Versicherungen – welche Versicherungen du wirklich brauchst

Verschaffe dir Klarheit über wichtige Versicherungsarten, prüfe Verträge auf entscheidende Bedingungen und sichere dich gezielt gegen die größten Lebensrisiken ab.

Versicherung verstehen

Dein Einstieg in die Welt der Versicherungen

Versicherungen begleiten viele wichtige Schritte im Leben: erster eigener Haushalt, Auto, Familie, Selbstständigkeit. In jeder Phase entstehen neue Fragen, welche Absicherungen wirklich notwendig sind und auf welche man eher verzichten kann. Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlich, Tarife unterscheiden sich stark und Fachbegriffe erschweren häufig den Vergleich.

Auf dieser Seite findest du verständlich aufbereitete Informationen zu zentralen Versicherungsarten und Verweise auf passende Blogbeiträge. Dort bekommst du Hintergrundwissen, Einordnungen und Beispiele, die dir helfen, Angebote besser zu bewerten und typische Fehler zu vermeiden.

Egal, ob du neu in das Thema einsteigst, bestehende Verträge kritisch prüfen möchtest oder dir einen strukturierten Überblick verschaffen willst: Hier gelangst du mit wenigen Klicks zu den Inhalten, die zu deiner Situation passen.

Themen rund um Versicherungen:

  • Krankenversicherung: GKV vs. PKV – alles zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, Beiträge, Leistungen und Wechselmöglichkeiten.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum die Absicherung deiner Arbeitskraft so wichtig ist und worauf du beim Abschluss achten solltest.
  • Reiseversicherung: Reiserücktritt, Auslandskrankenversicherung und Gepäckschutz – welche Absicherung du für deine Reisen brauchst.
  • Haftpflichtversicherung: Die wichtigste Versicherung überhaupt – Schutz vor Schadensersatzforderungen, die deine Existenz bedrohen können.
  • Hausratversicherung: Schutz für dein Hab und Gut bei Feuer, Einbruch, Wasserschäden und mehr.
  • Rechtsschutzversicherung: Deine Rechte durchsetzen ohne finanzielles Risiko – Bausteine, Wartezeiten und typische Anwendungsfälle.

Krankenversicherung

  • Private Krankenversicherung für Familien: Kosten & Regelungen

    Die private Krankenversicherung lockt Familien mit erstklassigen Leistungen – von der Chefarztbehandlung bis zur Alternativmedizin. Doch Vorsicht: Anders als in der GKV gibt es keine kostenlose Familienversicherung. Jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag, was die monatlichen Kosten schnell in die Höhe treiben kann.

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  • Private Krankenversicherung verlassen: Wechsel in die GKV

    Die private Krankenversicherung zu verlassen ist möglich, aber an klare Bedingungen geknüpft. Entscheidend sind dein Alter und Einkommen: Unter 55 Jahren öffnet dir ein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von 69.300 Euro den Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Doch auch ältere Versicherte haben Optionen – von der Familienversicherung bis zu kostengünstigen Tarifalternativen innerhalb der PKV.

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  • PKV für Beamte: Warum private Krankenversicherung wählen

    Ein Großteil der Beamten in Deutschland ist privat krankenversichert – aus gutem Grund. Die staatliche Beihilfe übernimmt einen wesentlichen Teil der Gesundheitskosten, sodass lediglich eine günstige Restkostenversicherung erforderlich ist.

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  • PKV kündigen: Fristen, Ablauf und wichtige Regeln

    Die Kündigung deiner privaten Krankenversicherung erfordert sorgfältige Planung und Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen. Ob ordentliche Kündigung mit dreimonatiger Frist oder Sonderkündigung bei Beitragserhöhung – ohne Nachweis einer Anschlussversicherung ist jede Kündigung unwirksam. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine PKV rechtssicher kündigst und welche Alternativen zur Verfügung stehen.

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Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Überschussbeteiligung BU: So profitierst du von Überschüssen

    Wusstest du, dass deine Berufsunfähigkeitsversicherung dir gesetzlich Geld zurückzahlen muss, wenn Überschüsse entstehen? Die Überschussbeteiligung sorgt dafür, dass du von vorsichtiger Kalkulation und erfolgreichen Kapitalanlagen deines Versicherers profitierst. Ob als Beitragsreduzierung, höhere BU-Rente oder Einmalzahlung – diese oft übersehene Komponente kann deine Versicherung deutlich günstiger machen.

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  • Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten: 5 Faktoren die den Preis bestimmen

    Jeder vierte Arbeitnehmer wird berufsunfähig – eine erschreckende Statistik, die die BU zur unverzichtbaren Absicherung macht. Doch was kostet dieser wichtige Schutz wirklich? Die Antwort ist komplex: Dein Beruf entscheidet maßgeblich über die Beitragshöhe, aber auch Alter, Gesundheit und sogar deine Hobbys spielen mit.

