Das Wichtigste im Überblick
Themen in diesem Artikel:
- Kosten im Jahr 2026: Fast jeder vierte Bankkunde zahlt mindestens 100 Euro pro Jahr für sein Girokonto.
- Bedingungen für Gratis-Konten: Von 35 Konten ohne Grundgebühr sind nur 14 wirklich bedingungslos kostenlos.
- Gebühren bei gerissener Bedingung: Wer die Schwelle verfehlt, zahlt je nach Bank bis zu 58,80 Euro im Jahr.
- Filialbank, Direktbank, Neobank: Die drei Anbietertypen unterscheiden sich bei Karten, Bargeld und Dispo deutlich.
- Dispozinsen als Kostenfalle: Im März 2026 lag der durchschnittliche Dispozins bei 11,28 Prozent pro Jahr.
- Prämien und Kontowechsel: Bis zu 200 Euro Prämie, der Wechsel dauert höchstens zwölf Geschäftstage.
- Konto nach Nutzerprofil: Welches Kontomodell passt, hängt vom Geldeingang und der Bargeldnutzung ab.
Was ein Girokonto 2026 wirklich kostet
Der Girokonto-Vergleich 2026 zeigt ein klares Bild: Ein gutes Girokonto kostet dich in Deutschland zwischen 0 und rund 60 Euro pro Jahr — und der Unterschied hängt fast nie an der Qualität der Bank, sondern an einer einzigen Bedingung. Die meisten Banken verlangen einen monatlichen Mindestgeldeingang zwischen 500 und 1.000 Euro. Erfüllst du ihn, ist die Kontoführung gratis. Verfehlst du ihn, werden 3,90 bis 4,90 Euro im Monat fällig. Daneben entscheiden Girocard-Gebühren, Dispozinsen zwischen 7 und 17 Prozent sowie die Zahl der kostenlosen Bargeldabhebungen darüber, was dein Konto am Jahresende tatsächlich kostet.
Wie groß die Unterschiede im Alltag ausfallen, zeigt schon der Blick auf die laufenden Gebühren — dem Posten, den fast jeder unterschätzt.
Die Spanne am deutschen Markt ist groß. Üblich sind monatliche Kontoführungsgebühren zwischen 0 und 10 Euro, in Einzelfällen ruft eine Bank bis zu 20 Euro im Monat auf. Hochgerechnet aufs Jahr liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell also mehr als 200 Euro.
Eine Verbraucherumfrage vom Juni 2026 macht deutlich, wie viele Menschen im teuren Bereich landen: 23 Prozent der Bankkunden zahlen mindestens 100 Euro pro Jahr für ihr Girokonto. Bei 5 Prozent summieren sich die Gebühren sogar auf über 200 Euro jährlich. Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken — bei den Sparkassen entrichtet mehr als ein Drittel der Kunden, genau 34 Prozent, einen dreistelligen Jahresbetrag.
Warum die Gebühren so weit auseinanderliegen
Filialbanken finanzieren ein Netz aus Geschäftsstellen, Beratern und eigenen Geldautomaten. Diese Kosten landen in der Kontoführungsgebühr. Direktbanken und Neobanken haben keine Filialen und geben den Kostenvorteil in Form kostenloser Kontomodelle weiter. Eine Marktanalyse aus dem Jahr 2025 hat den Effekt beziffert: Wer als Vielnutzer digitaler Zahlungswege von einer regionalen Kleinstadtbank zu einer Direktbank wechselt, spart bis zu 211,20 Euro pro Jahr. Das sind 17,60 Euro im Monat, also mehr als die meisten Menschen für einen Streamingdienst ausgeben.
