Kreditkarte für Jugendliche: Optionen und Grenzen 2026

Das Wichtigste in Kürze:

Eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen gibt es in Deutschland erst ab 18 Jahren. Für Jugendliche bleiben Prepaid-Kreditkarten und Debitkarten auf Guthabenbasis, je nach Anbieter ab 7, 12 oder 14 Jahren. Dieser Ratgeber zeigt dir die rechtlichen Grundlagen rund um Geschäftsfähigkeit und Taschengeldparagraph, vergleicht die drei Kartenarten mit Limits und Akzeptanz und rechnet die Kosten für…

Jugendliche Person mit Smartphone und Kreditkarte für Jugendliche

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Kreditkarte für Jugendliche: Das gilt rechtlich

Der entscheidende Punkt steht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Kinder unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig (§ 104 BGB). Zwischen 7 und 17 Jahren sind sie beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Das bedeutet: Verträge, die ihnen Pflichten aufbürden, brauchen die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

Genau hier liegt die Grenze für Kreditkarten. Eine Charge- oder Revolving-Karte ist ein Kreditvertrag. Sie räumt einen Verfügungsrahmen ein und erzeugt eine Rückzahlungspflicht. Damit ist sie für Minderjährige ausgeschlossen. Banken vergeben sie deshalb erst ab dem 18. Geburtstag und nur nach Bonitätsprüfung.

Was der Taschengeldparagraph tatsächlich regelt

Der § 110 BGB wird häufig missverstanden. Er besagt, dass ein Vertrag eines Minderjährigen wirksam ist, sobald dieser die Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zur freien Verfügung überlassen wurden. Kurz gesagt: Dein Kind darf sich vom Taschengeld ein Buch kaufen, ohne dass du zustimmen musst.

Auf Bankverträge lässt sich das aber nicht übertragen. Ein Konto- oder Kartenvertrag ist eine Dauerschuldbeziehung. Er begründet laufende Pflichten, etwa zur sorgfältigen Aufbewahrung der Karte und der PIN. Damit ist er nicht lediglich rechtlich vorteilhaft. Die Zustimmung nach § 107 BGB bleibt erforderlich, in der Regel von beiden Elternteilen.

Wer ist Kontoinhaber

Bei den meisten Jugendkonten läuft die Eröffnung über die Eltern. Das Kind erhält eine eigene Karte und einen eigenen App-Zugang, während die Eltern die rechtliche Verantwortung tragen. Viele Institute räumen den Eltern eine dauerhafte Kontovollmacht ein. Überweisungen und Barabhebungen über bestimmte Beträge hinaus brauchen dann eine Freigabe.

Ein Dispositionskredit ist bei Jugendkonten praktisch immer ausgeschlossen. Das Konto lässt sich nicht ins Minus bringen. Fällt die Deckung, wird die Zahlung schlicht abgelehnt. Genau das macht diese Konten für den Einstieg so brauchbar. Mehr Hintergrund zum Mindestalter für Kreditkarten findest du in unserem Ratgeber.

Wer haftet bei Verlust oder Missbrauch

Die Haftung folgt dem Vertrag. Da die Eltern Kontoinhaber sind, tragen sie die Verantwortung gegenüber der Bank. Wird die Karte gestohlen und missbräuchlich eingesetzt, gelten dieselben Regeln wie bei Erwachsenen: Nach der Sperrung haftet der Karteninhaber grundsätzlich nicht mehr für Schäden. Davor kann eine begrenzte Eigenhaftung greifen, wenn Sorgfaltspflichten verletzt wurden, etwa wenn PIN und Karte zusammen aufbewahrt werden.

Praktisch heißt das: Sperrnummer ins Handy des Kindes speichern und einmal durchsprechen, wann sie zu wählen ist. Bei guthabenbasierten Karten ist der maximale Schaden ohnehin auf das Guthaben oder den Kontostand begrenzt. Genau das ist der Sicherheitsvorteil dieser Kartentypen gegenüber einem Kreditrahmen.

