Steuer- und Abgabenlast 2026: Was vom Brutto wirklich übrig bleibt

10.09.398 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Einkommensteuertarif 2026 startet bei einem Grundfreibetrag von 12.348 Euro, der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab 69.879 Euro. Zusammen mit Sozialbeiträgen von rund 40 Prozent des Bruttolohns bestimmt das, was am Monatsende auf dem Konto landet. Alle amtlichen Zahlen, Tarifzonen und ein interaktiver Rechner.

Steuer- und Abgabenlast 2026: Was vom Brutto wirklich übrig bleibt

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Steuer- und Abgabenlast 2026: der große Überblick

Vom Bruttolohn bleibt in Deutschland deutlich weniger übrig, als viele erwarten. Zwei große Blöcke greifen zu: die Einkommensteuer und die Sozialversicherungsbeiträge. Zusammen können sie bei mittleren und höheren Einkommen die Hälfte des Bruttos ausmachen.

Ökonomen messen die gesamte Belastung einer Volkswirtschaft an der Abgabenquote. Sie setzt Steuern und Sozialbeiträge ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. In Deutschland liegt diese Abgabenquote bei rund 40 bis 41 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die reine Steuerquote bei etwa 23 bis 24 Prozent. Der Rest entfällt auf die Sozialbeiträge, die hierzulande traditionell einen sehr großen Teil ausmachen.

Für dich als Arbeitnehmer zählt aber weniger die gesamtwirtschaftliche Quote als deine persönliche Belastung. Und die hängt stark davon ab, wie viel du verdienst. Wer wenig verdient, zahlt anteilig kaum Einkommensteuer, spürt aber die Sozialbeiträge voll. Wer viel verdient, zahlt hohe Grenzsteuersätze, profitiert aber von den Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialabgaben.

Die zwei Systeme unterscheiden sich grundlegend

Die Einkommensteuer ist progressiv: Jeder zusätzlich verdiente Euro wird höher besteuert als der davor. Die Sozialbeiträge dagegen sind ein fester Prozentsatz auf das Bruttoeinkommen bis zu einer Obergrenze. Oberhalb dieser Grenze steigen die Beiträge nicht weiter. Dieser Unterschied erklärt viele scheinbare Widersprüche in der deutschen Belastungsstatistik.

Ein zweiter wichtiger Punkt: Die statistische Abgabenquote misst nur, was der Staat einnimmt. Sie sagt nichts darüber, welche Gegenleistungen du dafür erhältst. Ein großer Teil der Sozialbeiträge fließt als Rente, Krankenversicherungsschutz oder Arbeitslosengeld an dich zurück. Anders als eine reine Steuer sind Sozialbeiträge daher teilweise eine Art Zwangssparen mit Versicherungscharakter, auch wenn sie im Umlageverfahren finanziert werden.

Ein zweiter wichtiger Unterschied liegt in der Zweckbindung. Steuern fließen in den allgemeinen Haushalt und finanzieren Straßen, Schulen oder Verwaltung. Sozialbeiträge dagegen sind an konkrete Leistungen gekoppelt: deine Rente, deine Krankenbehandlung, deine Absicherung bei Pflege oder Arbeitslosigkeit. Wirtschaftlich betrachtet sind beide aber Abzüge, die dein verfügbares Einkommen schmälern.

Deshalb macht es wenig Sinn, nur auf den Steuersatz zu schauen. Erst die Kombination aus Lohnsteuer und Sozialbeiträgen zeigt, wie hoch die reale Belastung eines Erwerbstätigen ist. Genau diese Gesamtperspektive nutzen wir in diesem Artikel und im Rechner weiter unten. Um die Steuererklärung zu erstellen, kann ein Vergleich von Steuersoftware bei der Auswahl des passenden Programms helfen.

