Ab wann kann man eine Kreditkarte beantragen? Mindestalter, Voraussetzungen & Alternativen 2026

12.06.1056 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Eine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen beantragst du in Deutschland erst ab 18 Jahren – das ist gesetzlich festgelegt. Für Minderjährige gibt es jedoch legale Alternativen: Prepaid-Kreditkarten und Debitkarten, die Eltern ab 7 Jahren für ihre Kinder beantragen können. Dieser Artikel erklärt alle Altersregeln, gesetzlichen Grundlagen, Voraussetzungen und zeigt, welche Anbieter sich für welche Altersgruppe eignen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzliche Grundlage: Erfahre, warum eigenständige Kreditverträge erst ab 18 möglich sind und welche Rolle der Taschengeldparagraf spielt.
  • Voraussetzungen ab 18: Überblick über alle Pflichtkriterien – von Schufa-Score ≥ 95 bis Einkommensnachweis – für eine klassische Kreditkarte.
  • Studenten & Azubis: Erfahre, wie Azubis und Studierende ohne festes Gehalt an eine Kreditkarte kommen – etwa per Partnerkarte.
  • Karten für Minderjährige: Verstehe, warum Prepaid und Debitkarte die einzigen legalen Optionen unter 18 sind und wie Eltern den Antrag stellen.
  • Anbietervergleich Kinder: Vergleiche 8 Anbieter wie Bling, Revolut und DKB mit Mindestalter, Kosten und Besonderheiten auf einen Blick.
  • Klassisch vs. Prepaid: Finde heraus, welcher Kartentyp passt – mit Unterschieden bei Schufa, Kreditrahmen und Gebühren.
  • Kreditkarte trotz schlechter Schufa: Entdecke Alternativen wie Prepaid-Karten und gesicherte Kreditkarten, wenn die Bonität nicht ausreicht.
  • Häufige Fragen: Überblick über die meistgestellten Fragen rund um Mindestalter, Prepaid und Voraussetzungen für eine Kreditkarte.
  • Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.

Gesetzliche Grundlage: Geschäftsfähigkeit und Mindestalter in Deutschland

Ab wann kann man eine Kreditkarte beantragen? Die kurze Antwort: für eine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen brauchst du in Deutschland mindestens 18 Jahre. Das ist keine Bankentscheidung, sondern Gesetz. Welche legalen Optionen es dennoch gibt, regelt der Gesetzgeber für die Kreditkarte für Jugendliche im Detail. Eine Übersicht klassischer Bank-Kreditkarten zeigt die Angebote der verschiedenen Finanzinstitute.

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt die Geschäftsfähigkeit in drei Stufen. Kinder unter 7 Jahren sind vollständig geschäftsunfähig – sie können keinerlei Verträge abschließen, nicht einmal mit Zustimmung der Eltern. Zwischen 7 und 17 Jahren besteht beschränkte Geschäftsfähigkeit: Verträge sind grundsätzlich möglich, aber nur mit ausdrücklicher elterlicher Einwilligung oder Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Erst mit dem 18. Geburtstag tritt volle Geschäftsfähigkeit ein – und erst dann kannst du eigenständig rechtsverbindliche Kreditverträge abschließen.

Für Kreditkartenverträge gilt dabei eine besondere Hürde: Jeder Darlehensantrag eines Minderjährigen benötigt zusätzlich die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts, bevor eine Bank überhaupt Geld auszahlen darf. Das macht klassische Kreditkarten für unter 18-Jährige praktisch unerreichbar – selbst wenn die Eltern zustimmen würden.

Ein häufiges Missverständnis betrifft den sogenannten Taschengeldparagrafen (§ 110 BGB). Er erlaubt Minderjährigen, Verträge mit eigenem Taschengeld zu erfüllen – zum Beispiel beim Kauf eines Buches. Für Kreditkartenverträge greift er jedoch nicht. Der Grund: Kreditkartenverträge gehen weit über ein einmaliges Bargeschäft hinaus. Sie begründen laufende Kreditverpflichtungen, monatliche Abrechnungszyklen und potenzielle Schulden. Das ist rechtlich eine andere Kategorie.

