Das Wichtigste in Kürze
- Grundlagen: Was ein Optionsschein ist und wie er wirkt.
- Call und Put: Die zwei Grundrichtungen im Vergleich.
- Discount-Call: Rabatt beim Kauf, Cap als Gewinngrenze.
- Beispiel: Eine Rechnung Schritt für Schritt.
- Steuern und Risiken: Besteuerung 2026 sowie Chancen und Gefahren.
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Nachteile
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- Unbegrenzte Verluste beim Stillhalten
- Margin Call bei Verlusten möglich
- Nur für Anleger mit hoher Risikoklasse
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.
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So funktionieren Optionsscheine
Optionsscheine gehören zur Anlageklasse der Derivate. Das heißt: Ihr Preis leitet sich nicht aus einem eigenen Wert ab, sondern hängt an einem Basiswert. Solche Basiswerte können einzelne Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sein, aber auch Währungen, Rohstoffe oder Indizes. Steigt oder fällt der Basiswert, verändert sich der Wert des Optionsscheins mit.
Wenn du einen Optionsschein kaufst, erwirbst du gegen Zahlung einer Prämie ein Recht: Du darfst einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Preis und zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft kaufen oder verkaufen. Du bist dazu nicht verpflichtet. Läuft der Kurs gegen dich, kannst du das Recht auch verfallen lassen und verlierst dann nur die eingesetzte Prämie. So kannst du gezielt auf steigende oder auf fallende Kurse setzen.
Genau darin liegt aber auch die Gefahr. Optionsscheine zählen zu den vergleichsweise riskanten Anlagen, weil sowohl Gewinne als auch Verluste sehr hoch ausfallen können. Wer hier investiert, sollte die Funktionsweise verstehen und nur Kapital einsetzen, dessen Verlust er verkraften kann. Für einen Überblick über weitere Anlageformen lohnt sich ein Blick in unseren Bereich Wirtschaftswissen.
Für den Preis eines Optionsscheins spielen mehrere Faktoren zusammen. Neben dem Kurs des Basiswerts beeinflussen die Restlaufzeit, die erwartete Schwankungsbreite des Marktes und das allgemeine Zinsniveau, wie viel du zahlst. Ein Optionsschein verliert zudem mit jedem Tag, den er näher an den Verfallstermin rückt, etwas an Zeitwert. Dieser stetige Zeitwertverfall arbeitet gegen dich, solange sich der Basiswert nicht in die erhoffte Richtung bewegt. Wer Optionsscheine handelt, kämpft also nicht nur gegen fallende Kurse, sondern auch gegen die verrinnende Zeit.
📌 Good to know
Optionsschein und Option klingen ähnlich, sind aber nicht dasselbe. Optionsscheine werden von Banken oder Wertpapierhäusern ausgegeben und können nur gekauft werden. Optionen dagegen handeln Marktteilnehmer an einer Terminbörse und können auch verkauft werden. Für Privatanleger ist meist der Optionsschein die zugänglichere Variante.
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Call- und Put-Optionsscheine
Bei Optionsscheinen unterscheidet man zwei Grundrichtungen. Sie entscheiden darüber, ob du auf steigende oder auf fallende Kurse setzt.
Der Call: Wette auf steigende Kurse
Mit einem Call-Optionsschein gehst du davon aus, dass der Basiswert innerhalb der Laufzeit steigt. Du kaufst das Recht, das Finanzprodukt in der Zukunft zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis zu erwerben. Liegt der Marktkurs am Ende über diesem Ausübungspreis, ist dein Recht etwas wert. Der englische Begriff „Call“ steht dabei schlicht für eine Kaufoption.
Der Put: Wette auf fallende Kurse
Ein Put-Optionsschein funktioniert spiegelbildlich. Du erwartest, dass die Kurse des Basiswerts fallen, und erwirbst das Recht, den Basiswert später zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Fällt der Kurs unter diesen Preis, kannst du profitieren. So lassen sich mit Puts auch bestehende Depotpositionen gegen Kursverluste absichern.
Ob Call oder Put: Beide Varianten reagieren nicht eins zu eins auf den Basiswert, sondern verstärkt. Diese Hebelwirkung ist das zentrale Merkmal von Optionsscheinen und der Grund, warum sie so schwankungsanfällig sind.
💡 Tip
Die Hebelwirkung spiegelt eine Kursänderung des Basiswerts überproportional wider. Steigt der Basiswert, kann der Optionsschein um ein Vielfaches zulegen. Dasselbe gilt aber auch in die andere Richtung: Bei fallenden Kursen greift der Hebel ebenso stark bei den Verlusten. Kalkuliere deshalb immer beide Szenarien durch, bevor du kaufst.
