Konten – Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten
Girokonto, Geschäftskonto oder Tagesgeld? Unsere Ratgeber zeigen dir die Unterschiede und helfen dir, das richtige Konto für deine Finanzen zu finden.

Konten verstehen
Dein Einstieg in das Thema Konto
Girokonto, Tagesgeld oder Festgeld – Konten erfüllen unterschiedliche Funktionen im Umgang mit deinem Geld. Sie regeln den Zahlungsverkehr, dienen als Liquiditätsreserve oder helfen dabei, Kapital planbar zu parken. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Gebühren, Zinsen, Verfügbarkeit und Zusatzleistungen.
Wer die Merkmale kennt, kann gezielt auswählen: Welches Konto ist für den Alltag notwendig, wo lohnt sich Verzinsung und welche Konditionen sind langfristig relevant? So basiert die Entscheidung auf nachvollziehbaren Kriterien – nicht auf Marketingversprechen.
Themen rund um das Konto:
- Bankkonten im Vergleich: Die wichtigsten Unterschiede zwischen Filialbank und Online-Bank und worauf du bei der Wahl achten solltest.
- Geschäftskonto: Wann ein separates Geschäftskonto sinnvoll ist und welche Anforderungen Selbstständige und Unternehmen beachten sollten.
- Tagesgeldkonto: Wie Tagesgeld funktioniert, welche Zinsen realistisch sind und wofür sich diese Kontoart eignet.
- Kontowechsel: Wie der Wechsel zu einer neuen Bank funktioniert, welche Fristen gelten und was der Kontowechselservice erleichtert.
Konto
Grundlagen verstehen
Was ist ein Bankkonto?
Ein Bankkonto ist ein Bankkonto für den täglichen Zahlungsverkehr. Darüber empfängst du Gehalt, Rente oder andere Einkünfte und wickelst Ausgaben wie Miete, Versicherungen und Einkäufe ab. Mit der zugehörigen Bankkarte oder per Online-Banking kannst du Überweisungen tätigen, Lastschriften einrichten und Bargeld abheben. In Deutschland ist ein Bankkonto praktisch unverzichtbar für die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben.
Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich. Filialbanken bieten persönliche Beratung vor Ort, verlangen dafür aber oft höhere Kontoführungsgebühren. Online-Banken und Neobanken punkten mit niedrigen oder keinen Gebühren, modernen Apps und schneller Kontoeröffnung. Welches Modell passt, hängt davon ab, wie wichtig dir persönlicher Service, digitale Funktionen und Kostenersparnis sind.
Neben dem klassischen Bankkonto gibt es weitere Kontoarten: Tagesgeldkonten für kurzfristige Rücklagen mit Zinsen, Festgeldkonten für höhere Zinsen bei fester Laufzeit und Geschäftskonten für Selbstständige und Unternehmen. Die Wahl des richtigen Kontos legt den Grundstein für einen reibungslosen Finanzalltag und kann dir über die Jahre viel Geld an Gebühren sparen.
Konto verstehen
Bankkonten vergleichen
Die Wahl des richtigen Kontos kann dir über die Jahre hunderte oder sogar tausende Euro sparen. Die beiden Haupttypen sind Filialbanken und Online-Banken, die sich fundamental in Service, Kosten und Zugänglichkeit unterscheiden.
Filialbanken wie Sparkassen, Volksbanken oder Postbank bieten persönliche Beratung vor Ort und die Möglichkeit, Bargeld an vielen Automaten kostenlos abzuheben. Du hast einen festen Ansprechpartner und kannst komplexe Anliegen face-to-face klären. Diese Services kosten jedoch meist zwischen 5-15 Euro monatlich an Kontoführungsgebühren. Für Menschen, die Wert auf persönlichen Kontakt legen oder wenig technikaffin sind, kann sich das lohnen.
Online-Banken wie DKB, ING oder Comdirect verzichten auf Filialen und bieten ihre Dienste komplett digital an. Dadurch können sie in vielen Fällen kostenlose Kontoführung anbieten und haben oft bessere Konditionen bei Dispozinsen oder Kreditkarten. Der gesamte Service läuft über App, Website oder Telefon-Hotline. Bargeldabhebungen sind an Partnerautomaten möglich, manchmal mit Einschränkungen. Für digital versierte Menschen sind Online-Banken meist die bessere und günstigere Wahl.