Die Konsequenz für die Praxis ist eindeutig: Das Mindestalter von 18 Jahren gilt einheitlich für alle klassischen Kreditkarten mit eigenem Kreditrahmen in Deutschland – unabhängig davon, ob es sich um eine Visa, Mastercard oder ein anderes Kartennetzwerk handelt. Kein Anbieter kann oder darf davon abweichen. Wer jünger ist, hat nur eine legale Option: Prepaid-Kreditkarten oder Debitkarten, die über die Eltern laufen. Dazu mehr in den nächsten Abschnitten.

📌 Good to know

Der Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) klingt verlockend, hilft aber bei Kreditkarten nicht weiter. Er gilt nur für Bargeschäfte, die mit eigenem Geld sofort bezahlt werden – nicht für Kreditverträge mit laufenden Verpflichtungen.

Interessant ist auch die historische Perspektive: Die Altersgrenze von 18 Jahren ist in Deutschland seit der Absenkung des Volljährigkeitsalters im Jahr 1975 (vorher: 21 Jahre) stabil. Seitdem hat sich an der Grundregel für Kreditverträge nichts geändert. Europäische Nachbarländer wie Österreich und die Schweiz kennen vergleichbare Regelungen, auch wenn die Details im Einzelfall abweichen können.

Infografik: Ab wann es welche Karte gibt: 7, 12 oder 18 Jahre

Alle Altersgrenzen, Voraussetzungen und Anbieterkosten aus diesem Artikel in einer interaktiven Grafik. Wechsle die Ansicht, schalte bei den Kosten zwischen Monats- und Jahressicht um und tippe auf die Balken für den Detailwert samt Quelle. Über den Knopf am Fuß der Grafik lädst du die Grafik als PDF herunter.

Finalarm Infografik · interaktiv
Ab wann es welche Karte gibt: 7, 12 oder 18 Jahre
Die klassische Kreditkarte startet mit dem 18. Geburtstag, Guthabenkarten deutlich früher. Ansicht wechseln, Zeitraum wählen, Balken antippen.
18 Jahre
Mindestalter klassische Karte
volle Geschäftsfähigkeit nach BGB
7 Jahre
frühestes Alter für Prepaid
Vertrag läuft über die Eltern
ab 95
Schufa-Score gilt als unkritisch
darunter fällt der Rahmen kleiner aus
200 bis 500 €
Rahmen in der Ausbildung
Ausbildungsvergütung zählt als Einkommen
Ansicht:

Ab welchem Alter welche Karte möglich ist

Guthabenbasierte Karten starten früh, der Kreditrahmen erst mit der Volljährigkeit.

0 Jahre3 Jahre6 Jahre9 Jahre12 Jahre15 Jahre18 JahrePrepaid-Karte (Bling, bunq)Prepaid-Karte (Bling, bunq): ab 7 Jahrenab 7 JahrenDebitkarte (N26)Debitkarte (N26): ab 7 Jahrenab 7 JahrenSparkassen-Karte BasisSparkassen-Karte Basis: ab 12 Jahrenab 12 JahrenKlassische KreditkarteKlassische Kreditkarte: ab 18 Jahrenab 18 JahrenPartnerkarte über die ElternPartnerkarte über die Eltern: meist ab 18 Jahrenmeist ab 18 Jahren
unter 7
Jahren besteht Geschäftsunfähigkeit, es sind keinerlei Verträge möglich
7 bis 17
Jahre gilt beschränkte Geschäftsfähigkeit mit elterlicher Einwilligung
§ 110 BGB
Der Taschengeldparagraf greift bei Kartenverträgen nicht

Für Minderjährige sind Prepaid- und Debitkarten die legale Alternative; der Antrag muss immer von einem Erziehungsberechtigten gestellt werden. Quelle: Anbietervergleich und Rechtsteil des Artikels.

