Die niederländische Zentralbank DNB hat rund 86 Tonnen Gold aus den USA und Kanada abgezogen und nach London verlagert. Der Anteil der in New York gelagerten Reserven sank von 31 Prozent auf 18,5 Prozent, während nun 32 Prozent des Bestands bei der Bank of England liegen. Die DNB begründet den Schritt mit dem Ziel einer ausgewogeneren Risikostreuung angesichts globaler Unsicherheiten.
Neuverteilung der niederländischen Goldreserven
Vor der Umschichtung lagerten 313 Tonnen niederländisches Gold in Nordamerika. Nach dem Abzug von 86 Tonnen aus New York und Ottawa beträgt der Anteil in beiden Ländern jeweils nur noch 18,5 Prozent. Parallel stieg der Londoner Anteil auf 32 Prozent, während knapp 31 Prozent der Reserven in den Niederlanden selbst verwahrt werden.
Strategische Gründe für die Verlagerung
Die DNB verweist auf geopolitische Unruhen als Motiv für die Diversifikation. London bietet als internationaler Handelsplatz Vorteile: Das dort gelagerte Gold entspricht modernen Handelsstandards und lässt sich im Krisenfall schnell mobilisieren. Die Zentralbank betont, dass die Entscheidung auf Risikostreuung abzielt und nicht auf spezifische politische Entwicklungen reagiert.
Deutsche Goldreserven bleiben unverändert
Die Bundesbank sieht derzeit keinen Handlungsbedarf für eine Verlagerung deutscher Bestände. Von insgesamt 3.350 Tonnen Gold lagern 51 Prozent in Deutschland selbst, 37 Prozent in New York und über 12 Prozent in London. Deutschland verfügt damit über die zweitgrößten Goldreserven weltweit. Die Bundesbank stuft alle drei Standorte als sichere und effiziente Lagerorte für den internationalen Edelmetallhandel ein.