Bei der Kontowahl solltest du neben den Gebühren auch auf weitere Faktoren achten: Wie viele Geldautomaten gibt es in deiner Nähe? Welche Kreditkarte ist inklusive und unter welchen Bedingungen? Gibt es einen Dispositionskredit und wie hoch sind die Zinsen? Bietet die Bank zusätzliche Leistungen wie Tagesgeld oder Depot? Ein günstiges Konto mit schlechtem Service oder eingeschränkter Bargeldversorgung kann am Ende teurer sein als ein Konto mit moderater Grundgebühr.
Ausgewählte Kontoarten im Vergleich
| Kontoart | Wofür geeignet? | Kosten und Konditionen | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Girokonto (Filialbank) | Täglicher Zahlungsverkehr mit persönlicher Beratung vor Ort. Überweisungen, Lastschriften, Bargeldabhebungen und Kartenzahlung. | Oft monatliche Kontoführungsgebühren zwischen 5 und 15 Euro. Zusatzkosten für Karten oder Überweisungen möglich. | Menschen, die persönliche Beratung schätzen und komplexe Bankgeschäfte vor Ort erledigen möchten. |
| Girokonto (Online-Bank) | Täglicher Zahlungsverkehr komplett digital. Moderne App, schnelle Kontoeröffnung und Verwaltung per Smartphone. | Oft kostenlose Kontoführung oder geringe Gebühren. Kostenlose Debitkarte meist inklusive, Kreditkarte je nach Anbieter. | Digital affine Menschen, die Gebühren sparen und ihre Bankgeschäfte flexibel von überall erledigen wollen. |
| Tagesgeldkonto | Kurzfristige Rücklagen mit Zinsen parken. Geld ist täglich verfügbar und durch Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. | Keine Kontoführungsgebühren. Zinssätze variieren je nach Anbieter und Marktlage, oft zwischen 1 und 4 Prozent. | Alle, die einen Notgroschen oder kurzfristige Ersparnisse sicher und flexibel anlegen möchten. |
| Festgeldkonto | Geld für einen festen Zeitraum anlegen und dafür höhere Zinsen erhalten. Laufzeiten meist zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. | Keine Gebühren. Höhere Zinsen als Tagesgeld, dafür ist das Geld während der Laufzeit nicht verfügbar. | Sparer, die einen festen Betrag für einen definierten Zeitraum nicht benötigen und sichere Zinsen wollen. |
| Geschäftskonto | Geschäftliche Zahlungen getrennt von privaten Finanzen abwickeln. Rechnungen bezahlen, Zahlungseingänge verwalten und Buchhaltung erleichtern. | Gebühren je nach Anbieter und Leistungsumfang. Von kostenlosen Basiskonten bis zu Premiummodellen mit Zusatzfunktionen. | Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen, die geschäftliche und private Finanzen sauber trennen wollen. |
Für Selbstständige
Geschäftskonto
Ein Geschäftskonto trennt deine privaten von deinen geschäftlichen Finanzen und ist für die meisten Unternehmensformen in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben. Kapitalgesellschaften wie GmbH, UG oder AG müssen zwingend ein Geschäftskonto führen. Für Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleingewerbetreibende besteht keine gesetzliche Pflicht, aber die Trennung macht aus praktischen und steuerlichen Gründen trotzdem Sinn.
Die Vorteile eines separaten Geschäftskontos liegen auf der Hand: Du behältst den Überblick über deine Betriebseinnahmen und -ausgaben, was die Buchhaltung erheblich vereinfacht. Bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt kannst du sauber nachweisen, welche Transaktionen geschäftlich und welche privat waren. Viele Geschäftskonten bieten zusätzliche Services wie automatische Kategorisierung von Ausgaben, Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware oder integrierte Rechnungserstellung. Auch psychologisch hilft die Trennung, Privates und Geschäftliches nicht zu vermischen.
Geschäftskonten sind allerdings meist teurer als Privatkonten. Während Privatkonten oft kostenlos sind, verlangen Banken für Geschäftskonten häufig 5-30 Euro monatliche Grundgebühr. Hinzu kommen oft Gebühren pro Buchungsposten (10-50 Cent pro Transaktion), für Bargeldeinzahlungen (0,5-1% der Summe) oder für Kreditkarten. Bei hohem Transaktionsvolumen können schnell mehrere hundert Euro jährlich zusammenkommen. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen und genau zu kalkulieren, welche Gebührenstruktur zu deinem Geschäftsmodell passt.
