Bestes Girokonto mit Kreditkarte 2026: So findest du die beste Kombi

Das Wichtigste in Kürze:

Das beste Girokonto mit Kreditkarte ist das mit den niedrigsten Gesamtkosten für dein Nutzungsprofil. Entscheidend sind vier Stellschrauben: Mindestgeldeingang, Kartentyp, Auslandseinsatzentgelt und Dispozins. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Profil liegen rund 150 Euro pro Jahr. Dieser Ratgeber rechnet die Kombinationen für Alltagsnutzer, Vielreisende und Studierende konkret durch, zeigt die Schaltschwellen der wichtigsten Anbieter und…

Person verbindet eine große lila Kreditkarte mit einem Bankgebäude als Symbol fürs Girokonto

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Das Wichtigste im Überblick

Themen in diesem Artikel:

  • Was wirklich zählt: Laufende Gebühren machen rund die Hälfte der Bewertung aus, nicht das Testsieger-Label.
  • Debit oder echte Karte: Viele beworbene Kreditkarten sind Debitkarten ohne Kreditrahmen und ohne Zahlungsziel.
  • Gebühren im Klartext: Grundpreise reichen von 0 bis 6,90 Euro im Monat, Kartengebühren von 0 bis rund 70 Euro im Jahr.
  • Der teure Auslandsfaktor: 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr kosten bei 3.000 Euro Umsatz rund 53 Euro jährlich.
  • Kosten je Profil: Zwischen Student und Vielreisendem liegen realistisch 150 Euro Unterschied pro Jahr.
  • Deine passende Kombi: Für jedes Nutzungsprofil gewinnt eine andere Kombination aus Konto und Karte.
  • Wechsel in 12 Tagen: Der gesetzliche Kontowechselservice überträgt deine Zahlungen binnen zwölf Geschäftstagen.

Das beste Girokonto mit Kreditkarte ist das Konto, dessen Gesamtkosten zu deinem Nutzungsverhalten passen. Rechne Kontoführung, Kartengebühr, Bargeldabhebungen und Fremdwährungsentgelt zusammen. Erst diese Summe zeigt den Sieger. Ein Konto mit 0 Euro Grundpreis kann dich 135 Euro im Jahr kosten, wenn du viel im Ausland zahlst. Ein Konto mit 30 Euro Kartengebühr und ohne Auslandsentgelt bleibt dann deutlich günstiger. Entscheidend sind vier Stellschrauben: der geforderte Mindestgeldeingang, der Kartentyp, das Auslandsentgelt und der Dispozins.

Was das beste Girokonto mit Kreditkarte wirklich ausmacht

Es gibt keinen absoluten Sieger. Es gibt nur die Rechnung, die zu dir passt. Seriöse Vergleiche gewichten laufende Gebühren mit rund 50 Prozent. Der Dispozins bekommt etwa 15 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Bargeldversorgung, Auslandseinsatz und Zahlungsfunktionen wie Apple Pay oder Google Pay.

Diese Gewichtung ist logisch. Kontoführung und Kartengebühr fallen jeden Monat an, unabhängig davon, ob du die Karte nutzt. Sie sind der einzige Kostenblock, den du zu 100 Prozent vorhersagen kannst. Alles andere hängt an deinem Verhalten.

Die vier Stellschrauben deiner Gesamtkosten

Erstens der Grundpreis des Kontos. Er liegt am Markt zwischen 0 und 6,90 Euro pro Monat. Zweitens die Kartengebühr, die von 0 bis rund 70 Euro im Jahr reicht. Drittens das Auslandseinsatzentgelt, meist 1,5 bis 2,5 Prozent vom Umsatz. Viertens die Bargeldgebühren, oft 5 Euro fix je Abhebung im Ausland.

Multipliziere jede Position mit deiner tatsächlichen Nutzung. Hebst du zwölfmal im Jahr im Ausland ab, sind das 60 Euro allein für Bargeld. Das übertrifft jede Kontoführungsgebühr am Markt.

Warum Testsieger-Listen selten zu dir passen

Ranglisten optimieren auf einen Durchschnittsnutzer. Der zahlt selten in Fremdwährung, hebt im Inland ab und überzieht sein Konto nie. Wenn du davon abweichst, kippt das Ergebnis sofort. Ein Konto auf Platz sieben kann für dich Platz eins sein.