Wie sich Einkommen in Deutschland überhaupt verteilt und wo du mit deinem Gehalt stehst, zeigt unsere Analyse zur Einkommensverteilung in Deutschland. Weitere Themen rund um Gehalt und Konto findest du im Bereich Konto. Dazu gehören auch spezielle Angebote für den Nachwuchs, wie ein Vergleich von Jugendkonten zeigt. Ein wichtiger Aspekt beim Kontoschutz ist das P-Konto, das einen gesetzlichen Pfändungsschutz bietet.

📌 Good to know

Die Abgabenquote misst die Belastung einer ganzen Volkswirtschaft. Deine persönliche Belastungsquote kann davon stark abweichen, weil sie von Einkommenshöhe, Steuerklasse, Kirchensteuer und Familienstand abhängt.

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Der Einkommensteuertarif 2026 im Detail

Der Einkommensteuertarif für 2026 ist in Paragraf 32a des Einkommensteuergesetzes festgelegt. Er besteht aus fünf Zonen, die aufeinander aufbauen. Entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen, also das Einkommen nach Abzug von Freibeträgen, Werbungskosten und Sonderausgaben.

Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Bis zu diesem Betrag bleibt dein Einkommen komplett steuerfrei. Erst danach setzt die Besteuerung ein, und zwar zunächst mit dem Eingangssteuersatz von 14 Prozent. Dieser Satz steigt in der ersten Progressionszone rasch an. Andere Freibeträge gelten hingegen bei der Schenkungssteuer, die bei unentgeltlichen Zuwendungen anfällt.

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro. Wer noch mehr verdient, zahlt ab 277.826 Euro den sogenannten Reichensteuersatz von 45 Prozent. Wichtig: Diese Sätze gelten immer nur für den Teil des Einkommens, der in die jeweilige Zone fällt, nicht für das gesamte Einkommen.

Die fünf Tarifzonen 2026

Die folgende Tabelle zeigt die amtlichen Zonen des Tarifs 2026 für Einzelveranlagung. Für zusammen veranlagte Ehepaare gilt das Splitting-Verfahren, bei dem die Beträge faktisch verdoppelt werden.

Zu versteuerndes Einkommen Zone Steuersatz
bis 12.348 Euro Grundfreibetrag 0 Prozent
12.349 bis 17.799 Euro 1. Progressionszone 14 bis rund 24 Prozent (steigend)
17.800 bis 69.878 Euro 2. Progressionszone rund 24 bis 42 Prozent (steigend)
69.879 bis 277.825 Euro Spitzensteuersatz 42 Prozent
ab 277.826 Euro Reichensteuer 45 Prozent

Grenzsteuersatz nach Tarifzone 2026

bis 12.348 € (Grundfreibetrag)Grundfreibetrag (bis 12.348 Euro) — 0 Prozent0 %12.349 bis 17.799 €1. Progressionszone (12.349 bis 17.799 Euro) — 14 bis rund 24 Prozent (steigend)bis rund 24 %17.800 bis 69.878 €2. Progressionszone (17.800 bis 69.878 Euro) — rund 24 bis 42 Prozent (steigend)bis 42 %69.879 bis 277.825 €Spitzensteuersatz (69.879 bis 277.825 Euro) — 42 Prozent42 %ab 277.826 €Reichensteuer (ab 277.826 Euro) — 45 Prozent45 %
Quelle: § 32a EStG, Einkommensteuertarif 2026 (Einzelveranlagung). Balkenlänge = oberer Grenzsteuersatz der Zone. Stand: Juli 2026.

Die Progression läuft dabei nicht in Sprüngen, sondern kontinuierlich. Zwischen Grundfreibetrag und Spitzensteuersatz steigt der Grenzsteuersatz mit jedem zusätzlichen Euro leicht an. Das ist der Grund, warum es keine harten Steuerklassen-Sprünge gibt, bei denen eine kleine Gehaltserhöhung netto weniger bringen würde. Mehr Brutto führt in Deutschland immer zu mehr Netto, auch wenn der zusätzliche Betrag stärker belastet wird als das Grundeinkommen.