Neben klassischen Banken bieten auch Fintech-Anbieter wie Kontist, Holvi oder N26 Business günstigere Geschäftskonten speziell für Freiberufler und Kleinunternehmer an. Diese sind meist komplett digital, bieten moderne Apps und kosten zwischen 0-15 Euro monatlich. Sie eignen sich besonders für Einzelunternehmer mit überschaubarem Transaktionsvolumen. Größere Unternehmen mit vielen Mitarbeitern, komplexen Anforderungen oder hohen Bargeldeinzahlungen sind bei einer klassischen Geschäftskundenbank oft besser aufgehoben, auch wenn die Kosten höher sind.
Geschäftskonto-Typen
| Unternehmensform | Geschäftskonto-Pflicht? | Empfohlene Kontotypen | Typische Kosten |
|---|---|---|---|
| Einzelunternehmer | Nein, aber empfohlen zur sauberen Trennung von privat und geschäftlich. | Fintech-Geschäftskonto (Kontist, Holvi). Oder separates Privatkonto als „Geschäftskonto“ nutzen. | 0-15 Euro/Monat bei Fintechs. 10-20 Euro bei klassischen Banken. |
| Freiberufler | Nein, aber dringend empfohlen für Buchhaltung und Steuererklärung. | Fintech-Geschäftskonto mit Buchhaltungsintegration. N26 Business, Kontist. | 0-10 Euro/Monat. Oft inklusive Rechnungserstellung und Steuer-Features. |
| GmbH / UG | Ja, gesetzlich verpflichtend. Stammkapital muss auf Geschäftskonto eingezahlt werden. | Klassisches Firmenkonto bei etablierter Bank. Einige Fintechs akzeptieren auch GmbHs. | 10-30 Euro/Monat Grundgebühr. Zusätzlich Buchungspostengebühren (0,10-0,50€/Buchung). |
| GbR / OHG / KG | Empfohlen, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Erleichtert Partnerverwaltung erheblich. | Geschäftskonto mit Mehrbenutzerverwaltung. Klassische Bank oder Business-Fintech. | 10-25 Euro/Monat. Mehrere Zugänge für Partner oft inklusive oder gegen Aufpreis. |
| Kleingewerbe | Nein, aber Trennung von Privat erleichtert Buchhaltung und Finanzamt-Prüfung enorm. | Günstiges Fintech-Geschäftskonto. Bei geringem Volumen auch zweites Privatkonto möglich. | 0-10 Euro/Monat bei Fintechs. Achte auf kostenlose Buchungsposten bei vielen Transaktionen. |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Einzelunternehmer mein Privatkonto für geschäftliche Zwecke nutzen?
Rechtlich ja, praktisch ist es aber nicht empfehlenswert. Viele Banken untersagen in ihren AGB die gewerbliche Nutzung von Privatkonten und können das Konto im Extremfall kündigen, wenn sie davon erfahren. Selbst wenn die Bank es toleriert, wird deine Buchhaltung zum Alptraum: Du musst bei jeder Transaktion manuell trennen, was privat und was geschäftlich war. Bei einer Betriebsprüfung muss das Finanzamt Zugriff auf alle Kontobewegungen bekommen – auch die privaten. Besser ist ein separates Konto, auch wenn es ein zweites Privatkonto ist, das du ausschließlich geschäftlich nutzt. Viele Online-Banken erlauben kostenlose Zweitkonten.
Welche Unterlagen brauche ich zur Eröffnung eines Geschäftskontos?
Die erforderlichen Unterlagen hängen von deiner Rechtsform ab. Einzelunternehmer und Freiberufler benötigen meist: Personalausweis, Gewerbeanmeldung oder Steuernummer vom Finanzamt, gegebenenfalls Handelsregisterauszug. Bei GmbH/UG zusätzlich: Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug, Liste der Gesellschafter und Geschäftsführer, manchmal Nachweis über das eingezahlte Stammkapital. Manche Banken verlangen auch einen Businessplan oder Umsatzprognosen. Online-Banken haben oft einfachere Anforderungen und schnellere Prozesse. Rechne mit 1–3 Wochen Bearbeitungszeit bei klassischen Banken, 2–5 Tage bei Fintechs. Bei GmbH-Gründung kann es länger dauern, da die Bank das Handelsregister prüft.
Lohnt sich ein teures Geschäftskonto mit persönlichem Ansprechpartner?