Sonderform Discount-Call-Optionsschein
Ein Discount-Call-Optionsschein zeichnet sich durch einen Discount aus, also durch einen Preisabschlag beim Kauf. Diesen Rabatt gibt es nicht geschenkt: Im Gegenzug sind die möglichen Gewinne gedeckelt. Du kannst nur bis zu einer festgelegten Obergrenze, dem sogenannten Cap, an den Kurssteigerungen des Basiswerts teilhaben.
Konkret heißt das: Notiert der Basiswert am Ende der Laufzeit höher als beim Kauf, profitierst du von diesem Gewinn – aber höchstens bis zum Cap. Liegt der Kurs auf oder oberhalb des Caps, erhältst du den Höchstbetrag ausgezahlt. Steigt der Basiswert darüber hinaus, bringt dir das keinen zusätzlichen Cent mehr. Genau hier liegt der Preis für den Rabatt.
Fällt der Basiswert dagegen ungünstig, kann es teuer werden. Notiert er am Laufzeitende auf Höhe des Ausgabepreises oder darunter, droht der Totalverlust: Der Discount-Call-Optionsschein verfällt dann wertlos, und deine gesamte eingesetzte Prämie ist verloren.
Für welche Marktlage sich das eignet
Discount-Call-Optionsscheine spielen ihre Stärke vor allem in leicht steigenden oder seitwärts tendierenden Märkten aus. In dieser Konstellation kannst du überproportional an einer moderaten Kurssteigerung teilhaben, während dich der Rabatt gegenüber einem klassischen Optionsschein günstiger einsteigen lässt. Der Haken bleibt: Ob ein Kurs tatsächlich nur leicht steigt, lässt sich nie zuverlässig vorhersagen.
Die Discount-Variante gibt es übrigens nicht nur als Call, sondern auch als Put. Mit einem Discount-Put erwirbst du das Recht, den Basiswert zum festgelegten Preis und Termin zu verkaufen. Auch hier gibt es beim Kauf einen Rabatt, weil ein Gewinn nur möglich ist, wenn der Kurs am Bewertungstag innerhalb der definierten Spanne liegt.
Der Unterschied zum klassischen Optionsschein
Der zentrale Unterschied lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Beim klassischen Call zahlst du mehr, kannst aber unbegrenzt an steigenden Kursen teilhaben. Beim Discount-Call zahlst du weniger, gibst dafür aber die Chance auf, von einer starken Rally zu profitieren. Du tauschst also unbegrenztes Aufwärtspotenzial gegen einen sofortigen Preisvorteil. Wer eine Aktie ohnehin nur für begrenzt steigend hält, gibt mit dem Cap etwas auf, das er ohnehin nicht erwartet – und bekommt dafür einen realen Rabatt. Wer dagegen auf einen kräftigen Kurssprung setzt, ist mit dem klassischen Optionsschein besser bedient. Die Wahl hängt also weniger vom Produkt als von deiner Kurserwartung ab.
Beispielrechnung für derartige Investitionen
Am besten wird die Funktionsweise an einem konkreten Beispiel deutlich. Als Basiswert dient eine Aktie mit einem Kurswert von 50 Euro. Der Discount-Call-Optionsschein ist mit einem Cap von 60 Euro ausgestattet, die zu zahlende Prämie beträgt 5 Euro.
Die maximale Rückzahlung ergibt sich aus der Differenz zwischen Cap und Basispreis, also 60 Euro minus 50 Euro gleich 10 Euro pro Optionsschein. Da du 5 Euro Prämie gezahlt hast, liegt dein maximaler Gewinn bei 5 Euro. Diesen Höchstbetrag erreichst du, wenn die Aktie am Laufzeitende bei 60 Euro oder höher notiert.
Der ideale Fall
Steigt die Aktie am Ende der Laufzeit auf genau 60 Euro, zeigt sich die Hebelwirkung deutlich. Wer die Aktie direkt gekauft hat, verbucht einen Gewinn von 10 Euro, also 20 Prozent. Mit dem Discount-Call-Optionsschein bekommst du 10 Euro zurück, hast dafür aber nur 5 Euro eingesetzt. Das entspricht einem Gewinn von 5 Euro oder 100 Prozent bezogen auf dein Kapital – ein prozentual deutlich höherer Ertrag als beim Direktinvestment.
Die Verlustzone
Damit du überhaupt in die Gewinnzone kommst, muss die Aktie am Bewertungstag auf mindestens 55 Euro gestiegen sein. Erst dann übersteigt die Rückzahlung deine gezahlte Prämie von 5 Euro. Bleibt der Kurs unverändert oder fällt er, erleidest du einen Totalverlust – der Optionsschein wird wertlos.
