Themen in diesem Artikel:
- Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung: Monatsbeiträge variieren je nach Beruf, Alter und Gesundheitszustand erheblich – von günstigen Tarifen für risikoarme Berufe bis zu deutlich höheren Beiträgen für körperlich belastende Tätigkeiten.
- Berufsgruppen und Risikoeinstufung: Versicherer teilen Berufe in verschiedene Risikogruppen ein – von risikoarmen Bürojobs bis zu gefährlichen Handwerksberufen mit entsprechend höheren Beiträgen.
- Richtige Absicherungshöhe: Eine gute BU sollte einen wesentlichen Teil deines monatlichen Nettoeinkommens absichern, um im Ernstfall deinen Lebensstandard zu halten.
- Betroffenheit in Deutschland: Ein erheblicher Anteil der Erwerbstätigen wird berufsunfähig, hauptsächlich durch psychische Erkrankungen, Skeletterkrankungen und Krebs – nicht durch Unfälle.
- Merkmale einer guten BU: Achte auf volle Leistung bereits ab hälftiger Berufsunfähigkeit, Verzicht auf abstrakte Verweisung und flexible Nachversicherungsoptionen.
- Voraussetzungen für BU-Rente: Die Rente wird gezahlt, wenn du über einen längeren Zeitraum zu einem wesentlichen Teil berufsunfähig bist.
- Optimale Vertragslaufzeit: Eine BU sollte bis zum Renteneintritt laufen, um Absicherungslücken bis zur gesetzlichen Rente zu vermeiden.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung pro Monat?
Die monatlichen Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung richten sich nach mehreren individuellen Faktoren. Dein Beruf spielt dabei die entscheidende Rolle, aber auch deine Versicherungsgesellschaft, die gewählten Leistungen, dein Gesundheitszustand, dein Alter und deine Hobbys beeinflussen die Beitragshöhe maßgeblich.
Der Beruf gilt als entscheidender Kostenfaktor bei einer BU. Je riskanter er ist, desto höher fallen die Versicherungsbeiträge aus. Aus diesem Grund teilen Versicherungsgesellschaften Berufe in unterschiedliche Risikogruppen ein.
💡 Tip
Beginne mit deiner BU möglichst früh, idealerweise schon als Student:in oder Berufseinsteiger:in. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger bleiben deine Beiträge dauerhaft – oft sparst du über die gesamte Laufzeit erheblich.

Welche BU-Versicherung ist die richtige?
Informiere dich jetzt über die wichtigsten BU-Versicherungen.
Risikogruppen: Von Bürojob bis Handwerk
Die Einteilung reicht von der niedrigsten Risikogruppe für risikoarme Berufe bis zu höheren Risikogruppen für gefährliche Berufe. Zu Berufen mit einem geringen Risiko für Berufsunfähigkeit zählen beispielsweise Architekt:innen oder Immobilienkaufleute. Sie arbeiten überwiegend im Büro und sind körperlich wenig belastet. Zu den Berufsgruppen mit einem hohen Risiko, berufsunfähig zu werden, gehören dagegen Bauhandwerker:innen, beispielsweise Maurer:innen. Ihre körperlich anstrengende Tätigkeit erhöht das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen deutlich.
📌 Good to know
Auch wenn du aktuell in einem risikoarmen Beruf arbeitest: Bei einem späteren Berufswechsel in eine höhere Risikogruppe musst du dies deinem Versicherer melden. Dies kann zu einer Beitragserhöhung führen – plane diese Möglichkeit bei deiner Karriereplanung mit ein.
Wie teuer sollte eine BU sein?
Bei dieser Frage könnte die Gegenfrage gestellt werden: Was ist dir die Absicherung deiner Gesundheit wert? Letzten Endes ist der Preis einer BU immer eine persönliche Ermessensfrage. Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung teuer oder günstig ist, hängt nicht nur von Alter, Gesundheitszustand oder Beruf ab. Auch der Leistungsumfang und die Rentenhöhe können eine BU kostspielig oder günstig werden lassen.
Die Bandbreite der monatlichen Beiträge ist erheblich und reicht von günstigen Tarifen für risikoarme Berufe mit niedrigerer Absicherung bis zu deutlich höheren Beiträgen für körperlich belastende Berufe mit hoher Absicherungssumme. Generell lohnt sich deshalb ein Tarifvergleich, da für dieselben Leistungen oftmals unterschiedliche Monatsbeiträge von den Versicherern verlangt werden. Die aktuellen Konditionen sind bei den jeweiligen Versicherern einsehbar.
In der Regel sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung einen wesentlichen Teil deines monatlichen Nettoeinkommens absichern. Experten empfehlen eine Absicherung, die deinen gewohnten Lebensstandard im Ernstfall aufrechterhalten kann.
💡 Tip
Nutze eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung. So kannst du deine BU-Rente bei Gehaltserhöhungen, Heirat oder Geburt eines Kindes anpassen, ohne dass Vorerkrankungen zu einer Ablehnung oder Beitragserhöhung führen.
Berufsunfähigkeit in Deutschland: Die Zahlen sprechen für sich
Laut Statistiken ist ein erheblicher Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland von Berufsunfähigkeit betroffen. Diese Zahl zeigt eindrücklich, wie wichtig eine gute Absicherung ist. Psychische Erkrankungen und Nervenleiden sind die mit Abstand häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Es folgen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krebs oder bösartige Geschwüre. Unfälle machen nur einen geringen Anteil aus, ebenso Herz- und Gefäßerkrankungen. Diese Statistik räumt mit einem weitverbreiteten Irrtum auf: Nicht Unfälle sind die Hauptursache für Berufsunfähigkeit, sondern Krankheiten – insbesondere psychische Belastungen. Der Anteil psychischer Erkrankungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
📌 Good to know
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht meist nicht aus: Sie beträgt im Schnitt nur einen Bruchteil des vorherigen Einkommens und wird nur bei vollständiger Erwerbsminderung gezahlt. Zudem haben Berufsanfänger:innen oft noch keinen Anspruch darauf, da eine gewisse Wartezeit erfüllt sein muss.
Was zeichnet eine gute BU aus?
Die Auswahl an Versicherungsangeboten bei Berufsunfähigkeit ist groß. Deshalb empfiehlt sich vorab ein ausführlicher Vergleich der Angebote. Eine hochwertige Berufsunfähigkeitsversicherung sollte dir volle Leistung bereits ab hälftiger Berufsunfähigkeit bieten. Ebenso wichtig ist der Ausschluss der Klausel der abstrakten Verweisung, die es Versicherern ermöglichen würde, dich auf andere Berufe zu verweisen.
Achte außerdem auf die Option einer Beitragsdynamik, die deine Absicherung automatisch an steigende Lebenshaltungskosten anpasst. Ein verkürzter Prognosezeitraum beschleunigt die Leistungsauszahlung im Ernstfall erheblich. Die Möglichkeit einer Nachversicherung erlaubt dir, deine Absicherung bei veränderten Lebensumständen ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen. Nicht zuletzt sollte eine rückwirkende Leistungsauszahlung vereinbart sein, damit du auch für die Zeit zwischen Antragstellung und Bewilligung abgesichert bist.
Wann wird die BU-Rente ausgezahlt?
Deine vereinbarte BU-Rente wird ausgezahlt, wenn du berufsunfähig bist. Zwei Bedingungen müssen dafür erfüllt sein: Du kannst deinem aktuellen Beruf zu einem wesentlichen Teil nicht mehr nachgehen. Die zeitliche Prognose verlangt, dass du deinen derzeitigen Beruf wegen einer Krankheit, aufgrund von Körperverletzung oder altersentsprechendem Kräfteverfall dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.
Dauerhaft bedeutet in diesem Zusammenhang, dass du in deinem aktuellen Beruf über einen längeren Zeitraum nicht mehr arbeiten kannst. Diese Prognosedauer ist entscheidend für den Leistungsbeginn und sollte in deinem Vertrag möglichst kurz gehalten sein. Die genauen Bedingungen sind in den jeweiligen Versicherungsbedingungen festgelegt.
💡 Tip
Dokumentiere bereits jetzt deine beruflichen Tätigkeiten detailliert: Führe ein Tätigkeitsprofil mit allen Aufgaben und deren zeitlichem Anteil. Im Leistungsfall kannst du so genau nachweisen, welche Tätigkeiten du nicht mehr ausüben kannst – das beschleunigt die Anerkennung deiner Berufsunfähigkeit erheblich.
Wie lange sollte eine BU laufen?
In der Regel sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Renteneintritt laufen. Nur so kannst du krankheitsbedingte Absicherungslücken bis zu deinem Rentenbeginn vollständig schließen. Diese lange Laufzeit ist besonders wichtig, weil du aufgrund von Berufsunfähigkeit nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Das bedeutet, du musst dich selbst um eine ausreichende finanzielle Absicherung bis zum regulären Renteneintritt kümmern, um keine Versorgungslücke entstehen zu lassen.
📌 Good to know
Vorsicht bei kürzeren Laufzeiten zur Beitragseinsparung: Eine BU, die vor dem regulären Renteneintritt endet, mag günstiger sein, aber gerade in den letzten Berufsjahren steigt das Risiko einer Berufsunfähigkeit stark an. Die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Risiko einer mehrjährigen Versorgungslücke.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich eine BU auch mit Vorerkrankungen abschließen?
Ja, auch mit Vorerkrankungen ist eine BU möglich, allerdings mit Einschränkungen. Versicherer können Risikozuschläge verlangen, bestimmte Erkrankungen ausschließen oder im Einzelfall auch ablehnen. Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern erhöht deine Chancen auf eine Annahme.
Was ist der Unterschied zwischen BU und Erwerbsunfähigkeit?
Bei Berufsunfähigkeit kannst du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben. Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn du gar keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kannst. Die BU leistet früher und bietet besseren Schutz, da sie auf deinen konkreten Beruf abstellt.
Muss ich die BU-Rente versteuern?
Ja, BU-Renten unterliegen der Besteuerung mit dem Ertragsanteil. Dieser richtet sich nach deinem Alter bei Rentenbeginn. Je jünger du bei Rentenbeginn bist, desto höher der zu versteuernde Anteil. Die genauen steuerlichen Regelungen sind beim Finanzamt oder Steuerberater erfragbar.
Kann ich meine BU kündigen und das Geld zurückbekommen?
Eine BU ist eine Risikoversicherung ohne Sparanteil, daher gibt es bei Kündigung kein Geld zurück. Statt zu kündigen, solltest du eine Beitragsfreistellung prüfen. Dabei ruht der Vertrag, kann später aber reaktiviert werden – wichtig, falls du später keine neue BU mehr bekommst.
Zahlt die BU auch bei Burnout oder Depression?
Ja, psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depression sind sogar die mit Abstand häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Wichtig ist, dass die Erkrankung ärztlich diagnostiziert wird und du deshalb einen wesentlichen Teil deiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst.



