Themen in diesem Artikel:
- Was ist eine Revolving Card?: Erfahre, wie Kreditkarten mit Ratenzahlung funktionieren und was sie von Charge- und Debitkarten unterscheidet.
- Wie hoch sind die Zinsen?: Vergleiche Zinssätze von 4,99 % bis 25 % p.a. und finde heraus, welcher Anbieter am günstigsten ist.
- Anbietervergleich 2026: Überblick über GenialCard, easybank, TF Bank, Bank Norwegian und weitere Karten mit konkreten Konditionen.
- Was kostet die Ratenzahlung wirklich?: Vergleiche Zinskosten auf 1.000 € über 12 Monate – von 27 € bis 109 € je nach Produkt.
- Sinnvoll oder Schuldenfalle?: Finde heraus, wann Ratenzahlung vertretbar ist und wann du besser eine günstigere Alternative wählst.
- Günstigere Alternativen: Entdecke, warum Dispokredit und Ratenkredit in den meisten Fällen die bessere Wahl sind.
- Welche Karte passt zu dir?: Finde die passende Empfehlung für Vielreisende, Selbstständige und Nutzer mit eingeschränkter Bonität.
Was ist eine Kreditkarte mit Ratenzahlung?
Eine Kreditkarte mit Ratenzahlung – im Fachjargon Revolving Card – gibt dir einen vereinbarten Kreditrahmen. Am Monatsende kannst du den offenen Saldo entweder vollständig begleichen oder nur einen Teil davon zurückzahlen. Auf den verbleibenden Restbetrag fallen dann Sollzinsen an, bis die Schuld vollständig getilgt ist.
Das klingt flexibel. Und das ist es auch – aber zu einem Preis, der viele Nutzer überrascht.
Revolving Card vs. Charge-Karte
Viele Kreditkarten, die in Deutschland als „Kreditkarte“ vermarktet werden, sind in Wirklichkeit Charge-Karten. Bei einer Charge-Karte wird der gesamte Monatssaldo automatisch vom Girokonto abgebucht – in der Regel am Ende des Abrechnungszeitraums. Solange du pünktlich zahlst, fallen keinerlei Zinsen an. Die Karte funktioniert also wie ein zinsloses Zahlungsziel, nicht wie ein Ratenkredit.
Manche Charge-Karten bieten eine separate Ratenzahlungsfunktion an, über die du einzelne Umsätze nachträglich in Raten aufteilen kannst. Diese Funktion ist jedoch nicht automatisch aktiv und muss bewusst genutzt werden – dazu später mehr.
Revolving Card vs. Debitkarte
Noch häufiger verwechselt werden Kreditkarten mit Debitkarten. Anbieter wie Revolut oder Trade Republic geben Karten aus, die optisch wie Kreditkarten aussehen, aber jeden Umsatz sofort vom Girokonto abbuchen. Es gibt keinen Kreditrahmen, keine Ratenzahlungsfunktion und keine Zinsen – weil schlicht kein Kredit gewährt wird.
Die Mindestrate: Wie viel musst du mindestens zahlen?
Bei echten Revolving Cards legen Anbieter eine monatliche Mindestrate fest. Typisch sind 2 bis 10 % des offenen Saldos, mindestens jedoch ein fixer Eurobetrag – oft 10 bis 25 Euro. Zahlst du nur die Mindestrate, bleibt ein großer Restbetrag stehen, auf den monatlich Zinsen anfallen. Das ist der Mechanismus, der aus einer scheinbar bequemen Zahlungsoption eine langwierige Schuldenspirale machen kann.
Das zinsfreie Zahlungsziel
Viele Revolving Cards gewähren einen zinsfreien Zeitraum zwischen dem Kauf und dem Abrechnungsdatum. Oft reicht dieser bis zum Monatsende, bei manchen Karten sogar bis zu 59 Tage. Erst wenn du nach diesem Zeitraum nicht vollständig zahlst, beginnen die Zinsen zu laufen. Wer die Karte also diszipliniert einsetzt und den Saldo monatlich vollständig begleicht, zahlt keine Zinsen – und profitiert trotzdem von den Vorteilen einer Kreditkarte.