Für Ehepaare lohnt sich ein genauer Blick auf das Ehegattensplitting. Dabei wird das gemeinsame Einkommen halbiert, die Steuer auf die Hälfte berechnet und anschließend verdoppelt. Weil der Tarif progressiv verläuft, spart das gegenüber der Einzelveranlagung vor allem dann, wenn die Einkommen der Partner stark auseinanderliegen. Verdienen beide etwa gleich viel, fällt der Splitting-Vorteil dagegen gering aus. Zur gemeinsamen Verwaltung der Finanzen nutzen viele Paare ein Oder-Konto als Gemeinschaftskonto.

Wichtig zu verstehen ist die Logik hinter den Formeln: In den beiden Progressionszonen steigt der Steuersatz nicht sprunghaft, sondern kontinuierlich an. Jeder zusätzliche Euro innerhalb einer Zone wird ein kleines Stück höher besteuert als der davor. Das ist der Kern der progressiven Besteuerung und der Grund, warum kleine Gehaltssprünge selten zu einem großen Steuerschock führen.

Ein häufiger Irrtum: Viele glauben, ein höheres Bruttogehalt könne netto weniger bringen, weil man in eine höhere Steuerklasse rutscht. Das stimmt nicht. Da immer nur der zusätzliche Einkommensteil höher besteuert wird, bleibt von einer Bruttoerhöhung netto stets mehr übrig, auch wenn der Anteil der Steuer daran wächst.

Hinzu kommt für viele der Solidaritätszuschlag. Er wird nur noch bei höheren Einkommen fällig, weil die Freigrenze deutlich angehoben wurde. Für die überwiegende Mehrheit der Steuerzahler ist der Soli seit einigen Jahren komplett entfallen. Erst oberhalb einer tariflichen Einkommensteuer von rund 20.350 Euro (Einzelveranlagung) setzt er in einer Milderungszone ein.

💡 Tip

Kirchensteuer kommt on top: Sie beträgt je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent der Einkommensteuer, nicht des Einkommens. Wer aus der Kirche austritt, spart diesen Aufschlag, sollte die Entscheidung aber nicht allein steuerlich treffen.

Sozialversicherungsbeiträge 2026

Neben der Steuer greifen die Sozialbeiträge zu. Sie finanzieren Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitslosenversicherung. Bei einem sozialversicherungspflichtigen Job trägst du die Beiträge grundsätzlich zur Hälfte, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber.

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Insgesamt liegt der Gesamtbeitragssatz aller vier Zweige 2026 bei rund 42 Prozent (mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 42,3 Prozent) des Bruttolohns. Davon trägst du als Arbeitnehmer etwa die Hälfte, also grob rund 21 Prozent deines Bruttos. Das ist oft mehr, als viele an reiner Lohnsteuer zahlen.

Entscheidend sind die Beitragsbemessungsgrenzen. Nur bis zu diesen Grenzen wird das Einkommen für Beiträge herangezogen. Alles darüber bleibt beitragsfrei. Deshalb sinkt die prozentuale Sozialabgabenbelastung bei sehr hohen Einkommen wieder.

Beitragssätze und Grenzen im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die Beitragssätze 2026 und die zugehörigen Bemessungsgrenzen (bundeseinheitlich).

Versicherungszweig Beitragssatz gesamt Bemessungsgrenze 2026
Rentenversicherung 18,6 Prozent 8.450 Euro/Monat (101.400 Euro/Jahr)
Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent 8.450 Euro/Monat (101.400 Euro/Jahr)
Krankenversicherung 14,6 Prozent + Zusatzbeitrag (rund 2,9 Prozent im Schnitt) 5.812,50 Euro/Monat (69.750 Euro/Jahr)
Pflegeversicherung 3,6 Prozent (+ 0,6 Prozent Kinderlosenzuschlag) 5.812,50 Euro/Monat (69.750 Euro/Jahr)

Beitragssätze der Sozialversicherung 2026 (gesamt)