Die versteckten Posten neben der Grundgebühr
Die monatliche Gebühr ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen drei Posten, die im Kleingedruckten stehen. Erstens die Girocard, früher EC-Karte: Sie ist längst nicht mehr überall inklusive und kostet je nach Bank rund 5 bis 20 Euro im Jahr. Zweitens Gebühren für Bargeldabhebungen außerhalb des eigenen Automatennetzes, die schnell bei 4 bis 5 Euro pro Abhebung liegen. Drittens Entgelte für beleghafte Überweisungen am Schalter, die bei einigen Filialbanken pro Vorgang berechnet werden.
Ein realistisches Beispiel: Ein Konto mit 4,50 Euro Monatsgebühr kostet 54 Euro im Jahr. Kommen 12 Euro für die Girocard und zwölf Fremdabhebungen zu je 4 Euro dazu, sind es 114 Euro. Genau so entstehen die dreistelligen Jahresbeträge aus der Umfrage. Wie sich die Belastung über verschiedene Bankengruppen verteilt, zeigt der Kontogebühren-Report 2026 im Detail.
Kostenlose Kontoführung: Diese Bedingungen stellen die Banken
Der Begriff „kostenloses Girokonto“ ist rechtlich nicht geschützt. Jede Bank darf ihn verwenden, solange die Grundgebühr unter irgendeiner Konstellation entfällt. Verbraucherschützer haben deshalb vier Kriterien definiert, die ein Konto erfüllen muss, um wirklich kostenlos zu sein: keine monatliche Grundgebühr, kein Mindestgeldeingang, eine kostenlose Girocard und keine Gebühren für Überweisungen.
Nach diesem Maßstab schrumpft das Angebot erheblich. Von 35 Girokonten deutscher Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, die 2026 ohne monatliche Grundgebühr auskommen, sind nur 14 bedingungslos kostenlos. Die übrigen 21 knüpfen die Gebührenfreiheit an Voraussetzungen.
Der Mindestgeldeingang ist die häufigste Hürde
Die typische Schwelle liegt zwischen 700 und 1.500 Euro monatlichem Geldeingang. Für Vollzeitbeschäftigte ist das kein Thema, für Teilzeitkräfte, Studierende ohne BAföG oder Selbstständige mit schwankenden Einnahmen dagegen schon. Die folgende Übersicht zeigt die Schwellen der wichtigsten Anbieter und die Gebühr, die bei Nichterfüllung greift.
| Bank | Mindestgeldeingang pro Monat | Alternative Befreiung | Gebühr bei Nichterfüllung |
|---|---|---|---|
| ING | 1.000 € | unter 28 Jahren | Gebühr laut Preisverzeichnis |
| DKB | 700 € | unter 28 Jahren | 4,50 € / Monat |
| Consorsbank | 700 € | unter 31 Jahren | 4,00 € / Monat |
| 1822direkt | 700 € | unter 30 Jahren | 4,90 € / Monat |
| comdirect | 700 € | 3 Zahlungen per Apple Pay oder Google Pay, 1 Trade, oder unter 28 in Ausbildung | 4,90 € / Monat |
| Norisbank | 500 € | unter 30 Jahren | 3,90 € / Monat |
| C24 Smart | kein Mindesteingang | entfällt | 0 € |
| N26 Standard | kein Mindesteingang | entfällt | 0 € |
| Trade Republic | kein Mindesteingang | entfällt | 0 € |
| Santander BestGiro Online | kein Mindesteingang | entfällt | 0 € (Girocard 12 € / Jahr) |
Alternativbedingungen statt Gehaltseingang
Einige Banken bieten Ausweichwege an, wenn der Geldeingang nicht reicht. Bei comdirect bleibt das Konto auch dann kostenlos, wenn du monatlich drei Zahlungen mit Apple Pay oder Google Pay auslöst oder einen Wertpapier-Trade beziehungsweise eine Sparplanausführung durchführst. In den ersten sechs Monaten nach Eröffnung ist das Konto ohnehin frei. Fast alle Direktbanken befreien zudem junge Kunden pauschal: unter 28, 30 oder 31 Jahren entfällt die Gebühr unabhängig vom Eingang.
