltest du zuerst verhindern, dass sich der Schaden vergrößert. Dazu kann gehören, Wasser abzustellen, die Feuerwehr zu rufen, beschädigte Fenster provisorisch zu sichern oder gestohlene Karten sperren zu lassen.

Anschließend gehst du typischerweise so vor:

  • Schaden begrenzen: Ergreife zumutbare Sofortmaßnahmen, ohne dich selbst zu gefährden.
  • Versicherer informieren: Melde den Schaden unverzüglich über Hotline, App oder Online-Formular.
  • Polizei einschalten: Bei Einbruch, Raub oder Diebstahl ist regelmäßig eine Anzeige erforderlich.
  • Schaden dokumentieren: Fotografiere beschädigte Räume und Gegenstände und erstelle bei Diebstahl eine vollständige Stehlgutliste.
  • Nachweise sammeln: Hilfreich sind Rechnungen, Kontoauszüge, Seriennummern, Garantien und frühere Fotos.
  • Beschädigte Sachen aufbewahren: Entsorge Gegenstände nicht vorschnell, solange der Versicherer sie noch prüfen könnte.
  • Entschädigung prüfen: Vergleiche die Regulierung mit Versicherungssumme, Selbstbeteiligung, Sublimits und Tarifbedingungen.

Eine aktuelle Inventarliste kann den Ablauf deutlich erleichtern. Selbst wenn Originalrechnungen fehlen, können Fotos, Kontoauszüge oder Bedienungsunterlagen helfen, Besitz und Wert nachzuweisen.

Bewahre Inventarlisten und Belege nicht ausschließlich in der Wohnung auf. Eine geschützte Cloud oder ein externer Datenträger bleibt auch nach Brand, Einbruch oder Wasserschaden zugänglich.

Was kostet eine Hausratversicherung?

Der Beitrag hängt vor allem von Wohnfläche, Wohnort, Versicherungssumme und Leistungsumfang ab. Auch Vorschäden, Selbstbeteiligung, Elementarschutz, Fahrraddiebstahl und erhöhte Wertsachengrenzen können den Preis beeinflussen.

Für eine Wohnung mit 50 Quadratmetern nennt die Verbraucherzentrale beispielhaft eine jährliche Beitragsspanne von etwa 40 bis 120 Euro. Der konkrete Preis kann jedoch deutlich abweichen, etwa bei hoher Einbruchgefahr, umfangreichem Elementarschutz oder besonders wertvollem Hausrat.

Typische Preisfaktoren sind:

  • Wohnfläche und Anschrift
  • Versicherungssumme
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • bisherige Schäden
  • Elementar- und Fahrraddiebstahlschutz
  • Wertsachen und besondere Gegenstände
  • Schutz bei grober Fahrlässigkeit

Eine Selbstbeteiligung kann den Versicherungsbeitrag senken. Dafür trägst du im Schadenfall den vereinbarten Betrag selbst. Bei einer Selbstbeteiligung von beispielsweise 150 Euro und einem versicherten Schaden von 1.000 Euro würden maximal 850 Euro erstattet.

Beim Vergleich sollte deshalb nicht nur der Jahresbeitrag zählen. Ein günstiger Basistarif kann bei Überspannung, Elementarschäden, Fahrraddiebstahl oder grober Fahrlässigkeit deutliche Lücken haben. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass sich Beiträge verschiedener Anbieter erheblich unterscheiden können.

Ein niedriger Jahresbeitrag ist nur dann günstig, wenn die entscheidenden Risiken mitversichert sind. Ein fehlender Elementar- oder Fahrraddiebstahlschutz kann im Schadenfall deutlich teurer werden als der eingesparte Beitrag.

Hausratversicherung richtig vergleichen und einordnen

Beim Tarifvergleich solltest du nicht nur auf Beitrag und Versicherungssumme achten. Entscheidend ist, welche Schäden tatsächlich versichert sind und welche Entschädigungsgrenzen gelten.