Mit dem 18. Geburtstag ändert sich die Lage automatisch. Die meisten Banken wandeln das Jugendkonto in ein reguläres Girokonto um. Ab diesem Zeitpunkt sind Kreditrahmen und Dispo grundsätzlich möglich, sofern Einkommen und Bonität passen.

Prepaid, Debit oder echte Kreditkarte: die Unterschiede

Drei Kartentypen konkurrieren um denselben Platz im Portemonnaie. Sie sehen ähnlich aus und tragen dasselbe Visa- oder Mastercard-Logo. Wirtschaftlich unterscheiden sie sich deutlich.

Prepaid-Kreditkarte

Sie funktioniert wie eine Guthabenkarte fürs Handy. Erst laden, dann zahlen. Das Limit ist exakt das aufgeladene Guthaben. Eine Bonitätsprüfung entfällt, weil kein Kreditrisiko entsteht. Manche Anbieter berechnen eine Aufladegebühr von rund 1 Prozent. Der praktische Nachteil: Kautionen bei Hotels und Mietwagen lassen sich damit meist nicht hinterlegen.

Debitkarte

Hier wird jede Zahlung direkt vom verknüpften Girokonto abgebucht, oft taggleich. Eine separate Aufladung entfällt. Moderne Debitkarten tragen eine Visa- oder Mastercard-Funktion und funktionieren dadurch weltweit und online. In Deutschland kommt bei vielen Konten zusätzlich eine girocard dazu. Für den Alltag von Jugendlichen ist das die bequemste Variante.

Echte Kreditkarte

Charge-Karten sammeln alle Umsätze und buchen sie einmal monatlich ab. Daraus ergibt sich ein Zahlungsziel von bis zu rund 30 Tagen. Revolving-Karten erlauben zusätzlich Ratenzahlung, wofür Sollzinsen anfallen. Am Markt liegen diese Zinsen je nach Betragsstufe zwischen etwa 10,20 und 13,45 Prozent effektiv. Diese Karten sind das komfortabelste Zahlungsmittel überhaupt, aber sie setzen Volljährigkeit voraus.

Merkmal Prepaid-Kreditkarte Debitkarte Echte Kreditkarte
Verfügbar ab7 bis 14 Jahreab Geburt bis 7 Jahre18 Jahre
Deckungaufgeladenes GuthabenGuthaben auf dem GirokontoKreditrahmen der Bank
Abrechnungsofort vom Kartenguthabentaggleich vom Kontomonatlich oder in Raten
Bonitätsprüfungneinneinja, mit Auskunftei
Eigenes Einkommen nötigneinneinja, regelmäßig
Kaution Hotel/Mietwagenmeist nicht möglichhäufig nicht möglichmöglich
Jahresgebühr 20260 bis 36 Euro0 bis 12 Euro0 bis 60 Euro

Warum das Kreditkarten-Logo trotzdem draufsteht

Viele Eltern wundern sich, dass auf einer reinen Guthabenkarte ein Kreditkarten-Logo prangt. Der Grund ist technischer Natur. Visa und Mastercard betreiben das Zahlungsnetz, über das die Transaktion läuft. Ob dahinter ein Kreditrahmen oder ein Guthabenkonto steckt, sieht der Händler nicht. Für die Akzeptanz spielt es deshalb kaum eine Rolle.

Ausnahmen gibt es dort, wo ein Betrag vorab reserviert werden muss. Hotels, Mietwagenfirmen und manche Tankautomaten blockieren eine Kaution. Prepaid- und Debitkarten scheitern hier gelegentlich, weil die Systeme sie als solche erkennen. Für den Alltag von Jugendlichen ist das selten ein Thema, für die erste Interrail-Reise mit 17 aber schon.

Für Jugendliche bleiben damit die ersten beiden Spalten übrig. Beide erfüllen den Zweck vollständig: bargeldlos zahlen, online kaufen, Ausgaben im Blick behalten. Der Unterschied zwischen Prepaid und Debit ist im Alltag kleiner, als die Namen vermuten lassen.

