Ölpreis Brent: Entwicklung seit 1987 und Unterschied zu WTI

04.10.34 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 04.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Ölpreis Brent ist der Preis für ein Barrel Nordseeöl und Referenz für rund 80 % des Welthandels. Du findest die Entwicklung seit 1987 mit EIA-Daten, Rekorde, den Unterschied zu WTI, einen Barrel-Liter-Umrechner und den Anteil von Rohöl und Steuern am Spritpreis.

Ölpreis Brent: Energiepreise verstehen, ruhige Wohnszene, kein Tankstellenbild

Das Wichtigste in Kürze

  • Was der Brent-Preis misst: Erfahre, welches Nordseeöl hinter Brent steckt und warum rund 80 % des Welthandels daran hängen.
  • Ölpreis-Entwicklung seit 1987: Sieh, wie sich der Jahresdurchschnitt von Brent seit 2000 verändert hat, mit amtlichen EIA-Daten.
  • Brent, WTI und OPEC-Korb: Vergleiche die drei Referenzsorten: 2025 kostete Brent im Schnitt 3,75 US-Dollar mehr als WTI.
  • Was den Ölpreis bewegt: Verstehe, wie OPEC+, Lagerbestände, Nachfrage und Dollar 2026 den Preis über 130 US-Dollar trieben.
  • Barrel in Liter umrechnen: Rechne 1 Barrel = 158,987 Liter um und den Fasspreis in Cent je Liter, in Dollar und Euro.
  • Geschichte seit 1973: Entdecke die Wendepunkte von der ersten Ölkrise bis zur Hormus-Krise im Jahr 2026.
  • Crashs und Erholung: Erfahre, wie Brent in 7 Krisen um 50 bis 87 % fiel und wie lange es bis zum alten Hoch dauerte.
  • Vom Barrel zum Liter Benzin: Sieh, warum vom Liter Super im September 2026 nur gut ein Viertel auf das Rohöl entfiel.
  • Contango und Rollverluste: Verstehe, warum ein Öl-ETC bei Contango in 12 Monaten rund 26 % verlieren kann, ohne dass Öl billiger wird.
  • Wege ins Öl-Investment: Überblick über ETCs, Aktien-ETFs und CFDs sowie 2 Öl-ETCs mit 0,49 % Kosten und ihrem Volumen.
  • Steuern in Deutschland: Erfahre, wie 25 % Abgeltungsteuer und 1.000 € Pauschbetrag bei Öl-ETCs, ETFs und CFDs greifen.
  • Risiken im Überblick: Verstehe Preis-, Roll-, Währungs- und Emittentenrisiko: 2026 fiel Brent in 3 Monaten um 50,4 %.
  • Quellen und Methodik: Überblick über die amtlichen Datenquellen, die tägliche Aktualisierung der Preisdaten und die Rechenwege von Finalarm.

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Was ist der Ölpreis Brent?

Der Ölpreis Brent ist der Weltmarktpreis für ein Barrel (158,987 Liter) leichtes, schwefelarmes Rohöl aus der Nordsee und die wichtigste Preisreferenz für Rohöl überhaupt: Nach Angaben der Börse ICE Futures Europe ist Brent der Maßstab für rund 80 % des weltweit gehandelten Rohöls. Wenn in Nachrichten vom „Ölpreis“ die Rede ist, meinen Börsen- und Wirtschaftsredaktionen in Europa fast immer Brent, gemessen in US-Dollar je Barrel.

Brent ist keine einzelne Ölquelle mehr, sondern ein Korb. Ursprünglich stammte das Öl aus dem gleichnamigen Feld vor den Shetlandinseln. Weil dessen Förderung zurückging, ermitteln die Preisagenturen den Brent-Preis heute aus mehreren Nordsee-Sorten: Brent, Forties, Oseberg, Ekofisk und Troll, abgekürzt BFOET. Seit Juni 2023 gehört zusätzlich US-Rohöl der Sorte WTI Midland zum Korb, das per Tanker nach Europa geliefert wird. Der Korb sorgt dafür, dass genug physisches Öl hinter dem Ölpreis steht und kein einzelner Händler ihn mit wenigen Ladungen verschieben kann.

Den einen Brent-Preis gibt es trotzdem nicht. Drei Varianten begegnen dir: Dated Brent ist der Spotpreis für physische Ladungen, die in den nächsten Tagen verschifft werden. Die US-Energiebehörde EIA veröffentlicht einen solchen Spotpreis als „Europe Brent Spot Price FOB“, und auf dieser amtlichen Reihe beruhen alle historischen Zahlen in diesem Artikel. Der Brent-Future an der ICE ist ein Terminkontrakt über 1.000 Barrel mit Fälligkeit in einem der folgenden Monate. Den Frontmonat dieses Futures zeigen die meisten Kurstafeln. Dazu kommen Indikationen von Brokern und Datenanbietern, die fortlaufend aus den Futures berechnet werden, etwa im Chart unten.

Am 29. September 2026 kostete ein Barrel Brent laut EIA 113,96 US-Dollar. Der jüngste amtliche Monatsdurchschnitt, August 2026, lag bei 91,08 US-Dollar, umgerechnet mit dem EZB-Monatsmittel rund 78,56 Euro. Das sind 34,2 % mehr als im August 2025. Den Rekord hält weiterhin der 3. Juli 2008 mit 143,95 US-Dollar.

Kursverlauf

Brent im Chart

Kursverlauf verzögert · Chart: TradingView · Kursdaten ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

Auf einen Blick

Brent-Ölpreis: die wichtigsten Kennzahlen

Live-Kurs verzögert, Daten: TradingView

Letzter Tageswert

125,44 US-Dollar je Barrel

am 06.10.2026 (Brent Spot, EIA; Veröffentlichung mit einigen Tagen Verzug)

Rekordhoch (Tageswert)

143,95 US-Dollar

am 03.07.2008

Rekordtief (Tageswert)

9,10 US-Dollar

am 10.12.1998

Veränderung über 1 Jahr

+87,0 %

gegenüber 06.10.2025 (67,09 US-Dollar)

Veränderung über 5 Jahre

+52,3 %

gegenüber 07.10.2021 (82,34 US-Dollar)

Jahresdurchschnitt 2025

69,14 US-Dollar

WTI im selben Jahr: 65,39 US-Dollar, Abstand 3,75 US-Dollar

Umrechnung

1 Barrel = 158,987 Liter

entspricht 42 US-Gallonen

Stand 29.09.2026 · Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Europe Brent Spot Price FOB; Wechselkurs: EZB; eigene Berechnung

📌 Good to know

Der Kurschart zeigt eine laufend berechnete Indikation auf Basis der Brent-Futures, die Kennzahlen dagegen den physischen Spotpreis (Dated Brent) der EIA. Beide liegen meist nah beieinander, können in angespannten Märkten wie 2026 aber um mehrere US-Dollar auseinanderlaufen, weil Futures die Erwartung für die kommenden Monate enthalten.