Prüfe deshalb zuerst deine letzten zwölf Kontoauszüge. Zähle Auslandszahlungen, Bargeldabhebungen und Dispotage. Diese drei Zahlen entscheiden die Auswahl schneller als jedes Bewertungssiegel.

Der Unterschied zwischen bestem und billigstem Konto

Billig und gut sind nicht dasselbe. Ein Konto ohne jede Gebühr nützt dir wenig, wenn die Karte an der Mietwagenstation abgelehnt wird. Genauso wenig hilft eine Premiumkarte mit Versicherungspaket, wenn du nie verreist.

Das beste Konto ist deshalb immer das mit dem besten Verhältnis aus Preis und tatsächlich genutzter Funktion. Streiche alle Leistungen, die du im vergangenen Jahr kein einziges Mal gebraucht hast. Was übrig bleibt, ist deine echte Anforderungsliste. Vergleiche erst danach die Preise.

Ein häufiger Fehler ist die Fixierung auf Guthabenzinsen. Bei 2.000 Euro durchschnittlichem Kontostand und 0,25 Prozent Zins bekommst du 5 Euro im Jahr. Eine einzige vermiedene Auslandsabhebung zu 5 Euro bringt dir dasselbe. Gebühren zu senken ist fast immer wirksamer, als Zinsen zu jagen.

💡 Tip

Exportiere deine Umsätze der letzten zwölf Monate als CSV und filtere nach Fremdwährungen und Automatengebühren. Zwei Minuten Aufwand ersetzen jede Vergleichsliste, weil du danach mit deinen echten Zahlen rechnest statt mit Musterprofilen.

Debitkarte oder echte Kreditkarte: der teuerste Irrtum

Sehr viele Konten werben mit einer kostenlosen Kreditkarte und liefern eine Debitkarte. Optisch trägt sie ein Visa- oder Mastercard-Logo. Funktional ist sie etwas anderes. Der Betrag wird sofort oder binnen ein bis zwei Tagen vom Girokonto abgebucht.

Das ist kein Nachteil im Alltag. Im Supermarkt, online und beim Tanken funktioniert die Debitkarte einwandfrei. Sie wird nur dort zum Problem, wo ein Verfügungsrahmen verlangt wird.

Die vier Kartentypen und ihre Kostenmechanik

Kartentyp Abrechnung Kreditrahmen Typische Kosten Mietwagen & Hotel
Debitkarte sofort bis 2 Tage nein meist 0 Euro häufig abgelehnt
Charge-Karte monatliche Sammelabrechnung ja, zinsfrei 0 bis 30 Euro pro Jahr akzeptiert
Revolving-Karte Teilzahlung möglich ja, verzinst 15 bis 22 Prozent p. a. akzeptiert
Prepaid-Karte nur Guthaben nein 0 bis 20 Euro pro Jahr selten akzeptiert

Wann sich die echte Kreditkarte auszahlt

Die Charge-Karte gibt dir ein Zahlungsziel von im Schnitt vier bis sechs Wochen. Du kaufst am 2. des Monats und zahlst erst Wochen später. Das ist ein zinsfreier Liquiditätsvorteil, den keine Debitkarte bietet.

Dazu kommt die Akzeptanz. Mietwagenfirmen und Hotels wollen eine Kaution vorautorisieren. Dafür brauchen sie einen Verfügungsrahmen. Mit einer Debitkarte scheitert die Buchung an der Station oft komplett. Wer einmal im Jahr ein Auto mietet, hat den Preis der Charge-Karte damit bereits gerechtfertigt.

Die Revolving-Karte ist eine andere Kategorie. Sie erlaubt Teilzahlung, verlangt dafür aber 15 bis 22 Prozent effektiven Jahreszins auf den offenen Saldo. Als Zahlungsmittel ist sie gut, als Dauerkredit teuer. Stelle sie deshalb direkt nach Erhalt auf vollständigen monatlichen Ausgleich um. Mehr zu den Unterschieden liest du im Beitrag Debitkarte und Kreditkarte im Vergleich.

Kontoführung und Kartengebühr: die Zahlen 2026

Kostenlos heißt am Markt fast immer bedingt kostenlos. Die häufigste Bedingung ist ein monatlicher Mindestgeldeingang. Die zweite ist eine Altersgrenze, meist 28 oder 30 Jahre.