Tip: Bei der DKB zählt jeder Geldeingang, nicht nur das Gehalt. Eine monatliche Eigenüberweisung von 700 Euro von deinem Zweitkonto reicht aus, um die Gebühr zu vermeiden. Richte dafür einfach einen Dauerauftrag ein — das Geld kannst du danach wieder zurückbuchen.
So viel zahlst du, wenn die Bedingung reißt
Der interessante Vergleich ist nicht der Idealfall, in dem alle Konten null Euro kosten. Aussagekräftig wird es, wenn du die Bedingung einmal nicht erfüllst — bei einem Jobwechsel, in der Elternzeit oder nach dem Renteneintritt. Dann greift die reguläre Monatsgebühr, und die Unterschiede werden sichtbar. Die Jahreskosten ergeben sich schlicht aus zwölf Monatsgebühren.
Kontoführungsgebühr pro Jahr, wenn die Bedingung nicht erfüllt ist
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten bedingten Konto liegen 12 Euro pro Jahr — das ist wenig. Der eigentliche Sprung liegt zwischen den bedingten und den bedingungslosen Konten: 58,80 Euro gegenüber null. Wer regelmäßig unter die Schwelle rutscht, fährt mit einem bedingungslos kostenlosen Konto deutlich besser, auch wenn dessen Leistungsumfang schmaler ausfällt.
Die Girocard verschiebt das Ranking
Ein Detail relativiert das Bild. Das Santander BestGiro Online kostet null Euro Kontoführung, verlangt für die Girocard aber 12 Euro im Jahr. Damit liegt es effektiv bei 12 Euro und nicht bei null. Bei der Consorsbank sind Visa-Karte und Girocard dagegen kostenlos. Wenn du auf die Girocard verzichten kannst — viele Neobanken bieten sie gar nicht erst an —, spielt der Posten keine Rolle. Zahlst du dagegen regelmäßig beim Bäcker oder Arzt, wo Debitkarten internationaler Systeme seltener akzeptiert werden, solltest du die Karte einrechnen.
Filialbank, Direktbank oder Neobank: Wer passt zu dir
Hinter den Gebührenunterschieden stehen drei grundlegend verschiedene Geschäftsmodelle. Sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern in dem, was du im Alltag tatsächlich bekommst.
| Kriterium | Filialbank | Direktbank | Neobank |
|---|---|---|---|
| Kontoführung | meist 3 bis 10 € / Monat | 0 € ab 500 bis 1.000 € Geldeingang | 0 € ohne Bedingung |
| Girocard | meist gegen Jahresgebühr | häufig kostenlos inklusive | oft gar nicht verfügbar |
| Debitkarte | optional, teils kostenpflichtig | Visa oder Mastercard Debit inklusive | Standard, digital sofort nutzbar |
| Bargeld abheben | eigenes Automatennetz und Schalter | Cashgroup oder Cashpool | begrenzte Freiabhebungen, danach Gebühr |
| Bargeld einzahlen | am Schalter und Automaten | an Partnerautomaten | nur über Einzelhandelslösungen, meist mit Entgelt |
| Apple Pay und Google Pay | überwiegend, teils verzögert eingeführt | durchgängig | durchgängig, oft mit Zusatzfunktionen |
| Dispokredit | ja, Zinsen tendenziell höher | ja | teils nicht angeboten |
| Beratung | persönlich vor Ort | Telefon, Chat, App | ausschließlich App und Chat |
Wofür die Filialbank noch taugt
Der Schalter bleibt relevant, wenn du regelmäßig Bargeld einzahlst. Handwerksbetriebe, Vereinskassen oder Menschen, die ihr Haushaltsgeld bar verwalten, stoßen bei Neobanken schnell an Grenzen — dort läuft die Einzahlung über Partner im Einzelhandel und kostet je nach Anbieter rund 1,4 bis 1,5 Prozent des Betrags. Auch bei komplexeren Anliegen wie einer Kontovollmacht, einer Nachlassabwicklung oder einem Immobilienkredit ist die persönliche Beratung ein echter Vorteil.