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Ölpreis-Entwicklung: Brent seit 1987 in Zahlen

Der Brent-Preis schwankt stärker als fast jeder Aktienindex: Seit Beginn der EIA-Tagesreihe am 20. Mai 1987 reicht die Spanne von 9,10 US-Dollar (10. Dezember 1998) bis 143,95 US-Dollar (3. Juli 2008). Der Chart zeigt die Monatsdurchschnitte der EIA. Du kannst den Zeitraum umschalten und mit der Maus oder dem Finger einzelne Monate ansehen.

Verlauf

Brent-Ölpreis seit 1987

US-Dollar je Barrel

Tageswerte der letzten Jahre, davor Monatsdurchschnitte seit Mai 1987 · zuletzt 06.10.2026: 125,44

Stand 08.10.2026 · Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Europe Brent Spot Price FOB

Von 1987 bis 1999 bewegte sich Brent im Jahresschnitt zwischen 12,76 US-Dollar (1998) und 23,76 US-Dollar (1990). Danach begann eine lange Teuerung: Bis 2008 stieg das Jahresmittel auf 96,94 US-Dollar. Von 2011 bis 2013 lag es dreimal in Folge über 108 US-Dollar, so hoch wie in keiner anderen Phase. Der Einbruch 2015 halbierte den Ölpreis, und 2020 fiel das Jahresmittel mit 41,96 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 2004.

Die Tabelle zeigt deshalb keine Rendite, sondern die Veränderung des Jahresdurchschnittspreises gegenüber dem Vorjahr. Diesen Wert hat Finalarm aus den Jahresmitteln der EIA berechnet. Er beschreibt, wie viel teurer oder billiger Rohöl im Jahresmittel wurde, nicht was ein Anleger mit einem Ölprodukt verdient hätte. Ein Ölpreis lässt sich nicht wie eine Aktie kaufen und halten. Wie stark Produkte vom Spotpreis abweichen, erklärt der Abschnitt zu Contango und Rollverlusten.

Wertentwicklung

Brent-Ölpreis: Rendite Jahr für Jahr

Letzte 5 Jahre zusammen (2021–2025): +64,7 % · Brent-Spotpreis in US-Dollar, Jahresmittel gegenüber Vorjahresmittel; keine Anlagerendite eines Produkts

JahrVeränderung des Jahresdurchschnittspreises
2016−16,6 %
2017+24,0 %
2018+31,8 %
2019−9,9 %
2020−34,7 %
2021+68,9 %
2022+42,4 %
2023−18,3 %
2024−2,4 %
2025−14,1 %

Stand 31.12.2025 · Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Europe Brent Spot Price FOB, Jahresmittel; eigene Berechnung

Auffällig ist das Muster aus Sprüngen in beide Richtungen. 2021 stieg der Jahresschnitt nach dem Corona-Jahr um 68,9 %, 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine noch einmal um 42,4 % auf 100,93 US-Dollar. Danach sank er drei Jahre in Folge: 2023 um 18,3 %, 2024 um 2,4 % und 2025 um 14,1 % auf 69,14 US-Dollar. Von 2000 bis 2025 gab es 15 Jahre mit steigendem und 11 Jahre mit fallendem Jahresmittel. Der stärkste Rückgang war 2015 mit −47,1 %.

2026 hat sich das Bild gedreht. Von Januar bis August lag Brent im Schnitt bei 90,66 US-Dollar, gegenüber 71,30 US-Dollar im gleichen Zeitraum 2025. Das ist ein Plus von 27,2 %. In Euro fiel der Anstieg kleiner aus: Mit den EZB-Monatskursen umgerechnet kostete ein Barrel von Januar bis August 2026 durchschnittlich 78,00 Euro nach 64,43 Euro im Vorjahreszeitraum, also 21,1 % mehr. Der Unterschied kommt vom Wechselkurs. Weil der Euro gegenüber dem Dollar zugelegt hatte, bekamen Käufer im Euroraum für denselben Dollarbetrag mehr Öl. Wie der Wechselkurs entsteht, erklärt der Ratgeber zum Devisenmarkt.

Brent, WTI und OPEC-Korb: der Unterschied

Brent, WTI und der OPEC-Korb unterscheiden sich vor allem in Herkunft, Qualität und Lieferort: Brent ist Nordseeöl, das auf dem Seeweg gehandelt wird, WTI (West Texas Intermediate) ist US-Rohöl mit Lieferort Cushing im Bundesstaat Oklahoma, und der OPEC-Korb ist der Durchschnitt aus zwölf Exportsorten der OPEC-Mitglieder. Für Europa ist Brent der maßgebliche Preis, weil die Raffinerien hier überwiegend Öl beziehen, das auf dem Seeweg ankommt.

MerkmalBrentWTIOPEC-Korb (ORB)
HerkunftNordsee (Brent, Forties, Oseberg, Ekofisk, Troll) plus WTI MidlandUSA, Lieferung in Cushing (Oklahoma)12 Sorten, z. B. Arab Light, Basrah Medium, Murban, Merey
Qualitätleicht und schwefelarm („light sweet“)Future: 37 bis 42 Grad API, höchstens 0,42 % Schwefelgemischt, schwere und schwefelreiche Sorten enthalten
Wichtigster KontraktICE Brent Futures, London (1.000 Barrel)NYMEX Light Sweet Crude Oil Futures, New York (1.000 Barrel)kein Future, täglich von der OPEC berechnet
AbrechnungBarausgleich gegen den ICE Brent Index oder Tausch in physisches Öl (EFP)physische Lieferung in CushingDurchschnittspreis
Jahresmittel 202569,14 US-Dollar65,39 US-Dollarkeine Angabe
Januar bis Juli 202571,79 US-Dollar68,25 US-Dollar71,88 US-Dollar
Januar bis Juli 202690,60 US-Dollar83,38 US-Dollar92,04 US-Dollar
BedeutungReferenz für rund 80 % des WelthandelsReferenz für NordamerikaOrientierung für die OPEC-Förderpolitik

Brent kostet meistens etwas mehr als WTI. 2025 betrug der Abstand im Jahresmittel 3,75 US-Dollar je Barrel. Die Differenz, im Handel „Brent-WTI-Spread“ genannt, spiegelt Transportkosten und die Lage der Märkte wider: WTI wird im Binnenland Oklahoma geliefert und muss per Pipeline an die Küste, bevor es exportiert werden kann. Brent ist direkt auf Tankern verfügbar. Als 2011 bis 2013 die US-Schieferölförderung schneller wuchs als die Pipelines zur Küste, lag der Abstand bei über 10 US-Dollar. 2026 weitete er sich erneut: Laut EIA betrug er im März 12 US-Dollar, weil Brent stärker auf höhere Frachtkosten und die gestörten Lieferungen aus dem Nahen Osten reagierte.

