Themen in diesem Artikel:
- Schnellvergleich: Beide Broker im Überblick mit Kennzahlen 2026
- JustTRADE 2026: Status nach PFOF-Verbot und Preisanpassungen
- Smartbroker+ 2026: Baader Bank, gettex und 41 Kryptowährungen
- Gebühren-Vergleich: Aktien, ETFs, Sparpläne und Krypto im Detail
- Anlagemöglichkeiten: Aktien, ETFs, Fonds, Krypto, Zertifikate
- Sinnvolle Alternativen: Trade Republic, Scalable und Finanzen.net Zero
- Vor- und Nachteile: Stärken und Schwächen beider Broker
Schnellvergleich: JustTRADE und Smartbroker+ 2026
JustTRADE und Smartbroker+ sind zwei deutsche Online-Broker, die seit Jahren mit günstigen Konditionen werben. Beide Anbieter sind im Mai 2026 weiterhin aktiv, stehen aber durch das EU-weite Payment-for-Order-Flow-Verbot (PFOF) zum 1. Juli 2026 vor strukturellen Veränderungen. Wer aktuell zwischen den beiden Brokern oder den Marktführern wählt, sollte Gebühren, Handelsangebot und das künftige Erlösmodell genau prüfen.
- JustTRADE: Aktiv seit 2019, gehört zur Sutor Bank Gruppe, BaFin-reguliert
- Smartbroker+: Aktiv seit 2023 als Nachfolger von Smartbroker, Partner ist die Baader Bank
- Depot- und Kontoführung: Bei beiden Brokern kostenlos
- Krypto-Angebot: JustTRADE rund 30 Coins, Smartbroker+ aktuell 41 Coins
- Sparpläne: Bei beiden Anbietern weitgehend kostenfrei ab 1 EUR Rate
- PFOF-Verbot ab Juli 2026: Trifft beide Broker, Modelle werden derzeit angepasst
📌 Good to know
Das EU-weite PFOF-Verbot tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. Beide Broker haben Rückvergütungen von Handelsplätzen wie Tradegate, gettex oder Lang & Schwarz in ihrem Erlösmodell genutzt. Konkrete Preisanpassungen wurden im Verlauf von 2026 bereits angekündigt – Anleger sollten die aktuellen Preisverzeichnisse vor Depoteröffnung prüfen.
JustTRADE 2026: Status und Veränderungen
JustTRADE ist im Mai 2026 weiterhin als Broker aktiv. Hinter dem Angebot steht die JT Technologies GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die zur Sutor Bank Gruppe gehört. Die Sutor Bank in Hamburg ist eine BaFin-regulierte Vollbank und führt die Verrechnungskonten und Wertpapierdepots der JustTRADE-Kunden. Wertpapiere zählen als Sondervermögen und bleiben damit auch im Insolvenzfall Eigentum der Anleger. Cash auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Kunde abgesichert.
Das Geschäftsmodell von JustTRADE basierte bisher stark auf Rückvergütungen von Market Makern wie Tradegate, Citadel Securities Europe und Lang & Schwarz Exchange. Mit dem PFOF-Verbot ab dem 1. Juli 2026 entfällt diese Erlösquelle. JustTRADE hat sein Preis- und Leistungsverzeichnis im Verlauf von 2026 mehrfach angepasst. Der Broker bleibt am Markt, das Geschäftsmodell wird jedoch neu aufgestellt.
Aktuell sind bei JustTRADE Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine sowie rund 30 Kryptowährungen handelbar. Anders als reine ETP-Anbieter ermöglicht JustTRADE echten Krypto-Direkthandel über eine integrierte Wallet-Lösung. Die Handelsplattform basiert auf der stock3-Software und bietet umfangreiche Chart- und Analyse-Tools.
Smartbroker+ 2026: Konditionen mit Baader Bank
Smartbroker+ ist 2023 aus dem ursprünglichen Smartbroker hervorgegangen, der zuvor mit der BNP Paribas zusammenarbeitete. Mit der Neuausrichtung wechselte der Bankenpartner zur Baader Bank in Unterschleißheim bei München. Smartbroker+ selbst tritt als Marke der wallstreet:online capital AG auf und besitzt eine BaFin-Lizenz als Wertpapierdienstleister.
Für 2026 hat Smartbroker+ sein Angebot deutlich ausgebaut. Anleger können Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine handeln. Neu hinzugekommen sind 41 direkt handelbare Kryptowährungen sowie ein Zinskonto mit variabler Verzinsung. Die Auswahl umfasst rund 40.000 Aktien, etwa 2.500 ETFs und 14.000 Fonds an 30 deutschen und internationalen Handelsplätzen.
Die Ordergebühren sind im Marktvergleich günstig: Regulär kostet eine Order maximal 4 EUR unabhängig vom Volumen. Über den Handelsplatz gettex sind Orders ab 500 EUR Volumen sogar komplett kostenfrei. Smartbroker+ bietet rund 2.400 kostenfreie ETF-Sparpläne, die Mindestrate liegt bei 1 EUR, die maximale Sparrate bei 5.000 EUR pro Monat.