Wo Direktbanken den Mittelweg besetzen
Direktbanken bieten den vollen Funktionsumfang einer klassischen Bank — Dispo, Wertpapierdepot, Gemeinschaftskonto, Kreditkarte — ohne Filialkosten. Für die meisten Angestellten mit regelmäßigem Gehaltseingang ist das die wirtschaftlich vernünftigste Wahl. Wenn du Konto und Karte in einem Paket suchst, lohnt der Blick auf die Kombination von Girokonto mit Kreditkarte, weil dort Karten- und Kontogebühren zusammen bewertet werden.
Good to know: Die Einlagensicherung greift bei allen drei Banktypen gleichermaßen, solange die Bank einer gesetzlichen Sicherung im Europäischen Wirtschaftsraum angehört. Geschützt sind 100.000 Euro pro Kunde und Institut. Bei Neobanken mit ausländischer Banklizenz greift die Sicherung des jeweiligen Sitzlandes — der Schutzbetrag bleibt identisch, die abwickelnde Stelle ist eine andere.
Der Dispo als größter Kostenfaktor
Wer den Dispokredit nutzt, zahlt dafür oft mehr als für zehn Jahre Kontoführung. Im März 2026 verlangten deutsche Kreditinstitute im Durchschnitt 11,28 Prozent Zinsen für die Kontoüberziehung. Die Spanne am Markt reicht von rund 7 bis 17 Prozent pro Jahr — ein Unterschied, der bei identischer Überziehung den Zinsbetrag mehr als verdoppelt.
Die Spitzenwerte finden sich bei regionalen Instituten. Den bundesweit höchsten Dispozins berechnete im März 2026 die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit 15,31 Prozent, gefolgt von der Volksbank Nordharz mit 14,77 Prozent und der Sydbank mit 14,55 Prozent.
Was der Dispo konkret kostet
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar. Wer 2.000 Euro drei Monate lang durchgehend im Dispo stehen lässt, zahlt beim Durchschnittszins von 11,28 Prozent genau 56,40 Euro Zinsen. Das entspricht ungefähr der Jahresgebühr eines bedingten Girokontos — für drei Monate Überziehung. Bleiben 1.000 Euro ein volles Jahr im Minus, sind es 112,80 Euro.
Daraus folgt eine klare Reihenfolge bei der Kontoauswahl: Wenn du den Dispo regelmäßig nutzt, ist der Zinssatz wichtiger als die Kontoführungsgebühr. Ein Konto mit 4,90 Euro Monatsgebühr und 7 Prozent Dispozins ist günstiger als ein gebührenfreies Konto mit 15 Prozent, sobald du im Schnitt mehr als etwa 750 Euro überziehst. Nutzt du den Dispo dagegen nie, ist der Zinssatz irrelevant.
Neobanken und der fehlende Dispo
Ein Teil der App-Banken bietet gar keinen klassischen Dispositionskredit an. Das ist kein Nachteil, sondern eine bewusste Produktentscheidung — es verhindert schleichende Verschuldung. Wer eine Überziehungsmöglichkeit als Puffer braucht, sollte das vor der Eröffnung prüfen, weil die Umstellung später einen erneuten Kontowechsel bedeutet. Wie sich Guthabenverzinsung und Kontogebühr zusammen rechnen, zeigt die Übersicht der besten Girokonten zum Sparen.