Brent minus WTI: Abstand im Jahresmittel seit 2010

0 $5 $10 $15 $20 $2010: Brent 0,13 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20102011: Brent 16,38 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20112012: Brent 17,58 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20122013: Brent 10,58 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20132014: Brent 5,80 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20142015: Brent 3,66 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20152016: Brent 0,35 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20162017: Brent 3,33 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20172018: Brent 6,11 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20182019: Brent 7,31 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20192020: Brent 2,80 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20202021: Brent 2,73 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20212022: Brent 6,03 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20222023: Brent 4,91 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20232024: Brent 3,89 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)20242025: Brent 3,75 US-Dollar je Barrel teurer als WTI (Jahresmittel)2025
Differenz der Jahresmittel von Brent und WTI in US-Dollar je Barrel. Dunkle Balken: Abstand über 10 US-Dollar. Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Spotpreise; eigene Berechnung. Stand: Jahresmittel 2025.

Der OPEC-Korb (OPEC Reference Basket) ist kein handelbarer Preis, sondern ein Rechenwert aus Saharan Blend (Algerien), Djeno (Kongo), Zafiro (Äquatorialguinea), Rabi Light (Gabun), Iran Heavy, Basrah Medium (Irak), Kuwait Export, Es Sider (Libyen), Bonny Light (Nigeria), Arab Light (Saudi-Arabien), Murban (Vereinigte Arabische Emirate) und Merey (Venezuela). Weil schwere, schwefelreiche Sorten wie Merey günstiger sind, lag der Korb früher meist unter Brent. 2026 kehrte sich das zeitweise um: Im Juni 2026 kostete der Korb laut OPEC 89,75 US-Dollar, North Sea Dated 85,17 US-Dollar. Sorten wie Arab Light (96,89 US-Dollar) waren knapp, weil weniger Öl durch die Straße von Hormus kam.

Was den Ölpreis bewegt: OPEC+, Lagerbestände, Nachfrage und Dollar

Der Ölpreis ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage an den Terminbörsen, und vier Kräfte bewegen ihn am stärksten: die Förderpolitik von OPEC+, die Höhe der weltweiten Lagerbestände, die Nachfrage der Weltwirtschaft und der Wert des US-Dollars. Dazu kommen geopolitische Störungen, die das Angebot schlagartig verknappen können, wie 2022 und 2026.

OPEC+: gemeinsame Förderpolitik seit 2016

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) und weitere Förderländer, darunter Russland und Kasachstan, stimmen ihre Fördermengen seit der Declaration of Cooperation vom 10. Dezember 2016 als OPEC+ gemeinsam ab. Die Gruppe legt Förderziele fest und kann Öl zurückhalten, um den Ölpreis zu stützen, oder mehr fördern, um Marktanteile zurückzugewinnen. Wie schnell das Gefüge kippen kann, zeigte 1986: In der ersten Aprilwoche fiel der Spotpreis kurzzeitig unter 10 US-Dollar, ein Drittel des Niveaus vom November 1985. Ökonomen der Federal Reserve Bank of San Francisco werteten das damals als Ende der OPEC-Dominanz.

Lagerbestände: 2026 rund 400 Mio. Barrel weniger

Die Lagerbestände sind der Puffer zwischen Förderung und Verbrauch. Sinken sie, steigt der Ölpreis, weil Raffinerien um sofort verfügbares Öl konkurrieren. Steigen sie, drückt das auf den Ölpreis. Die EIA schätzte im September 2026, dass die weltweiten Ölvorräte im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich 3,9 Millionen Barrel pro Tag geschrumpft sind und seit Jahresbeginn um insgesamt rund 400 Millionen Barrel. Am Terminmarkt zeigt sich das in der Form der Futures-Kurve, mehr dazu im Abschnitt zu Contango.

Nachfrage und Konjunktur: der Einbruch 2020

Rohöl wird vor allem zu Kraftstoffen, Heizöl, Kerosin und Grundstoffen für die Chemie verarbeitet. Wächst die Weltwirtschaft, steigt der Verbrauch, in Rezessionen bricht er ein. Am deutlichsten war das 2020: Mit den Corona-Lockdowns fiel die Nachfrage so stark, dass Brent am 21. April 2020 nur noch 9,12 US-Dollar kostete. Die Finanzkrise drückte den Ölpreis von 143,95 US-Dollar im Juli 2008 auf 33,73 US-Dollar im Dezember 2008.

US-Dollar und Zinsen: 27,2 % Plus in Dollar, 21,1 % in Euro

Der US-Dollar ist die Handelswährung für Öl weltweit. Wird der Dollar stärker, wird Öl für Käufer in Euro, Yen oder Rupien teurer, was die Nachfrage dämpft. Für dich als Verbraucher oder Anleger in Deutschland zählt deshalb der Ölpreis in Euro. Wie oben gezeigt, stieg Brent von Januar bis August 2026 in Dollar um 27,2 %, in Euro aber nur um 21,1 %. Zinsen wirken über zwei Wege: Höhere Zinsen bremsen die Konjunktur und verteuern die Lagerhaltung, weil gebundenes Kapital Geld kostet.

Geopolitik: 7,5 Mio. Barrel pro Tag stillgelegt

Rund um den Persischen Golf liegen einige der größten Förderländer, und ein Großteil ihrer Exporte muss durch die Straße von Hormus. Ab März 2026 waren die Ölflüsse durch diese Meerenge stark eingeschränkt. Die EIA schätzte, dass Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain im März zusammen 7,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag stilllegen mussten, weil die Lager voll liefen. Brent stieg von 71,32 US-Dollar am 27. Februar auf 138,21 US-Dollar am 7. April 2026. Im August kamen laut EIA Angriffe auf saudische Exporte über das Rote Meer und neue US-Sanktionen gegen iranisches Öl hinzu.

Barrel in Liter umrechnen

Ein Barrel Rohöl entspricht genau 42 US-Gallonen oder 158,987 Litern. Um den Brent-Preis in Cent je Liter umzurechnen, teilst du den Ölpreis je Barrel durch den Euro-Dollar-Kurs und durch 158,987. Beim Augustmittel 2026 von 91,08 US-Dollar und einem Kurs von 1,1593 US-Dollar je Euro ergibt das 49,4 Cent je Liter Rohöl.

Das Barrel (englisch für Fass) stammt aus den Anfängen der US-Ölindustrie im 19. Jahrhundert, als Öl in Holzfässern transportiert wurde. Heute wird Öl in Pipelines und Tankern bewegt, das Barrel ist aber die Handelseinheit an allen großen Börsen geblieben. Abgekürzt wird es mit „bbl“. Mengenangaben zur Förderung stehen meist in Barrel pro Tag (b/d), Lagerbestände in Millionen Barrel.

Interaktiver Umrechner

Barrel in Liter umrechnen und Literpreis berechnen

Gib Menge, Brent-Preis und Euro-Kurs ein. Der Umrechner zeigt Liter, Gallonen und den reinen Rohölpreis je Liter.

Barrel
US-$
$ je €
Schnellwahl Brent-Preis

Das sind

–

–

In US-Gallonen

–

Rohöl je Liter in Euro

–

Cent, ohne Steuern

Rohöl je Liter in US-Dollar

–

ohne Steuern

Wert der Menge

–

in Euro

Rechenweg: Liter = Barrel × 158,987 (1 Barrel = 42 US-Gallonen à 3,785 Liter). Cent je Liter = Preis je Barrel ÷ Wechselkurs ÷ 158,987 × 100. Benzin- und Destillatausbeute nach EIA: US-Raffinerien erzeugten 2023 aus 42 Gallonen Rohöl 19,57 Gallonen Benzin und 12,47 Gallonen Destillate (Diesel, Heizöl).