Quellen: Bürgerliches Gesetzbuch (§ 104, § 106, § 110 BGB) · § 31 ZKG (Basiskonto) · Anbieterangaben, zusammengestellt im Artikel
Stand: 02.09.2026

Klassische Kreditkarte ab 18: Alle Voraussetzungen im Überblick

Das Mindestalter von 18 Jahren ist nur die erste Hürde. Wer eine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen beantragen will, muss mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen. Hier sind alle Pflichtkriterien im Detail.

Wohnsitz und Girokonto: Du brauchst einen festen Wohnsitz in Deutschland sowie ein deutsches Girokonto. Ohne inländisches Konto ist eine klassische Kreditkarte bei deutschen Anbietern in der Regel nicht erhältlich. Das Girokonto dient als Referenzkonto für die monatliche Abrechnung. Viele Banken bieten daher direkt ein Girokonto mit Kreditkarte als Kombipaket an.

Positive Schufa-Auskunft: Die Schufa-Prüfung ist bei klassischen Kreditkarten Pflicht. Ein Score von mindestens 95 gilt als unkritisch und führt in der Regel zu einer problemlosen Genehmigung. Werte darunter können zu Ablehnung oder einem reduzierten Kreditrahmen führen. Negative Einträge – etwa aus geplatzten Krediten oder unbezahlten Rechnungen – sind nahezu durchgehend ein Ausschlusskriterium.

Regelmäßiges Einkommen: Kein Anbieter vergibt einen Kreditrahmen ohne Einkommensnachweis. Typischerweise werden die letzten zwei bis drei Gehaltsabrechnungen oder aktuelle Kontoauszüge verlangt. Die Höhe des Kreditrahmens hängt direkt vom Einkommen ab.

Neben diesen drei Kernvoraussetzungen fließen weitere Bonitätsfaktoren in die Entscheidung ein. Das Gesamteinkommen des Haushalts spielt eine Rolle, ebenso wie vorhandene Vermögenswerte – Lebensversicherungen, Immobilien, Ersparnisse oder Fahrzeuge. Die Art der Beschäftigung wird ebenfalls bewertet: Festangestellte haben es in der Regel leichter als Selbstständige oder Freiberufler, die schwankende Einkommen nachweisen müssen. Auch die bisherige Zahlungshistorie und eine bestehende Geschäftsbeziehung mit dem Kreditinstitut können positiv wirken. Eine solide finanzielle Rücklage ist ebenfalls ein positives Signal, wobei die Frage, wie hoch die Reserve sein muss, von den persönlichen Ausgaben abhängt.

Sonderfall Studierende: Wer studiert und kein regelmäßiges Gehalt vorweisen kann, hat trotzdem Chancen. Manche Anbieter akzeptieren BAföG-Bescheide, Nachweise über einen Nebenjob oder elterliche Unterhaltszahlungen als Einkommensnachweis. Einige Banken bieten spezielle Studentenkreditkarten mit niedrigerem Kreditrahmen an.

Antragsprozess: Die Antragstellung läuft heute fast ausschließlich online und dauert nur wenige Minuten. Nach erfolgreicher Prüfung ist die Karte in der Regel nach ein bis zwei Wochen einsatzbereit. Viele Anbieter ermöglichen mittlerweile auch eine sofortige digitale Nutzung über Apple Pay oder Google Pay, noch bevor die physische Karte im Briefkasten landet. Wie Sie den Prozess zum Kreditkarte beantragen Schnell und einfach online starten, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber. Gerade Anbieter von FinTech-Kreditkarten haben diesen digitalen und schnellen Antragsprozess perfektioniert.

Balkendiagramm Bonitätsfaktoren

0 25 50 75 100 Schufa-Score 95 Regelmäßiges Einkommen 90 Zahlungsverhalten 80 Beschäftigungsart 70 Haushaltseinkommen 65 Vermögenswerte 55
Bonitätsfaktoren: Relevanz für den Kreditkartenantrag (schematische Gewichtung)

Das Diagramm zeigt: Schufa-Score und regelmäßiges Einkommen sind die mit Abstand wichtigsten Faktoren. Wer hier solide aufgestellt ist, hat gute Chancen auf eine Genehmigung – selbst wenn andere Faktoren weniger stark ausgeprägt sind. Diese Kriterien sind ebenso entscheidend, wenn Verbraucher einen Gebrauchtwagen finanzieren wollen.