Die unterschätzte Voreinstellung
Besonders heikel: Bei vielen Kreditkarten ist die Teilzahlung als Standard voreingestellt. Das bedeutet, dass automatisch nur die Mindestrate abgebucht wird – es sei denn, du änderst das aktiv in den Kontoeinstellungen. Laut einer Erhebung der Finanzaufsicht BaFin wissen rund 70 % der Kreditkartennutzer nicht, wie hoch die Zinsen für ihre Teilzahlungen sind. Das ist keine Kleinigkeit: Bei Zinssätzen von 20 % und mehr summieren sich die Kosten schnell auf dreistellige Beträge pro Jahr.
📌 Good to know
Prüfe beim Abschluss einer neuen Kreditkarte stets, ob die vollständige monatliche Abbuchung als Standard eingestellt ist. Falls nicht, ändere die Einstellung sofort – bevor der erste Umsatz gebucht wird.
Infografik: Ratenzahlung – was der Zins kostet
Dieselben 1.000 Euro über zwölf Monate — je nach Produkt zwischen 27 und 109 Euro Zinsen.
Wie hoch sind die Zinsen bei Kreditkarten mit Ratenzahlung?
Der effektive Jahreszins bei Revolving Cards liegt in Deutschland typischerweise zwischen 17 und 24 % p.a. – und damit deutlich über dem, was du bei einem klassischen Bankkredit zahlen würdest. Die Finanzaufsicht BaFin hat in einer Erhebung (Stand Januar 2024) Höchstwerte von knapp 25 % p.a. dokumentiert. Das ist kein Ausreißer, sondern ein realer Marktpreis.
Zum Vergleich: Ein normaler Ratenkredit bei einer Bank kostet aktuell rund 4 bis 8 % p.a. Kreditkartenanbieter verlangen also das Zwei- bis Dreifache eines regulären Ratenkredits. Selbst der Dispokredit auf dem Girokonto – der oft als teuer gilt – liegt mit rund 10 bis 12 % p.a. noch deutlich unter den Revolving-Zinsen.
Die günstigsten Anbieter im Überblick
Der niedrigste reguläre Teilzahlungszins im aktuellen Marktvergleich gehört der Hanseatic Bank GenialCard mit 17,29 % p.a. Auf Platz zwei folgt die Consors Finanz Mastercard mit 20,90 % p.a., knapp dahinter die easybank Visa mit 20,91 % p.a. im regulären Modus.
Die easybank bietet allerdings einen interessanten Sonderweg: Über den sogenannten Zahlplan lassen sich Einzelumsätze ab 95 Euro zu einem reduzierten Sonderzins von 12,67 % p.a. in Raten aufteilen. Das ist der günstigste verfügbare Teilzahlungszins auf dem deutschen Markt – allerdings nur für diesen speziellen Modus und nicht für den gesamten Kartensaldo.
Splitpay als Sonderfall
Charge-Karten mit einer separaten Ratenzahlungsfunktion bieten diese Funktion zu einem Zinssatz von 19,74 % p.a. an. Neukunden profitieren dabei in den ersten drei Monaten von einem zinsfreien Zeitraum – danach gelten die regulären Konditionen. Die Mindestrate beträgt 3 % des offenen Betrags, mindestens jedoch 20 Euro pro Monat.
Bargeldbezug: Besonders teuer
Wer mit einer Revolving Card Bargeld abhebt, zahlt in der Regel noch mehr. Sollzinsen von 22 bis knapp 25 % p.a. sind bei Barabhebungen keine Seltenheit. Hinzu kommen oft Abhebungsgebühren von 4 % des Betrags (mindestens 5 Euro). Bargeldbezug mit einer Revolving Card ist damit eine der teuersten Kreditformen überhaupt.
Effektiver Jahreszins im Vergleich: Revolving Card vs. Alternativen
Anbietervergleich: Die besten Kreditkarten mit Ratenzahlung 2026
Der Markt für Revolving Cards in Deutschland ist überschaubar – aber die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich. Während manche Karten dauerhaft gebührenfrei sind und günstige Zinsen bieten, kosten andere bis zu 720 Euro Jahresgebühr und verlangen gleichzeitig fast 25 % Zinsen auf Teilzahlungen. Hier ist der vollständige Überblick.