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  • Multi-Risk-Versicherung: Flexible Alternative zur BU

    Multi-Risk-Versicherungen revolutionieren die Arbeitskraftabsicherung durch flexible Versicherungsbausteine. Mit 20 Prozent aller Arbeitnehmer, die vorzeitig berufsunfähig werden, bietet diese Alternative zur klassischen BU besonders für körperlich Tätige und Menschen mit Vorerkrankungen einen bezahlbaren Schutz. Die Kombination aus Grundfähigkeiten-Absicherung und Dread-Disease-Schutz ermöglicht eine individuelle Risikovorsorge.

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  • An image illustrating BU-Versicherung FAQ: Kosten, Leistungen & wichtige Antworten

    BU-Versicherung: Alle wichtigen Fragen beantwortet

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Absicherungen für Berufstätige – doch die Auswahl wirft viele Fragen auf. Was kostet eine gute BU? Welche Leistungen sind unverzichtbar? Und wie hoch sollte die Absicherung sein? Hier werden die häufigsten Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung beantwortet und aufgezeigt, worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt.

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Reiseversicherung

Versicherungsschutz bewusst gestalten

Im Laufe des Lebens verändern sich berufliche Situation, Familienstand und finanzielle Möglichkeiten. Was zu einem bestimmten Zeitpunkt eine sinnvolle Absicherung war, kann Jahre später nicht mehr passend sein. Wer seinen Versicherungsschutz regelmäßig hinterfragt, behält den Überblick und stellt sicher, dass wichtige Risiken gut abgesichert sind und gleichzeitig keine unnötigen Beiträge gezahlt werden.

Die Inhalte auf dieser Seite helfen dir, verschiedene Versicherungsarten besser zu verstehen, den eigenen Bedarf realistisch einzuschätzen und Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern vor allem nach dem tatsächlichen Leistungsumfang zu beurteilen.

So wird das komplexe Thema Versicherung zu einem Bereich, in dem du fundierte Entscheidungen treffen kannst. Du gewinnst Sicherheit im Umgang mit bestehenden Verträgen und eine klare Grundlage, um deinen Schutz bei Bedarf anzupassen oder gezielt zu erweitern.


Ausgewählte Versicherungsarten im Vergleich

Versicherungsart Was wird abgesichert? Wann wird gezahlt? Für wen geeignet?
Berufsunfähigkeitsversicherung Deine Arbeitskraft in deinem aktuell ausgeübten Beruf. Wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Angestellte, Selbstständige und Berufseinsteiger mit regelmäßigem Einkommen.
Krankenversicherung Arztbesuche, Behandlungen, Medikamente und Krankenhausaufenthalte im In- und Ausland. Bei Krankheit, Unfall oder Vorsorgeuntersuchungen werden die Kosten für medizinische Leistungen übernommen. Alle Personen in Deutschland, da Versicherungspflicht besteht. Wahl zwischen GKV und PKV je nach Status und Einkommen.
Reiseversicherung Risiken rund um Reisen wie Krankheit im Ausland, Reiserücktritt, Reiseabbruch oder Gepäckverlust. Bei Erkrankung im Ausland, Stornierung vor Reiseantritt, vorzeitigem Abbruch oder wenn Gepäck verloren geht oder beschädigt wird. Alle Reisenden, besonders bei teuren Buchungen, Fernreisen oder Reisen außerhalb der EU.

Krankenversicherung: Grundstein der gesundheitlichen Absicherung

Die Krankenversicherung ist in Deutschland nicht nur eine der wichtigsten Versicherungen, sondern auch gesetzlich verpflichtend für jeden Bürger. Sie stellt sicher, dass du im Krankheitsfall Zugang zu medizinischer Versorgung erhältst, ohne dass dabei untragbare finanzielle Belastungen auf dich zukommen.

Das deutsche Krankenversicherungssystem basiert auf zwei Säulen: der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV). Beide Systeme unterscheiden sich grundlegend in ihrer Beitragsgestaltung, ihren Leistungen und den Zugangsbedingungen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich dein Beitrag nach deinem Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, dass du einen prozentualen Anteil deines Bruttoeinkommens zahlst, unabhängig davon, wie alt du bist oder welchen Gesundheitszustand du hast. Dieses Solidarprinzip sorgt dafür, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen oder höherem Gesundheitsrisiko Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Die GKV bietet einen definierten Leistungskatalog, der regelmäßig überprüft und angepasst wird. Familienangehörige ohne eigenes Einkommen können in vielen Fällen kostenfrei mitversichert werden.

Die private Krankenversicherung funktioniert nach einem anderen Prinzip. Hier werden die Beiträge individuell kalkuliert, basierend auf deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss und dem gewählten Leistungsumfang. Jüngere und gesunde Versicherte zahlen zunächst oft niedrigere Beiträge als in der GKV, allerdings steigen die Prämien mit zunehmendem Alter.