Die Schaltschwellen der wichtigsten Anbieter

Bei der Norisbank liegt die Schwelle bei 500 Euro Geldeingang im Monat oder einem Alter unter 30 Jahren. Wird sie verfehlt, kostet das Konto 3,90 Euro monatlich, also 46,80 Euro im Jahr. Die Kreditkarte selbst kostet dort nichts.

Die ING verlangt 700 Euro Geldeingang oder ein Alter unter 28. Sonst werden 4,90 Euro pro Monat fällig, das sind 58,80 Euro jährlich. Die DKB fordert ebenfalls 700 Euro, berechnet sonst 4,50 Euro monatlich und für die Kreditkarte zusätzlich 2,49 Euro pro Monat.

Wichtig bei der DKB: Eigenüberweisungen von einem anderen Konto zählen als Geldeingang. Du kannst die Bedingung also selbst erfüllen, auch ohne Gehaltseingang. Die Consorsbank arbeitet ebenfalls mit 700 Euro, die comdirect stellt die ersten sechs Monate frei und berechnet danach ab 2,90 Euro monatlich.

Konten ohne jede Bedingung

Einige Anbieter verzichten komplett auf Bedingungen. Das Santander BestGiro Online kostet nichts, die Visa-Karten ebenfalls nicht. Diese Kategorie ist für alle interessant, deren Einkommen schwankt: Selbstständige, Elternzeit, Sabbatical oder Zweitkonten.

Bei Filialbanken sieht die Rechnung anders aus. Das Deutsche Bank AktivKonto kostet 6,90 Euro monatlich, also 82,80 Euro im Jahr, und stellt die Visa-Karte ab 1.000 Euro Geldeingang frei. Die Commerzbank berechnet 4,90 Euro monatlich; die Freistellung ist seit Mai 2025 an ein Gesamtvermögen von mindestens 50.000 Euro geknüpft, nicht mehr an den Geldeingang. Sparkassen und Volksbanken liegen regional zwischen 3 und 12 Euro pro Monat.

Kartengebühr getrennt betrachten

Die Kartengebühr ist ein eigener Posten. Norisbank, comdirect und Consorsbank verlangen dafür nichts. Die DKB berechnet 29,88 Euro im Jahr, die GLS Bank rund 30 Euro. Die HypoVereinsbank startet bei 15 Euro jährlich, Santander bei 24 Euro, die Targobank bei 59 Euro. Die Triodos Bank verlangt für ihre Mastercard 39 Euro im Jahr, dazu kommt dort allerdings eine Kontoführungsgebühr von 5,50 Euro monatlich. Klassische Filialbanken bewegen sich zwischen 25 und 70 Euro jährlich.

Rechne beide Posten immer zusammen. Ein Konto ohne Grundpreis mit 59 Euro Kartengebühr ist teurer als ein Konto mit 3,90 Euro Grundpreis und kostenloser Karte. Eine Übersicht der Kombinationen findest du im Girokonto-Kreditkarte-Vergleich.

Was viele beim Grundpreis übersehen

Ein Grundpreis von 4,90 Euro klingt harmlos. Auf zehn Jahre gerechnet sind es 588 Euro. Genau deshalb lohnt es sich, die Bedingung einmal ernsthaft zu prüfen, statt sie pauschal als erfüllt anzunehmen.

Achte dabei auf die Definition des Geldeingangs. Manche Banken zählen jede Gutschrift, andere nur externe Überweisungen, wieder andere ausschließlich Gehalt oder Rente. Steht in den Bedingungen nur „regelmäßiger Geldeingang“, frage vor der Eröffnung schriftlich nach. Diese eine Auskunft entscheidet über bis zu 58,80 Euro im Jahr.

Prüfe außerdem, wann die Bank die Bedingung misst. Üblich ist eine monatliche Prüfung. Verfehlst du die Schwelle in einem einzigen Monat, wird nur dieser Monat berechnet. Bei einer quartalsweisen Prüfung kann dagegen ein schwacher Monat drei Monate Gebühren auslösen.

Ausland: wo die Kombi am meisten Geld kostet

Im Inland sind die Kosten überschaubar. Im Ausland explodieren sie. Zwei Gebührenarten greifen dort gleichzeitig ineinander.

Fremdwährungsgebühr

Das Auslandseinsatzentgelt fällt bei jeder Zahlung außerhalb der Eurozone an. Der deutsche Markt liegt bei 1,5 bis 2,5 Prozent des Umsatzes. Die Deutsche Bank berechnet 1,75 Prozent, die ING inzwischen 2,20 Prozent. Die echte Kreditkarte der DKB verzichtet vollständig auf das Entgelt, ebenso einige Neobanken bei Kartenzahlung.