Ab welchem Alter gibt es welche Karte

Die Altersgrenzen setzen die Banken selbst, sie sind nicht gesetzlich fixiert. Deshalb variieren sie stark. Ein Marktüberblick für 2026 zeigt fünf klare Stufen.

Ab Geburt bis 7 Jahre

Mehrere Direktbanken eröffnen ein Junior-Girokonto bereits ab dem ersten Lebensjahr. Eine Visa Debitkarte ist dabei enthalten. Häufige Bedingung: Ein Elternteil muss bereits Kunde des Hauses sein. Praktisch genutzt wird die Karte natürlich erst später, meist ab der Grundschulzeit.

Ab 7 Jahren öffnet sich das Feld deutlich. Junior-Girokonten mit Visa Debit, Prepaid-Mastercards von Fintechs und klassische Sparkassen-Karten stehen zur Wahl. Ein Taschengeldkonto eröffnen lässt sich in dieser Altersstufe meist komplett online.

Ab 12 und ab 14 Jahren

Mit 12 Jahren kommt bei vielen Instituten eine aufladbare, guthabenbasierte Karte als Zusatz zum Jugendkonto dazu. Übliche Kosten: 12 Euro pro Jahr. Sie funktioniert im vollen Visa- oder Mastercard-Netz und macht Onlinekäufe möglich.

Ab 14 Jahren bieten Filialbanken eine Prepaid-Junior-Kreditkarte an. Sie ist bis zum 18. Geburtstag kostenlos, lässt sich mit maximal 500 Euro aufladen und kommt ohne Bonitätsabfrage aus. Viele Banken erlauben ab 14 auch die eigenständige Kontoeröffnung, sofern die Eltern zustimmen und ein erstes eigenes Einkommen vorliegt.

Ab 16 und ab 18 Jahren

Mit 16 schalten die meisten Institute mobiles Bezahlen frei. Apple Pay und Google Pay stehen dann zur Verfügung. Das ist für viele Jugendliche der eigentlich relevante Schritt, weil das Smartphone die Karte im Alltag ersetzt.

Ab 18 endet der Sonderstatus. Jetzt ist eine echte Kreditkarte möglich. Für Studenten, Auszubildende und Praktikanten gibt es Einsteigerkarten, die bis zum 28. Geburtstag kostenlos bleiben. Typische Bedingung: ein regelmäßiger monatlicher Geldeingang von mindestens 300 Euro. Eine Filialbank-Mastercard ohne solche Bindung kostet nach einem entgeltfreien ersten Jahr rund 5 Euro pro Jahr.

💡 Tip

Prüfe vor dem Antrag, ob die Karte automatisch mitwächst. Manche Institute tauschen die Jugendkarte zum 18. Geburtstag ohne neuen Antrag gegen eine vollwertige Karte. Das spart einen kompletten Wechselprozess mitten im Abitur oder in der Ausbildung.

Was eine Jugendkarte 2026 wirklich kostet

Die Spannweite ist groß. Kostenlos ist möglich, aber nicht selbstverständlich. Entscheidend ist die Summe aus Jahresgebühr, Aufladeentgelt, Bargeldkosten und Fremdwährungsentgelt.

Die günstige Seite

Junior-Girokonten der großen Direktbanken kosten in der Regel 0 Euro für Konto und Karte. Ein Anbieter verzichtet komplett auf Fremdwährungsentgelte und erlaubt weltweit kostenloses Abheben. Ein zweiter bietet gebührenfreie Abhebungen an rund 58.000 Automaten in Deutschland und im Euroraum. Die Prepaid-Junior-Kreditkarte einer Filialbank ist bis 18 ebenfalls kostenlos.

