Das Wichtigste in Kürze
- Was ist ein Rohstoff-ETF?: Erfahre, wie börsengehandelte Rohstofffonds funktionieren und was sie von ETCs unterscheidet.
- Physisch vs. synthetisch: Vergleiche beide Replikationsmethoden nach Kosten, Risiko und Tracking-Genauigkeit.
- Kosten & Fondsvolumen 2026: TER-Spanne von 0,12 % bis 0,46 % – finde den günstigsten Rohstoff-ETF für dein Depot.
- Performance 2025/2026: 1-Jahres-Renditen bis +50,22 % und 5-Jahres-Renditen bis +73,94 % im Überblick.
- Besteuerung in Deutschland: Keine Teilfreistellung – 100 % des Gewinns sind steuerpflichtig, effektiv ca. 26,375 %.
- Sparplan & Broker 2026: Ab 1 € monatlich sparplanfähig – Vergleich von Trade Republic, Comdirect und DKB.
- Häufige Fragen: Rollkosten, Kontrahentenrisiko, Inflationsschutz – alle wichtigen Antworten kompakt.
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Was ist ein Rohstoff-ETF? Definition und Grundlagen
Ein Rohstoff-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Rohstoffindex nachbildet. Du investierst damit in Rohstoffpreise – ohne Ölfässer zu kaufen, Gold zu lagern oder Weizen zu transportieren. Das macht diese Produktklasse für Privatanleger erst praktisch handhabbar.
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Aktien-ETF: Statt Unternehmensanteilen bildest du Rohstoffpreise ab. Das geschieht in den meisten Fällen über Futures-basierte Indizes – also über Terminkontrakte auf Rohstoffe, nicht über den direkten Kauf der physischen Ware. Warum? Weil Rohöl, Erdgas oder Weizen schlicht nicht in einem Fondsdepot liegen können.
ETF vs. ETC: Ein wichtiger Unterschied
Neben Rohstoff-ETFs gibt es sogenannte ETCs (Exchange Traded Commodities). Der Unterschied ist rechtlich bedeutsam. Ein Rohstoff-ETF ist ein UCITS-konformer Fonds – er unterliegt europäischen Anlegerschutzregeln, muss diversifiziert sein und bietet im Insolvenzfall des Emittenten Schutz durch das Sondervermögen. Ein ETC hingegen ist eine Schuldverschreibung. Er kann auch einzelne Rohstoffe wie Gold oder Öl abbilden, bietet aber keinen UCITS-Insolvenzschutz. Wer in einen Gold-ETC investiert, ist im Ernstfall Gläubiger des Emittenten.
Für Anfänger gilt deshalb: Breit gestreute Rohstoff-ETFs mit UCITS-Status sind in der Regel die sicherere Wahl als spezialisierte ETCs auf einzelne Rohstoffe.
Welche Rohstoffe stecken drin?
Breit gestreute Rohstoff-ETFs decken typischerweise fünf Kategorien ab:
- Energierohstoffe: Rohöl (WTI, Brent), Erdgas, Heizöl
- Edelmetalle: Gold, Silber, Platin, Palladium
- Industriemetalle: Kupfer, Aluminium, Nickel, Zink
- Agrarrohstoffe: Weizen, Mais, Sojabohnen, Zucker, Kaffee, Baumwolle
- Lebendvieh: Rinder, Schweine (in einigen Indizes enthalten)
Die Gewichtung hängt vom jeweiligen Index ab. Der Bloomberg Commodity Index (BCOM) ist einer der meistgenutzten Referenzindizes und gewichtet Energie, Metalle und Agrar grob zu je einem Drittel. Daneben existieren der Dow Jones-UBS Commodity Index, der Bloomberg Commodity 3 Month Forward Index sowie der Market Access Rogers International Commodity Index (RICI), der mit über 35 Rohstoffen besonders breit aufgestellt ist.
