IBAN einfach erklärt: Aufbau, Bedeutung & Prüfziffer

Das Wichtigste in Kürze:

Die IBAN mag auf den ersten Blick wie eine verwirrende Zahlenreihe wirken, doch sie ist der Schlüssel zu schnellen und sicheren Überweisungen. Diese 22-stellige internationale Kontonummer hat die alte Kombination aus Bankleitzahl und Kontonummer abgelöst und revolutioniert seit 2008 den Zahlungsverkehr.

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Themen in diesem Artikel:

  • Was ist die IBAN?: Die International Bank Account Number ersetzt nationale Kontonummern und vereinheitlicht den internationalen Zahlungsverkehr seit 2008.
  • Aufbau der IBAN: Die 22-stellige deutsche IBAN besteht aus Länderkennzeichen, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer nach festem Schema.
  • Warum die IBAN wichtig ist: Der standardisierte Aufbau ermöglicht automatisierte Transaktionen, Echtzeitüberweisungen und verhindert Fehler durch die integrierte Prüfziffer.
  • BIC und SWIFT-Code: Der Bank Identifier Code identifiziert Kreditinstitute weltweit und wird besonders bei internationalen Überweisungen benötigt.
  • Entwicklung der IBAN: Die Einführung löste Probleme bei grenzüberschreitenden Zahlungen und vereinfachte den europäischen Zahlungsverkehr erheblich.

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Die IBAN ist eine 22-stellige Kontonummer, die deinen Zahlungsverkehr sicher und schnell macht. Sie vereint Länderkennzeichen, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer in einem standardisierten Format und ermöglicht damit automatisierte Transaktionen in Echtzeit. Auf den ersten Blick scheint die IBAN eine verwirrend lange und unübersichtliche Zahlenkombination zu sein. Dabei folgt sie bestimmten Regeln und ist für den Zahlungsverkehr wichtig. Dieser Beitrag erklärt dir, was du über die IBAN wissen musst.

Was ist die IBAN?

Die Abkürzung IBAN steht für International Bank Account Number. Die IBAN ist also eine internationale Bankkontonummer, die die in den einzelnen Ländern vorher verwendeten nationalen Kontonummern ersetzt. In Deutschland war dies die Kombination aus Kontonummer und der Bankleitzahl, die du früher für jede Überweisung brauchtest.

Zugleich enthält die IBAN aber noch die alten Informationen der bisherigen nationalen Kontonummern. Dadurch wurde die Umstellung vor allem in Unternehmen erleichtert, die so gespeicherte Bankverbindungen einfacher umstellen konnten. Denn die IBAN folgt einem festen Schema in ihrem Aufbau, das die bekannten Daten integriert.

Entwickelt wurde die IBAN ursprünglich vom ECBS (European Committee for Banking Standards). Seit 1997 wird sie durch den internationalen Standard ISO 13616 definiert, der 2007 in zwei Teile aufgeteilt wurde (ISO 13616-1 für die IBAN-Struktur und ISO 13616-2 für die Registrierungsstelle). Zwei Gedanken prägten die Entwicklung der IBAN: Zum einen sollte der Zahlungsraum vereinheitlicht werden, damit Transaktionen effizienter abgewickelt werden können. Zum anderen sollte die Vereinheitlichung grenzüberschreitende Zahlungen erleichtern und den europäischen Zahlungsverkehr modernisieren.

Wie setzt sich die IBAN zusammen?

Die Länge der IBAN ist je nach Land unterschiedlich geregelt. Maximal sind 34 Stellen möglich, davon sind in Deutschland 22 vorgesehen. Der Aufbau der IBAN folgt einem festen Schema, das sich aus vier Komponenten zusammensetzt.

Das Länderkennzeichen besteht aus den zwei Buchstaben des Länderkürzels, für Deutschland ist das DE. Direkt danach folgt die zweistellige Prüfziffer, die nach dem Modulo-97-Verfahren aus den Kontodaten berechnet wird und eine wichtige Sicherheitsfunktion erfüllt. Die nächsten acht Stellen bilden die Bankleitzahl, die dein Kreditinstitut eindeutig identifiziert. Den Abschluss bildet die Kontonummer, die aus zehn Stellen besteht und dein persönliches Konto bezeichnet.