Kreditkarte für Studenten und Auszubildende: Optionen ohne festes Gehalt

Studierende und Auszubildende stehen ab 18 Jahren vor derselben rechtlichen Ausgangslage wie alle Volljährigen: Eine klassische Kreditkarte ist grundsätzlich möglich. Der Knackpunkt ist nicht das Alter, sondern der Einkommensnachweis. Gerade bei Auslandsaufenthalten sind die Konditionen entscheidend, weshalb sich ein Vergleich von Kreditkarten für Studenten im Ausland anbietet. Banken bewerten das regelmäßige Gehalt positiv, weshalb es eine eigene Kreditkarte für Auszubildende mit angepassten Konditionen gibt.

Auszubildende haben dabei oft die besseren Karten. Die Ausbildungsvergütung zählt als regelmäßiges Einkommen und wird von Banken als Nachweis akzeptiert. Der Kreditrahmen fällt bei niedriger Vergütung entsprechend gering aus – häufig zwischen 200 und 500 Euro. Wer die Probezeit hinter sich hat und einen laufenden Ausbildungsvertrag vorlegt, wird seltener abgelehnt.

Studierende ohne festes Gehalt müssen den Nachweis anders führen. Manche Banken akzeptieren einen BAföG-Bescheid, Belege über einen Werkstudenten- oder Minijob oder dokumentierte Unterhaltszahlungen der Eltern. Spezielle Studentenkreditkarten arbeiten mit einem bewusst niedrigen Kreditrahmen und verzichten in den ersten Jahren häufig auf das Jahresentgelt.

Partnerkarte über die Eltern: der unterschätzte Weg

Wer kein eigenes Einkommen nachweisen kann, kommt über eine Partnerkarte (auch Zusatzkarte genannt) an eine echte Kreditkarte. Ein Elternteil mit bestehender Kreditkarte lässt eine zweite Karte auf dasselbe Konto ausstellen. Der Hauptkarteninhaber – also das Elternteil – haftet für alle Umsätze und bleibt Vertragspartner der Bank.

Der Nachwuchs nutzt so eine vollwertige Kreditkarte mit Kreditrahmen, ohne eigene Schufa-Prüfung und ohne Einkommensnachweis. Viele Anbieter geben Partnerkarten ab 18 Jahren aus, einzelne bereits früher als reine Zusatzkarte. Damit lassen sich auch Mietwagen und Hotelreservierungen absichern, die eine Prepaid-Karte oft ablehnt. Einige Kreditkarten beinhalten sogar eine Vollkaskoversicherung für Mietwagen ohne Selbstbeteiligung.

Bürgschaft und Mitantrag

Ein weiterer Hebel ist die Bürgschaft. Einzelne Banken vergeben eine Kreditkarte an junge Erwachsene ohne ausreichendes Einkommen, wenn ein Elternteil oder eine dritte Person mit guter Bonität als Bürge oder Mitantragsteller einsteht. Die bürgende Person haftet dann für offene Beträge. Dieses Modell ist in Deutschland weniger verbreitet als die Partnerkarte, im Einzelfall aber eine echte Option.

Kreditkarte für Minderjährige: Prepaid und Debitkarte als legale Alternativen

Wer unter 18 ist, bekommt in Deutschland keine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen. Das ist nicht verhandelbar. Aber es gibt zwei legale Alternativen, die in der Praxis gut funktionieren: Prepaid-Kreditkarten und Debitkarten.

Die Prepaid-Kreditkarte: Sie sieht aus wie eine normale Kreditkarte und wird von Visa oder Mastercard akzeptiert – aber sie funktioniert auf Guthabenbasis. Das Kind oder der Jugendliche kann nur so viel ausgeben, wie vorher aufgeladen wurde. Ein Kreditrahmen existiert nicht, eine Verschuldung ist strukturell ausgeschlossen. Das macht die Prepaid-Karte zur einzigen legalen Kreditkartenform für Minderjährige in Deutschland.