Die teurere Seite

Taschengeld-Apps mit eigener Prepaid-Mastercard verlangen ab 2,99 Euro pro Monat, also 35,88 Euro im Jahr. Dazu kommen 4,99 Euro je Bargeldabhebung und 2 Prozent Fremdwährungsentgelt. Dafür bekommst du Funktionen wie automatische Taschengeld-Überweisungen, Sparziele und Aufgabenlisten.

Eine Prepaid-Visa im Verbund mit einem Bausparvertrag liegt bei 12 Euro Jahresgebühr, 1 Prozent Aufladegebühr und 1,5 Prozent Fremdwährungsentgelt. Eine Basis-Prepaidkarte für Schüler ohne eigenes Einkommen kostet bei manchen Filialinstituten 36 Euro pro Jahr. Eine Azubi-Karte mit Gehaltseingang gibt es dort für 15 Euro.

Was der Aufpreis leisten muss

Eine kostenpflichtige Karte lohnt sich, wenn sie eine Funktion mitbringt, die du sonst nicht bekommst. Bei Taschengeld-Apps ist das meist die Erziehungskomponente: automatische Auszahlung zum Monatsersten, Sparziele mit sichtbarem Fortschritt und Aufgaben, für die es einen festen Betrag gibt. Wer das aktiv nutzt, bekommt für rund 3 Euro im Monat ein Werkzeug, das Diskussionen über Geld strukturiert.

Wer die Karte dagegen nur zum Bezahlen braucht, zahlt für ungenutzte Funktionen. Dann ist das kostenlose Junior-Girokonto einer Direktbank die klar bessere Wahl. Beide Wege sind legitim, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.

Die versteckten Posten

Fremdwährungsentgelte reichen am Markt von 0 bis 2 Prozent. Bei Bargeldabhebungen außerhalb des Euroraums setzen manche Anbieter Pauschalen an, etwa 4,95 Euro pro Vorgang. Andere rechnen prozentual, zum Beispiel 1,95 Prozent mit einem Mindestbetrag von 5,98 Euro. Bei einer Klassenfahrt nach London summiert sich das schnell.

📌 Good to know

Rechne die Kosten immer für ein realistisches Nutzungsjahr durch. Zwölf Kartenzahlungen im Monat plus zwei Abhebungen und ein Auslandsurlaub ergeben ein völlig anderes Bild als die reine Jahresgebühr. Eine Karte für 12 Euro kann günstiger sein als eine für 0 Euro.

Taschengeld und Karte: die Zahlen dahinter

Wie viel Geld bewegt sich überhaupt auf so einer Karte? Erhebungen unter 10- bis 18-Jährigen zeigen einen klaren Anstieg mit dem Alter. Im Schnitt bekommt diese Gruppe 57,21 Euro Taschengeld pro Monat.

Durchschnittliches Taschengeld pro Monat nach Alter (2026)

0 25 50 75 100 Euro pro Monat 23,46 € 10 Jahre 35,00 € 12 Jahre 48,00 € 14 Jahre 70,00 € 16 Jahre 91,05 € 18 Jahre Durchschnitt über alle Altersstufen: 57,21 Euro pro Monat
Werte für 12, 14 und 16 Jahre sind gerundete Mittelwerte der jeweiligen Altersgruppe.

Was die Zahlen bedeuten

Ein 10-Jähriger kommt im Schnitt auf 23,46 Euro, ein 18-Jähriger auf 91,05 Euro. Der Sprung passiert vor allem zwischen 14 und 16 Jahren. Genau in dieser Phase steigen auch die Ansprüche an das Zahlungsmittel: Online-Abos, Konzerttickets, Kleidung im Netz.

Als Orientierung nennen Fachstellen Korridore statt fixer Beträge. Für 10- bis 11-Jährige gelten 15 bis 25 Euro pro Monat als üblich, für 12- bis 13-Jährige 20 bis 30 Euro, für 14- bis 15-Jährige 25 bis 45 Euro und für 16- bis 17-Jährige 40 bis 60 Euro. Ab 18 liegt der Korridor bei 55 bis 75 Euro, sofern die Jugendlichen wirtschaftlich noch von den Eltern abhängen. Eine gesetzliche Pflicht zur Zahlung von Taschengeld gibt es in Deutschland nicht.