RentenversicherungRentenversicherung — 18,6 Prozent (Grenze: 8.450 Euro/Monat)18,6 %KrankenversicherungKrankenversicherung — 14,6 Prozent (Grenze: 5.812,50 Euro/Monat)14,6 %KV-Zusatzbeitrag (Ø)KV-Zusatzbeitrag — rund 2,9 Prozent im Schnitt2,9 %PflegeversicherungPflegeversicherung — 3,6 Prozent (+ 0,6 Prozent Kinderlosenzuschlag)3,6 %ArbeitslosenversicherungArbeitslosenversicherung — 2,6 Prozent (Grenze: 8.450 Euro/Monat)2,6 %
Quelle: Rechengrößen der Sozialversicherung 2026 (BMAS, Deutsche Rentenversicherung). Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen je rund die Hälfte. Stand: Juli 2026.

Die Beitragsbemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt 2026 bei 8.450 Euro im Monat, für Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 Euro monatlich. Wer privat krankenversichert sein möchte, muss die Versicherungspflichtgrenze überschreiten, die 2026 bei 77.400 Euro Jahresbrutto liegt. Die Absicherung gegen den Verlust grundlegender Fähigkeiten ist hingegen nicht Teil der gesetzlichen Sozialversicherung, sondern wird privat über eine Grundfähigkeitsversicherung abgedeckt.

Ein Detail mit spürbarer Wirkung: Wer kinderlos und über 23 Jahre alt ist, zahlt in der Pflegeversicherung einen Zuschlag. Umgekehrt sinkt der Beitrag ab dem zweiten bis fünften Kind, solange die Kinder unter 25 Jahre alt sind.

Zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung liegt ein wichtiger Unterschied in der Systematik. In der gesetzlichen Kasse richtet sich dein Beitrag nach dem Einkommen, in der privaten nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. Die Versicherungspflichtgrenze entscheidet, ab welchem Einkommen du überhaupt wechseln darfst. Ein Wechsel will gut überlegt sein, weil eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung im Alter kaum noch möglich ist.

Beachte außerdem den Unterschied zwischen dem Gesamtbeitragssatz und deinem Anteil. Bei einem Bruttolohn von 4.000 Euro zahlst du grob 800 bis 840 Euro an Sozialbeiträgen, der Arbeitgeber steuert einen ähnlichen Betrag bei. Diese Arbeitgeberanteile tauchen auf deiner Gehaltsabrechnung nicht als Abzug auf, gehören aber ökonomisch zu deinen Arbeitskosten.

📌 Good to know

Weil die Sozialbeiträge oberhalb der Bemessungsgrenzen nicht weiter steigen, sinkt die prozentuale Abgabenlast bei Spitzenverdienern. Das erklärt, warum die Gesamtbelastung nicht einfach linear mit dem Einkommen zunimmt.

Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz

Viele verwechseln diese beiden Werte, und daraus entstehen die meisten Missverständnisse über die deutsche Steuer. Beide Sätze beschreiben etwas völlig Verschiedenes.

Der Grenzsteuersatz sagt, wie viel Steuer auf den nächsten verdienten Euro anfällt. Der Durchschnittssteuersatz sagt, wie viel Steuer auf dein gesamtes Einkommen anfällt. Der Durchschnittssatz ist wegen der Progression und des Grundfreibetrags immer niedriger als der Grenzsatz.

Ein konkretes Beispiel

Nimm ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro im Jahr 2026. Nach dem amtlichen Tarif ergibt sich eine Einkommensteuer von rund 10.550 Euro. Das entspricht einem Durchschnittssteuersatz von rund 21 Prozent. Der Grenzsteuersatz auf den nächsten Euro liegt dagegen bereits bei rund 35 Prozent.

Diese Lücke ist gewollt. Sie sorgt dafür, dass höhere Einkommen stärker belastet werden, ohne dass das Gesamteinkommen mit dem Spitzensatz besteuert wird. Wer also sagt, er zahle 42 Prozent Steuern, meint fast immer den Grenzsteuersatz, nicht seine tatsächliche Belastung.