Ein Trost bleibt: Dein Verlust ist auf die 5 Euro Kaufpreis begrenzt. Beim Direktinvestment in die Aktie kann der absolute Verlust höher ausfallen, etwa wenn der Kurs deutlich unter 45 Euro rutscht. Der begrenzte Kapitaleinsatz begrenzt also auch den maximalen Verlust in Euro – prozentual bleibt das Risiko aber hoch, weil ein Totalverlust jederzeit möglich ist.
Steuern, Chancen und Risiken im Überblick
Mit Discount-Call-Optionsscheinen kannst du mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportionale Gewinne erzielen – auch wenn diese durch den Cap gedeckelt sind. Der Reiz liegt im Preisabschlag: Er sorgt dafür, dass der Discount-Call bei einem moderaten Anstieg des Basiswerts einen höheren absoluten Gewinn erzielt als ein klassischer Optionsschein ohne Gewinnobergrenze oder ein Direktinvestment.
Dem steht ein klares Risiko gegenüber. Fällt der Basiswert, verliert der Schein schnell an Wert, im schlimmsten Fall bis zum Totalverlust. Optionsscheine sind daher kein Basisinvestment für die Altersvorsorge, sondern eine spekulative Beimischung. Erfahrung, ein Verständnis der Hebelwirkung und ein klarer Plan für den Ausstieg sind hier wichtiger als bei einem breit gestreuten Aktienfonds.
Wie Gewinne besteuert werden
Gewinne aus Optionsscheinen unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr (2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren) bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Verbriefte Optionsscheine werden dabei nach der Rechtsprechung als normale Kapitalerträge behandelt und fallen nicht unter die strengeren Sonderregeln für Termingeschäfte.
Wichtig für die Steuerplanung: Die frühere Beschränkung, nach der Verluste aus Termingeschäften nur bis 20.000 Euro jährlich und nur mit gleichartigen Gewinnen verrechnet werden durften, wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 rückwirkend abgeschafft. Verluste aus solchen Geschäften lassen sich seither wieder uneingeschränkt mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Bei komplexen Fällen ist ein Steuerberater die sicherste Anlaufstelle.
Unterm Strich sind Discount-Call-Optionsscheine ein Werkzeug für Anleger mit einer klaren, eher moderaten Kurserwartung. Sie belohnen den, der richtig liegt, mit einem überproportionalen Ertrag und einem günstigen Einstieg – bestrafen falsche Einschätzungen aber ebenso konsequent mit dem Totalverlust der Prämie. Wer sich dafür entscheidet, sollte die Bedingungen des jeweiligen Scheins genau lesen, auf die Restlaufzeit achten und die Position im Verhältnis zum Gesamtvermögen klein halten. Als Beimischung mit begrenztem Kapitaleinsatz können sie eine durchdachte Ergänzung sein – als Fundament eines Depots taugen sie nicht.
📌 Good to know
Optionsscheine sind in Deutschland keine breite Massenanlage. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hält Derivate wie Optionsscheine oder Zertifikate im Depot. Das unterstreicht, dass es sich um ein Nischenprodukt für erfahrene Anleger handelt und nicht um ein Standardinstrument für den Vermögensaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Call an der Börse?
Call ist die englische Bezeichnung für eine Kaufoption. Du erwirbst damit das Recht, ein Wertpapier während der Laufzeit zum festgelegten Ausübungspreis zu kaufen. Du kannst die Option nutzen oder ungenutzt verfallen lassen, wenn sich der Kurs gegen dich entwickelt.
Was ist ein Capped Call?
Ein Capped Call ist ein Optionsschein mit begrenztem Gewinnpotenzial. Überschreitet der Kurs des Basiswerts am Bewertungsstichtag den festgelegten Cap, wird trotzdem nur der vereinbarte Höchstbetrag ausgezahlt. Der Discount-Call ist eine solche gedeckelte Variante.
Warum ist ein Discount-Call günstiger?
Der Rabatt entsteht als Ausgleich für die Gewinnobergrenze. Weil dein Ertrag durch den Cap begrenzt ist und du oberhalb dieser Grenze nicht mehr profitierst, verlangt der Emittent beim Kauf einen niedrigeren Preis als für einen klassischen Optionsschein ohne Deckelung.
Wie werden Gewinne besteuert?
Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person bleibt steuerfrei. Die frühere 20.000-Euro-Grenze für die Verrechnung von Termingeschäftsverlusten wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft.

