Wechselprämien 2026 und der Kontowechsel in 12 Tagen
Banken werben aktiv um Neukunden, und zwar mit Bargeld. Die Prämien liegen 2026 zwischen 50 und 200 Euro. Sie sind ausnahmslos an Bedingungen geknüpft — üblich sind ein Mindestgeldeingang über mehrere Monate, eine bestimmte Zahl an Kartentransaktionen oder die Nutzung des Kontowechselservice.
| Anbieter | Prämie | Kernbedingung |
|---|---|---|
| ING | 200 € | 2 Monate in Folge je mindestens 1.000 € Geldeingang |
| 1822direkt | bis 200 € | 3 Monate in Folge je mindestens 1.000 € Geldeingang |
| Umweltbank | 150 € | 100 € aufs Konto, 50 € als Spende |
| Norisbank | 120 € | mindestens 3 Zahlungspartner über den Kontowechselservice informieren |
| comdirect | 100 € | 5 Transaktionen à mindestens 25 € in den ersten 3 Monaten |
| Postbank | 100 € | digitaler Kontoumzug innerhalb von 90 Tagen |
| C24 Bank | 75 € | Smartkonto eröffnen, Girocard und Debitkarte inklusive |
| Commerzbank | 50 € | 3 Monate lang je 5 Buchungen à mindestens 25 € |
Die Zahlen beziehen sich auf Aktionsangebote mit Stand Juli 2026 und können sich kurzfristig ändern. Eine Prämie sollte nie das alleinige Kriterium sein: 200 Euro einmalig gleichen eine dauerhafte Jahresgebühr von 58,80 Euro nur gut drei Jahre lang aus. Welche Angebote gerade laufen, hält die Übersicht zu den Girokonto-Wechselprämien 2026 fest.
Der Kontowechselservice ist dein gesetzliches Recht
Seit dem 18. September 2016 sind alle deutschen Banken durch das Zahlungskontengesetz verpflichtet, dich beim Kontowechsel zu unterstützen. Der Service ist für Verbraucher kostenlos; weder die alte noch die neue Bank darf Bearbeitungsgebühren oder Auslagenpauschalen berechnen. Die Kosten tragen die Institute untereinander.
Der Ablauf ist mit klaren Fristen geregelt, die sich auf maximal zwölf Geschäftstage summieren:
- 2 Geschäftstage: Die neue Bank fordert nach Erhalt deiner Ermächtigung die Daten bei der alten Bank an.
- 5 Geschäftstage: Die alte Bank übermittelt die Liste der Daueraufträge, die Lastschriftmandate und alle eingehenden Überweisungen der letzten 13 Monate.
- 5 Geschäftstage: Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein, akzeptiert die Lastschriften und informiert die Zahlungsempfänger und Zahler.
In der Praxis geht es oft schneller. Direktbanken wickeln den Wechsel 2026 häufig binnen drei bis fünf Werktagen ab, während Filialbanken wegen manueller Backoffice-Prozesse die volle Frist ausschöpfen. Wichtig: Der Anspruch gilt ausschließlich für Verbraucher-Girokonten. Geschäftskonten, Sparbücher und Wertpapierdepots musst du selbst umziehen.
Was du beim Wechsel selbst prüfen solltest
Lass das alte Konto zwei bis drei Monate parallel laufen, bevor du es schließt. So fallen Lastschriften auf, die nicht in den 13-Monats-Zeitraum fielen — etwa jährliche Versicherungsbeiträge oder Mitgliedsbeiträge. Prüfe außerdem, ob ein bestehender Dispo beim neuen Konto in gleicher Höhe eingeräumt wird, und ob Freistellungsaufträge oder ein Pfändungsschutz übertragen werden müssen.
Welches Girokonto zu welchem Nutzerprofil passt
Eine allgemeingültige Rangliste hilft wenig, weil sich die Kosten je nach Nutzung völlig unterschiedlich verteilen. Sinnvoller ist die Zuordnung nach Lebenssituation.
Angestellte mit festem Gehaltseingang
Wer monatlich mehr als 1.000 Euro netto erhält, erfüllt jede gängige Bedingung mühelos. Für dieses Profil ist ein Direktbank-Konto die naheliegende Wahl: kostenlose Kontoführung, Girocard und Debitkarte inklusive, voller Funktionsumfang. Entscheidungskriterium sind dann die Nebenkosten — Girocard-Gebühr, Fremdabhebungen und Dispozins.