Rohölpreis ohne Raffinerie, Transport und Steuern. Voreinstellung: EIA-Monatsmittel August 2026 und EZB-Monatsmittel August 2026.

Der Literpreis des Rohöls ist nicht der Ölpreis an der Zapfsäule. Aus einem Liter Rohöl wird auch kein Liter Benzin: Raffinerien spalten das Öl in viele Produkte auf. US-Raffinerien erzeugten 2023 laut EIA aus einem Barrel Rohöl rund 74 Liter Benzin, 47 Liter Destillate wie Diesel und Heizöl und 17 Liter Kerosin. Durch das Aufspalten entsteht zudem mehr Volumen als eingesetzt wurde, der sogenannte Processing Gain lag 2023 bei rund 6,3 %. Europäische Raffinerien sind stärker auf Diesel ausgerichtet, die Anteile unterscheiden sich daher.

💡 Tip

Für die grobe Umrechnung im Kopf reicht eine Faustregel: Ein US-Dollar je Barrel entspricht bei einem Kurs um 1,15 US-Dollar je Euro gut einem halben Cent je Liter Rohöl. Steigt Brent um 10 US-Dollar, verteuert sich das Rohöl je Liter also um rund 5,5 Cent, mit Mehrwertsteuer um rund 6,5 Cent.

Geschichte des Ölpreises: von der Ölkrise 1973 bis 2026

Die Geschichte des Ölpreises ist eine Folge von Angebotsschocks und Preisstürzen: Zweimal, 1973 und 1979, vervielfachten politische Krisen den Ölpreis, mehrmals ließen Überangebot und Rezessionen ihn einbrechen. Die Zeitleiste zeigt die wichtigsten Stationen. Für die Zeit vor 1987, als es noch keine amtliche Brent-Tagesreihe gab, stützen sich die Werte auf die Federal Reserve und ihre regionalen Notenbanken.

Geschichte

Von der Ölkrise bis zur Hormus-Krise: Meilensteine des Ölpreises

  1. Erste Ölkrise 11,65 $

    Das Ölembargo arabischer Förderländer ab dem 19. Oktober 1973 vervierfacht den Ölpreis fast: von 2,90 US-Dollar je Barrel auf 11,65 US-Dollar im Januar 1974.

  2. Zweite Ölkrise

    Nach der Revolution im Iran fällt dessen Förderung bis Januar 1979 um 4,8 Mio. Barrel pro Tag. Saudi Arabian Light kostet 1978 im Schnitt 13 US-Dollar, 1982 rund 33 US-Dollar.

  3. Preisverfall < 10 $

    Nach Jahren sinkender OPEC-Marktanteile bricht der Preis ein: In der ersten Aprilwoche 1986 fällt der Spotpreis kurzzeitig unter 10 US-Dollar, ein Drittel der 30 US-Dollar vom November 1985.

  4. Rekordtief der Brent-Reihe 9,10 $

    Nach der Asienkrise notiert Brent am 10. Dezember 1998 bei 9,10 US-Dollar, dem tiefsten Tageswert seit Beginn der EIA-Reihe 1987.

  5. Allzeithoch 143,95 $

    Am 3. Juli 2008 erreicht Brent 143,95 US-Dollar. Bis zum 26. Dezember 2008 fällt der Preis in der Finanzkrise auf 33,73 US-Dollar.

  6. Ölschwemme 26,01 $

    Von 115,19 US-Dollar am 19. Juni 2014 sinkt Brent bis zum 20. Januar 2016 auf 26,01 US-Dollar, ein Minus von 77 %.

  7. OPEC+ entsteht

    Am 10. Dezember 2016 vereinbaren die OPEC-Staaten und weitere Förderländer, darunter Russland, in Wien die Declaration of Cooperation. Seitdem stimmt die Gruppe ihre Fördermengen gemeinsam ab.

  8. Negativer Ölpreis −36,98 $ (WTI)

    Im Corona-Lockdown fällt WTI am 20. April 2020 auf minus 36,98 US-Dollar je Barrel. Brent sinkt am 21. April auf 9,12 US-Dollar.

  9. Krieg in der Ukraine 133,18 $

    Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine steigt Brent am 8. März 2022 auf 133,18 US-Dollar. Das Jahresmittel 2022 liegt bei 100,93 US-Dollar.

  10. WTI Midland im Brent-Korb

    Seit Juni 2023 zählt US-Rohöl der Sorte WTI Midland zu den Sorten, aus denen der Brent-Preis ermittelt wird.

  11. Hormus-Krise 138,21 $

    Der Konflikt im Nahen Osten bremst die Ölexporte durch die Straße von Hormus. Brent steigt von 71,32 US-Dollar am 27. Februar auf 138,21 US-Dollar am 7. April 2026, im September erneut auf bis zu 130,80 US-Dollar.

Quelle: Federal Reserve History; Federal Reserve Bank of San Francisco; EIA (Brent- und WTI-Spotpreise); ICE Futures Europe; OPEC

Die beiden Ölkrisen der 1970er-Jahre zeigen ein Muster, das sich 2022 und 2026 wiederholte: Fällt ein großer Teil des Angebots aus einer Region aus, steigt der Ölpreis schneller, als neue Förderung oder Sparsamkeit der Verbraucher nachkommen können. Umgekehrt dauern Phasen des Überangebots oft Jahre, weil Förderprojekte langfristig geplant sind. Zwischen dem Hoch im Herbst 1990 und der Rückkehr auf dieses Niveau lagen mehr als 13 Jahre.

Wichtig für die Einordnung: Alle Preise in der Zeitleiste sind nominal, also nicht um die Inflation bereinigt. Die 11,65 US-Dollar vom Januar 1974 entsprechen heute einem deutlich höheren Betrag. Wie stark die Kaufkraft über die Jahrzehnte sinkt, lässt sich mit dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts nachvollziehen.

Ölpreis-Crashs: Wie tief Brent fiel und wie lange die Erholung dauerte

In sieben großen Krisen seit 1990 verlor Brent zwischen 50 % und 87 % seines Werts, und zweimal ist das alte Hoch bis heute nicht wieder erreicht: Das Rekordhoch von 143,95 US-Dollar aus dem Juli 2008 hat der Ölpreis auch in der Hormus-Krise 2026 nicht überschritten. Die Tabelle beruht auf den Tageswerten der EIA. Gemessen ist jeweils der Verlust vom Hoch vor der Krise bis zum Tief und die Zahl der Monate, bis der Ölpreis das alte Hoch wieder übertraf.