Das hängt stark von deinem Geschäftsmodell und deinen Bedürfnissen ab. Wenn du ein einfaches Geschäftsmodell hast, wenige Transaktionen machst und digital versiert bist, reicht meist ein günstiges Fintech-Konto völlig aus. Wenn du jedoch regelmäßig hohe Bargeldeinzahlungen hast, Kredite benötigst, internationale Geschäfte machst oder komplexe Finanzierungsstrukturen aufbaust, kann ein persönlicher Bankberater sehr wertvoll sein. Auch bei schnellem Wachstum und hohem Kapitalbedarf sind die Netzwerke und Kreditlinien klassischer Geschäftskundenbanken hilfreich. Als Faustregel: Bis 50.000 Euro Jahresumsatz reicht meist ein günstiges Online-Geschäftskonto. Darüber solltest du prüfen, ob zusätzliche Services den Mehrpreis rechtfertigen.
Flexibel sparen
Tagesgeldkonto
Ein Tagesgeldkonto ist die ideale Ergänzung zum Girokonto für alle, die Rücklagen bilden und dabei Zinsen kassieren möchten. Anders als beim Girokonto kannst du vom Tagesgeldkonto keine direkten Zahlungen tätigen – es dient ausschließlich zum Parken von Geld. Der große Vorteil: Du kommst jederzeit an dein Geld heran, ohne Kündigungsfristen oder Sperrfristen einhalten zu müssen. Gleichzeitig erhältst du Zinsen, die deutlich über dem liegen, was ein Girokonto bietet.
Die Zinsen auf Tagesgeldkonten schwanken je nach Marktlage und Anbieter erheblich. Nach Jahren der Niedrigzinsphase sind seit 2022 wieder attraktive Zinssätze von 2 bis 4 Prozent möglich. Viele Banken locken Neukunden mit besonders hohen Aktionszinsen für die ersten Monate, danach sinkt der Zinssatz auf das Normalniveau. Es lohnt sich, regelmäßig zu vergleichen und gegebenenfalls zu einem besser verzinsten Anbieter zu wechseln. Anders als beim Girokonto ist ein Wechsel des Tagesgeldkontos unkompliziert und ohne Aufwand möglich.
Die Einlagensicherung schützt dein Guthaben auf Tagesgeldkonten bei Banken in der EU bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank. Das macht Tagesgeld zu einer der sichersten Anlageformen überhaupt. Achte bei ausländischen Banken darauf, dass sie der europäischen Einlagensicherung unterliegen. Manche Anbieter mit besonders hohen Zinsen sitzen in Ländern mit schwächerer Wirtschaft – hier solltest du abwägen, ob das minimale Restrisiko die höheren Zinsen wert ist.
Für welche Zwecke eignet sich ein Tagesgeldkonto besonders? Es ist perfekt für den Notgroschen, also drei bis sechs Monatsgehälter für unvorhergesehene Ausgaben. Auch für kurzfristige Sparziele wie Urlaub, größere Anschaffungen oder Steuernachzahlungen ist Tagesgeld ideal. Für langfristigen Vermögensaufbau über mehrere Jahre sind andere Anlageformen wie ETFs oder Festgeld oft sinnvoller, da Tagesgeld langfristig selten die Inflation ausgleicht. Die Kombination aus Sicherheit und Flexibilität macht Tagesgeld zum unverzichtbaren Baustein einer soliden Finanzplanung.
Tagesgeldkonto-Typen
| Kriterium | Tagesgeldkonto | Festgeldkonto | Girokonto |
|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Täglich verfügbar ohne Kündigungsfrist. Überweisung auf Referenzkonto meist innerhalb 1-2 Werktagen. | Geld ist für die vereinbarte Laufzeit gesperrt. Vorzeitige Kündigung meist nicht möglich oder mit Zinsverlusten. | Sofort verfügbar für alle Zahlungen. Bargeldabhebung, Überweisungen und Kartenzahlung jederzeit möglich. |
| Zinsen | Variable Zinsen, aktuell zwischen 1 und 4 Prozent. Können sich jederzeit ändern, oft Neukundenboni. | Fester Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Meist höher als Tagesgeld, besonders bei längeren Laufzeiten. | In der Regel keine oder minimale Zinsen. Guthaben auf dem Girokonto wird praktisch nicht verzinst. |
| Sicherheit | Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Sehr sichere Anlageform ohne Kursschwankungen. | Gleiche Einlagensicherung wie Tagesgeld. Ebenfalls sehr sicher, keine Kursschwankungen. | Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Sicher, aber Guthaben verliert durch Inflation an Kaufkraft. |
| Geeignet für | Notgroschen, kurzfristige Sparziele, Geld das bald benötigt wird. Flexible Reserve für unvorhergesehene Ausgaben. | Geld das für einen definierten Zeitraum nicht benötigt wird. Planbare Ausgaben in der Zukunft. | Täglicher Zahlungsverkehr. Laufende Einnahmen und Ausgaben, nicht zum Sparen geeignet. |
| Kosten | Keine Kontoführungsgebühren. Kostenlose Eröffnung und Führung bei allen seriösen Anbietern. | Keine Gebühren. Kostenlose Anlage, keine versteckten Kosten bei seriösen Anbietern. | Oft Kontoführungsgebühren zwischen 0 und 15 Euro monatlich. Zusatzkosten für Karten und Extras möglich. |
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld sollte ich auf dem Tagesgeldkonto haben?