Hanseatic Bank GenialCard: Der Zinschampion
Mit einem effektiven Jahreszins von 17,29 % p.a. ist die GenialCard der günstigste Anbieter im aktuellen Vergleich. Die Karte ist dauerhaft gebührenfrei, erhebt keine Fremdwährungsgebühren und eignet sich damit auch für Reisen. Wer Ratenzahlung nutzen muss, macht das hier am günstigsten. Wer sie nicht nutzen will, stellt einfach die vollständige monatliche Abbuchung ein – und hat eine solide Reisekreditkarte ohne Jahresgebühr.
easybank Visa: Zahlplan als Sonderoption
Die easybank Visa (ehemals unter anderem Namen bekannt) bietet im regulären Modus 20,91 % p.a. – das ist Mittelfeld. Interessant wird es beim sogenannten Zahlplan: Für Einzelumsätze ab 95 Euro lässt sich ein separater Ratenplan mit nur 12,67 % p.a. einrichten. Das ist der niedrigste verfügbare Teilzahlungszins auf dem deutschen Markt. Die Karte ist in der Standardvariante gebührenfrei; wer die vollständige Rückzahlung per Lastschrift wählt, zahlt 2 Euro pro Monat.
TF Bank Mastercard Gold: Reisekarte mit Ratenfunktion
Die TF Bank Mastercard Gold kostet dauerhaft 0 Euro Jahresgebühr, erhebt keine Fremdwährungsgebühren und bietet 5 % Rückvergütung auf Reisebuchungen. Für Vielreisende, die gelegentlich eine Ratenzahlungsoption benötigen, ist das eine attraktive Kombination. Der genaue Teilzahlungszins ist im öffentlichen Vergleich nicht ausgewiesen – vor Abschluss solltest du ihn direkt beim Anbieter erfragen.
Bank Norwegian Visa: Einfach und gebührenfrei
Auch die Bank Norwegian Visa ist dauerhaft gebührenfrei und erhebt keine Fremdwährungsgebühren. Sie eignet sich als unkomplizierte Reisekreditkarte mit Revolving-Funktion. Wie bei der TF Bank ist der genaue Teilzahlungszins nicht öffentlich ausgewiesen.
Splitpay: Ratenzahlung für Charge-Karten-Nutzer
Wer bereits eine Charge-Karte besitzt, kann über die separate Funktion Splitpay einzelne Einkäufe nachträglich in Raten aufteilen. Der Zinssatz beträgt 19,74 % p.a. Neukunden zahlen in den ersten drei Monaten keine Zinsen. Die Mindestrate liegt bei 3 % des offenen Betrags, mindestens 20 Euro pro Monat. Die Abbuchung erfolgt am ersten Bankarbeitstag des Monats per SEPA-Lastschrift. Wichtig: Splitpay ist kein Standardmerkmal der Karte, sondern eine optionale Zusatzfunktion.
Holvi Firmenkreditkarte: Für Selbstständige und GmbHs
Selbstständige und Unternehmer haben mit der Holvi Firmenkreditkarte eine spezialisierte Option. Der Kreditrahmen reicht bis zu 5.000 Euro für Selbstständige und bis zu 50.000 Euro für GmbH und UG. Der Zinssatz bei Ratenzahlung beträgt 18 % p.a. – bei vollständiger Rückzahlung bis Monatsende fallen keine Zinsen an. Holvi bietet zudem Buchhaltungstools, die für Freelancer und kleine Unternehmen praktisch sind.