Krisen

Wie tief der Brent-Ölpreis fiel und wie lange die Erholung dauerte

KriseHoch → TiefVerlustZurück auf altem Hoch nach
Golfkrieg 1990/9109/1990 → 02/1991−57,3 %161 Monate
Asienkrise 1997/9810/1996 → 12/1998−64,2 %11 Monate
Finanzkrise 200807/2008 → 12/2008−76,6 %noch nicht erreicht
Ölschwemme 2014–1606/2014 → 01/2016−77,4 %74 Monate
Corona-Crash 202001/2020 → 04/2020−87,0 %14 Monate
Nach dem Hoch 202203/2022 → 12/2025−55,0 %4 Monate
Nach dem Hoch 202604/2026 → 07/2026−50,4 %noch nicht erreicht

Tageswerte in US-Dollar je Barrel. Verlust vom Hoch vor der Krise bis zum Tief; Monate vom Tief bis zum ersten Tageswert über dem alten Hoch. Stand der Daten: 29.09.2026.

Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Brent-Spotpreis (Tageswerte); eigene Berechnung

Im Vergleich mit Aktienindizes fallen zwei Dinge auf. Erstens sind die Verluste größer: Der S&P 500 verlor in der Finanzkrise 56,8 %, Brent im selben Jahr 76,6 %. Mehr zu den Einbrüchen am Aktienmarkt steht im Artikel zum S&P 500. Zweitens gibt es beim Öl keinen eingebauten Aufwärtstrend. Aktienindizes steigen langfristig, weil Unternehmen Gewinne erwirtschaften und reinvestieren. Rohöl ist ein Rohstoff, dessen Preis dauerhaft von Angebot und Nachfrage abhängt. Nach dem Golfkrieg 1990 dauerte es 161 Monate, also über 13 Jahre, bis Brent das Hoch von 41,45 US-Dollar wieder erreichte.

Die Erholungen verliefen sehr unterschiedlich schnell. Nach dem Corona-Crash 2020, dem tiefsten Einbruch der Reihe mit minus 87 %, notierte Brent schon im Juni 2021 wieder über dem Januarhoch von 70,25 US-Dollar. Nach der Ölschwemme von 2014 bis 2016 vergingen dagegen 74 Monate. Für die Tiefs nach 2022 und 2026 sind die Zeiträume kurz, weil der Ölpreis sehr schnell zwischen Extremen wechselte: Vom Hoch am 7. April 2026 fiel Brent bis zum 2. Juli auf 68,53 US-Dollar, ein Minus von 50,4 %, und stieg bis Mitte September wieder auf 130,80 US-Dollar.

Vom Barrel zum Liter Benzin: was im Spritpreis steckt

Vom Preis für einen Liter Superbenzin entfiel im September 2026 nur gut ein Viertel auf das Rohöl: 62,3 von 234,5 Cent. Der größte Block sind Steuern und Abgaben, also Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer, zusammen 117,7 Cent. Deshalb schlagen Bewegungen beim Ölpreis an der Zapfsäule gedämpft durch: Verdoppelt sich der Rohölpreis, steigt der Literpreis längst nicht um das Doppelte.

So setzt sich der Preis für einen Liter Super zusammen

RohölRaffinerie, Transport, VertriebEnergiesteuerCO₂-PreisMehrwertsteuerAug. 2025Aug. 2025 · Rohöl: 36,7 Cent je Liter (21 % des Preises)36,7Aug. 2025 · Raffinerie, Transport, Vertrieb: 29,2 Cent je Liter (17 % des Preises)29,2Aug. 2025 · Energiesteuer: 65,5 Cent je Liter (38 % des Preises)65,5Aug. 2025 · CO₂-Preis: 12,5 Cent je Liter (7 % des Preises)Aug. 2025 · Mehrwertsteuer: 27,3 Cent je Liter (16 % des Preises)27,3171,2 ctFeb. 2026Feb. 2026 · Rohöl: 37,7 Cent je Liter (21 % des Preises)37,7Feb. 2026 · Raffinerie, Transport, Vertrieb: 34,0 Cent je Liter (19 % des Preises)34,0Feb. 2026 · Energiesteuer: 65,5 Cent je Liter (36 % des Preises)65,5Feb. 2026 · CO₂-Preis: 14,8 Cent je Liter (8 % des Preises)14,8Feb. 2026 · Mehrwertsteuer: 28,9 Cent je Liter (16 % des Preises)28,9180,9 ctApr. 2026Apr. 2026 · Rohöl: 63,0 Cent je Liter (29 % des Preises)63,0Apr. 2026 · Raffinerie, Transport, Vertrieb: 38,0 Cent je Liter (18 % des Preises)38,0Apr. 2026 · Energiesteuer: 65,5 Cent je Liter (30 % des Preises)65,5Apr. 2026 · CO₂-Preis: 14,8 Cent je Liter (7 % des Preises)14,8Apr. 2026 · Mehrwertsteuer: 34,5 Cent je Liter (16 % des Preises)34,5215,8 ctJuni 2026Juni 2026 · Rohöl: 46,6 Cent je Liter (24 % des Preises)46,6Juni 2026 · Raffinerie, Transport, Vertrieb: 48,2 Cent je Liter (25 % des Preises)48,2Juni 2026 · Energiesteuer: 51,4 Cent je Liter (27 % des Preises)51,4Juni 2026 · CO₂-Preis: 14,8 Cent je Liter (8 % des Preises)14,8Juni 2026 · Mehrwertsteuer: 30,6 Cent je Liter (16 % des Preises)30,6191,6 ctSep. 2026Sep. 2026 · Rohöl: 62,3 Cent je Liter (27 % des Preises)62,3Sep. 2026 · Raffinerie, Transport, Vertrieb: 54,5 Cent je Liter (23 % des Preises)54,5Sep. 2026 · Energiesteuer: 65,5 Cent je Liter (28 % des Preises)65,5Sep. 2026 · CO₂-Preis: 14,8 Cent je Liter (6 % des Preises)14,8Sep. 2026 · Mehrwertsteuer: 37,4 Cent je Liter (16 % des Preises)37,4234,5 ct
Durchschnitt der montäglichen Verbraucherpreise für Superbenzin (E5) in Deutschland je Monat, in Cent je Liter. Preisdaten: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, veröffentlicht im Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission. Rohöl: Brent-Monatsmittel der EIA (September: 1. bis 29.09.2026), umgerechnet mit EZB-Kursen. Energiesteuer und CO₂-Preis: EnergieStG, BEHG und Steuerangaben im Weekly Oil Bulletin. Eigene Berechnung, Stand 28.09.2026.
MonatPreis Super (ct/l)BrentRohöl (ct/l)Raffinerie, Transport, Vertrieb (ct/l)Energiesteuer (ct/l)CO₂-Preis (ct/l)Mehrwertsteuer (ct/l)
Aug. 2025171,267,87 $36,729,265,4512,5427,3
Feb. 2026180,970,89 $37,734,065,4514,8228,9
Apr. 2026215,8117,29 $63,038,065,4514,8234,5
Juni 2026191,685,40 $46,648,251,4114,8230,6
Sep. 2026234,5114,08 $62,354,565,4514,8237,4