Als Faustregel gilt: Drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto sind eine solide Basis. Dieser Betrag deckt unvorhergesehene Ausgaben wie Autoreparaturen, Zahnersatz oder den Verlust des Arbeitsplatzes ab, ohne dass du Schulden machen oder langfristige Anlagen auflösen musst. Darüber hinaus kannst du weiteres Geld für kurzfristige Sparziele parken. Beträge, die du länger als ein Jahr nicht benötigst, solltest du allerdings besser in höher verzinstes Festgeld oder renditestarke Anlagen wie ETFs investieren, da Tagesgeld langfristig selten die Inflation ausgleicht.
Muss ich Steuern auf Tagesgeldzinsen zahlen?
Ja, Zinserträge aus Tagesgeld unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei deutschen Banken wird die Steuer automatisch einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Du kannst einen Freistellungsauftrag erteilen, um den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Ehepaare) auszuschöpfen. Bis zu dieser Grenze bleiben deine Zinserträge steuerfrei. Bei ausländischen Banken musst du die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben. Bereits im Ausland gezahlte Quellensteuern kannst du dir in der Regel anrechnen lassen.
Kann ich mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken haben?
Ja, du kannst beliebig viele Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken führen. Das ist sogar sinnvoll aus mehreren Gründen: Du kannst von verschiedenen Neukundenangeboten mit höheren Zinsen profitieren und bei Zinsänderungen flexibel zu besseren Anbietern wechseln. Außerdem verteilst du dein Geld auf mehrere Banken, was bei sehr hohen Beträgen über 100.000 Euro zusätzliche Sicherheit durch mehrfache Einlagensicherung bietet. Achte darauf, den Sparerpauschbetrag sinnvoll auf die verschiedenen Konten zu verteilen, indem du entsprechende Freistellungsaufträge stellst.
Bank wechseln
Kontowechsel
Ein Kontowechsel klingt aufwendiger als er ist. Seit 2016 sind Banken in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen Kontowechselservice anzubieten, der dir den Großteil der Arbeit abnimmt. Die neue Bank holt sich mit deiner Vollmacht die Informationen zu Daueraufträgen und Lastschriften von der alten Bank und richtet diese automatisch ein. Auch deine Zahlungspartner werden informiert. Der gesamte Prozess dauert in der Regel zwei bis vier Wochen.
Trotz des automatisierten Services solltest du einige Dinge selbst im Blick behalten. Prüfe nach dem Wechsel, ob alle Daueraufträge korrekt übernommen wurden – besonders wichtst sind Miete, Versicherungen und Sparraten. Informiere deinen Arbeitgeber rechtzeitig über die neue Bankverbindung, damit das Gehalt pünktlich ankommt. Auch bei Lastschriften wie Strom, Internet oder Fitnessstudio solltest du sicherstellen, dass die neue IBAN hinterlegt ist. Manche Zahlungspartner aktualisieren ihre Daten nicht automatisch und buchen weiterhin vom alten Konto ab.
Das alte Konto solltest du nicht sofort kündigen. Behalte es für mindestens drei Monate parallel zum neuen Konto, um sicherzugehen, dass alle Zahlungen reibungslos umgestellt wurden. Richte auf dem alten Konto am besten einen Dauerauftrag ein, der eingehende Zahlungen automatisch auf das neue Konto weiterleitet. So verpasst du keine verspäteten Überweisungen oder vergessene Lastschriften. Erst wenn mehrere Monate lang keine Bewegungen mehr auf dem alten Konto stattfinden, kannst du es bedenkenlos kündigen.