Diese Gebühr ist unsichtbar. Sie erscheint nicht als eigene Buchung, sondern ist im Umrechnungskurs eingerechnet. Genau deshalb übersehen sie so viele beim Vergleich.

Was 3.000 Euro Fremdwährungsumsatz im Jahr kosten

0 20 40 60 80 Kosten pro Jahr in Euro 53 € 1,75 % Entgelt 75 € 2,50 % Entgelt 30 € Karte 30 € / 0 % 0 € Karte 0 € / 0 % Ab rund 1.720 Euro Fremdwährungsumsatz schlägt die Karte mit 30 Euro Jahresgebühr die Karte mit 1,75 Prozent Entgelt.
Modellrechnung auf Basis marktüblicher Entgeltsätze deutscher Banken und Neobanken, Stand 2026.

Bargeld im Ausland

Hier wird es fix teuer. Die Deutsche Bank und die ING berechnen jeweils 5 Euro pro Abhebung im Ausland. Die Commerzbank verlangt 3 Prozent, mindestens aber 5 Euro. Bei Neobanken sind häufig drei Abhebungen pro Monat frei, danach werden 2 Euro fällig, in manchen Tarifen sogar 4,90 Euro.

Bei Abhebungen in Fremdwährung kommen Prozentgebühr und Fixbetrag zusammen. Genau deshalb sind kleine Beträge überproportional teuer. Wer 50 Euro abhebt und 5 Euro zahlt, verliert 10 Prozent. Bei 300 Euro sind es 1,7 Prozent.

📌 Good to know

Wenn dir ein Geldautomat im Ausland die Abrechnung in Euro anbietet, lehne ab und wähle die Landeswährung. Die Umrechnung durch den Automatenbetreiber liegt regelmäßig deutlich über dem Kurs deiner Bank und kostet dich zusätzlich mehrere Prozent.

Jahreskosten nach Nutzerprofil durchgerechnet

Jetzt wird gerechnet. Drei typische Profile, drei völlig unterschiedliche Ergebnisse.

Der Alltagsnutzer

Du zahlst überwiegend im Inland, hebst gelegentlich Bargeld ab und reist einmal im Jahr innerhalb Europas. Bei einer Direktbank mit erfülltem Geldeingang landest du bei 0 bis 30 Euro im Jahr. Bei einer Bank mit Grundpreis liegst du bei rund 60 Euro.

Der Vielreisende

Du machst 6.000 Euro Umsatz in Fremdwährung. Bei 1,75 Prozent sind das 105 Euro allein an Auslandseinsatzentgelt. Dazu sechs Abhebungen zu je 5 Euro, macht 30 Euro. Zusammen 135 Euro zusätzlich zur Grundgebühr. Mit einem Filialbankkonto landest du schnell bei 150 Euro und mehr.

Der Student

Unter 28 oder 30 Jahren greifen fast überall Altersfreistellungen. Konto und Karte kosten dann 0 Euro, unabhängig vom Geldeingang. Der einzige relevante Punkt ist, was nach dem Geburtstag passiert. Prüfe die Konditionen für die Zeit danach, bevor du dich bindest.

So rechnest du dein eigenes Profil durch

Nimm vier Zahlen aus deinem letzten Jahr: Kontoführung, Kartengebühr, Fremdwährungsumsatz und Anzahl der Auslandsabhebungen. Multipliziere den Fremdwährungsumsatz mit dem Entgeltsatz und die Abhebungen mit der jeweiligen Gebühr. Addiere alles.

Wiederhole die Rechnung mit den Konditionen des Wunschkontos. Die Differenz ist deine jährliche Ersparnis. Alles unter 20 Euro Unterschied rechtfertigt keinen Wechsel. Alles über 60 Euro schon, weil sich der einmalige Aufwand nach wenigen Monaten amortisiert.

Denke daran, den Dispo mitzurechnen, falls du ihn nutzt. Er ist bei vielen Kontoinhabern der größte Einzelposten und taucht in keinem Gebührenvergleich als Gebühr auf.