Wichtig zu verstehen: Den Vertrag schließen nicht die Kinder ab, sondern die Eltern. Der Antrag muss von einem Erziehungsberechtigten gestellt und unterschrieben werden. Der Vertrag läuft rechtlich über die Eltern. Eine Bonitätsprüfung oder Schufa-Abfrage findet nicht statt – weder für das Kind noch für die Eltern.

Die Debitkarte: Sie ist an ein Girokonto gebunden. Jede Ausgabe wird sofort vom Konto abgebucht, es gibt keine Kreditfunktion. Debitkarten ermöglichen bargeldloses Zahlen weltweit und Geldabheben an Automaten. Auch hier ist elterliche Zustimmung notwendig, und der Vertrag läuft über die Erziehungsberechtigten. Damit sind sie Teil eines allgemeinen Trends, da bargeldlose Zahlungen erstmals in Deutschland den Einzelhandel dominieren.

Der praktische Unterschied zwischen Prepaid und Debit ist für Minderjährige oft gering. Beide Kartentypen schließen Verschuldung aus. Der wesentliche Unterschied: Prepaid-Karten müssen aktiv aufgeladen werden, Debitkarten greifen direkt auf das Girokonto zu. Für Eltern, die ihrem Kind ein festes Budget geben wollen, ist die Prepaid-Variante oft die bessere Wahl – weil das Kind nicht versehentlich das gesamte Kontoguthaben ausgeben kann.

Viele moderne Anbieter haben die elterliche Kontrolle stark ausgebaut. Über begleitende Apps können Eltern Ausgabelimits setzen, einzelne Händlerkategorien sperren (zum Beispiel Online-Glücksspiel) und Echtzeit-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion erhalten. Das gibt Eltern Sicherheit und Kindern gleichzeitig die Möglichkeit, eigenverantwortlich mit Geld umzugehen – ein pädagogisch wertvoller Effekt.

💡 Tip

Nutze die Prepaid-Karte als Lernwerkzeug. Lade monatlich das Taschengeld auf und lass dein Kind selbst entscheiden, wofür es das Geld ausgibt. Das trainiert Budgetkompetenz – lange bevor die erste echte Kreditkarte in Frage kommt.

Ein weiterer Vorteil für Eltern: Da keine Schufa-Abfrage stattfindet, hinterlässt die Karte für das Kind keinerlei Spuren in der Bonitätshistorie. Wenn das Kind später mit 18 eine eigene Kreditkarte beantragt, startet es mit einer unbelasteten Schufa-Akte.

Zu beachten ist außerdem: Nicht alle Karten, die als "Kreditkarte" vermarktet werden, sind auch wirklich Kreditkarten im rechtlichen Sinne. Viele Jugendkarten sind technisch Debitkarten oder Prepaid-Karten, die lediglich das Visa- oder Mastercard-Logo tragen. Das ist für die alltägliche Nutzung kein Problem – bei bestimmten Diensten wie Mietwagen oder Hotelreservierungen kann es jedoch zu Einschränkungen kommen, da dort manchmal explizit eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen verlangt wird. Die genaue Abgrenzung der Kartentypen ist entscheidend, denn was eine Kreditkarte ist, hängt von ihrer Funktionsweise ab.

Anbietervergleich: Kreditkarten und Debitkarten für Kinder und Jugendliche

Der Markt für Kinder- und Jugendkarten hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Frühestes Mindestalter bei Prepaid-Kreditkarten: 7 Jahre. Gängige Untergrenze vieler traditioneller Anbieter wie der Sparkasse: 12 Jahre. Einige Anbieter starten erst ab 14 Jahren. Hier ist ein vollständiger Überblick.