Teilzeit, Elternzeit oder schwankendes Einkommen
Sobald der monatliche Eingang unter 700 Euro fallen kann, wird ein bedingtes Konto zur Kostenfalle. Hier lohnt ein bedingungslos kostenloses Konto, auch wenn du dafür auf die Girocard oder auf unbegrenzte Freiabhebungen verzichtest. Alternativ funktioniert der Dauerauftrag-Trick bei Banken, die Eigenüberweisungen als Geldeingang anerkennen.
Studierende und unter 28-Jährige
Für diese Gruppe ist die Gebührenfrage meist entschärft, weil fast alle Direktbanken junge Kunden pauschal befreien — je nach Institut bis 28, 30 oder 31 Jahre. Wichtig ist der Blick auf das Datum, an dem die Befreiung endet: Danach greift automatisch die reguläre Gebühr, wenn kein ausreichender Geldeingang vorliegt.
Rentnerinnen und Rentner
Die Rentenzahlung zählt bei allen Banken als Geldeingang. Liegt sie über der jeweiligen Schwelle, gelten dieselben Konditionen wie für Berufstätige. Relevanter ist hier oft die Bargeldversorgung: Wer regelmäßig am Schalter abhebt oder einzahlt, fährt mit einer Filialbank trotz Gebühr bequemer.
Bargeldnutzer und Zweitkonten
Wer viel bar zahlt, sollte auf die Zahl der kostenlosen Abhebungen achten. Die Spannen sind groß: Manche Neobanken erlauben drei bis vier Abhebungen pro Monat und berechnen danach rund 2 Euro je Vorgang, andere Anbieter geben Beträge ab 100 oder 150 Euro grundsätzlich gebührenfrei aus. Für ein Zweitkonto zum Sortieren von Miete, Versicherungen und Fixkosten ist ein bedingungslos kostenloses Konto die einzig sinnvolle Wahl, weil dort naturgemäß kein Gehalt eingeht.
Häufig gestellte Fragen
Welches Girokonto ist wirklich kostenlos ohne Bedingungen?
2026 gibt es 14 bedingungslos kostenlose Girokonten, darunter Modelle von C24, N26, Trade Republic, BBVA und Santander. Sie verlangen keinen Mindestgeldeingang, bieten dafür aber oft keine Girocard.
Wie hoch ist der Mindestgeldeingang beim Girokonto üblicherweise?
Die übliche Schwelle liegt zwischen 700 und 1.500 Euro monatlich. Die Norisbank verlangt 500 Euro, DKB, Consorsbank, comdirect und 1822direkt jeweils 700 Euro, die ING 1.000 Euro pro Monat.
Was kostet ein Girokonto im Durchschnitt pro Jahr?
Üblich sind 0 bis 10 Euro monatlich, also bis zu 120 Euro im Jahr. 23 Prozent der Bankkunden zahlen mindestens 100 Euro jährlich, 5 Prozent sogar über 200 Euro inklusive Karten- und Abhebegebühren.
Wie lange dauert der Kontowechsel und was kostet er?
Der gesetzliche Kontowechselservice dauert höchstens zwölf Geschäftstage und ist für Verbraucher kostenlos. Direktbanken schaffen den Wechsel 2026 häufig in drei bis fünf Werktagen, Filialbanken nutzen meist die volle Frist.
Zählt eine Eigenüberweisung als Geldeingang?
Das hängt von der Bank ab. Bei der DKB zählt jeder Geldeingang, auch die Überweisung von einem eigenen Zweitkonto. Andere Institute verlangen ausdrücklich einen Gehalts-, Renten- oder BAföG-Eingang.
Wie teuer ist der Dispo wirklich?
Im März 2026 lag der Dispozins im Schnitt bei 11,28 Prozent, die Spanne reicht von rund 7 bis 17 Prozent. 2.000 Euro über drei Monate im Dispo kosten damit etwa 56,40 Euro Zinsen.



