Girocard im Ausland: Gebühren, Länder & wichtige Tipps

10.09.80 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Girocard ist Deutschlands beliebteste Bankkarte – doch funktioniert sie auch im Ausland? Die Antwort: Ja, aber mit wichtigen Einschränkungen. Dank Co-Badging mit Maestro oder V-Pay kannst du in vielen Ländern bezahlen und Geld abheben. Allerdings fallen außerhalb der Eurozone oft hohe Gebühren an, und ab 2023 wird Maestro eingestellt. Hier erfährst du, wo deine Girocard funktioniert, welche Kosten entstehen und worauf du bei deiner nächsten Reise achten musst.

Girocard im Ausland: Gebühren, Länder & wichtige Tipps

Das Wichtigste in Kürze

Girocards dank Co-Badging auch im Ausland einsetzbar

Die Girocard ist Deutschlands meistgenutzte Bankkarte und ermöglicht dir problemloses Bezahlen sowie Bargeldabheben im Inland. Doch wie funktioniert das eigentlich im Ausland? Seit dem Ende des Maestro-Systems im Jahr 2023 hat sich die Situation grundlegend verändert: Die meisten neueren Girocards funktionieren nur noch in Deutschland. Je nach Reiseziel können zudem Gebühren anfallen, und nicht jede Karte funktioniert überall gleich gut. In diesem Artikel erfährst du, wo du mit deiner Girocard noch bezahlen kannst, welche Kosten dabei entstehen und worauf du bei deiner nächsten Reise unbedingt achten solltest.

Die Girocard gehört zur Standardausstattung jedes Girokontos und ermöglicht dir unkomplizierten bargeldlosen Zahlungsverkehr. Viele kennen sie noch unter ihrem alten Namen EC-Karte. Ursprünglich als europaweites Bezahlsystem konzipiert, funktioniert sie grundsätzlich in ganz Deutschland – die europaweite Nutzung ist jedoch seit dem Ende von Maestro stark eingeschränkt. Der gesetzliche Anspruch auf ein Girokonto sichert diesen Zugang für alle Bürger ab.

Früher machte das sogenannte Co-Badging mit Mastercard (Maestro) oder VISA (V-Pay) die Girocard auch im Ausland einsetzbar. Seit Juli 2023 werden jedoch keine neuen Girocards mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben. Falls du noch eine ältere Girocard mit Maestro-Logo besitzt, kannst du diese bis zum aufgedruckten Ablaufdatum weiterhin im Ausland nutzen. Bei neueren Karten ist meist nur noch V-Pay oder gar kein Co-Badging mehr vorhanden. Ob deine Girocard über eine Zusatzfunktion verfügt, erkennst du am aufgedruckten V-Pay-Logo auf der Kartenvorderseite.

📌 Good to know

Das Maestro-System wurde von Mastercard im Juli 2023 eingestellt. Bestehende Maestro-Karten funktionieren noch bis zu ihrem Ablaufdatum (spätestens Ende 2027). V-Pay von VISA ist weiterhin verfügbar, speichert die Daten auf einem Chip und erfordert zur Zahlung immer deine PIN. Das bietet mehr Sicherheit, schränkt aber die Einsatzmöglichkeiten ein, da V-Pay nur in Europa funktioniert. Die Funktionsweise von V-Pay als europäisches Bezahlsystem basiert auf dem sicheren EMV-Chip.

In welchen Ländern du mit der Girocard bezahlen kannst

Die Einsatzmöglichkeiten deiner Girocard im Ausland hängen direkt davon ab, welches System auf deiner Karte hinterlegt ist. Ältere Maestro-Karten (mit Ablaufdatum bis maximal Ende 2027) sind noch weltweit gültig und eignen sich daher für Reisende, die verschiedene Kontinente bereisen möchten. Karten mit dem V-Pay-Zeichen kannst du dagegen nur innerhalb Europas nutzen – für Fernreisen sind sie nicht geeignet. Neuere Girocards ohne Co-Badging funktionieren nur noch in Deutschland.

Aus Sicherheitsgründen sperren einige Banken die Girocard standardmäßig für den Einsatz außerhalb Europas. Du kannst die gewünschten Länder jedoch auf Antrag bei deiner Bank freischalten lassen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich im Vorfeld einer Reise bei deiner Bank erkundigst. Frage nach, ob du deine Girocard in deinem Reiseland einsetzen kannst und welche Tages- und Wochenlimits beim Geldabheben und Bezahlen gelten. Diese Limits können je nach Bank und Kontotyp erheblich variieren und sollten zu deinen Reiseplänen passen.