Die kalte Progression

Ein wiederkehrendes Thema ist die kalte Progression. Sie entsteht, wenn Löhne nur die Inflation ausgleichen, dadurch aber in höhere Tarifzonen rutschen. Das reale Einkommen bleibt gleich, die Steuerlast steigt trotzdem. Der Gesetzgeber verschiebt deshalb die Tarifeckwerte regelmäßig, so auch für 2026, um diesen Effekt abzumildern.

Die kalte Progression trifft besonders die mittleren Einkommen, weil dort die Progressionskurve am steilsten verläuft. Genau in diesem Bereich steigt der Grenzsteuersatz mit jedem zusätzlichen Euro spürbar. Deshalb ist die jährliche Anpassung der Eckwerte für die breite Mitte der Erwerbstätigen finanziell relevanter als für Spitzenverdiener, deren Grenzsatz ohnehin schon bei 42 Prozent liegt.

💡 Tip

Für Gehaltsverhandlungen zählt der Grenzsteuersatz: Von einer Bruttoerhöhung bleibt netto oft nur gut die Hälfte übrig, weil Steuer und Sozialbeiträge auf den zusätzlichen Betrag gemeinsam zugreifen.

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Brutto-Netto-Rechner

Mit dem folgenden Rechner ermittelst du dein persönliches Netto 2026. Gib deinen Bruttolohn ein (monatlich oder jährlich), wähle deine Steuerklasse, dein Bundesland (für die Kirchensteuer von 8 oder 9 Prozent), ob du Kirchensteuer zahlst, die Zahl deiner Kinderfreibeträge sowie deinen Krankenversicherungsstatus (gesetzlich mit Zusatzbeitrag oder privat). Als Ergebnis siehst du deinen Nettolohn plus die vollständige Aufschlüsselung aller Abzüge, deine Netto-Quote sowie Grenz- und Durchschnittssteuersatz. Wie sich das übrige Netto auf einem Sparkonto verzinst, lässt sich mit einem Tagesgeldrechner ermitteln.

Netto pro Monat
–
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Steuern
–
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Sozialabgaben
–
Wohin dein Brutto fließt

Vereinfachte Modellrechnung nach dem Einkommensteuertarif 2026 (§ 32a EStG) mit Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale sowie den Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung als Vorsorgeaufwand. Steuerklasse 3 wird über das Splittingverfahren angenähert, Steuerklassen 5 und 6 bildet der Rechner nicht ab. Kinder wirken auf Pflegebeitrag, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Freiwillige oder private Krankenversicherung, Freibeträge und geldwerte Vorteile bleiben außen vor — das Ergebnis kann von deiner Gehaltsabrechnung abweichen. Keine Steuerberatung.

Brutto-Netto-Rechner 2026 — Tarifformeln nach § 32a EStG, Sozialversicherungswerte 2026 (Beitragsbemessungsgrenzen 101.400 € / 69.750 €).

Deutschland im internationalen Vergleich

Im Vergleich der Industrieländer gehört Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Belastung von Arbeitseinkommen. Die OECD misst das mit dem sogenannten Tax Wedge, dem Steuer- und Abgabenkeil. Er zeigt, wie viel von den gesamten Arbeitskosten durch Steuern und Sozialbeiträge abfließt.

Für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener ohne Kinder liegt dieser Keil in Deutschland bei rund 47 bis 48 Prozent. Das bedeutet: Von jedem Euro, den dein Job den Arbeitgeber kostet, kommt weniger als die Hälfte als Netto bei dir an. Deutschland belegt damit regelmäßig einen der vordersten Plätze in der OECD-Statistik. Um die verbleibenden Einnahmen und Ausgaben zu überblicken, hilft ein Haushaltsbudget-Rechner. Gerät das Konto trotz Planung ins Minus, fallen hohe Dispozinsen an.

Warum die Last so hoch ist

Der Hauptgrund sind nicht die Steuern, sondern die Sozialbeiträge. Länder mit steuerfinanzierten Sozialsystemen weisen oft niedrigere Abgabenkeile aus, verlagern die Finanzierung aber in die allgemeine Besteuerung. Ein reiner Steuersatzvergleich greift deshalb zu kurz.