💡 Tip
Wer regelmäßig kleinere Orders unter 500 EUR plant, sollte gezielt das gettex-Modell nutzen oder Sparpläne einsetzen. Sparpläne sind bei Smartbroker+ über alle Assetklassen hinweg kostenfrei und damit deutlich günstiger als Einzelorders unter dem Volumen-Schwellenwert.
Gebühren-Vergleich: JustTRADE vs. Smartbroker+ 2026
Die Gebührenstruktur unterscheidet sich zwischen den beiden Brokern in mehreren Punkten. Beide verlangen keine Depot- oder Kontoführungsgebühren. Die Unterschiede liegen vor allem bei den Ordergebühren, beim Kryptohandel und beim Sparplan-Modell.
| Leistung | JustTRADE | Smartbroker+ |
|---|---|---|
| Depot- und Kontoführung | 0 EUR | 0 EUR |
| Order Aktien | Spread + Fremdkostenpauschale | max. 4 EUR, 0 EUR gettex ab 500 EUR |
| Order ETFs und Fonds | Fremdkostenpauschale ab 1 EUR | max. 4 EUR, gettex teils 0 EUR |
| Sparpläne | 0 EUR ab 1 EUR Rate | rund 2.400 ETF-Sparpläne 0 EUR |
| Kryptohandel | rund 30 Coins, Spread-basiert | 41 Coins, Spread ca. 0,90 % |
| Mindermengenzuschlag | keiner | 1 EUR bei Orders unter 500 EUR |
| Zinskonto | keine Verzinsung | variabel verzinst |
Die Angaben spiegeln den Stand Mai 2026 wider. Aufgrund des PFOF-Verbots zum 1. Juli 2026 können sich einzelne Konditionen kurzfristig ändern. Maßgeblich ist immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Brokers.
Anlagemöglichkeiten bei beiden Brokern
Sowohl JustTRADE als auch Smartbroker+ richten sich an Privatanleger, die Wertpapiere langfristig aufbauen möchten. Bei beiden Brokern fehlen CFDs und Forex – beide setzen klar auf klassische Wertpapiere und ergänzende Krypto-Angebote. Über Sparpläne lassen sich auch kleine monatliche Beträge investieren.
- Aktien: JustTRADE rund 8.000 Werte, Smartbroker+ rund 40.000 Werte
- ETFs: Großes Sortiment bei beiden Anbietern, Smartbroker+ mit rund 2.500 ETFs etwas breiter aufgestellt
- Fonds: Bei Smartbroker+ rund 14.000 Fonds, JustTRADE deutlich kleinere Auswahl
- Krypto-Direkthandel: JustTRADE rund 30, Smartbroker+ 41 Coins
- Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine: Bei beiden Brokern handelbar
- CFDs und Forex: Bei beiden Brokern nicht im Angebot
Wer großen Wert auf Aktienvielfalt und einen breiten Fondsmarkt legt, hat bei Smartbroker+ den größeren Spielraum. Für reine ETF- und Sparplan-Anleger sind beide Broker brauchbar, sofern die Sparpläne zu den eigenen Anlagezielen passen.
Sinnvolle Alternativen 2026: Trade Republic, Scalable und Co.
Da das PFOF-Verbot ab 1. Juli 2026 alle deutschen Neobroker betrifft, lohnt sich ein Blick auf die größeren Marktteilnehmer. Trade Republic, Scalable Capital und Finanzen.net Zero gehören zu den meistgenutzten Alternativen am deutschen Markt und haben ihre Erlösmodelle bereits angepasst.
| Broker | Order Aktien/ETFs | Sparpläne | Cash-Verzinsung | Krypto |
|---|---|---|---|---|
| JustTRADE | Spread + Fremdkosten | kostenlos | keine | rund 30 Coins direkt |
| Smartbroker+ | max. 4 EUR, gettex 0 EUR ab 500 EUR | rund 2.400 ETF kostenlos | variables Zinskonto | 41 Coins direkt |
| Trade Republic | 1 EUR Fremdkosten | kostenlos | rund 2 % p.a. | über 50 Coins |
| Scalable Capital | 0,99 EUR pro Order | kostenlos | je nach Plan | Krypto-ETPs |
| Finanzen.net Zero | 0 EUR gettex ab 500 EUR | kostenlos | keine | 59 Coins direkt |
Für Anleger mit größeren Cash-Beständen lohnt sich der Blick auf Trade Republic mit verzinstem Verrechnungskonto. Wer maximal kostenfrei sparen will, ist mit Finanzen.net Zero oder Smartbroker+ gut aufgestellt. Scalable Capital punktet mit verschiedenen Tarifmodellen und einer breiten ETF-Auswahl.
📌 Good to know
Seit 1. Juli 2026 ist die MiCAR-Übergangsfrist abgelaufen. Anbieter ohne MiCAR-Lizenz dürfen in der EU keine Krypto-Dienstleistungen mehr erbringen. Trade Republic, Bitpanda und Bitvavo haben bereits eine MiCAR-Lizenz – bei der Wahl eines Krypto-Brokers ist diese Lizenz heute ein zentrales Auswahlkriterium.
Vor- und Nachteile beider Broker
JustTRADE und Smartbroker+ haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Wer den passenden Broker sucht, sollte die eigenen Schwerpunkte – Aktienvielfalt, Sparplan-Anteil, