Microsoft hat im Geschäftsjahr 2025 (endend 30. Juni) Körperschaftsteuern in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar in der Europäischen Union entrichtet. Dies geht aus dem erstmals veröffentlichten Public Country-by-Country Report des Konzerns hervor. Der Großteil der Zahlungen floss nach Irland, wo sich die Europazentrale in Dublin befindet. Deutschland erhielt trotz seiner Bedeutung als Standort nur einen kleinen Anteil.
Verteilung der Steuerzahlungen in Europa
Von den umgerechnet 5,53 Milliarden Euro Körperschaftsteuern in der EU entfielen 5,6 Milliarden US-Dollar auf Irland. Deutschland erhielt Ertragsteuern in Höhe von 174,2 Millionen US-Dollar (153 Millionen Euro). Frankreich verzeichnete in den vergangenen drei Jahren insgesamt 374 Millionen US-Dollar an Steuerzahlungen von Microsoft.
Irland als operative und finanzielle Drehscheibe
Die irischen Tochtergesellschaften von Microsoft beschäftigten im Berichtszeitraum 6.654 Mitarbeiter und erzielten einen Umsatz von 196 Milliarden US-Dollar. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 47,1 Milliarden US-Dollar. Microsoft begründet die Konzentration der Gewinne in Irland mit der Ansiedlung wichtiger Strukturmerkmale wie der internen Finanzverwaltung und der Verwaltung geistigen Eigentums am Standort Dublin.
Globale Steuerleistung und Vergleich
Weltweit zahlte Microsoft im Geschäftsjahr 2025 Körperschaftsteuern von 28,7 Milliarden US-Dollar. Damit liegt der Konzern unter den führenden US-Technologieunternehmen auf Platz zwei hinter Apple mit 29,7 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zu den Körperschaftsteuern fallen weitere Abgaben wie Lohn-, Mehrwert- und Grundsteuern an.
EU-Debatte über Digitalkonzern-Besteuerung
Die Europäische Kommission kritisiert seit Jahren, dass große US-Technologiekonzerne ihre Gewinne bevorzugt dort versteuern, wo ihre europäischen Zentralen angesiedelt sind, statt in den Ländern mit hohen Umsätzen. Die EU setzt auf Reformen wie die globale Mindeststeuer der OECD und den Digital Markets Act, um Steuerlücken zu schließen und eine Besteuerung am Ort der tatsächlichen Wertschöpfung sicherzustellen.
Erschienen am 1. Juli 2026 · Zuletzt geprüft: 05.07.2026