So hat Finalarm gerechnet: 5 Bausteine je Liter

Grundlage sind die Preise der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, an die alle Tankstellen in Deutschland ihre Preise melden. Das Bundeswirtschaftsministerium meldet daraus jeden Montag den Durchschnittspreis für Superbenzin mit bis zu 5 % Ethanol (E5) an die EU-Kommission, die ihn im Weekly Oil Bulletin veröffentlicht, mit und ohne Steuern. Finalarm hat daraus Monatsmittel gebildet und den Preis in fünf Bausteine zerlegt:

  • Rohöl: Brent-Monatsmittel der EIA, mit dem EZB-Monatskurs in Euro umgerechnet und durch 158,987 Liter geteilt. Das ist eine Vereinfachung, weil aus einem Liter Rohöl kein Liter Benzin entsteht und deutsche Raffinerien nicht nur Brent verarbeiten.
  • Raffinerie, Transport, Vertrieb: Das ist der Rest bis zum Preis ohne Steuern. Darin stecken Verarbeitungskosten, die Marge der Raffinerien am Benzin, Transport, Lagerung, die Beiträge für die Pflichtvorräte sowie Kosten und Gewinn der Tankstellen.
  • Energiesteuer: 65,45 Cent je Liter nach § 2 Energiesteuergesetz. Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 galt ein um 14,04 Cent gesenkter Satz von 51,41 Cent.
  • CO₂-Preis: Der Brennstoffemissionshandel nach dem BEHG verteuerte Benzin 2025 um 12,54 Cent (55 Euro je Tonne CO₂) und 2026 um 14,82 Cent je Liter netto. 2026 gilt erstmals ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne.
  • Mehrwertsteuer: 19 % auf alles zusammen, also auch auf Energiesteuer und CO₂-Preis.

Was die Zahlen für 2025 und 2026 zeigen

Zwischen Februar und April 2026 stieg Brent von 70,89 auf 117,29 US-Dollar. Der Rohölanteil am Liter Super wuchs dadurch von 37,7 auf 63,0 Cent, also um 25,3 Cent. Der Literpreis kletterte um 34,9 Cent, weil die Mehrwertsteuer mitwächst und auch die Raffinerie- und Vertriebsspanne von 34,0 auf 38,0 Cent zulegte. Im Juni 2026 sank die Energiesteuer um 14,04 Cent, gleichzeitig lag die Spanne für Raffinerie, Transport und Vertrieb mit 48,2 Cent deutlich höher als im April. Ob das an knappen Benzinmengen am Großhandelsmarkt oder an höheren Margen lag, lässt sich aus diesen Daten allein nicht trennen.

Im September 2026 erreichte die Spanne 54,5 Cent je Liter, fast doppelt so viel wie im August 2025. Die EIA verweist auf weltweit knappe Produktmärkte, vor allem bei Diesel, unter anderem durch Ausfälle von Raffinerien in Russland und die fehlenden Mengen aus dem Nahen Osten. Laut Statistischem Bundesamt kosteten Kraftstoffe im August 2026 insgesamt 27,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Inflationsrate lag bei 2,9 %, im September nach erster Schätzung bei 3,3 %.

Beim Heizöl wirkt der Ölpreis noch direkter, weil die Energiesteuer auf leichtes Heizöl mit 6,135 Cent je Liter deutlich niedriger ist. Laut Weekly Oil Bulletin kosteten 100 Liter Heizöl in Deutschland am 28. September 2026 im Schnitt 169,74 Euro, ein Jahr zuvor 93,09 Euro. Das Statistische Bundesamt meldete für August 2026 bei leichtem Heizöl ein Plus von 49,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Contango und Rollverluste: warum ein Öl-ETC dem Ölpreis nicht folgt

Ein Öl-ETC ist an Terminkontrakte gekoppelt und folgt deshalb nicht dem Ölpreis, den du in den Nachrichten siehst, sondern dem Wert von Terminkontrakten, die regelmäßig erneuert werden müssen. Kosten die später fälligen Kontrakte mehr als die auslaufenden, verliert das Produkt bei jedem Wechsel Geld, auch wenn der Ölpreis gleich bleibt. Diese Marktlage heißt Contango, der Verlust Rollverlust. Im umgekehrten Fall, der Backwardation, entsteht ein Rollgewinn.

Der Grund ist die Lagerung. Rohöl lässt sich nicht beliebig in ein Depot legen. Ein Anbieter, der den Ölpreis abbilden will, kauft deshalb Future-Kontrakte, also Verträge über eine Lieferung in einem bestimmten Monat. Kurz vor der Fälligkeit verkauft er sie und kauft Kontrakte mit späterer Fälligkeit. Dieses „Rollen“ verhindert, dass er tatsächlich Öl abnehmen muss. Der Preisunterschied zwischen altem und neuem Kontrakt bestimmt, ob das Rollen Geld kostet oder bringt. Wie Futures-basierte Fonds allgemein funktionieren, steht im Ratgeber zu Futures-ETFs.

Rechenbeispiel: ein Jahr Contango

Angenommen, du legst 1.000 Euro in einen Öl-ETC an. Der auslaufende Future kostet 80 US-Dollar, der nächste 82 US-Dollar. Beim Rollen verkauft der Emittent für 1.000 Euro Kontrakte zu 80 US-Dollar und kauft mit demselben Geld Kontrakte zu 82 US-Dollar. Er bekommt dafür nur 80 ÷ 82 = 97,56 % der bisherigen Ölmenge. Läuft der neue Kontrakt einen Monat später wieder bei 80 US-Dollar aus und wiederholt sich das Muster jeden Monat, schrumpft dein Anteil zwölfmal um 2,44 %. Nach einem Jahr sind von 1.000 Euro rechnerisch noch 744 Euro übrig, ein Minus von 25,6 %, obwohl der Ölpreis bei jedem Rolltermin genau 80 US-Dollar betrug.

In Backwardation läuft es andersherum. Kostet der nächste Kontrakt nur 78 US-Dollar, erhält der Emittent beim Rollen 80 ÷ 78 = 102,56 % der Menge. Nach zwölf Monaten wären aus 1.000 Euro 1.355 Euro geworden, ohne dass sich der Ölpreis bewegt hat. Die Beispiele sind vereinfacht: Sie lassen Gebühren, Zinserträge auf die Sicherheiten und Wechselkurse weg, und echte Kurven ändern ihre Form ständig.

Rechenbeispiel: 1.000 Euro im Öl-ETC bei gleichbleibendem Ölpreis

600 €800 €1.000 €1.200 €1.400 €0123456789101112Monat 0: Contango 1.000 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.000 €Monat 1: Contango 976 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.026 €Monat 2: Contango 952 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.052 €Monat 3: Contango 929 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.079 €Monat 4: Contango 906 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.107 €Monat 5: Contango 884 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.135 €Monat 6: Contango 862 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.164 €Monat 7: Contango 841 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.194 €Monat 8: Contango 821 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.225 €Monat 9: Contango 801 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.256 €Monat 10: Contango 781 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.288 €Monat 11: Contango 762 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.321 €Monat 12: Contango 744 € · Spotpreis 1.000 € · Backwardation 1.355 €Contango (+2,5 % je Monat)Spotpreis unverändertBackwardation (−2,5 % je Monat)
Modellrechnung von Finalarm: Wert einer Anlage von 1.000 Euro nach 0 bis 12 monatlichen Rollterminen bei konstantem Preis des auslaufenden Kontrakts (80 US-Dollar) und einem Folgekontrakt zu 82 bzw. 78 US-Dollar. Ohne Gebühren, Zinsen und Wechselkurs. Keine Prognose.