Jahreskosten für Konto und Karte nach Nutzerprofil

0 40 80 120 160 Kosten pro Jahr in Euro 0 € Student unter 28 30 € Alltag Direktbank 60 € Alltag Filialbank 135 € Vielreisender 150 € Filialbank plus Reisen Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Profil liegen 150 Euro pro Jahr.
Gesamtkosten aus Kontoführung, Kartengebühr, Auslandseinsatzentgelt und Bargeldabhebungen, Modellrechnung 2026.

Für welches Profil welche Kombi gewinnt

Aus den Zahlen lässt sich eine klare Zuordnung ableiten. Vier Profile, vier Empfehlungen.

Schwankendes Einkommen

Wenn dein Geldeingang unregelmäßig ist, gewinnt das bedingungslos kostenlose Konto. Ein bedingtes Konto ist im besten Fall gleich teuer und im schlechten Fall 58,80 Euro im Jahr teurer. Diese Unsicherheit ist den Preis nicht wert. Selbstständige, Studierende nach dem Abschluss und Menschen in Elternzeit fahren hier klar besser.

Vielreisende

Für dich schlägt ein Auslandseinsatzentgelt von 0 Prozent jede Jahresgebühr von 0 Euro. Der Kipp-Punkt liegt bei rund 1.720 Euro Fremdwährungsumsatz pro Jahr. Darüber ist eine Karte mit 30 Euro Jahresgebühr und ohne Fremdwährungsgebühr rechnerisch günstiger. Achte zusätzlich auf freie Abhebungen, weil dort die Fixkosten sitzen.

Eine zweite Karte als Backup gehört ebenfalls ins Gepäck. Karten werden im Ausland gelegentlich aus Sicherheitsgründen gesperrt. Eine zweite Karte einer anderen Bank kostet dich meist nichts und ersetzt im Ernstfall den kompletten Zahlungsverkehr.

Mietwagen und Hotelbuchungen

Hier führt kein Weg an einer echten Charge-Karte vorbei. Die Vorautorisierung einer Kaution braucht einen Verfügungsrahmen. Eine Kartengebühr von 30 Euro im Jahr ist günstiger als eine gescheiterte Mietwagenbuchung am Flughafen. Rechne die Karte hier nicht als Kostenposten, sondern als Funktionsvoraussetzung.

Wer den Dispo nutzt

Wenn du regelmäßig ins Minus rutschst, ist der Zinssatz wichtiger als jede Gebühr. Dispozinsen liegen am Markt bei 7 bis 13 Prozent. Bei 2.000 Euro Dauerüberziehung machen sechs Prozentpunkte Unterschied 120 Euro im Jahr aus. Das übersteigt jede Kontoführungsgebühr deutlich. Meide gleichzeitig die Teilzahlungsfunktion der Kreditkarte, denn die liegt mit 15 bis 22 Prozent noch einmal höher.

Wenn mehrere Profile auf dich zutreffen

Viele Menschen sind Alltagsnutzer und Vielreisende zugleich. Dann lohnt sich die Zwei-Konten-Lösung. Du behältst dein Hauptkonto für Gehalt, Miete und Daueraufträge. Dazu kommt ein zweites, bedingungslos kostenloses Konto mit einer Karte ohne Fremdwährungsgebühr, das du ausschließlich auf Reisen nutzt.

Der Aufwand ist gering, weil das Zweitkonto keine Daueraufträge trägt. Du überweist vor der Reise einen Betrag darauf und zahlst unterwegs damit. Das begrenzt zusätzlich das Risiko, denn bei Kartenmissbrauch ist nur das Reisebudget betroffen und nicht dein Hauptkonto.

Wechseln: Fristen, Rechte und der richtige Ablauf

Der Wechsel ist einfacher, als die meisten denken. Er ist gesetzlich geregelt und für dich kostenfrei.

Deine gesetzlichen Rechte

Das Zahlungskontengesetz regelt den Kontowechselservice in den Paragrafen 20 bis 22. Der Anspruch besteht seit dem 18. September 2016. Beide Banken müssen mitwirken, die alte und die neue.

Der Ablauf ist getaktet. Deine neue Bank fordert die Daten binnen zwei Geschäftstagen bei der alten Bank an. Die alte Bank liefert binnen fünf Geschäftstagen an dich und an die neue Bank. Der gesamte Prozess muss in zwölf Geschäftstagen abgeschlossen sein.