Anbieter Kartenname Mindestalter Kartentyp Kosten Besonderheit
Bling Bling Card 7 Jahre Prepaid Mastercard ab 2,99 €/Monat (Jahresabo) Kinder-App zum Budgetieren
bunq Kinderkonto 7 Jahre Prepaid k. A. Eltern setzen Limits, erhalten Benachrichtigungen
N26 N26 Debitkarte 7 Jahre Debitkarte k. A. Echtzeit-Zahlungsverfolgung, Ausgabelimits
DKB DKB u18 Visa Debitkarte unter 18 Debitkarte 0 Euro Weltweites gebührenfreies Bezahlen und Abheben
Revolut Revolut <18 Standard unter 18 Prepaid/Debitkarte 0 Euro Abheben bis 100 €/Monat ohne Gebühren, Elternkontrolle
Commerzbank Prepaid Junior Kreditkarte bis 18 Jahre Prepaid 0 Euro Verschuldung strukturell ausgeschlossen
ING ING Kinder Visa Card unter 18 Debitkarte k. A. Elterliche Zustimmung erforderlich
Sparkasse Sparkassen-Karte Basis ab 12 Jahren Prepaid k. A. Unterschrift Erziehungsberechtigte erforderlich

Auffällig ist die Spreizung bei den Kosten: Während DKB, Revolut und Commerzbank ihre Jugendkarten ohne Entgelt anbieten, verlangt Bling ab 2,99 Euro pro Monat im Jahresabo. Dafür liefert Bling eine besonders ausgereifte Kinder-App mit Budgetierungs-Features, die für jüngere Kinder ab 7 Jahren pädagogisch wertvoll sein kann.

Revolut punktet mit dem gebührenfreien weltweiten Bargeldabheben bis 100 Euro pro Monat – ideal für Jugendliche, die ins Ausland reisen oder Schüleraustausche machen. DKB bietet ebenfalls weltweites gebührenfreies Abheben, ohne Monatslimit im Standardtarif. Besonders für Studierende gibt es oft spezielle Angebote, wie ein Vergleich von Studentenkonten zeigt.

Für Eltern, die Wert auf maximale Kontrolle legen, sind bunq und Bling besonders interessant: Beide bieten Echtzeit-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion und die Möglichkeit, Ausgabelimits per App in Sekundenschnelle anzupassen. Das gibt Sicherheit, ohne das Kind zu bevormunden.

Wichtig: Bei allen genannten Anbietern gilt ohne Ausnahme – der Antrag muss von einem Erziehungsberechtigten gestellt werden. Kein Anbieter akzeptiert einen Antrag, der allein von einem Minderjährigen eingereicht wird. Die Unterschrift der Eltern ist zwingend erforderlich.

Klassische Kreditkarte vs. Prepaid-Kreditkarte: Unterschiede auf einen Blick

Viele verwechseln Prepaid-Kreditkarten mit echten Kreditkarten. Der Name klingt ähnlich, die Funktionsweise ist grundlegend verschieden. Hier sind die wichtigsten Unterschiede – für Erwachsene ab 18 Jahren, die sich zwischen beiden Optionen entscheiden müssen. Ein detaillierter Vergleich von Kreditkarte und Prepaid-Karte zeigt die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.

Merkmal Klassische Kreditkarte Prepaid-Kreditkarte
Kreditrahmen Ja – monatliche Abrechnung Nein – nur Guthaben nutzbar
Schufa-Prüfung Ja – zwingend erforderlich Nein – keine Bonitätsprüfung
Verschuldungsrisiko Ja – bei Nichtzahlung Nein – strukturell ausgeschlossen
Einkommensnachweis Pflicht Nicht erforderlich
Mindestalter (Erwachsene) 18 Jahre 18 Jahre (selbst); ab 7 J. mit Eltern
Geeignet bei negativer Schufa Nein Ja
Jahresentgelt (Einstieg) 0 – 600 € je nach Karte Oft ohne Entgelt oder günstig
Mietwagen / Hotelreservierung Problemlos möglich Einschränkungen möglich

Die klassische Kreditkarte bietet mehr Flexibilität – du kannst Ausgaben auf den nächsten Monat verschieben und profitierst oft von Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen oder Vorteilsprogrammen. Platin-Kreditkarten können dabei Jahresentgelte von 100 bis 600 Euro kosten, bieten dafür aber umfangreiche Reise- und Concierge-Services. Ein bekanntes Beispiel für eine solche Premium-Karte ist die American Express Rose Gold Card.