Interessant ist auch die Entwicklung über die Zeit. Weil ein großer Teil der Belastung aus Sozialbeiträgen stammt, steigt der Abgabenkeil tendenziell, wenn die Beitragssätze für Kranken- und Pflegeversicherung angehoben werden. Der demografische Wandel erhöht diesen Druck: Weniger Beitragszahler finanzieren mehr Leistungsempfänger, was die Beitragssätze langfristig nach oben treibt.

Wichtig ist auch die zeitliche Entwicklung. Reallohnzuwächse werden in Deutschland regelmäßig durch die Belastung gedämpft, weil Steuern und Beiträge auf den Bruttozuwachs zugreifen. Erst wenn Löhne stärker steigen als die Inflation und die Tarifeckwerte entsprechend angepasst werden, bleibt real mehr übrig. Genau deshalb ist die jährliche Anpassung von Grundfreibetrag und Tarifzonen politisch so umstritten.

Für Familien fällt der Vergleich freundlicher aus. Durch Ehegattensplitting, Kinderfreibeträge und Kindergeld sinkt der Abgabenkeil für Alleinverdiener-Familien mit Kindern deutlich unter den Wert für Alleinstehende. Das deutsche System entlastet Familien also spürbar stärker als Singles.

Ein hoher Abgabenkeil bedeutet nicht automatisch niedrige Nettolöhne. Deutschland hat trotz hoher Belastung im internationalen Vergleich relativ hohe Bruttolöhne, was den Effekt teilweise ausgleicht.

Quellen und Methodik

Stand der Daten: Juli 2026. Der Einkommensteuertarif folgt dem amtlichen Wortlaut von Paragraf 32a EStG in der für 2026 geltenden Fassung. Die Sozialversicherungswerte entsprechen den amtlichen Rechengrößen 2026. Alle Beispielrechnungen wurden gegen die gesetzlichen Tarifformeln geprüft; einzelne Sätze wie der durchschnittliche Zusatzbeitrag variieren je nach Krankenkasse.

Weitere interessante Inhalte

Diese Beiträge behandeln angrenzende Themen und gehören nicht unmittelbar zum Text oben:

Häufig gestellte Fragen

Q

Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?

Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro für Einzelveranlagung. Bis zu diesem zu versteuernden Einkommen fällt keine Einkommensteuer an. Für zusammen veranlagte Ehepaare verdoppelt sich der Betrag entsprechend. Eine weitere Möglichkeit für steuerfreie Einnahmen ist der Minijob bis zur 603-Euro-Grenze.

Q

Ab wann greift der Spitzensteuersatz von 42 Prozent?

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent gilt 2026 ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro. Er betrifft aber nur den Teil des Einkommens oberhalb dieser Grenze, nicht das gesamte Einkommen.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Grenz- und Durchschnittssteuersatz?

Der Grenzsteuersatz zeigt die Steuer auf den nächsten verdienten Euro. Der Durchschnittssteuersatz zeigt die Steuer auf dein gesamtes Einkommen. Wegen der Progression ist der Durchschnittssatz immer niedriger als der Grenzsatz.

Q

Wie hoch sind die Sozialbeiträge 2026 insgesamt?

Der Gesamtbeitragssatz aller vier Zweige liegt 2026 bei rund 42 Prozent (mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 42,3 Prozent) des Bruttolohns. Davon trägst du als Arbeitnehmer etwa die Hälfte, also grob rund 21 Prozent deines Bruttos.

Q

Warum sinkt die Abgabenquote bei sehr hohen Einkommen?

Sozialbeiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Einkommen oberhalb von 8.450 Euro (Rente/Arbeitslosigkeit) bzw. 5.812,50 Euro monatlich (Kranken/Pflege) ist beitragsfrei. Dadurch sinkt die prozentuale Sozialabgabenlast bei Spitzenverdienern.

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