Der Zugang zur PKV ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: Du musst entweder selbstständig sein oder als Angestellter ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze erzielen. Ein wesentlicher Unterschied liegt auch im Leistungsumfang, der in der PKV oft umfangreicher ist und beispielsweise Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer im Krankenhaus einschließen kann.

Unabhängig davon, ob du gesetzlich oder privat versichert bist, solltest du regelmäßig prüfen, ob dein Versicherungsschutz noch zu deiner Lebenssituation passt. In der GKV hast du die Möglichkeit, durch Zusatzversicherungen Leistungslücken zu schließen, etwa für Zahnersatz, Heilpraktiker oder bessere Versorgung im Krankenhaus.

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Bedeutung der Krankenversicherung für deine langfristige finanzielle Planung. Gerade bei chronischen Erkrankungen oder im Alter können die Kosten für Gesundheitsleistungen erheblich sein. Eine gute Krankenversicherung schützt dich nicht nur vor direkten Behandlungskosten, sondern auch vor den indirekten finanziellen Folgen von Krankheit.

Merkmal Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Private Krankenversicherung (PKV)
Beitragsberechnung Einkommensabhängig (bis Bemessungsgrenze) Alter, Gesundheitszustand, Leistungsumfang
Zugang Für alle zugänglich Ab Jahresarbeitsentgeltgrenze oder Selbstständigkeit
Familienversicherung Kostenfreie Mitversicherung möglich Jede Person zahlt eigenen Beitrag
Leistungsumfang Gesetzlich definierter Katalog Individuell wählbar, oft umfangreicher
Beitragsentwicklung Stabil mit Einkommensentwicklung Steigt mit zunehmendem Alter
Wechselmöglichkeit Zwischen Kassen relativ einfach Rückkehr in GKV oft schwierig
Altersrückstellungen Keine individuellen Rückstellungen Aufbau von Alterungsrückstellungen

Häufig gestellte Fragen

Kann ich von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln?

Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist grundsätzlich möglich, aber an strenge Voraussetzungen gebunden. Als Angestellter musst du mit deinem Einkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fallen oder älter als 55 Jahre sein und seit mindestens fünf Jahren nicht gesetzlich versichert gewesen sein. Selbstständige können nur durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit Einkommen unter der Grenze zurückwechseln. Die Hürden sind bewusst hoch gesetzt, um sogenanntes Rosinenpicken zu vermeiden. Daher solltest du die Entscheidung für eine private Krankenversicherung sehr sorgfältig treffen und langfristig durchdenken.

Welche Zusatzversicherungen sind in der GKV besonders sinnvoll?

Die sinnvollsten Zusatzversicherungen hängen von deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Eine Zahnzusatzversicherung ist für viele Menschen empfehlenswert, da Zahnersatz schnell mehrere tausend Euro kosten kann und die GKV nur einen Bruchteil übernimmt. Eine Krankenhaus-Zusatzversicherung mit Chefarztbehandlung und Einzelzimmer kann Komfort und bessere Behandlung bieten. Für alternative Heilmethoden lohnt sich eine Heilpraktiker-Zusatzversicherung. Achte bei Abschluss auf Wartezeiten, Leistungsobergrenzen in den ersten Jahren und ob Vorerkrankungen ausgeschlossen werden. Vergleiche mehrere Anbieter und prüfe das Preis-Leistungs-Verhältnis sorgfältig.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich arbeitslos werde?

Bei Arbeitslosigkeit und Bezug von Arbeitslosengeld I bist du automatisch weiter in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, die Beiträge übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Auch bei Arbeitslosengeld II (Bürgergeld) bleibst du versichert, das Jobcenter zahlt die Beiträge. Wenn du privat versichert bist, endet die Versicherungspflicht nicht automatisch. Du musst weiterhin deine PKV-Beiträge zahlen, kannst aber in einen günstigeren Basistarif wechseln. Viele PKV-Versicherte nutzen Arbeitslosigkeit, um die Voraussetzungen für einen Wechsel zurück in die GKV zu erfüllen, sofern sie unter 55 Jahre alt sind.

Haftpflichtversicherung: Unverzichtbarer Schutz vor Schadensersatzforderungen

Die private Haftpflichtversicherung gilt unter Finanzexperten als die wichtigste Versicherung überhaupt, noch vor der Krankenversicherung, weil sie dich vor finanziellen Forderungen schützt, die deine gesamte wirtschaftliche Existenz bedrohen können.

Nach deutschem Recht haftest du für Schäden, die du anderen Personen oder deren Eigentum zufügst, grundsätzlich in unbegrenzter Höhe und mit deinem gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen. Ein einziger Moment der Unachtsamkeit kann zu Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe führen, etwa wenn durch deine Schuld ein schwerer Verkehrsunfall oder ein Gebäudebrand entsteht.