Warum Futures – und was das bedeutet
Da physische Rohstoffe nicht im Fonds gelagert werden können, bilden die meisten Rohstoff-ETFs Futures-basierte Indizes ab. Ein Futures-Kontrakt ist ein Termingeschäft: Du kaufst heute das Recht, einen Rohstoff zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu erwerben. Läuft der Kontrakt aus, wird er durch einen neuen ersetzt – das nennt sich Rollen. Dabei entstehen Rollkosten, die die Rendite belasten können. Bei Energie-ETCs können diese bis zu 3 % pro Jahr betragen. Mehr dazu im Abschnitt zu den Kosten.
Rohstoff-ETFs eignen sich als Beimischung im Portfolio. Sie weisen historisch eine geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen auf – was die Diversifikation verbessert. Gleichzeitig gelten Rohstoffe wie Gold und Öl als Inflationsschutz, weil ihre Preise tendenziell mit der Inflation steigen. Als Kerninvestment sind sie aber nicht gedacht: Experten empfehlen, Rohstoffe nur als kleinen Teil des Gesamtportfolios zu halten.
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Physische vs. synthetische Replikation bei Rohstoff-ETFs
Wie bildet ein Rohstoff-ETF seinen Index nach? Es gibt zwei grundlegende Methoden – und bei Rohstoffen ist die Antwort fast immer dieselbe. Doch der Vergleich lohnt sich trotzdem, denn er erklärt, warum synthetische ETFs in diesem Segment dominieren und welche Risiken du dabei im Blick behalten solltest.
Physische Replikation: Direkthaltung mit Tücken
Bei der physischen Replikation hält der Fonds die tatsächlichen Rohstoffe oder Aktien von Rohstoffunternehmen direkt. Bei Edelmetallen wie Gold funktioniert das gut: Physische Gold-ETCs lagern tatsächlich Goldbarren in Tresoren. Bei Öl, Erdgas oder Weizen ist das schlicht nicht praktikabel. Lagerung, Transport und Logistik machen physische Replikation bei Industrierohstoffen teuer und operativ komplex. Deshalb setzen Rohstoff-ETFs auf Aktien von Rohstoffunternehmen oder – häufiger – auf die synthetische Methode.
Synthetische Replikation: Swap-basiert und präzise
Bei der synthetischen Replikation hält der ETF keinen einzigen Liter Öl. Stattdessen besitzt er ein Wertpapierportfolio – etwa Aktien oder Anleihen – und schließt mit einem Kontrahenten (meist einer Großbank) einen Swap-Vertrag ab. Dieser Vertrag tauscht die Erträge des Wertpapierkorbs gegen die Rendite des Rohstoffindex. Das Ergebnis: Der ETF bildet den Index sehr präzise nach, ohne physische Rohstoffe zu halten.
Der Vorteil ist klar: geringere Kosten, kein Lageraufwand, höhere Tracking-Genauigkeit. Der Nachteil: Kontrahentenrisiko. Fällt der Swap-Partner aus, droht ein Verlust. Unter UCITS-Regulierung ist das Swap-Exposure jedoch auf maximal 10 % des Nettoinventarwerts begrenzt. In der Praxis stufen Experten und Anbieter dieses Risiko als weitgehend beherrschbar ein – zumal Swap-Partner in der Regel erstklassige Banken sind und Sicherheiten hinterlegen.