💡 Tip

Kontaktiere deine Bank mindestens eine Woche vor Reiseantritt und lass dein Reiseland für deine Girocard freischalten. Notiere dir auch die internationale Servicenummer deiner Bank für Notfälle. Viele Banken bieten zudem die Möglichkeit, die Freischaltung bequem über das Online-Banking oder die Banking-App vorzunehmen – das spart Zeit und den Weg zur Filiale. Eine spezielle Reisekreditkarte ist oft von vornherein für den weltweiten Einsatz konzipiert und erfordert keine Freischaltung.

Das kostet der Auslandseinsatz der Girocard

Mit deiner Girokarte kannst du überall in Deutschland und innerhalb der Eurozone kostenlos in Geschäften bezahlen. Sobald du jedoch außerhalb der Eurozone mit der Girocard zahlst, vereinnahmt deine Bank eine prozentuale Gebühr des Umsatzes. Diese Gebühr kann je nach Kartenanbieter zwischen ein und drei Prozent liegen und summiert sich bei längeren Reisen schnell zu einem beachtlichen Betrag. Auch bei bekannten Co-Branding-Karten wie der Amazon Visa im Ausland fallen spezifische Gebühren für den Einsatz an.

Für das Abheben von Bargeld an Geldautomaten im Ausland fällt üblicherweise seitens deiner Bank eine Gebühr zwischen fünf und zehn Euro an, manchmal auch ein prozentualer Betrag. Die genauen Kosten erfährst du im Preisverzeichnis deiner Bank. Dazu kommen zusätzlich die Gebühren der ausländischen Bank, die für die Nutzung ihres Automaten häufig eine Pauschale zwischen fünf und zehn Euro verlangt – unabhängig vom abgehobenen Betrag. Bei kleineren Abhebungen kann das Verhältnis zwischen Gebühr und abgehobenem Betrag besonders ungünstig ausfallen. Einige Kreditkarten ermöglichen es jedoch, diese Gebühren zu umgehen und kostenlos Geld im Ausland abzuheben. Für eine USA-Reise stellt sich daher die Frage zwischen Bargeld oder Kreditkarte.

In Ländern mit einer anderen Währung als dem Euro können zudem Wechselkursgebühren entstehen. Diese kann deine Bank entweder transparent als prozentualen Teil des Umsatzes erheben, oder sie verstecken sich in einem unvorteilhaften Wechselkurs für die Umrechnung in Euro. Die Betreiber deutscher Bankautomaten weisen die Auslandsgebühren aber in der Regel im Preisverzeichnis aus, sodass du dich vorab informieren kannst. Wie hoch die Kosten im Einzelfall ausfallen, kann ein Auslandsgebühren-Rechner verdeutlichen. Manche Anbieter verzichten bei einer Kreditkarte ohne Auslandsgebühren komplett auf solche Kosten.

📌 Good to know

Manchmal bieten Automatenbetreiber oder Händler beim Bezahlen die Option, den Verfügungsbetrag sofort von der Landeswährung in Euro umzurechnen (Dynamic Currency Conversion). Das kann für dich jedoch teuer werden! Am Umrechnungskurs verdienen die Anbieter meist mehr, als deine Bank dir berechnen würde. Wähle daher immer die Abrechnung in Landeswährung – so sparst du oft zwischen 3 und 10 Prozent der Transaktionssumme. Neben DCC können weitere Kosten beim Bargeldabheben mit Kreditkarte anfallen, etwa durch die eigene Bank.

Das Ende von Maestro: Girocard im Ausland nur noch eingeschränkt nutzbar

Seit Juli 2023 ist die Girocard im Ausland nur noch eingeschränkt nutzbar. Der Grund: Mastercard hat seinen Maestro-Service für Girokarten eingestellt. Seit diesem Zeitpunkt können Banken keine neuen Girocards mit Maestro-Funktion mehr ausgeben. Falls du noch eine ältere Girocard mit Maestro-Logo besitzt, kannst du diese bis zum aufgedruckten Ablaufdatum weiterhin im Ausland nutzen. Die letzten Bestandskarten laufen Ende 2027 aus. Als Alternative bietet sich oft eine kostenlose Kreditkarte für den weltweiten Einsatz an.