Die Privathaftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen die Kosten für berechtigte Schadensersatzansprüche und wehrt gleichzeitig unberechtigte Forderungen für dich ab. Dieser passive Rechtsschutz ist ein oft unterschätzter Vorteil der Versicherung. Sie prüft jeden Schadensfall juristisch, verhandelt mit der Gegenseite und übernimmt notfalls auch die Kosten für einen Rechtsstreit, wenn Ansprüche ungerechtfertigt sind.

Der Leistungsumfang einer modernen Haftpflichtversicherung geht heute weit über die klassischen Schadensfälle hinaus. Neben Personen-, Sach- und Vermögensschäden sind in guten Tarifen auch Gefälligkeitsschäden mitversichert, also Schäden, die beim Helfen entstehen, etwa beim Umzug von Freunden.

Auch der Verlust fremder Schlüssel, Schäden durch deliktunfähige Kinder oder Schäden im Ausland sollten abgedeckt sein. Die Deckungssumme sollte mindestens fünf Millionen Euro, besser zehn Millionen Euro oder mehr betragen, da diese Summen kaum höhere Beiträge verursachen, aber im Ernstfall entscheidend sein können.

Wichtig zu wissen ist, dass die Privathaftpflicht nicht alle Lebensbereiche abdeckt. Schäden mit Kraftfahrzeugen sind über die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Schäden im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeit erfordern eine separate Berufshaftpflichtversicherung. Auch für bestimmte Risiken wie das Halten von Hunden oder Pferden benötigst du spezielle Tierhalterhaftpflichtversicherungen.

Die Kosten für eine Privathaftpflichtversicherung sind im Verhältnis zum gebotenen Schutz außerordentlich gering. Für Singles liegen die Jahresbeiträge typischerweise zwischen 50 und 100 Euro, Familien zahlen etwa 60 bis 120 Euro jährlich. Angesichts der potenziellen finanziellen Risiken ist dies eine der sinnvollsten Investitionen in deine finanzielle Sicherheit.

Leistungsmerkmal Basisschutz Empfohlener Schutz
Deckungssumme 3 Millionen Euro 10+ Millionen Euro
Deliktunfähige Kinder Oft nicht versichert Mitversichert
Schlüsselverlust (privat) Bis 5.000 Euro Unbegrenzt
Schlüsselverlust (beruflich) Nicht versichert Bis 50.000 Euro
Gefälligkeitsschäden Ausgeschlossen Mitversichert
Mietsachschäden Begrenzt Umfassend
Weltweiter Schutz Europa, 1 Jahr Weltweit, 5+ Jahre
Jahresbeitrag (Single) ca. 40-60 Euro ca. 70-100 Euro

Häufig gestellte Fragen

Benötige ich eine separate Haftpflichtversicherung, wenn ich noch bei meinen Eltern wohne?

Solange du noch unverheiratet bist, keine eigene Familie hast und dich in der Erstausbildung befindest, bist du in der Regel über die Privathaftpflicht deiner Eltern mitversichert. Diese Mitversicherung gilt auch während eines Studiums oder einer Ausbildung, oft bis zum Abschluss und manchmal sogar darüber hinaus für eine Übergangszeit. Sobald du jedoch eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, heiratest oder einen eigenen Hausstand gründest, endet die Mitversicherung automatisch. Dann benötigst du eine eigene Haftpflichtversicherung. Prüfe die genauen Bedingungen im Vertrag deiner Eltern und schließe rechtzeitig eine eigene Versicherung ab, um keine Versicherungslücke entstehen zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Forderungsausfalldeckung und normalem Haftpflichtschutz?

Die Forderungsausfalldeckung ist eine Zusatzleistung, die dich schützt, wenn du selbst geschädigt wurdest, der Verursacher aber keine Haftpflichtversicherung hat und auch nicht zahlungsfähig ist. In diesem Fall springt deine eigene Haftpflichtversicherung ein und reguliert deinen Schaden, als wäre der Verursacher bei ihr versichert. Diese Deckung greift aber nur unter strengen Voraussetzungen: Der Schaden muss mindestens 2.500 Euro betragen, du musst einen rechtskräftigen Titel gegen den Schädiger haben, und dessen Zahlungsunfähigkeit muss nachgewiesen sein. Die Forderungsausfalldeckung ist besonders wertvoll bei größeren Schäden durch unversicherte Verursacher, kommt in der Praxis aber eher selten zum Tragen.

Werden Schäden gedeckt, die ich als Fahrradfahrer verursache?