📌 Good to know

Hat die Kontonummer weniger als zehn Stellen, werden führende Nullen verwendet. Das heißt, die Kontonummer schließt rechts an und die freien Felder links vor der Kontonummer werden mit Nullen aufgefüllt. Diese Auffüllung ist automatisch und sorgt dafür, dass jede deutsche IBAN exakt 22 Stellen hat.

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht den Aufbau: Bei einer Bankleitzahl 200 300 00, der Prüfziffer 43 und der Kontonummer 1234567 ergibt sich die IBAN: DE 43 20030000 0001234567. Meistens wird die IBAN auf Rechnungen oder auch auf der Rückseite der Bankkarte in vier Blöcken angegeben. Das erleichtert die Eingabe in Formularen oder Apps erheblich und reduziert Tippfehler.

💡 Tip

Nutze einen IBAN-Rechner, wenn du nur Bankleitzahl und Kontonummer kennst! Viele Banken und Sparkassen bieten kostenlose Rechner auf ihren Websites an, die deine alten Bankdaten automatisch in eine gültige IBAN umwandeln. Das spart Zeit und verhindert Fehler bei der manuellen Umrechnung.

Warum ist die IBAN wichtig?

Durch den schematischen Aufbau der IBAN ist das Konto der Empfänger:innen hinreichend und sicher bezeichnet. Das erlaubt einen hohen Automatisierungsgrad und damit schnelle und wenig aufwendige Transaktionen, die den modernen Zahlungsverkehr prägen.

Überweisungen in Echtzeit, wie sie viele Institute anbieten, wurden erst mit Einführung der IBAN möglich. Die integrierten Mechanismen sorgen dafür, dass eine Überweisung auf ein falsches Konto unwahrscheinlich wird. Das ermöglicht die Prüfziffer nach dem Länderkennzeichen, die eine zentrale Sicherheitsfunktion übernimmt.

Die Prüfziffer ist das Ergebnis einer komplizierten Berechnung nach dem Modulo-97-Verfahren (MOD 97) gemäß ISO 7064. Machen Absender:innen einer Überweisung einen Fehler bei der Eingabe der Daten, tragen etwa einen Zahlendreher ein, würde dies zu einer abweichenden Prüfziffer führen. Diese passt dann nicht mit der ursprünglichen Eingabe zusammen, das Bankensystem lehnt die IBAN ab und die Transaktion kann nicht ausgeführt werden. So schützt dich die IBAN vor kostspieligen Fehlüberweisungen.

💡 Tip

Prüfe bei wichtigen Überweisungen die IBAN doppelt: Kopiere sie einmal komplett und vergleiche dann die letzten vier Stellen separat. Die meisten Tippfehler passieren am Ende der IBAN. Nutze auch die Empfängernamen-Prüfung deiner Bank-App, falls verfügbar!

Was ist mit BIC und Swift-Code?

Beim Ausfüllen einer Überweisung gibt es auch immer ein Feld für den BIC, das in den meisten Apps und im Onlinebanking bei der Eingabe der IBAN automatisch ausgefüllt wird. BIC steht für Business Identifier Code (ursprünglich Bank Identifier Code) und identifiziert ein bestimmtes Kreditinstitut eindeutig im internationalen Zahlungsverkehr.

Häufig steht dort auch die Bezeichnung SWIFT-Code. SWIFT ist die Abkürzung für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Das SWIFT-System wickelt Transaktionen von tausenden Banken und Finanzinstituten weltweit ab und bildet damit das Rückgrat des internationalen Zahlungsverkehrs. BIC und SWIFT-Code sind weltweit einheitlich, spielen aber vor allem im internationalen Zahlungsverkehr eine Rolle, während sie bei Inlandsüberweisungen oft automatisch ergänzt werden.

📌 Good to know

Der Trend geht zur Zweit- und Dritt-IBAN, jedenfalls bei einigen Unternehmen. So nutzen etwa Inkasso-Unternehmen für Arztpraxen gern individuelle IBANs für die verschiedenen Abrechnungen. So können sie schneller nachverfolgen, ob eine Zahlung der Patient:innen erfolgt ist. Auch Plattformen wie PayPal oder Revolut vergeben virtuelle IBANs für verschiedene Währungen.

Warum gibt es die IBAN eigentlich?