| Karte | Netzwerk | Jahresgebühr | Eff. Jahreszins (Teilzahlung) | Fremdwährung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Hanseatic Bank GenialCard | Visa | 0 € | 17,29 % | 0 % | Niedrigster Zins im Vergleich |
| easybank Visa | Visa | 0 € / 2 €/Monat | 20,91 % / 12,67 % (Zahlplan) | 0 % | Zahlplan ab 95 € Einzelumsatz |
| Consors Finanz Mastercard | Mastercard | 0 € | 20,90 % | 0 % | Dauerhaft gebührenfrei |
| TF Bank Mastercard Gold | Mastercard | 0 € | k. A. | 0 % | 5 % Rückvergütung auf Reisebuchungen |
| Bank Norwegian Visa | Visa | 0 € | k. A. | 0 % | Reisekreditkarte ohne Gebühren |
| awa7 Visa | Visa | 0 € | k. A. | k. A. | Auch als Deutschland Kreditkarte Classic |
| Splitpay (Charge-Karte) | — | 0–720 € | 19,74 % | 2 % | Erste 3 Monate zinsfrei (Neukunden) |
| Holvi Firmenkreditkarte | — | k. A. | 18,00 % | k. A. | Für Selbstständige/GmbH, bis 50.000 € Rahmen |
| Targobank Classic Online | — | 0 € | k. A. | Nur Eurozone | Dauerhaft gebührenfrei |
Was kostet die Ratenzahlung wirklich? Rechenbeispiele auf 1.000 €
Abstrakte Zinssätze sind schwer greifbar. Konkrete Eurobeträge nicht. Schauen wir uns an, was 1.000 Euro Kartenschulden über 12 Monate bei verschiedenen Produkten tatsächlich kosten.
Der günstigste Ratenkredit einer Bank liegt aktuell bei rund 4,99 % p.a. Bei 1.000 Euro Schulden und einer festen Monatsrate zahlst du über 12 Monate rund 27 Euro Zinsen. Das ist der Referenzwert – alles, was darüber liegt, ist der Aufpreis für die Bequemlichkeit der Kreditkarte.
Ein Dispokredit auf dem Girokonto kostet rund 10 bis 12 % p.a. Bei 1.000 Euro Schulden über 12 Monate sind das etwa 55 Euro Zinsen. Doppelt so viel wie der Ratenkredit – aber weiterhin deutlich günstiger als jede Revolving Card.
Eine Premium-Revolving-Card mit 14,99 % p.a. kostet bei 1.000 Euro Schulden und einer Mindestrate von 5 % des Saldos rund 81 Euro Zinsen über 12 Monate. Das ist bereits dreimal so viel wie der günstige Bankkredit.
Eine typische Visa-Revolving-Card mit 18 % p.a. und einer Mindestrate von 2 bis 3 % des Saldos kostet bei 1.000 Euro Schulden über 12 Monate rund 98 Euro Zinsen. Und eine typische Mastercard-Revolving mit 19,99 % p.a. und nur 2 % Mindestrate kommt auf rund 109 Euro Zinsen – das ist viermal so viel wie beim günstigsten Bankkredit.
Die Mindestrate-Falle: Warum 12 Monate oft nicht reichen
Die obigen Zahlen gehen davon aus, dass du die Schulden in 12 Monaten tilgst. In der Praxis sieht das oft anders aus. Wer bei einer Karte mit 2 % Mindestrate nur den Mindestbetrag zahlt, tilgt im ersten Monat bei 1.000 Euro Schulden gerade einmal 20 Euro. Im zweiten Monat sind es etwas weniger, weil der Saldo gesunken ist – aber die Zinsen fressen einen erheblichen Teil der Zahlung auf. Bei konsequenter Mindestzahlung dauert die vollständige Rückzahlung von 1.000 Euro bei 20 % Zinsen mehr als sieben Jahre. Die Gesamtzinskosten übersteigen dann den ursprünglichen Schuldbetrag bei weitem.
💡 Tip
Stelle bei deiner Revolving Card stets die vollständige monatliche Abbuchung ein. Nutze die Ratenzahlungsfunktion nur dann, wenn du weißt, dass du den Betrag im Folgemonat vollständig zurückzahlen kannst.
| Produkt | Zinssatz p.a. | Mindestrate | Zinsen (12 Monate) |
|---|---|---|---|
| Günstigster Ratenkredit (Bank) | 4,99 % | Feste Monatsrate | ca. 27 € |
| Dispokredit (Girokonto) | ca. 10–12 % | Keine Mindestrate | ca. 55 € |
| Premium Revolving Card | 14,99 % | 5 % des Saldos | ca. 81 € |
| Typische Visa Revolving Card | 18,00 % | 2–3 % des Saldos | ca. 98 € |
| Typische Mastercard Revolving | 19,99 % | 2 % des Saldos | ca. 109 € |
Ratenzahlung bei der Kreditkarte: Wann sinnvoll, wann Schuldenfalle?
Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen ist die Ratenzahlung bei der Kreditkarte keine gute Idee. Die Zinsen sind zu hoch, die Alternativen zu günstig. Aber es gibt Ausnahmen – und die solltest du kennen.
Wann Ratenzahlung vertretbar ist
Kurzfristige Liquiditätsengpässe können eine Ausnahme rechtfertigen. Wenn du weißt, dass du einen größeren Betrag im nächsten Monat vollständig zurückzahlen kannst – etwa weil eine Gehaltsüberweisung oder eine Erstattung erwartet wird – dann ist die Revolving-Funktion ein praktisches Überbrückungsinstrument. Der Zinsverlust für einen Monat ist überschaubar: Bei 1.000 Euro und 20 % Jahreszins sind das rund 16 Euro für einen Monat. Das ist akzeptabel, wenn die Alternative ein teurer Eilkredit oder das Verschieben einer wichtigen Zahlung wäre.
Auch bei Karten, die einen speziellen Zahlplan mit günstigeren Konditionen anbieten – wie die easybank mit 12,67 % p.a. für Einzelumsätze ab 95 Euro – kann die Ratenzahlung bei größeren Anschaffungen eine überlegenswerte Option sein. Voraussetzung: Du hast einen klaren Tilgungsplan und zahlst nicht nur die Mindestrate.
Der Schuldenfallenmechanismus
Das Problem liegt im Zusammenspiel von hohen Zinsen und niedrigen Mindestraten. Bei einer Mindestrate von 2 % des Saldos und einem Zinssatz von 20 % p.a. geht ein erheblicher Teil jeder Zahlung nicht in die Tilgung, sondern in die Zinsen. Der Saldo sinkt kaum. Monat für Monat. Jahr für Jahr.
Besonders gefährlich: Viele Karten buchen automatisch nur die Mindestrate ab. Wer das nicht aktiv ändert, rutscht ohne bewusste Entscheidung in die Teilzahlung. Die Finanzaufsicht BaFin hat dieses Problem explizit adressiert und warnt: Rund 70 % der Kreditkartennutzer kennen die Höhe ihrer Teilzahlungszinsen nicht. Das ist eine erschreckende Zahl – denn wer seinen Zinssatz nicht kennt, kann auch nicht rational entscheiden, ob die Ratenzahlung sinnvoll ist.
Psychologische Falle: Kleine Raten, großes Problem
Niedrige Mindestraten fühlen sich komfortabel an. 20 Euro im Monat für 1.000 Euro Schulden – das klingt machbar. Aber genau das ist die Falle. Die Schulden bleiben bestehen, die Zinsen laufen weiter, und der Konsum geht ungebremst weiter. Wer gleichzeitig neue Umsätze auf die Karte bucht, erhöht den Saldo schneller, als er ihn tilgt. Das Ergebnis ist eine wachsende Schuldenlast, die sich schleichend aufbaut.
Finanzexperten empfehlen daher einheitlich: Stelle die vollständige monatliche Abbuchung als Standard ein. Nutze die Ratenzahlungsfunktion nur dann, wenn du sie bewusst und mit einem konkreten Rückzahlungsplan aktivierst.
Günstigere Alternativen zur Kreditkarten-Ratenzahlung
Wenn du eine größere Anschaffung finanzieren musst, gibt es fast stets günstigere Wege als die Revolving-Funktion deiner Kreditkarte. Hier sind die wichtigsten Alternativen – mit konkreten Zahlen.
Ratenkredit bei der Bank: Die günstigste Option
Ein klassischer Ratenkredit bei einer Bank oder einem Online-Kreditanbieter kostet aktuell zwischen 4 und 8 % p.a. Das ist das Zwei- bis Fünffache günstiger als eine Revolving Card. Bei 5.000 Euro Kredit über 24 Monate sparst du im Vergleich zur Kreditkarte mehrere Hundert Euro an Zinsen. Der Nachteil: Du musst einen separaten Antrag stellen, und die Auszahlung dauert einige Tage. Für geplante größere Ausgaben ist das aber kein Problem.