Ja, Schäden die du als Radfahrer verursachst, sind über deine Privathaftpflichtversicherung vollständig abgedeckt. Dies gilt für alle nicht motorisierten Fahrzeuge wie Fahrräder, E-Bikes bis 25 km/h (Pedelecs) und auch E-Scooter. Wichtig ist diese Deckung, da auch beim Radfahren erhebliche Schäden entstehen können, etwa wenn du einen Fußgänger anfährst oder ein parkendes Auto beschädigst. Bei schnelleren E-Bikes (S-Pedelecs ab 25 km/h) und anderen motorisierten Zweirädern benötigst du jedoch eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen. Diese Fahrzeuge gelten als Kraftfahrzeuge und sind nicht über die Privathaftpflicht versichert.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Absicherung deiner Arbeitskraft

Deine Arbeitskraft ist dein wertvollstes Vermögen. Über dein gesamtes Berufsleben hinweg verdienst du je nach Qualifikation und Position zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro oder mehr. Dieses Humankapital zu schützen ist mindestens genauso wichtig wie die Absicherung von Sachwerten.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du aufgrund von Krankheit oder Unfall deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Dies kann jeden treffen, unabhängig vom Alter oder der körperlichen Fitness. Statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig, wobei psychische Erkrankungen mittlerweile die häufigste Ursache darstellen.

Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu weniger als 50 Prozent ausüben kannst. Wichtig ist dabei die abstrakte Verweisung: Gute BU-Versicherungen verzichten darauf, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest.

Wenn du also beispielsweise als Chirurg aufgrund eines Handschadens nicht mehr operieren kannst, musst du nicht auf eine Tätigkeit als beratender Arzt verwiesen werden, sondern erhältst deine volle BU-Rente. Diese Verweisungsklauseln sind ein entscheidendes Qualitätsmerkmal bei der Tarifauswahl.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente solltest du so wählen, dass damit dein Lebensstandard auch ohne Erwerbseinkommen aufrechterhalten werden kann. Als Faustregel gilt etwa 70 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens. Beachte, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, falls überhaupt ein Anspruch besteht, meist nur einen Bruchteil deines bisherigen Einkommens abdeckt und an sehr strenge Voraussetzungen gebunden ist.

Der Zeitpunkt des Abschlusses ist bei der BU-Versicherung entscheidend. Je jünger und gesünder du bist, desto günstiger sind die Beiträge und desto eher wirst du ohne Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse versichert. Jede Vorerkrankung, jeder Arztbesuch wegen gesundheitlicher Beschwerden kann später zu Problemen führen.

Die Gesundheitsfragen bei Antragstellung sind sehr umfangreich und müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Falsche Angaben können im Leistungsfall zur Verweigerung der Zahlung führen. Idealerweise schließt du eine BU-Versicherung bereits in jungen Jahren ab, etwa mit Beginn der Berufsausbildung oder des Studiums.

Die Beiträge für eine BU-Versicherung sind nicht gering und stellen gerade für junge Menschen mit geringem Einkommen eine Herausforderung dar. Dennoch solltest du den Versicherungsschutz nicht aufschieben, da später höhere Beiträge oder gesundheitliche Probleme einen Abschluss erschweren oder unmöglich machen können.

Berufsgruppe Risikoklasse Monatsbeitrag (1.500€ Rente)* Besonderheiten
Akademiker, Bürotätigkeit Niedrig (1-2) 80-120 Euro Beste Konditionen, selten Ausschlüsse
Kaufmännische Berufe Niedrig-Mittel (2-3) 100-150 Euro Gute Annahmepraxis
Handwerker (Innendienst) Mittel (3-4) 150-220 Euro Abhängig von Tätigkeitsprofil
Medizinische Berufe Mittel (2-3) 90-140 Euro Infektionsrisiko beachten
Handwerker (Außendienst) Hoch (4-5) 200-350 Euro Oft mit Ausschlüssen
Bauberufe, Dachdecker Sehr hoch (5-6) 300-500 Euro Schwierige Annahme
Berufskraftfahrer Hoch (4-5) 250-400 Euro Oft Leistungseinschränkungen

*Richtwerte für 30-jährige Person, Versicherung bis 67 Jahre, Stand 2026

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine BU-Versicherung auch mit Vorerkrankungen abschließen?

Grundsätzlich ja, aber Vorerkrankungen können den Abschluss erschweren oder verteuern. Je nach Art und Schwere der Erkrankung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Der Versicherer kann einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Erkrankungen vom Versicherungsschutz ausschließen oder in schweren Fällen den Antrag komplett ablehnen. Bei psychischen Vorerkrankungen wie Depressionen oder Burnout ist die Annahme oft besonders schwierig. Es lohnt sich, eine anonymisierte Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern durchführen zu lassen. Dabei wird ohne Nennung deines Namens geprüft, zu welchen Konditionen eine Versicherung möglich wäre. So vermeidest du Ablehnungen, die bei späteren Anträgen angegeben werden müssen.

Was ist eine Nachversicherungsgarantie und warum ist sie wichtig?

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es dir, die Höhe deiner BU-Rente bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Typische Ereignisse sind Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf, Gehaltserhöhungen oder Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Dies ist extrem wertvoll, weil dein Versicherungsbedarf im Laufe des Lebens steigt, dein Gesundheitszustand sich aber verschlechtern kann. Mit der Nachversicherungsgarantie kannst du deinen Schutz an deine Lebenssituation anpassen, ohne dass zwischenzeitlich aufgetretene Krankheiten zu Ablehnungen oder Ausschlüssen führen. Achte darauf, dass diese Garantie vertraglich vereinbart ist und prüfe die maximalen Erhöhungsbeträge sowie die definierten Ereignisse.

