Markus Söder, CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident, hat den Erhalt von Minijobs zugesichert. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen erklärte er, eine Abschaffung würde Gastronomie, Einzelhandel und Landwirtschaft erheblich belasten. Zugleich signalisierte er Gesprächsbereitschaft über besseren Schutz vor Altersarmut für Minijobber. Als zentrale Rentensystem-Reformen nannte Söder die Abschaffung der Rente mit 63 und den Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge.
Wirtschaftsverbände fordern Bestandsschutz
Mehrere Wirtschaftsverbände, darunter der Handelsverband Deutschland und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, wandten sich in einem Schreiben an Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Sie warnen vor negativen Folgen, sollten Minijobs durch geplante Sozial- und Rentenreformen abgeschafft oder deutlich verteuert werden. Die Verbände fordern den Erhalt der Beschäftigungsform in ihrer gegenwärtigen Form.
Sozialverband fordert Rentenversicherungspflicht
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) kritisierte Söders Position als rückwärtsgewandt. Michaela Engelmeier vom SoVD betonte, die volle Rentenversicherungspflicht für alle Minijobber sei ein entscheidender Schritt gegen Altersarmut. Besonders Frauen seien bislang benachteiligt, da sie aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten häufig nur in Teilzeit oder Minijobs arbeiten könnten. Der Verband fordert Investitionen in die Infrastruktur für Kinderbetreuung von Krippen über Kitas bis zu Grundschulen.
Regierungskommission schlägt Integration ins Rentensystem vor
Eine Regierungskommission empfahl die Integration von Minijobs bis 603 Euro monatlich in das reguläre Rentensystem unter Aufhebung des steuerlichen Sonderstatus. Als Ausnahme sollen lediglich Schüler weiterhin Minijobs ausüben können. Wissenschaftler und politische Akteure äußern zunehmend Zweifel daran, dass Minijobs als Sprungbrett in dauerhafte Anstellung funktionieren.