Dispokredit: Flexibel, aber nicht billig
Der Dispokredit auf dem Girokonto kostet rund 10 bis 12 % p.a. – deutlich weniger als eine Revolving Card. Er ist sofort verfügbar und erfordert keinen separaten Antrag. Für kurzfristige Engpässe von wenigen Wochen ist er eine sinnvolle Option. Bei längerer Nutzung wird er teuer – dann ist der Ratenkredit die bessere Wahl.
0-%-Finanzierung beim Händler
Viele Händler – insbesondere im Elektronik- und Möbelbereich – bieten Null-Prozent-Finanzierungen an. Wenn du die Raten pünktlich zahlst und das Angebot wirklich zinsfrei ist (Achtung: Restschuldversicherungen können versteckte Kosten sein), ist das die günstigste aller Optionen. Prüfe die Bedingungen sorgfältig.
Charge-Karte mit zinsfreiem Zahlungsziel
Wenn du eine Charge-Karte nutzt und den Saldo monatlich vollständig begleichst, zahlst du 0 % Zinsen. Das zinsfreie Zahlungsziel – oft bis zu 59 Tage – gibt dir Flexibilität, ohne dass Zinskosten entstehen. Das ist die eleganteste Lösung: Du nutzt die Vorteile einer Kreditkarte (Versicherungen, Punkte, Akzeptanz), ohne jemals Zinsen zu zahlen.
Die Faustregel lautet: Kaufe nur das, was du dir leisten kannst. Nutze die Kreditkarte als Zahlungsmittel, nicht als Finanzierungsinstrument. Wenn du finanzieren musst, wähle den günstigsten verfügbaren Kredit – und das ist fast nie die Revolving-Funktion deiner Kreditkarte.
Welche Kreditkarte mit Ratenzahlung passt zu dir?
Die beste Kreditkarte mit Ratenzahlung hängt von deiner Situation ab. Hier sind konkrete Empfehlungen für die wichtigsten Zielgruppen.
Allgemeine Nutzer mit guter Bonität
Wenn du eine Revolving Card möchtest, aber die Ratenzahlung möglichst selten nutzen willst, ist die Hanseatic Bank GenialCard die erste Wahl. Keine Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühren, niedrigster Teilzahlungszins im Vergleich. Stelle die vollständige monatliche Abbuchung ein – und du hast eine gebührenfreie Kreditkarte mit Sicherheitsnetz.
Alternativ eignen sich die easybank Visa und die Bank Norwegian Visa – beide dauerhaft gebührenfrei, beide ohne Fremdwährungsgebühren. Bei der easybank lohnt sich ein Blick auf den Zahlplan, wenn du gelegentlich größere Einzelumsätze in Raten aufteilen möchtest.
Vielreisende
Für Vielreisende empfiehlt sich die TF Bank Mastercard Gold: keine Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühren, 5 % Rückvergütung auf Reisebuchungen. Wer zusätzlich Lounge-Zugang und Reiseversicherungen möchte, schaut sich Premium-Charge-Karten an – dort ist die Ratenzahlung über Splitpay optional verfügbar.
Selbstständige und Unternehmer
Die Holvi Firmenkreditkarte ist speziell auf Selbstständige und kleine Unternehmen zugeschnitten. Der Kreditrahmen von bis zu 50.000 Euro für GmbH und UG ist deutlich höher als bei Privatkarten. Der Zinssatz von 18 % p.a. bei Ratenzahlung ist marktüblich – bei vollständiger Rückzahlung bis Monatsende fallen keine Zinsen an. Holvis integrierte Buchhaltungstools sparen zusätzlich Zeit.
Nutzer mit eingeschränkter Bonität
Wer eine schlechte Schufa hat, bekommt keine Revolving Card. Echte Kreditkarten mit Ratenzahlungsfunktion erfordern in der Regel eine Schufa-Prüfung. Die Alternative sind Debitkarten wie Revolut Standard oder Trade Republic – diese erfordern keine oder nur eine eingeschränkte Bonitätsprüfung. Eine Ratenzahlungsfunktion bieten sie allerdings nicht.