📌 Good to know
Das Kontrahentenrisiko bei synthetischen ETFs klingt bedrohlich, ist aber regulatorisch stark eingehegt. Die UCITS-Grenze von 10 % des NAV bedeutet: Selbst im Worst Case – dem vollständigen Ausfall des Swap-Partners – verlierst du maximal 10 % des Fondswerts durch dieses spezifische Risiko.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Kriterium | Physisch | Synthetisch (Swap) |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Direktkauf der Rohstoffe oder Rohstoffaktien | Swap-Vertrag mit Kontrahenten; ETF hält Wertpapierkorb |
| Kosten | Höher (Lagerung, Logistik) | Geringer (keine physische Lagerung) |
| Tracking-Genauigkeit | Geringer (Sampling-Fehler möglich) | Höher (exakte Indexnachbildung) |
| Emittentenrisiko | Gering | Vorhanden (Kontrahentenrisiko) |
| Transparenz | Hoch | Geringer |
| Praktikabilität bei Rohstoffen | Nur bei Gold/Edelmetallen sinnvoll | Standard bei Rohstoff-ETFs |
| Regulatorische Absicherung | UCITS-konform | UCITS-konform; Swap-Exposure max. 10 % des NAV |
Fazit: Für breit gestreute Rohstoff-ETFs ist die synthetische Replikation der de-facto-Standard. Sie ist günstiger, präziser und bei sorgfältiger Produktauswahl gut handhabbar. Wer ausschließlich physische Replikation bevorzugt, findet diese sinnvoll nur im Bereich Gold und Edelmetalle – dort existieren entsprechende physisch hinterlegte ETCs.
Rohstoff-ETF Vergleich 2026: Kosten (TER) und Fondsvolumen
Kosten fressen Rendite. Das gilt bei Rohstoff-ETFs besonders, weil du neben der ausgewiesenen Gesamtkostenquote (TER) noch eine zweite Kostenkategorie im Blick behalten musst: die Rollkosten. Wer nur auf die TER schaut, sieht nur die halbe Wahrheit.
TER: Die ausgewiesene Kostenquote
Die Total Expense Ratio (TER) gibt an, wie viel Prozent deines investierten Kapitals jährlich für Fondskosten abgezogen werden. Bei Rohstoff-ETFs liegt die Spanne zwischen 0,12 % und 0,60 % pro Jahr. Das klingt überschaubar – aber über 10 Jahre macht der Unterschied zwischen 0,12 % und 0,46 % bei 10.000 € Anlagesumme mehrere hundert Euro aus.
Der günstigste breit gestreute Rohstoff-ETF ist derzeit der Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C (ISIN: LU2278080713) mit einer TER von nur 0,12 % pro Jahr. Auf Platz zwei folgt der L&G All Commodities UCITS ETF mit 0,15 %. Der populäre iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE) (ISIN: IE00BDFL4P12) kostet 0,19 % – und ist mit rund 2,07 Milliarden Euro Fondsvolumen (Stand Mai 2026) der größte seiner Klasse.
Marktführer im europäischen ETF-Markt ist iShares (BlackRock) mit einem Marktanteil von 45 %, gefolgt von Amundi mit 13 % und Xtrackers (DWS) mit 10 %.
| ETF | ISIN | TER p. a. | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|
| Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C | LU2278080713 | 0,12 % | 741 Mio. € |
| L&G All Commodities UCITS ETF | – | 0,15 % | k. A. |
| iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE) | IE00BDFL4P12 | 0,19 % | ca. 2,07 Mrd. € |
| Xtrackers DB Bloomberg Commodity Optimum Yield Swap UCITS ETF | LU0429790743 | 0,24 % | k. A. |
| Amundi Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture UCITS ETF Acc | LU1829218749 | 0,30 % | 1,55 Mrd. € |
| Amundi Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture UCITS ETF | LU1900069219 | 0,35 % | 1,72 Mrd. € |
| iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (DE) | DE000A0H0728 | 0,46 % | k. A. |
Rollkosten: Die versteckte Kostenfalle
Rollkosten entstehen, wenn auslaufende Futures-Kontrakte durch neue ersetzt werden. Liegt der neue Kontrakt teurer als der auslaufende (sogenannte Contango-Situation), verlierst du beim Rollen Geld. Bei Energie-ETCs können diese Kosten bis zu 3 % pro Jahr betragen – zusätzlich zur TER. Das ist erheblich.
Einige ETFs versuchen, Rollkosten durch optimierte Roll-Strategien zu reduzieren. Der Xtrackers DB Bloomberg Commodity Optimum Yield Swap UCITS ETF etwa wählt beim Rollen den Kontrakt mit dem günstigsten Roll-Yield aus. Der iShares Bloomberg Roll Select Commodity Swap UCITS ETF verfolgt eine ähnliche Strategie. Diese Ansätze können die Rollkosten spürbar senken – sind aber kein Freifahrtschein.