Das Gegenstück zu Maestro, nämlich V-Pay von VISA, bleibt weiterhin bestehen, ist aber auf Europa beschränkt. Viele Banken geben mittlerweile Girocards ohne jegliches Co-Badging aus – diese funktionieren nur noch in Deutschland. Für Auslandsreisen benötigst du daher in den meisten Fällen eine Kreditkarte. Einige Banken bieten als Alternative Debitkarten mit Mastercard- oder VISA-Funktion an, die weltweit einsetzbar sind. Viele Banken bieten daher ein Girokonto mit Kreditkarte als Paketlösung an.

💡 Tip

Sichere dir eine kostenlose Kreditkarte als Backup für deine Auslandsreisen. Viele Direktbanken bieten gebührenfreie Kreditkarten oder Debitkarten an, mit denen du weltweit kostenlos bezahlen und teilweise sogar gebührenfrei Bargeld abheben kannst. Da Maestro nicht mehr verfügbar ist, ist eine solche Karte für internationale Reisen mittlerweile unverzichtbar. Eine Kreditkarte ohne Auslandsentgelt erspart dabei die sonst üblichen prozentualen Aufschläge auf den Umsatz. Manche Anbieter haben spezielle Angebote für eine Kreditkarte für Studenten im Ausland.

Häufig gestellte Fragen

Q

Kann ich mit jeder Girocard im Ausland bezahlen?

Nein, nur Girocards mit V-Pay-Logo funktionieren noch im europäischen Ausland. Ältere Maestro-Karten (Ablaufdatum bis Ende 2027) sind weltweit einsetzbar. Neuere Girocards ohne Co-Badging funktionieren nur in Deutschland. Prüfe das Logo auf deiner Karte vor der Reise.

Q

Welche Gebühren fallen beim Bezahlen außerhalb der Eurozone an?

Außerhalb der Eurozone berechnen Banken üblicherweise ein bis drei Prozent des Umsatzes als Gebühr. Beim Geldabheben kommen zusätzlich fünf bis zehn Euro Bankgebühr plus Automatengebühr der ausländischen Bank hinzu. Eine geeignete Prepaid Kreditkarte ermöglicht es, im Ausland gebührenfrei Geld abzuheben und so diese Kosten zu vermeiden. Eine günstige Kreditkarte fürs Ausland bietet hierfür oft die passenden Konditionen.

Q

Muss ich meine Girocard für Auslandsreisen freischalten lassen?

Ja, viele Banken sperren Girocards aus Sicherheitsgründen für außereuropäische Länder. Kontaktiere deine Bank vor der Reise, um die gewünschten Länder freischalten zu lassen und Tages- sowie Wochenlimits zu erfragen. Eine Alternative ist das weltweit kostenlose Bargeldabheben mit einer Kreditkarte, das meist ohne vorherige Freischaltung funktioniert.

Q

Was bedeutet das Ende von Maestro für meine Girocard?

Seit Juli 2023 gibt Mastercard keine neuen Maestro-Karten mehr aus. Bestehende Maestro-Karten funktionieren bis zum aufgedruckten Ablaufdatum weiter, spätestens bis Ende 2027. Danach sind Auslandszahlungen nur noch mit V-Pay (Europa) oder einer Kreditkarte/Debitkarte möglich. Für Buchungen von Reisen oder Hotels gibt es jedoch auch alternative Zahlungsmethoden ohne Kreditkarte.

Q

Ist die Girocard oder eine Kreditkarte besser für Auslandsreisen?

Kreditkarten sind mittlerweile klar die bessere Wahl für Auslandsreisen. Sie werden weltweit akzeptiert, bieten oft bessere Wechselkurse und haben häufig zusätzliche Versicherungen inklusive. Da Maestro eingestellt wurde und viele neue Girocards nur noch in Deutschland funktionieren, ist eine Kreditkarte für internationale Reisen praktisch unverzichtbar. Die Konditionen der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich teils erheblich, wie ein Kreditkarten-Vergleich zeigt.

Q

Wo finde ich die genauen Auslandsgebühren meiner Bank?

Die genauen Gebühren für Auslandseinsätze findest du im Preisverzeichnis deiner Bank. Dieses ist meist online verfügbar oder kann in der Filiale angefordert werden. Achte auf die Positionen „Auslandseinsatzentgelt“ und „Fremdwährungsgebühr“. Ein Devisenkonto kann eine Möglichkeit sein, um solche Fremdwährungsgebühren zu umgehen.