Minderjährige
Für Unter-18-Jährige gibt es spezielle Karten von Commerzbank, DKB, HypoVereinsbank, Revolut und Comdirect. Diese Karten sind in der Regel Debitkarten ohne Kreditrahmen – Ratenzahlung ist hier bewusst nicht vorgesehen.
| Zielgruppe | Empfohlene Karte(n) | Begründung |
|---|---|---|
| Allgemein (gute Schufa) | GenialCard, easybank Visa, Bank Norwegian Visa | 0 € Jahresgebühr, günstige Zinsen, 0 % Fremdwährung |
| Vielreisende | TF Bank Mastercard Gold, Bank Norwegian Visa | Keine Fremdwährungsgebühren, Rückvergütung auf Reisen |
| Selbstständige / GmbH | Holvi Firmenkreditkarte, GenialCard | Hoher Kreditrahmen, Buchhaltungstools, günstige Zinsen |
| Eingeschränkte Bonität | Revolut Standard (Debit), Trade Republic (Debit) | Keine Schufa-Hürde (keine Ratenzahlung möglich) |
| Minderjährige | Commerzbank, DKB, Revolut, Comdirect | Speziell für U18, Debitkarten ohne Kreditrahmen |
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Kreditkarte mit Ratenzahlung?
Eine Kreditkarte mit Ratenzahlung – auch Revolving Card – gibt dir einen Kreditrahmen. Den offenen Monatssaldo kannst du vollständig oder in flexiblen monatlichen Raten zurückzahlen. Auf den Restbetrag fallen Sollzinsen an, typischerweise 17 bis 25 % p.a.
Wie hoch sind die Zinsen bei Kreditkarten mit Ratenzahlung in Deutschland?
Typischerweise zwischen 17 und 24 % effektivem Jahreszins. Der günstigste Wert im aktuellen Vergleich liegt bei 17,29 % (Hanseatic Bank GenialCard). Der Höchstwert laut BaFin beträgt knapp 25 % p.a.
Welche Kreditkarte hat die niedrigsten Zinsen bei Ratenzahlung?
Im aktuellen Marktvergleich hat die Hanseatic Bank GenialCard mit 17,29 % p.a. den niedrigsten regulären Teilzahlungszins. Die easybank Visa bietet im Zahlplan-Modus sogar 12,67 % p.a. – allerdings nur für Einzelumsätze ab 95 Euro.
Ist die Ratenzahlung bei Kreditkarten sinnvoll?
Nur in Ausnahmefällen. Die Zinsen von 17 bis 25 % p.a. sind deutlich höher als bei Dispokrediten (10–12 %) oder Ratenkrediten (4–8 %). Experten empfehlen, die Teilzahlungsfunktion zu deaktivieren und den Saldo monatlich vollständig zu begleichen.
Was ist das Risiko der Ratenzahlung bei Kreditkarten?
Hohe Zinsen kombiniert mit niedrigen Mindestraten (oft 2 % des Saldos) können zu jahrelanger Verschuldung führen. Laut BaFin kennen rund 70 % der Nutzer ihre Teilzahlungszinsen nicht. Viele Karten haben Ratenzahlung zudem als Standard voreingestellt.
Gibt es Kreditkarten mit Ratenzahlung ohne Jahresgebühr?
Ja. Viele Revolving Cards sind dauerhaft gebührenfrei, darunter die Hanseatic Bank GenialCard, TF Bank Mastercard Gold, Bank Norwegian Visa, awa7 Visa, easybank Visa und Targobank Classic Online.
Welche Kreditkarte mit Ratenzahlung eignet sich für Selbstständige?
Die Holvi Firmenkreditkarte bietet Selbstständigen bis zu 5.000 Euro und GmbHs bis zu 50.000 Euro Kreditrahmen. Der Zinssatz beträgt 18 % p.a. bei Ratenzahlung, 0 % bei vollständiger Rückzahlung bis Monatsende.