Gesamtkostenbetrachtung: Was wirklich zählt
Die echte Kostenbelastung setzt sich zusammen aus: TER + Rollkosten + Transaktionskosten beim Broker (Ordergebühren, Spread). Wer bei Trade Republic kauft, zahlt eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Kauf – unabhängig vom Volumen. Bei Comdirect fallen mindestens 9,90 Euro an. Für Sparpläne sind viele Broker kostenlos. Die Gesamtkosten-Betrachtung ist also immer individuell.
💡 Tip
Vergleiche nicht nur die TER, sondern auch den Tracking Difference-Wert (TD). Die TD zeigt, wie stark der ETF tatsächlich von seinem Index abweicht – und berücksichtigt Rollkosten, Wertpapierleihe-Erträge und andere Faktoren. Ein ETF mit 0,19 % TER kann eine bessere TD haben als einer mit 0,12 % TER.
Performance: Welche Rohstoff-ETFs haben am besten abgeschnitten?
Die Renditen der letzten zwölf Monate sind beeindruckend – und erklärungsbedürftig. Rohstoffmärkte sind zyklisch und volatil. Was 2025/2026 stark gestiegen ist, kann in anderen Phasen deutlich nachgeben. Trotzdem lohnt der Blick auf die Zahlen, um zu verstehen, welche Produkte und Strategien sich bewährt haben.
1-Jahres-Renditen 2025/2026
An der Spitze steht der Amundi Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture UCITS ETF Acc (LU1829218749) mit einer 1-Jahres-Rendite von +50,22 % (Stand 15. Juni 2026). Dieser ETF schließt Agrarrohstoffe aus und gewichtet Energie- und Metallrohstoffe gleichmäßig – eine Strategie, die in einem Umfeld steigender Metall- und Energiepreise besonders gut funktioniert.
Der iShares Bloomberg Roll Select Commodity Swap UCITS ETF USD erzielte +41,42 % (Stand 31. Mai 2026). Die Roll-Select-Strategie – also die optimierte Auswahl des günstigsten Futures-Kontrakts beim Rollen – hat hier sichtbar zur Outperformance beigetragen. Der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE) kommt je nach Stichtag auf +31,75 % bis +36,80 %.
1-Jahres-Rendite ausgewählter Rohstoff-ETFs (2025/2026)
5-Jahres-Renditen: Langfristige Stärke
Über fünf Jahre zeigt sich, dass Rohstoff-ETFs trotz aller Volatilität solide Renditen liefern können. Der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE) erzielte in fünf Jahren +73,94 % gesamt, was einer annualisierten Rendite von 11,71 % pro Jahr entspricht (Stand 8. Juni 2026). Die deutsche Variante desselben Fonds (DE000A0H0728) kommt auf +64,68 % gesamt (10,49 % p. a.). Der Xtrackers DB Bloomberg Commodity Optimum Yield Swap UCITS ETF erzielte +56,20 % (9,33 % p. a.).
Einzelrohstoffe 2024: Extreme Ausschläge
Wer 2024 in einzelne Rohstoffe investiert war, erlebte teils spektakuläre Bewegungen. Kakao legte um +172 % zu – getrieben von Versorgungsengpässen in Westafrika. Kaffee stieg um rund +70 % auf Rekordhöhen. Gold erlebte sein bestes Jahr seit etwa 15 Jahren und markierte Rekordwerte in mehreren Währungen. Silber verzeichnete sein bestes Jahr seit 2020. Öl und Gas hingegen zeigten keine klare Richtung.
Diese Zahlen verdeutlichen: Einzelrohstoff-Wetten können spektakulär aufgehen – oder ebenso spektakulär scheitern. Breit gestreute Rohstoff-ETFs glätten diese Extremausschläge durch Diversifikation.