Wie die Kurve 2020 und 2026 aussah

Das extremste Beispiel für Contango lieferte der April 2020. Die Nachfrage war eingebrochen, die Lager in Cushing füllten sich, und wer Öl zur Lieferung im Mai abnehmen musste, fand kaum noch Platz. Am 20. April 2020 fiel der WTI-Spotpreis laut EIA auf minus 36,98 US-Dollar je Barrel: Verkäufer zahlten dafür, dass ihnen jemand das Öl abnahm. Produkte, die den Frontmonat hielten, erlitten hohe Rollverluste.

2026 dagegen war der Markt in deutlicher Backwardation, weil sofort verfügbares Öl knapp war. Laut Monatsbericht der OPEC vom August 2026 lag der Abschlag des sechsten Brent-Kontrakts gegenüber dem ersten im Juli 2026 bei 6,11 US-Dollar je Barrel, zwischen erstem und drittem Kontrakt bei 3,17 US-Dollar. In solchen Phasen kann ein Öl-ETC besser abschneiden als der Spotpreis.

📌 Good to know

Ein Ausweg ist die Streuung über Laufzeiten: Manche Anbieter verteilen ihre Positionen auf mehrere Laufzeiten oder rollen nach festen Regeln vor dem Großteil des Marktes, um Rollverluste zu dämpfen. Welchen Index ein ETC abbildet und wie er rollt, steht im Basisinformationsblatt und im Factsheet des Emittenten.

So lässt sich in Öl investieren

Ein direktes Investment in Rohöl ist für Privatanleger praktisch nicht möglich. Der Zugang führt über Wertpapiere, die sich auf den Ölpreis oder auf Ölunternehmen beziehen: Öl-ETCs, Aktien und Aktien-ETFs aus dem Energiesektor, Zertifikate und CFDs. Die Wege unterscheiden sich darin, wie eng sie dem Ölpreis folgen, welche Kosten anfallen und welches Risiko du trägst.

Öl-ETCs: 2 große Produkte im Vergleich

Ein ETC (Exchange Traded Commodity) ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung, deren Wert an einen Rohstoffindex gekoppelt ist. Öl-ETCs bilden Futures-Indizes auf Brent oder WTI ab, nicht den Spotpreis. Rechtlich sind sie kein Sondervermögen wie ein ETF: Geht der Emittent pleite, schützen dich nur die hinterlegten Sicherheiten. Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber zu ETCs auf Rohstoffe, einen breiteren Vergleich bietet der Artikel zum Rohstoff-ETF.

ProduktISINKosten p. a.AbbildungVolumen
WisdomTree Brent Crude OilJE00B78CGV990,49 %synthetisch (besicherter Swap), Index: Bloomberg Commodity Brent Crude Subindex 4W Total Return1.003 Mio. US-Dollar (02.10.2026)
WisdomTree WTI Crude OilGB00B15KXV330,49 %synthetisch (besicherter Swap), Index: Bloomberg WTI Crude Oil Multi-Tenor 4W Total Return720 Mio. US-Dollar (02.10.2026)

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Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Wir empfehlen, die spezifischen Bedingungen und Konditionen des Produktes zu prüfen.

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Beide ETCs werden an der Xetra in Euro gehandelt (Kürzel OOEA und OD7F), lauten aber auf US-Dollar und sind nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Der WTI-ETC verteilt seine Position laut Anbieter gleichmäßig auf drei Laufzeiten jenseits des Frontmonats, um Rollverluste zu streuen. Die Angaben stammen von den Produktseiten des Emittenten.

Aktien und Sektor-ETFs

Eine Alternative sind Aktien von Unternehmen, die Öl fördern, verarbeiten oder transportieren. Ihre Gewinne hängen am Ölpreis, aber auch an Kosten, Schulden, Dividendenpolitik und dem Aktienmarkt insgesamt. Sektor-ETFs auf Energiewerte bündeln viele solcher Unternehmen. Sie folgen dem Ölpreis nur locker und sind kein Ersatz für ein Rohstoffprodukt.

CFDs und Hebelprodukte: 74 bis 89 % Verlustkonten

Mit CFDs (Contracts for Difference) spekulierst du mit Hebel auf steigende oder fallende Ölpreise, ohne einen Future zu besitzen. Schon kleine Preisbewegungen führen zu großen Gewinnen oder Verlusten, und gehaltene Positionen kosten Finanzierungsgebühren. CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Zwischen 74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel, je nach Anbieter. Überlege, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren.

Steuern auf Öl-ETCs, Energie-ETFs und CFDs in Deutschland

Gewinne aus Öl-ETCs, Energie-ETFs und CFDs unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Details unterscheiden sich je nach Produkt:

  • Öl-ETCs: Sie gelten als Schuldverschreibungen. Gewinne beim Verkauf sind Kapitalerträge nach § 20 Abs. 2 EStG, unabhängig von der Haltedauer. Eine Teilfreistellung gibt es nicht, weil ETCs keine Investmentfonds sind. Anders als bei physisch hinterlegtem Gold, das nach einem Jahr steuerfrei sein kann (siehe Gold physisch), gibt es beim Öl keine Haltefrist.
  • Aktien-ETFs auf Energiewerte: Für Aktienfonds sind nach § 20 InvStG 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Zusätzlich fällt jährlich die Vorabpauschale an.
  • CFDs: Gewinne und Verluste zählen als Einkünfte aus Termingeschäften nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG.

Für alle Kapitalerträge gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Mit einem Freistellungsauftrag bei deiner Bank behält sie bis zu diesem Betrag keine Steuer ein. Ein Beispiel: Verkaufst du einen Öl-ETC mit 1.500 Euro Gewinn und hast den Pauschbetrag noch nicht genutzt, sind 500 Euro steuerpflichtig. Bei 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf zahlst du 131,88 Euro. Mehr zu Freibeträgen und Verlustverrechnung steht im Ratgeber zur Abgeltungsteuer.