Die Kündigung des alten Kontos ist in der Regel kostenlos und kann schriftlich, per E-Mail oder über das Online-Banking erfolgen. Manche Banken bieten auch Kündigungsformulare auf ihrer Website an. Achte darauf, dass das Konto zum Kündigungszeitpunkt ausgeglichen ist – weder im Plus noch im Minus. Ein Restguthaben wird auf das neue Konto überwiesen, bei einem Minus musst du erst ausgleichen. Nach der Kündigung erhältst du eine schriftliche Bestätigung. Bewahre diese zusammen mit den letzten Kontoauszügen mindestens zehn Jahre auf, falls das Finanzamt oder andere Stellen später Nachweise verlangen.
Schritt für Schritt zum neuen Konto
| Schritt | Was ist zu tun? | Zeitrahmen | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|---|
| 1. Neues Konto eröffnen | Online-Antrag ausfüllen, Identität per Video-Ident oder Post-Ident bestätigen. Zugangsdaten und Karten abwarten. | 1-7 Tage je nach Bank. Online-Banken oft schneller als Filialbanken. | Personalausweis bereithalten. Bei Gemeinschaftskonto beide Partner zur Identifikation. |
| 2. Kontowechselservice beauftragen | Bei der neuen Bank den Kontowechselservice aktivieren. Vollmacht für Datenabruf bei alter Bank erteilen. | Beantragung sofort möglich. Durchführung dauert 2-4 Wochen. | Service ist kostenlos und gesetzlich vorgeschrieben. Beide Konten müssen auf denselben Namen laufen. |
| 3. Zahlungspartner informieren | Arbeitgeber, Vermieter und wichtige Lastschriftempfänger persönlich über neue IBAN informieren. | Parallel zum Kontowechselservice. Gehalt mindestens einen Monat vor Gehaltszahlung umstellen. | Nicht alle Zahlungspartner aktualisieren automatisch. Wichtige Zahlungen selbst prüfen. |
| 4. Übergangsphase beobachten | Beide Konten parallel führen. Prüfen ob alle Daueraufträge und Lastschriften korrekt laufen. | Mindestens 2-3 Monate beide Konten aktiv lassen. | Auf altem Konto Weiterleitung einrichten. Regelmäßig Kontobewegungen prüfen. |
| 5. Altes Konto kündigen | Schriftliche Kündigung einreichen. Restguthaben überweisen lassen, Karten vernichten. | Nach 3+ Monaten ohne Bewegungen auf altem Konto. Kündigung meist sofort wirksam. | Kündigungsbestätigung und letzte Auszüge 10 Jahre aufbewahren. Konto muss ausgeglichen sein. |
Häufig gestellte Fragen
Kann die Bank meinen Kontowechsel ablehnen?
Die neue Bank kann die Kontoeröffnung ablehnen, zum Beispiel bei negativen SCHUFA-Einträgen oder wenn du die Identitätsprüfung nicht bestehst. Den Kontowechselservice selbst kann sie nicht verweigern, wenn du bereits Kunde bist. Falls du wegen schlechter Bonität kein reguläres Girokonto bekommst, hast du seit 2016 Anspruch auf ein Basiskonto (Jedermann-Konto). Dieses bietet grundlegende Funktionen wie Überweisungen und Kartenzahlung, jedoch meist keinen Dispositionskredit. Jede Bank in Deutschland ist verpflichtet, dir ein solches Basiskonto anzubieten.
Was passiert mit meinem Dispokredit beim Kontowechsel?
Der Dispokredit wird nicht automatisch übertragen. Bei der neuen Bank musst du einen neuen Dispo beantragen, der von deiner Bonität und den Konditionen der Bank abhängt. Falls du bei der alten Bank den Dispo in Anspruch genommen hast, musst du diesen vor der Kündigung ausgleichen. Ein offener Dispokredit verhindert die Kontoschließung. Plane also genug Zeit ein, um das alte Konto vor der Kündigung auszugleichen. Manche Banken bieten auch Umschuldungskredite an, falls du den Dispo nicht sofort zurückzahlen kannst.
Wie lange dauert ein Kontowechsel insgesamt?
Von der Kontoeröffnung bis zur Kündigung des alten Kontos solltest du mit etwa vier bis sechs Monaten rechnen. Die Kontoeröffnung selbst dauert wenige Tage, der Kontowechselservice etwa zwei bis vier Wochen. Danach empfiehlt sich eine Übergangsphase von mindestens drei Monaten, in der beide Konten parallel laufen. Erst wenn du sicher bist, dass alle Zahlungen korrekt umgestellt sind, solltest du das alte Konto kündigen. Dieser Zeitrahmen klingt lang, schützt dich aber vor verpassten Zahlungen und unnötigem Stress. Geduld zahlt sich beim Kontowechsel aus.