Rohstoff-ETF vs. Rohstoffaktien-ETF
Eine wichtige Unterscheidung: Ein Rohstoff-ETF (Futures-basiert) bildet Rohstoffpreise direkt ab. Ein Rohstoffaktien-ETF investiert in Aktien von Bergbau-, Öl- oder Agrarunternehmen. Die Korrelation zu Rohstoffpreisen ist beim Aktien-ETF geringer, weil Unternehmensrisiken, Management-Entscheidungen und Dividendenpolitik die Rendite überlagern. Dafür gibt es Dividenden und – bei mindestens 51 % Aktienquote – eine steuerliche Teilfreistellung von 30 %. Beim reinen Rohstoff-ETF entfällt beides.
Interaktiver Vergleich
Rohstoff-ETFs im Vergleich: Kosten, Volumen und Rendite
Vergleiche die breit gestreuten Rohstoff-ETFs aus dem Artikel bei laufenden Kosten, Fondsvolumen und bisheriger Rendite. Wähle aus, was dir wichtig ist.
Zahlen im Diagramm
Datengrundlage: die Kostentabelle im Abschnitt „Rohstoff-ETF Vergleich 2026“ sowie die Renditeangaben im Abschnitt „Performance“. Hervorhebungen gelten nur für Kriterien mit eindeutiger Richtung (z. B. niedrigere Gebühr). Keine Anlage- oder Produktberatung.
Besteuerung von Rohstoff-ETFs in Deutschland
Steuerlich sind Rohstoff-ETFs eine eigene Kategorie – und zwar eine, die gegenüber Aktien-ETFs klar benachteiligt ist. Wer das nicht weiß, unterschätzt die Nettorendite. Hier sind alle relevanten Regeln für 2026 im Überblick.
Abgeltungssteuer: 26,375 % auf Gewinne
Kursgewinne, Dividenden und Zinsen aus Rohstoff-ETFs unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 %. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer – das ergibt einen effektiven Steuersatz von ca. 26,375 % (ohne Kirchensteuer). Bei Kirchensteuerpflicht erhöht sich der Satz entsprechend.
Bei deutschen Depotbanken (Trade Republic, Comdirect, DKB etc.) erfolgt der Steuerabzug automatisch. Du musst nichts selbst erledigen. Bei ausländischen Depots bist du zur Selbstmeldung verpflichtet – über die Anlage KAP-INV in der Steuererklärung.
Keine Teilfreistellung – ein echter Nachteil
Hier liegt der wichtigste steuerliche Unterschied zu Aktien-ETFs. Bei Aktien-ETFs mit mindestens 51 % Aktienquote gilt eine Teilfreistellung von 30 %: Nur 70 % des Gewinns sind steuerpflichtig. Bei Rohstoff-ETFs gibt es diese Vergünstigung nicht. 100 % des Gewinns sind steuerpflichtig. Das klingt nach einem Detail, macht aber bei größeren Anlagesummen und langen Anlagezeiträumen einen spürbaren Unterschied.
Beispiel: 10.000 € Gewinn aus einem Aktien-ETF → steuerpflichtig sind 7.000 € → Steuer ca. 1.846 €. Dieselben 10.000 € Gewinn aus einem Rohstoff-ETF → steuerpflichtig sind 10.000 € → Steuer ca. 2.638 €. Der Unterschied: fast 800 € mehr Steuern.
Sparerpauschbetrag nutzen
Der Sparerpauschbetrag beträgt 2026 weiterhin 1.000 Euro für Singles und 2.000 Euro für Verheiratete pro Jahr. Bis zu dieser Grenze bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Wer Rohstoff-ETFs als Beimischung hält, kann diesen Freibetrag gezielt einsetzen – etwa indem Gewinne realisiert werden, solange sie unter dem Pauschbetrag bleiben.
Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs
Thesaurierende Rohstoff-ETFs – also solche, die keine Ausschüttungen vornehmen – unterliegen der Vorabpauschale. Das ist eine jährliche Mindestbesteuerung, die auf Basis des Basiszinses berechnet wird. Sie wird beim späteren Verkauf mit der dann fälligen Abgeltungssteuer verrechnet, sodass keine Doppelbesteuerung entsteht. Die Vorabpauschale ist kein zusätzlicher Steuerbetrag, sondern eine Vorauszahlung.
Investmentsteuerreform 2018: Einheitliche Regeln
Seit der Investmentsteuerreform 2018 werden alle ETFs – unabhängig davon, ob sie in Deutschland oder im Ausland domiziliert sind und ob sie ausschütten oder thesaurieren – steuerlich einheitlich behandelt. Die früher komplexen Unterschiede zwischen in- und ausländischen Fonds sind damit Geschichte. Das vereinfacht die Steuererklärung erheblich.
Wichtig für die Produktwahl: Ein Rohstoffaktien-ETF (mit mindestens 51 % Aktienquote) profitiert von der 30%igen Teilfreistellung – ein reiner Rohstoff-ETF nicht. Wer steuerliche Effizienz priorisiert, sollte diesen Unterschied in die Entscheidung einbeziehen.
Rohstoff-ETF per Sparplan: Broker-Vergleich 2026
Regelmäßig kleine Beträge in Rohstoff-ETFs investieren – das geht heute bei fast allen großen Brokern. Der Sparplan ist dabei die einfachste Methode, um diszipliniert und kostengünstig in Rohstoffe zu investieren. Wir zeigen dir, welche Broker sich 2026 besonders eignen.
Trade Republic: Günstig und flexibel
Trade Republic bietet 37 Rohstoff-ETFs als sparplanfähige Produkte an – aus einem Gesamtangebot von 2.482 ETF-Sparplänen. Die Mindest-Sparrate liegt bei 1 Euro pro Monat. Sparpläne sind vollständig kostenlos. Einmalkäufe kosten eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro – unabhängig vom Ordervolumen. Das macht Trade Republic besonders attraktiv für kleinere Anlagebeträge.
Ausführungsintervalle: wöchentlich, 14-tägig, monatlich oder quartalsweise. Die Depotführung ist kostenlos. Für Einsteiger, die mit kleinen Beträgen beginnen wollen, ist Trade Republic derzeit eine der besten Optionen.
Comdirect: Breites Angebot, höhere Einmalkauf-Kosten
Comdirect bietet insgesamt rund 2.100 ETF-Sparpläne an. Sparpläne sind bei regelmäßiger Ausführung kostenlos. Einmalkäufe kosten hingegen 4,90 Euro + 0,25 % des Ordervolumens – mindestens 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro. Wer also 500 Euro auf einmal investiert, zahlt 9,90 Euro Gebühr. Das ist deutlich mehr als bei Trade Republic.
Ausführungsintervalle: monatlich, zweimonatlich oder quartalsweise. Für Anleger, die bereits ein Comdirect-Depot haben und Sparpläne nutzen, ist das Angebot trotzdem solide.
DKB: Einsteigerfreundlich mit Mindest-Sparrate
DKB bietet über 2.000 ETF-Sparpläne an, darunter auch Rohstoff-ETFs. Die Mindest-Sparrate liegt bei 25 Euro pro Monat – etwas höher als bei Trade Republic, aber für die meisten Anleger kein Hindernis. Die Depotführung ist kostenlos. Ausführung erfolgt monatlich.
Weitere kostenfreie Sparplan-Broker
Neben den drei genannten bieten auch ING, Scalable Capital, Finanzen.net Zero, Justtrade, eToro und Bitpanda kostenlose ETF-Sparpläne an. Die Auswahl an Rohstoff-ETFs variiert je nach Plattform. Scalable Capital etwa bietet eine breite ETF-Auswahl und flexible Sparplanintervalle.
| Broker | Mindest-Sparrate | Sparplan-Gebühr | Einmalkauf-Gebühr | Rohstoff-ETF-Sparpläne |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 1 € | 0 € | 1 € Pauschale | 37 |
| Comdirect | 1 € | 0 € (bei regelmäßiger Ausführung) | 4,90 € + 0,25 % (min. 9,90 €) | aus ~2.100 gesamt |
| DKB | 25 € | 0 € | k. A. | aus über 2.000 gesamt |
Welcher Rohstoff-ETF eignet sich für den Sparplan?