Risiken beim Investieren in Öl

Öl gehört zu den schwankungsstärksten Anlageklassen: In sieben Krisen seit 1990 verlor Brent zwischen 50 % und 87 %, und das Hoch von 2008 ist bis heute nicht wieder erreicht. Wer über Wertpapiere in Öl investiert, trägt neben dem Preisrisiko weitere Risiken:

  • Preisrisiko: Politische Entscheidungen von OPEC+, Kriege, Sanktionen oder eine Rezession können den Preis innerhalb von Wochen halbieren oder verdoppeln. Von April bis Juli 2026 fiel Brent um 50,4 %.
  • Roll- und Strukturrisiko: Futures-basierte Produkte können im Contango auch bei stabilem Ölpreis Wert verlieren. Bei Produkten auf den Frontmonat ist das Risiko am größten, wie der April 2020 gezeigt hat.
  • Währungsrisiko: Öl ist in US-Dollar notiert. Steigt der Euro, sinkt der Wert deiner Anlage in Euro, selbst wenn der Ölpreis in Dollar gleich bleibt.
  • Emittenten- und Kontrahentenrisiko: ETCs sind Schuldverschreibungen. Fällt der Emittent oder ein Swap-Partner aus, hängt dein Geld an der Qualität und Verwertung der Sicherheiten.
  • Hebelrisiko: Bei CFDs und Hebelzertifikaten ist der Hebel das Risiko: Verluste können sehr schnell entstehen, bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
  • Klumpenrisiko: Ein Rohstoff ist ertragslos, er erwirtschaftet weder Zinsen noch Dividenden. Ein Depot, das stark auf Öl setzt, hängt an einem einzigen Preis. Breit gestreute Anlagen wie ein Börsenindex oder Gold als anderer Rohstoff (mehr dazu bei der Goldpreisentwicklung) verteilen das Risiko anders.

📌 Good to know

Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Kurse schwanken, Verluste bis zum Totalverlust sind möglich. Die vergangene Entwicklung ist kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen und Methodik

Autor und Prüfung: Raoul Schreck, Finalarm-Redaktion. Inhalt und Zahlen zuletzt fachlich geprüft am 4. Oktober 2026; die Preisreihe aktualisiert sich täglich aus den Daten der U.S. Energy Information Administration.

Alle Preisreihen in diesem Artikel stammen von amtlichen Stellen. Brent- und WTI-Preise: U.S. Energy Information Administration (EIA), Spotpreise „Europe Brent Spot Price FOB“ und „Cushing, OK WTI Spot Price FOB“ als Tages-, Monats- und Jahreswerte, Datenstand 29.09.2026 (Monatswerte bis August 2026). Wechselkurse: Euro-Referenzkurse der EZB. Spritpreise: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, veröffentlicht im Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission (Stand 28.09.2026). Inflationsdaten: Statistisches Bundesamt. Angaben zum OPEC-Korb stammen aus dem Monatsbericht der OPEC vom August 2026, Angaben zum Brent-Korb und zu den Kontrakten von den Börsen ICE und CME, Produktdaten von den Emittenten.

Methodik: Die Veränderung des Jahresdurchschnittspreises ist das EIA-Jahresmittel geteilt durch das Vorjahresmittel minus eins. Krisenverluste beruhen auf Tageswerten. Die Zerlegung des Benzinpreises nutzt Monatsmittel der montäglichen Preise. Der Rohölanteil ist der Brent-Preis je Liter in Euro, der Rest bis zum Nettopreis wird Raffinerie, Transport und Vertrieb zugeordnet. Die Euro-Werte beruhen auf den Monatsmitteln der EZB-Referenzkurse.

Häufig gestellte Fragen

Q

Wie hoch ist der aktuelle Brent-Ölpreis?

Am 29. September 2026 kostete ein Barrel Brent laut US-Energiebehörde EIA 113,96 US-Dollar. Der jüngste amtliche Monatsdurchschnitt, August 2026, lag bei 91,08 US-Dollar, umgerechnet rund 78,56 Euro. Den laufenden Kurs zeigt der Chart oben im Artikel.

Q

Wie hoch war der höchste Rohölpreis?

Der höchste Brent-Tageswert in der Reihe der EIA seit 1987 lag am 3. Juli 2008 bei 143,95 US-Dollar je Barrel. In der Hormus-Krise 2026 kam Brent mit 138,21 US-Dollar am 7. April nahe heran.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Brent und WTI?

Brent ist leichtes, schwefelarmes Nordseeöl, das auf dem Seeweg gehandelt wird und den Preis für rund 80 % des Welthandels bestimmt. WTI ist US-Rohöl mit Lieferort Cushing in Oklahoma. Brent ist meist etwas teurer, 2025 im Jahresmittel um 3,75 US-Dollar je Barrel.

Q

Wie viel Benzin kommt aus 1 Liter Rohöl?

US-Raffinerien erzeugten 2023 laut EIA aus 42 Gallonen Rohöl 19,57 Gallonen Benzin. Aus einem Liter Rohöl entstehen also rund 0,47 Liter Benzin, dazu etwa 0,30 Liter Diesel und Heizöl und 0,10 Liter Kerosin. Europäische Raffinerien erzeugen anteilig mehr Diesel.

Q

Wie rechnet man Barrel in Liter um?

Ein Barrel entspricht 158,987 Litern. Du multiplizierst die Barrel-Zahl also mit 158,987. Für den Literpreis teilst du den Preis je Barrel durch den Euro-Dollar-Kurs und durch 158,987: 91,08 US-Dollar bei 1,1593 US-Dollar je Euro ergeben 49,4 Cent je Liter Rohöl.

Q

Welche Ölpreis-Futures gibt es?

Die wichtigsten sind ICE Brent Futures in London und NYMEX Light Sweet Crude Oil Futures (WTI) in New York, jeweils über 1.000 Barrel. Brent-Futures werden bar gegen den ICE Brent Index abgerechnet oder in physisches Öl getauscht, WTI-Futures werden physisch in Cushing geliefert.

Q

Wird der Ölpreis voraussichtlich steigen oder fallen?

Finalarm veröffentlicht keine Ölpreisprognosen. Die Entwicklung hängt vor allem von der Förderpolitik von OPEC+, den weltweiten Lagerbeständen, der Konjunktur, dem US-Dollar und von geopolitischen Störungen ab. 2026 bestimmte vor allem der eingeschränkte Export durch die Straße von Hormus den Preis.

Q

Warum war der Ölpreis im April 2020 negativ?

Am 20. April 2020 fiel der WTI-Preis auf minus 36,98 US-Dollar, weil die Nachfrage im Corona-Lockdown eingebrochen war und die Lager in Cushing kaum noch Platz hatten. Wer zur Abnahme verpflichtet war, zahlte dafür, das Öl loszuwerden. Brent blieb mit 9,12 US-Dollar positiv.

Q

Wie lange haben wir noch Rohöl?

Eine feste Jahreszahl gibt es nicht. Die nachgewiesenen Reserven umfassen nur Öl, das sich mit heutiger Technik und zu heutigen Preisen wirtschaftlich fördern lässt. Steigt der Ölpreis oder verbessert sich die Technik, wachsen die Reserven. Frühe Peak-Oil-Prognosen haben sich deshalb nicht bestätigt.

Q

Warum steigt der Ölpreis?

Der Ölpreis steigt, wenn das Angebot knapper wird oder die Nachfrage wächst: etwa wenn OPEC+ die Förderung kürzt, Lager schrumpfen, die Weltwirtschaft anzieht oder Krisen Lieferwege blockieren. 2026 trieb die eingeschränkte Ausfuhr aus dem Persischen Golf Brent bis auf 138,21 US-Dollar.

Indizes verzögertIndizes: TradingView