Der digitale Anteil wächst

32 Prozent der 10- bis 18-Jährigen bekommen ihr Taschengeld inzwischen elektronisch aufs eigene Konto überwiesen. Bei den über 16-Jährigen liegt der Anteil noch höher. 65 Prozent der Kinder und Jugendlichen wollen selbst digital bezahlen. Bargeld verliert in dieser Altersgruppe also messbar an Bedeutung.

Beim Gesamtbudget kommt mehr zusammen als nur Taschengeld. 80 Prozent der 16- bis 18-Jährigen erhalten regelmäßig Taschengeld, doch Nebenjobs und Geldgeschenke heben das monatlich verfügbare Budget dieser Gruppe auf knapp 200 Euro. Über die Hälfte davon fließt in Hobbys und Freizeit: Sport, Kino, Konzerte, Treffen mit Freunden.

Auskunftei und Einkommen: was Banken prüfen

Hier trennt sich das Feld sauber. Guthabenbasierte Karten brauchen keine Bonitätsprüfung, weil kein Kredit vergeben wird. Kreditkarten mit Rahmen brauchen sie zwingend.

Bei Prepaid und Debit

Eine Auskunftei-Abfrage zum Kind findet nicht statt. Das Kind hat in der Regel ohnehin keinen Eintrag. Ein eigenes Einkommen ist nicht nötig. Rechtlich hängt der Vertrag an den Eltern, die das Guthaben aufladen oder das Konto führen. Für Schülerinnen und Schüler ist das der einzige realistische Weg zur Karte, und er funktioniert reibungslos. Wie sich die Kartenwahl später auf den Score auswirkt, zeigt unser Beitrag zur Visa Debit Karte.

Bei echten Kreditkarten ab 18

Jetzt prüft die Bank zwei Dinge: die Bonität über eine Auskunftei und ein regelmäßiges Einkommen. Was als Einkommen zählt, legen die Institute unterschiedlich fest. Eine Ausbildungsvergütung wird fast überall anerkannt. Bei Studierenden zählen häufig BAföG, ein Nebenjob oder ein regelmäßiger Elternzuschuss.

Die konkrete Schwelle liegt bei Einsteigerkarten oft bei 300 Euro monatlichem Geldeingang. Wer diese erfüllt, bekommt die Karte bei mehreren Anbietern bis zum 28. Geburtstag ohne Jahresgebühr. Das ist ein solider Einstieg, weil sich damit früh eine positive Zahlungshistorie aufbaut.

Der Aufbau der eigenen Historie

Ein sauber geführtes Jugendkonto ist eine gute Vorbereitung. Es erzeugt zwar keinen Auskunftei-Eintrag, trainiert aber genau die Gewohnheiten, auf die es später ankommt: Kontostand kennen, Lastschriften einplanen, Rechnungen pünktlich begleichen. Wer mit 18 zum ersten Mal einen Kreditrahmen bekommt, startet dann nicht bei null.

So wählst du die passende Karte aus

Der Markt ist unübersichtlich, die Entscheidung aber machbar. Fünf Kriterien reichen für einen fairen Vergleich.

1. Alter und Kartentyp abgleichen

Kläre zuerst, welche Karten in der jeweiligen Altersstufe überhaupt infrage kommen. Ein 9-Jähriger braucht keine Prepaid-Karte mit Auslandsfunktion. Ein 16-Jähriger dagegen sollte mobil bezahlen können. Diese Vorauswahl halbiert die Liste sofort.

2. Gesamtkosten rechnen, nicht nur die Jahresgebühr

Addiere Jahresgebühr, Aufladeentgelt, Bargeldkosten und Fremdwährungsentgelt für ein realistisches Jahr. Eine Karte mit 0 Euro Grundgebühr und 4,99 Euro pro Abhebung kann teurer sein als eine für 12 Euro mit kostenlosen Abhebungen.