Was übertragen wird

Schritt Wer handelt Frist
Ermächtigung erteilen du bei der neuen Bank Tag 0
Datenanforderung neue Bank 2 Geschäftstage
Datenlieferung alte Bank 5 Geschäftstage
Gesamter Wechsel beide Banken 12 Geschäftstage
Nacherfassung von Zahlungsdaten du bis zu 89 Tage
Kündigung altes Konto du max. 1 Monat Frist

Übertragen werden Daueraufträge, Lastschriftmandate sowie alle ein- und ausgehenden Zahlungen der letzten 13 Monate. Diese Historie ist der eigentliche Wert des Verfahrens, weil du sonst jeden Zahlungspartner selbst zusammensuchen müsstest.

Der praktische Ablauf

Eröffne zuerst das neue Konto. Beantrage die Kreditkarte gleich mit, denn die Bonitätsprüfung läuft parallel. Erteile dann die Wechselermächtigung. Lasse beide Konten anschließend rund zwei Monate parallel laufen.

In dieser Zeit siehst du, welche Zahlungspartner noch auf das alte Konto zugreifen. Halte auf beiden Konten genug Deckung, damit du nicht versehentlich in den Dispo rutschst. Erst danach kündigst du. Die Kündigungsfrist darf gesetzlich höchstens einen Monat betragen. Wie das Verfahren im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag zum Kontowechselservice nach ZKG.

Beantrage die Kreditkarte nicht erst nach dem Wechsel. Wird sie abgelehnt, stehst du sonst mit einem neuen Konto ohne die gewünschte Karte da. Läuft der Antrag parallel zur Kontoeröffnung, kennst du das Ergebnis, bevor du das alte Konto kündigst.

Denke zuletzt an die alte Karte. Gekündigte oder abgelaufene Karten gibst du bei der ausgebenden Bank ab. Bei einer Direktbank schickst du sie ein, mit durchtrenntem Chip und Magnetstreifen. Damit ist der Wechsel abgeschlossen und dein Girokonto samt Kreditkarte passt wieder zu dem, was du tatsächlich brauchst.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Girokonto mit Kreditkarte zum besten Angebot?

Die Summe aus Kontoführung, Kartengebühr, Auslandseinsatzentgelt und Bargeldgebühren, gemessen an deiner tatsächlichen Nutzung. Laufende Gebühren wiegen rund 50 Prozent, der Dispozins etwa 15 Prozent der Gesamtbewertung.

Ist die Karte zu meinem Girokonto eine echte Kreditkarte oder eine Debitkarte?

Prüfe, ob ein Verfügungsrahmen und eine monatliche Sammelabrechnung genannt werden. Wird sofort vom Girokonto abgebucht, ist es eine Debitkarte. Nur echte Charge-Karten werden bei Mietwagen und Hotelkautionen zuverlässig akzeptiert.

Wie viel Geldeingang brauche ich für ein kostenloses Girokonto mit Kreditkarte?

Meist 700 Euro im Monat, bei manchen Anbietern 500 Euro, bei einzelnen Filialbanken 1.000 Euro. Unter 28 oder 30 Jahren greifen häufig Altersfreistellungen ohne jede Geldeingangsbedingung.

Was kostet mich die Kombination im Ausland konkret?

Bei 1,75 Prozent Auslandseinsatzentgelt zahlst du auf 3.000 Euro Umsatz rund 53 Euro im Jahr. Dazu kommen Bargeldgebühren von häufig 5 Euro je Abhebung außerhalb der Eurozone.

Lohnt sich ein Wechsel, wenn ich nur 50 Euro im Jahr spare?

Ja, denn die Ersparnis läuft dauerhaft weiter. Über zehn Jahre sind das 500 Euro. Der Aufwand beschränkt sich auf einmalig etwa eine Stunde, weil der gesetzliche Wechselservice die Übertragung übernimmt.

Wie lange dauert der Kontowechsel und was passiert mit Daueraufträgen?

Der gesamte Wechsel muss binnen zwölf Geschäftstagen abgeschlossen sein. Daueraufträge, Lastschriftmandate und die Zahlungshistorie der letzten 13 Monate werden dabei automatisch an deine neue Bank übermittelt.

Bekomme ich eine Kreditkarte zum Girokonto auch ohne perfekte Bonität?

Ja. Debitkarten und Prepaid-Karten werden ohne Bonitätsprüfung ausgegeben und decken Alltag und Online-Zahlungen vollständig ab. Für einen echten Verfügungsrahmen prüfen Banken dagegen Einkommen und Zahlungshistorie.


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