Wie unterscheidet sich die BU-Versicherung von der Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt bereits, wenn du deinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung hingegen leistet erst, wenn du gar keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen kannst, also auch nicht in einem anderen, einfacheren Beruf. Die Hürden für eine Leistung sind bei der EU-Versicherung also deutlich höher. Eine BU-Versicherung bietet daher den besseren Schutz, ist aber auch teurer. Erwerbsunfähigkeitsversicherungen kommen höchstens als günstigere Alternative für Menschen in Frage, die aufgrund ihres Berufs oder Gesundheitszustands keine BU-Versicherung bekommen können. Der Schutz ist jedoch deutlich geringer.

Hausratversicherung: Schutz für dein Hab und Gut

Die Hausratversicherung schützt dein gesamtes bewegliches Eigentum in deiner Wohnung oder deinem Haus gegen verschiedene Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und Einbruchdiebstahl.

Zum versicherten Hausrat gehören alle Gegenstände, die du zur Einrichtung und zum privaten Gebrauch nutzt: Möbel, Elektronik, Kleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, Schmuck und vieles mehr. Die Versicherung ersetzt im Schadensfall den Neuwert der beschädigten oder gestohlenen Gegenstände, nicht nur den oft deutlich niedrigeren Zeitwert.

Die Versicherungssumme sollte den Gesamtwert deines Hausrats abdecken. Viele Menschen unterschätzen, was ihr Haushalt tatsächlich wert ist. Wenn du alle Anschaffungskosten zusammenrechnen würdest – von der Küche über die Elektronik bis zur Kleidung – kommen schnell 50.000 Euro oder mehr zusammen.

Bei der Ermittlung der richtigen Versicherungssumme hilft die Wohnflächenregel: Pro Quadratmeter Wohnfläche werden pauschal 650 Euro Hausrat angesetzt. Eine 80 Quadratmeter große Wohnung würde demnach mit 52.000 Euro versichert. Diese Pauschalmethode ist praktisch und vermeidet Unterversicherung, die im Schadensfall zu Kürzungen der Erstattung führen kann.

Moderne Hausratversicherungen bieten heute weit mehr als den klassischen Grundschutz. Elementarschäden durch Hochwasser, Überschwemmung, Erdbeben oder Schneedruck können gegen Aufpreis mitversichert werden. Diese Erweiterung wird zunehmend wichtiger angesichts der Klimaveränderungen und häufigeren Extremwetterereignissen.

Auch Fahrräder sind bis zu einem bestimmten Betrag mitversichert, allerdings oft nur bei Einbruch aus verschlossenen Räumen. Für hochwertige Fahrräder oder E-Bikes lohnt sich oft ein zusätzlicher Fahrraddiebstahlschutz, der auch einfachen Diebstahl auf der Straße abdeckt.

Ein oft übersehener Aspekt ist der Schutz außerhalb der Wohnung. Die Hausratversicherung leistet in der Regel auch für Gegenstände, die du vorübergehend außer Haus hast, etwa auf Reisen oder bei einem vorübergehenden Aufenthalt woanders. Auch Gegenstände in einem Kellerabteil oder in der Garage können mitversichert sein, sofern diese abschließbar sind.

Bei wertvollen Gegenständen wie Schmuck, Kunstwerken oder teuren Musikinstrumenten gibt es allerdings oft Entschädigungsgrenzen. Für solche Wertgegenstände kann eine separate Wertsachenversicherung oder eine individuelle Vereinbarung mit dem Versicherer sinnvoll sein.

Die Kosten für eine Hausratversicherung sind moderat und hängen von verschiedenen Faktoren ab: der Wohnfläche, dem Wohnort, der Sicherheitsausstattung deiner Wohnung und dem gewählten Selbstbehalt. Für eine durchschnittliche Wohnung liegen die Jahresbeiträge typischerweise zwischen 50 und 150 Euro.

Schadensart Im Grundschutz enthalten Besonderheiten
Brand, Blitzschlag Ja Inkl. Explosionen und Implosionen
Leitungswasser Ja Rohrbruch, Frost, Aquarienschäden
Sturm, Hagel Ja (ab Windstärke 8) Auch Folgeschäden durch Regen
Einbruchdiebstahl Ja Auch Vandalismus nach Einbruch
Raub Ja Innerhalb und außerhalb der Wohnung
Fahrraddiebstahl Begrenzt (aus verschl. Räumen) Aufstockung gegen Aufpreis möglich
Überspannung, Blitz Oft nur Direkteinschlag Überspannungsschutz empfehlenswert
Elementarschäden (Hochwasser) Nur gegen Aufpreis In Risikogebieten wichtig
Einfacher Diebstahl Nein Nur Einbruchdiebstahl versichert

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Unterversicherung und wie vermeide ich sie?

Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert deines Hausrats. Im Schadensfall zahlt die Versicherung dann nicht den vollen Schaden, sondern kürzt die Leistung proportional. Beispiel: Dein Hausrat ist 80.000 Euro wert, du hast aber nur 40.000 Euro versichert. Bei einem Schaden von 10.000 Euro bekommst du nur 5.000 Euro erstattet. Um Unterversicherung zu vermeiden, solltest du die Versicherungssumme nach der Wohnflächenregel (650 Euro pro Quadratmeter) berechnen und vereinbaren. Die meisten Versicherer verzichten dann auf die Prüfung der Unterversicherung. Aktualisiere die Versicherungssumme regelmäßig, besonders nach größeren Anschaffungen oder einem Umzug.

Sind meine Gegenstände auch auf Reisen versichert?

Ja, die Hausratversicherung bietet in der Regel eine Außenversicherung, die deinen Hausrat auch vorübergehend außerhalb deiner Wohnung schützt, etwa im Hotelzimmer, im Auto oder im Ferienhaus. Dieser Schutz gilt weltweit und umfasst meist drei Monate. Die Entschädigungsgrenze liegt allerdings oft bei nur 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme. Für längere Auslandsaufenthalte oder höhere Werte solltest du den Schutz erweitern. Wichtig: Wertsachen wie Schmuck, Bargeld oder Laptops haben oft spezielle Limits. Bei Reisen ist zudem eine Reisegepäckversicherung zu erwägen, die speziell für unterwegs konzipiert ist, oder die Absicherung über eine Kreditkarte mit entsprechendem Versicherungspaket.

Brauche ich eine Elementarschadenversicherung?

Eine Elementarschadenversicherung deckt Schäden durch Hochwasser, Überschwemmung, Starkregen, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen ab. Ob du diese Zusatzdeckung brauchst, hängt stark von deinem Wohnort ab. In hochwassergefährdeten Gebieten, in der Nähe von Flüssen oder in Hanglagen ist sie dringend empfehlenswert. Auch Starkregen kann mittlerweile überall auftreten und Kellerwohnungen oder Souterrains überfluten. Prüfe die Gefährdungslage deines Wohnorts auf entsprechenden Portalen der Versicherer oder bei deiner Kommune. Der Aufpreis für Elementarschäden liegt meist bei 30 bis 50 Prozent des Grundbeitrags. In Hochrisikogebieten kann die Versicherung teurer sein oder ganz verweigert werden.

Rechtsschutzversicherung: Durchsetzung deiner Rechte ohne finanzielles Risiko

Die Rechtsschutzversicherung ist deine finanzielle Absicherung für die Durchsetzung oder Verteidigung rechtlicher Ansprüche. Anwalts- und Gerichtskosten können selbst bei vermeintlich einfachen Fällen schnell mehrere tausend Euro betragen, bei komplexen Verfahren oder höheren Streitwerten sogar Zehntausende.

Ohne Rechtsschutzversicherung verzichten viele Menschen aus Kostengründen darauf, ihre berechtigten Ansprüche geltend zu machen oder sich gegen unberechtigte Forderungen zu wehren. Die Versicherung übernimmt die Kosten für Anwälte, Gerichte, Gutachter und Zeugen, sodass du deine Rechte ohne finanzielles Risiko wahrnehmen kannst.

Rechtsschutzversicherungen werden in verschiedenen Bausteinen angeboten, die du individuell kombinieren kannst. Der wichtigste ist meist der Privatrechtsschutz, der Streitigkeiten aus dem privaten Alltag abdeckt. Hinzu kommt oft der Verkehrsrechtsschutz für Konflikte im Straßenverkehr, der auch als eigenständige Police erhältlich ist.

Für Arbeitnehmer ist der Arbeitsrechtsschutz wichtig, der bei Kündigungsschutzklagen oder Streit um Gehaltszahlungen greift. Vermieter und Mieter benötigen jeweils spezifischen Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz. Überlege genau, welche Bausteine für deine Lebenssituation relevant sind, denn jeder zusätzliche Baustein erhöht den Beitrag.

Ein häufiges Missverständnis betrifft den zeitlichen Anwendungsbereich der Versicherung. Für die meisten Rechtsbereiche gilt eine Wartezeit von drei Monaten ab Vertragsbeginn. Das bedeutet, du kannst die Versicherung nicht nutzen für Streitigkeiten, deren Ursache bereits vor Vertragsabschluss lag oder die innerhalb der ersten drei Monate entstehen.

Diese Regelung soll verhindern, dass Menschen eine Rechtsschutzversicherung erst dann abschließen, wenn sich ein Rechtsstreit bereits abzeichnet. Beim Verkehrsrechtsschutz gibt es allerdings meist keine Wartezeit, und auch bei Strafrechtsschutz entfällt sie häufig.