Wichtige Prüfpunkte sind:

  • Unterversicherungsverzicht: Verhindert unter bestimmten Voraussetzungen anteilige Kürzungen bei Teilschäden.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Gute Tarife verzichten möglichst bis zur vollen Versicherungssumme auf entsprechende Kürzungen.
  • Elementarschäden: Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind oft nur über einen Zusatzbaustein versichert.
  • Wertsachengrenzen: Bargeld, Schmuck, Kunst und Sammlungen unterliegen häufig Sublimits.
  • Außenversicherung: Dauer, räumlicher Geltungsbereich und Höchstentschädigung können stark variieren.
  • Fahrraddiebstahl: Schlossvorgaben, Entschädigungslimit und Schutz außerhalb der Wohnung prüfen.
  • Folgekosten: Hotel, Aufräumung, Lagerung, Schlossänderung oder Rückreise aus dem Urlaub können tarifabhängig eingeschlossen sein.
  • Innovationsklausel: Verbesserte Bedingungen können automatisch auch für bestehende Verträge gelten.
  • Best-Leistungs-Garantie: Manche Tarife orientieren sich im Schadenfall an leistungsstärkeren Marktstandards, allerdings nur nach den jeweiligen Bedingungen.

Eine Hausratversicherung kann besonders sinnvoll sein, wenn du den vollständigen Verlust deines Hausrats nicht problemlos aus eigenen Rücklagen ersetzen könntest. Das gilt nicht nur für große Haushalte. Auch eine kleine Wohnung kann durch Technik, Kleidung, Fahrräder und viele Einzelgegenstände einen hohen Wiederbeschaffungswert haben.

Ein Tarif mit umfassendem Schutz bei grober Fahrlässigkeit kann im Ernstfall wichtiger sein als ein geringfügig niedrigerer Jahresbeitrag. Dazu können etwa unbeaufsichtigte Kerzen, ein offen gelassenes Fenster bei Sturm oder eine nicht abgeschlossene Wohnungstür gehören. Die Klausel sollte möglichst nicht auf einen kleinen Teil der Versicherungssumme begrenzt sein.

Fazit: Wann eine Hausratversicherung sinnvoll ist

Eine Hausratversicherung schützt deinen beweglichen Besitz gegen klar definierte Gefahren wie Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Entscheidend sind nicht nur Versicherungssumme und Jahresbeitrag. Ebenso wichtig sind Unterversicherungsverzicht, Wertsachengrenzen, Außenversicherung und der Schutz bei grober Fahrlässigkeit. Elementarschäden, Fahrraddiebstahl oder Überspannung müssen je nach Tarif zusätzlich eingeschlossen werden.

Auch nach einem Umzug oder größeren Neuanschaffungen sollte der Vertrag geprüft werden. Verändert sich Wohnfläche oder Hausratwert, kann die bisherige Absicherung nicht mehr ausreichen.

Der passende Tarif hängt davon ab, welche Werte du absichern möchtest, welchen Risiken dein Wohnort ausgesetzt ist und welche Eigenkosten du im Schadenfall tragen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Q

Ist eine Hausratversicherung gesetzlich vorgeschrieben?

Nein . In Deutschland besteht keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Hausratversicherung. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn du den Verlust deines Hausrats nach Brand, Einbruch oder Leitungswasserschaden nicht vollständig aus eigenen Rücklagen ersetzen könntest.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung?

Die Hausratversicherung schützt bewegliche Gegenstände wie Möbel, Kleidung, Elektrogeräte oder Fahrräder. Die Wohngebäudeversicherung deckt dagegen Schäden an der Bausubstanz und an fest eingebauten Gebäudebestandteilen ab. Für selbst genutztes Wohneigentum können deshalb beide Versicherungen relevant sein.

Q

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Versicherungssumme sollte dem vollständigen Neuwert deines Hausrats entsprechen . Viele Tarife arbeiten mit einer Pauschale pro Quadratmeter. Alternativ kannst du den Wert über eine Inventarliste ermitteln. Besonders bei hochwertiger Einrichtung oder vielen Wertsachen sollte die Pauschale kritisch geprüft werden.

Q

Sind Fahrräder über die Hausratversicherung versichert?

Fahrräder gehören grundsätzlich zum Hausrat . Wird ein Fahrrad aus einem verschlossenen Keller oder einer Garage gestohlen, kann Einbruchdiebstahl versichert sein. Für einen Diebstahl auf der Straße ist meist eine zusätzliche Fahrraddiebstahlklausel erforderlich. Schlossvorgaben und Entschädigungsgrenzen solltest du prüfen.

Q

Was passiert, wenn ich meinen Schaden zu spät melde?

Einen Hausratschaden solltest du melden, sobald du davon Kenntnis hast . Das Versicherungsvertragsgesetz verlangt eine unverzügliche Anzeige. Eine verspätete Meldung führt nicht automatisch zum vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes. Sie kann die Regulierung aber gefährden, wenn der Versicherer den Schaden deshalb nicht mehr zuverlässig prüfen kann oder vertragliche Pflichten verletzt wurden.

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