Für einen Sparplan empfehlen sich breit gestreute Produkte. Der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE) (IE00BDFL4P12) ist mit 2,07 Milliarden Euro Fondsvolumen der größte seiner Klasse und bei vielen Brokern sparplanfähig. Der Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C (LU2278080713) punktet mit der niedrigsten TER von 0,12 %. Beide sind UCITS-konform und synthetisch replizierend.
Wichtig: Rohstoff-ETFs sollten im Sparplan als Beimischung dienen – nicht als Hauptinvestment. Ein breit gestreuter Aktien-ETF (z. B. auf den MSCI World oder FTSE All-World) bleibt für die meisten Anleger das Fundament des Portfolios. Rohstoffe ergänzen dieses Fundament durch Diversifikation und Inflationsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Rohstoff-ETF und einem ETC?
Ein Rohstoff-ETF ist ein UCITS-konformer Fonds mit Diversifikationspflicht und Insolvenzschutz durch Sondervermögen. Ein ETC ist eine Schuldverschreibung, die auch einzelne Rohstoffe wie Gold abbilden kann, aber keinen UCITS-Insolvenzschutz bietet. Im Ernstfall bist du als ETC-Inhaber Gläubiger des Emittenten.
Welcher Rohstoff-ETF ist der günstigste 2026?
Der günstigste breit gestreute Rohstoff-ETF ist der Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C (LU2278080713) mit einer TER von 0,12 % pro Jahr. Auf Platz zwei folgt der L&G All Commodities UCITS ETF mit 0,15 % TER.
Wie werden Rohstoff-ETFs in Deutschland besteuert?
Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag – effektiv ca. 26,375 %. Eine Teilfreistellung wie bei Aktien-ETFs (30 %) gibt es nicht: 100 % des Gewinns sind steuerpflichtig. Der Sparerpauschbetrag (1.000 €/2.000 €) kann genutzt werden.
Was sind Rollkosten und wie hoch sind sie?
Rollkosten entstehen, wenn auslaufende Futures-Kontrakte durch neue ersetzt werden. Liegt der neue Kontrakt teurer (Contango), verlierst du beim Rollen Geld. Bei Energie-ETCs können Rollkosten bis zu 3 % pro Jahr betragen – zusätzlich zur ausgewiesenen TER.
Sind Rohstoff-ETFs ein guter Inflationsschutz?
Rohstoffe wie Gold und Öl gelten historisch als Inflationsschutz, weil ihre Preise tendenziell mit der Inflation steigen. Die tatsächliche Schutzwirkung hängt stark vom Rohstoff und Anlagezeitraum ab. Als alleiniger Inflationsschutz sind Rohstoff-ETFs nicht geeignet.
Ist synthetische Replikation bei Rohstoff-ETFs sicher?
Synthetisch replizierende ETFs tragen ein Kontrahentenrisiko. Unter UCITS-Regulierung ist das Swap-Exposure auf maximal 10 % des Nettoinventarwerts begrenzt. Experten und Anbieter stufen dieses Risiko als weitgehend beherrschbar ein, da Swap-Partner Sicherheiten hinterlegen.
Wie viel Prozent des Portfolios sollten in Rohstoff-ETFs investiert werden?
Rohstoff-ETFs sollten als Beimischung dienen, nicht als Kerninvestment. Eine genaue Prozentzahl hängt von der individuellen Strategie ab. Wer bereits einen breit gestreuten Aktien-ETF hält, ergänzt diesen sinnvoll durch einen kleinen Rohstoffanteil zur Diversifikation.
