Der Hauptgrund für die Entwicklung der IBAN bestand in den Problemen, die sich aus grenzüberschreitenden Zahlungen ergaben. Mit der Kombination aus Bankleitzahl und Kontonummer gab es in Deutschland ein bewährtes System für Inlandsüberweisungen, das jahrzehntelang zuverlässig funktionierte. Allerdings besaß nicht jede in Europa aktive Bank auch eine deutsche Bankleitzahl, was internationale Transaktionen kompliziert machte.

Wenn Geld auf ein ausländisches Konto übermittelt werden musste, war es für Banken häufig sehr aufwendig, sicherzustellen, dass Überweisungen sicher ihr Ziel erreichen. Ab 2008 wurden SEPA-Überweisungen mit IBAN eingeführt, zunächst parallel zu den alten Kontonummern. Ab dem 1. August 2014 wurde die IBAN für Unternehmen verpflichtend, ab dem 1. Februar 2016 auch für Privatkunden. Damit wurde die alte Kontonummer vollständig durch die IBAN ersetzt. Somit spielt es für die Computersysteme keine Rolle mehr, ob es sich um eine Transaktion im Inland oder ins Ausland handelt. Diese Standardisierung hat den europäischen Zahlungsverkehr revolutioniert und deutlich vereinfacht.

💡 Tip

Speichere häufig genutzte IBANs als Vorlage in deinem Online-Banking! Die meisten Banken bieten eine Empfängerverwaltung, wo du IBANs mit Namen speichern kannst. So vermeidest du Tippfehler bei regelmäßigen Überweisungen und sparst Zeit.

Die IBAN als Kontonummer für die digitale Welt

Die IBAN wirkt auf den ersten Blick kompliziert, ist aber logisch aufgebaut. Dank dieser Standardisierung funktioniert der moderne Zahlungsverkehr schnell, sicher und grenzüberschreitend. Die integrierte Prüfziffer schützt dich vor Fehlüberweisungen, während der einheitliche Aufbau Echtzeitüberweisungen ermöglicht. Ob für Inlands- oder Auslandsüberweisungen – die IBAN hat den Zahlungsverkehr in der digitalen Welt erheblich vereinfacht und sicherer gemacht.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was bedeutet IBAN genau?

IBAN steht für International Bank Account Number und ist eine standardisierte internationale Bankkontonummer. Sie ersetzt die frühere Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl und ermöglicht einheitliche Transaktionen im In- und Ausland.

Q

Wie viele Stellen hat eine deutsche IBAN?

Eine deutsche IBAN besteht aus 22 Stellen. Sie setzt sich zusammen aus dem Länderkennzeichen DE, einer zweistelligen Prüfziffer, der achtstelligen Bankleitzahl und der zehnstelligen Kontonummer mit gegebenenfalls führenden Nullen.

Q

Wozu dient die Prüfziffer in der IBAN?

Die Prüfziffer wird nach dem Modulo-97-Verfahren (MOD 97) gemäß ISO 7064 berechnet und verhindert Fehler bei der Eingabe. Bei Zahlendrehern oder falschen Ziffern passt die Prüfziffer nicht mehr, das Bankensystem lehnt die IBAN ab und schützt vor Fehlüberweisungen.

Q

Wo finde ich meine IBAN?

Deine IBAN findest du auf deinen Kontoauszügen, auf der Rückseite deiner Bankkarte und in deinem Online-Banking. Sie wird meist in vier Blöcken dargestellt, um die Eingabe zu erleichtern und Fehler zu vermeiden.

Q

Kann ich meine IBAN aus Kontonummer und Bankleitzahl berechnen?

Ja, mit einem IBAN-Rechner kannst du aus Bankleitzahl und Kontonummer die vollständige IBAN ermitteln. Viele Banken und Sparkassen bieten solche Rechner kostenlos auf ihren Websites an und berechnen automatisch die korrekte Prüfziffer.

Q

Brauche ich für Inlandsüberweisungen auch den BIC?

Bei Inlandsüberweisungen wird der BIC meist automatisch ergänzt und muss nicht manuell eingegeben werden. Die IBAN allein reicht für Transaktionen innerhalb Deutschlands aus, während der BIC vor allem bei internationalen Überweisungen wichtig ist.


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