3. Limits und Elternfunktionen prüfen

Gute Anbieter erlauben getrennte Tages- und Monatslimits für Kartenzahlung und Bargeld. Manche lassen sich pro Kategorie steuern, etwa Onlinekäufe komplett sperren. Wichtig ist außerdem eine Push-Benachrichtigung bei jeder Zahlung. Sie ersetzt die Kontrolle durch Gespräche über tatsächliche Ausgaben.

4. Mobiles Bezahlen und Online-Akzeptanz

Prüfe, ob Apple Pay und Google Pay unterstützt werden und ab welchem Alter. Bei vielen Instituten ist das erst ab 16 der Fall. Ebenso relevant: ob die Karte für Abos und App-Store-Käufe hinterlegt werden kann. Reine girocard-Lösungen ohne Visa- oder Mastercard-Funktion scheitern hier.

5. Den Übergang zum 18. Geburtstag mitdenken

Frag nach, was mit Konto und Karte passiert, wenn dein Kind volljährig wird. Bleibt das Konto kostenlos? Wird die Karte automatisch getauscht? Gibt es eine Anschlusskarte für Azubis und Studierende? Wer das früh klärt, vermeidet einen unnötigen Kontowechsel in einer ohnehin vollen Lebensphase.

Unterm Strich ist die Kreditkarte für Jugendliche ein Lernwerkzeug mit echtem Nutzen. Sie deckelt Ausgaben von sich aus, macht jede Zahlung sichtbar und bereitet auf die volle Kartenwelt ab 18 vor. Wer Alter, Kosten und Limits sauber abgleicht, findet in der Regel eine Lösung für 0 bis 12 Euro im Jahr.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter bekommt man eine Kreditkarte?

Eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen gibt es ab 18 Jahren. Guthabenbasierte Karten starten früher: Debitkarten teils ab Geburt oder ab 7 Jahren, Prepaid-Kreditkarten meist ab 12 oder 14 Jahren.

Können Minderjährige eine Kreditkarte mit Kreditrahmen bekommen?

Nein. Minderjährige sind beschränkt geschäftsfähig und dürfen sich nicht verschulden. Banken vergeben deshalb ausschließlich Prepaid- oder Debitkarten auf Guthabenbasis, bei denen kein Minus entstehen kann.

Brauchen Jugendliche eine Auskunftei-Abfrage oder eigenes Einkommen?

Für Prepaid- und Debitkarten nicht. Es findet keine Bonitätsprüfung statt, weil kein Kredit vergeben wird. Erst bei echten Kreditkarten ab 18 verlangen Banken Auskunft und regelmäßiges Einkommen.

Was kostet eine Kreditkarte für Jugendliche pro Jahr?

Die Spanne reicht 2026 von 0 bis 36 Euro. Junior-Girokonten der Direktbanken sind meist kostenlos, Zusatzkarten kosten rund 12 Euro, Taschengeld-Apps mit eigener Karte 35,88 Euro jährlich.

Was regelt der Taschengeldparagraph genau?

Nach § 110 BGB sind Käufe wirksam, die ein Minderjähriger mit überlassenem Geld sofort bezahlt. Für Konto- und Kartenverträge gilt das nicht, weil sie laufende Pflichten begründen.

Können Eltern Limits festlegen und Umsätze sehen?

Ja, das ist bei Jugendkonten Standard. Eltern setzen Tages- und Monatslimits für Kartenzahlung und Bargeld, sehen alle Umsätze in der App und erhalten bei vielen Anbietern Push-Benachrichtigungen.

Kann man mit einer Jugendkarte online und mit dem Smartphone zahlen?

Karten mit Visa- oder Mastercard-Funktion funktionieren online weltweit. Apple Pay und Google Pay schalten viele Institute allerdings erst ab 16 Jahren frei. Reine girocard-Lösungen scheiden für Onlinekäufe aus.


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