Nicht alle rechtlichen Auseinandersetzungen sind versichert. Typischerweise ausgeschlossen sind Familienrechtsstreitigkeiten wie Scheidungen oder Sorgerechtsverfahren, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kapitalanlagen und Wertpapieren sowie Baurechtsstreitigkeiten für Bauherren. Auch das allgemeine Vertragsrecht ist oft eingeschränkt abgedeckt.

Lies die Versicherungsbedingungen genau durch und achte besonders auf die Ausschlusstatbestände. Einige Versicherer bieten gegen Aufpreis erweiterte Deckungen an, etwa für Bauherrenprozesse oder erweiterten Vertragsrechtsschutz.

Bei der Wahl der Rechtsschutzversicherung solltest du neben dem Beitrag auch auf die Qualität des Versicherers und seinen Service achten. Wichtig ist die Deckungssumme, die unbegrenzt oder mindestens sehr hoch sein sollte, sowie die freie Anwaltswahl. Manche Versicherer schreiben vor, dass du zunächst ihre Vertragsanwälte konsultieren musst oder schränken die Anwaltswahl anderweitig ein.

Rechtsschutz-Baustein Typische Anwendungsfälle Wartezeit
Privatrechtsschutz Nachbarschaftsstreit, Kaufverträge, Schadensersatz 3 Monate
Verkehrsrechtsschutz Unfallregulierung, Bußgeldbescheide, Führerscheinentzug Keine
Arbeitsrechtsschutz Kündigung, Abmahnung, Gehaltsstreit, Abfindung 3 Monate
Wohnungs-/Mietrechtsschutz Mietminderung, Kündigung, Nebenkostenabrechnung 3 Monate
Strafrechtsschutz Verkehrsdelikte, fahrlässige Körperverletzung Keine
Verwaltungsrechtsschutz Behördenentscheidungen, Baugenehmigungen, Steuerbescheide 3 Monate
Sozialrechtsschutz Streit mit Krankenkasse, Rentenversicherung, Jobcenter 3 Monate

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Anwalt frei wählen?

Die freie Anwaltswahl ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer Rechtsschutzversicherung. Die meisten hochwertigen Tarife gewähren dir das Recht, einen Anwalt deiner Wahl zu mandatieren. Einige günstigere Tarife schränken dieses Recht ein und verlangen, dass du zunächst einen Vertragsanwalt der Versicherung konsultierst oder dich an ein Anwaltsverzeichnis des Versicherers hältst. Diese Einschränkung kann problematisch sein, wenn du bereits ein Vertrauensverhältnis zu einem bestimmten Anwalt hast oder spezialisierte Expertise benötigst. Achte bei Vertragsabschluss unbedingt auf die Formulierung zur Anwaltswahl. Unbeschränkte freie Anwaltswahl sollte als Leistungsmerkmal explizit genannt sein. Dies gibt dir die Flexibilität, den für deinen Fall am besten geeigneten Rechtsbeistand zu wählen.

Was passiert, wenn ich einen Rechtsstreit verliere?

Auch wenn du einen Rechtsstreit verlierst, übernimmt die Rechtsschutzversicherung deine eigenen Kosten für Anwalt und Gericht, sofern der Fall von vornherein Erfolgsaussichten hatte. Wichtig ist die vorherige Deckungszusage der Versicherung. Problematisch wird es bei den Kosten der Gegenseite: Nach dem deutschen Kostenrecht muss die unterlegene Partei auch die Kosten des Gegners tragen. Hier gibt es unterschiedliche Regelungen. Manche Versicherer übernehmen auch die gegnerischen Kosten in bestimmten Bereichen, andere zahlen nur die eigenen Kosten. Bei größeren Streitwerten können die gegnerischen Kosten erheblich sein. Deshalb solltest du vor Prozessbeginn mit der Versicherung klären, welche Kostenrisiken abgedeckt sind, und gegebenenfalls eine separate Prozesskostenhilfe prüfen oder einen Vergleich erwägen.

Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung für Rentner noch?

Ja, eine Rechtsschutzversicherung kann auch für Rentner sehr sinnvoll sein, allerdings in anderer Zusammensetzung als für Berufstätige. Der Arbeitsrechtsschutz wird nicht mehr benötigt, aber Privatrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz bleiben relevant. Gerade im Alter häufen sich oft Auseinandersetzungen mit Versicherungen, Krankenkassen oder Pflegeeinrichtungen, wofür der Verwaltungs- und Sozialrechtsschutz wichtig ist. Auch Mietrechtsschutz bleibt bedeutsam, wenn man zur Miete wohnt. Falls man Eigentum hat, ist Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz relevant. Manche Versicherer bieten spezielle Seniorentarife an, die auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind. Die Beiträge sind oft niedriger, weil Arbeitsrechtsschutz entfällt. Ein Wechsel oder eine Neuanpassung der Bausteine im Rentenalter ist durchaus sinnvoll.