Die Prepaid-Kreditkarte ist die sicherere Wahl für alle, die kein Verschuldungsrisiko eingehen wollen oder deren Schufa-Score nicht ausreicht. Sie ist auch eine gute Übergangslösung für junge Erwachsene, die gerade 18 geworden sind und noch kein geregeltes Einkommen haben.

Ein praktischer Hinweis für Vielreisende: Bei Mietwagen-Buchungen und Hotelreservierungen verlangen viele Anbieter explizit eine Kreditkarte mit Kreditrahmen. Prepaid-Karten werden dort oft nicht akzeptiert, weil keine Kaution blockiert werden kann. Wer regelmäßig reist, sollte langfristig auf eine klassische Kreditkarte hinarbeiten. Dabei ist es wichtig, die Höhe der Mietwagen-Kaution und das eigene Kreditkartenlimit im Blick zu haben.

Kreditkarte trotz schlechter Schufa: Was sind die Alternativen?

Eine negative Schufa ist kein Weltuntergang – aber sie schließt klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen in Deutschland praktisch aus. Kein seriöser Anbieter vergibt einen Kreditrahmen an jemanden mit negativen Schufa-Einträgen. Was bleibt?

Prepaid-Kreditkarte ohne Schufa-Prüfung: Das ist die direkteste Alternative. Anbieter wie PayCenter mit der SupremaCard vergeben Prepaid-Kreditkarten explizit auch bei negativem Schufa-Eintrag. Da kein Kredit gewährt wird, gibt es kein Ausfallrisiko für den Anbieter – und damit auch keinen Grund für eine Bonitätsprüfung. Du lädst Guthaben auf und kannst weltweit bezahlen.

Gesicherte Kreditkarte (Secured Credit Card): Bei diesem Modell hinterlegst du eine Kaution, die als Kreditrahmen dient. Wenn du 500 Euro hinterlegst, bekommst du einen Kreditrahmen von 500 Euro. Das Risiko für den Anbieter ist null, weshalb die Schufa-Anforderungen deutlich niedriger sind. In Deutschland ist dieses Modell weniger verbreitet als in den USA, aber es gibt vereinzelte Angebote.

Debitkarte: Viele Direktbanken bieten Debitkarten ohne Schufa-Prüfung an, da sie direkt mit dem Girokonto verknüpft sind. Das gesetzliche Basiskonto (Pfändungsschutzkonto) steht in Deutschland jedem zu – unabhängig von der Bonität. Dazu gibt es in der Regel eine Debitkarte. Die Unterschiede zwischen Girocard, Debit- und Kreditkarte sind für den Alltagseinsatz und auf Reisen entscheidend.

Schufa-Score verbessern: Langfristig ist die Verbesserung des Schufa-Scores die beste Strategie. Negative Einträge werden nach drei Jahren nach vollständiger Begleichung der Schuld gelöscht. Pünktliche Zahlungen, das Schließen ungenutzter Kreditlinien und das Vermeiden häufiger Kreditanfragen helfen dabei, den Score schrittweise zu verbessern.

Ein Score von mindestens 95 gilt als unkritisch für eine Kreditkarte. Wer diesen Wert erreicht hat, kann problemlos eine klassische Kreditkarte beantragen. Der Weg dorthin erfordert Geduld – aber er ist für die meisten Menschen erreichbar.

Wichtig zu wissen: Jede Kreditkartenanfrage hinterlässt selbst eine Spur in der Schufa. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit können den Score temporär senken. Nutze deshalb Vergleichsportale, die mit sogenannten Konditionsanfragen arbeiten – diese sind Schufa-neutral und beeinflussen deinen Score nicht. Ein solcher Kreditkarten-Vergleich hilft dabei, die passende Karte ohne Risiko für den Schufa-Score zu finden.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann man in Deutschland eine Kreditkarte beantragen?

Für klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen gilt in Deutschland ein Mindestalter von 18 Jahren. Prepaid-Kreditkarten können mit elterlicher Zustimmung je nach Anbieter bereits ab 7 Jahren genutzt werden – der Vertrag läuft dann über die Erziehungsberechtigten.

Kann ein 16- oder 17-Jähriger eine Kreditkarte beantragen?

Nicht eigenständig. Mit Zustimmung der Eltern ist eine Prepaid-Kreditkarte oder Debitkarte möglich. Der Vertrag läuft rechtlich über die Erziehungsberechtigten. Eine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen ist für Minderjährige in Deutschland nicht erhältlich.

Welche Voraussetzungen braucht man für eine klassische Kreditkarte?

Mindestalter 18 Jahre, Wohnsitz in Deutschland, deutsches Girokonto, positive Schufa-Auskunft (Schwellenwert ≥ 95 gilt als unkritisch) sowie ein Nachweis regelmäßigen Einkommens durch Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge. Anbieter von Kurzzeitkrediten stellen ähnliche Bedingungen, wie unsere Erfahrungen mit Vexcash zeigen.

Kann man mit schlechter Schufa eine Kreditkarte bekommen?

Klassische Kreditkarten sind bei negativer Schufa nicht erhältlich. Alternativen sind Prepaid-Kreditkarten ohne Bonitätsprüfung, gesicherte Kreditkarten mit Kaution sowie Debitkarten, die an ein Girokonto gebunden sind und keine Schufa-Prüfung erfordern. Vor allem gesicherte Modelle ermöglichen eine Kreditkarte ohne Schufa mit Limit, da die hinterlegte Kaution als Sicherheit dient.

Können Eltern eine Kreditkarte für ihr Kind beantragen?

Eltern können ausschließlich eine Prepaid-Kreditkarte oder Debitkarte für ihr Kind beantragen. Sie müssen den Antrag stellen und unterzeichnen. Eine Bonitätsprüfung des Kindes findet nicht statt. Je nach Anbieter ist das ab 7 Jahren möglich, bei der Sparkasse ab 12 Jahren.

Was ist der Unterschied zwischen Prepaid-Kreditkarte und klassischer Kreditkarte?

Prepaid-Karten funktionieren auf Guthabenbasis ohne Kreditrahmen und ohne Schufa-Prüfung. Klassische Kreditkarten gewähren einen Kreditrahmen, setzen Volljährigkeit, positive Bonität und Einkommensnachweis voraus. Verschuldung ist nur bei klassischen Karten möglich. Sobald du volljährig bist und die Voraussetzungen erfüllst, kannst du verschiedene Anbieter miteinander vergleichen, wobei dir unser Vergleich klassischer Kreditkarten zeigt, worauf es dabei ankommt. Ein Vergleich von Prepaid-Kreditkarten legt die Unterschiede bei den Gebührenmodellen offen.

Gilt der Taschengeldparagraf für Kreditkartenverträge?

Der Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) hilft hier nicht: Er erlaubt Minderjährigen nur einmalige Bargeschäfte mit eigenem Geld, während Kreditkartenverträge laufende Kreditverpflichtungen begründen. Solche Verträge erfordern zwingend volle Geschäftsfähigkeit ab 18 Jahren.

Bekommen Auszubildende eine Kreditkarte?

Ab 18 Jahren ja. Die Ausbildungsvergütung zählt als regelmäßiges Einkommen und wird von Banken als Nachweis akzeptiert. Der Kreditrahmen orientiert sich an der Höhe der Vergütung und liegt bei niedrigem Einkommen häufig zwischen 200 und 500 Euro.

Was ist eine Partnerkarte und ab welchem Alter gilt sie?

Eine Partnerkarte ist eine Zusatzkarte auf dem Kreditkartenkonto einer anderen Person, meist eines Elternteils. Der Hauptkarteninhaber haftet für alle Umsätze. Damit nutzen junge Erwachsene eine echte Kreditkarte ohne eigene Schufa-Prüfung – viele Anbieter geben sie ab 18 Jahren aus, einzelne bereits früher. Eine gängige Variante ist die Prepaid Partner Kreditkarte, die auf Guthabenbasis funktioniert.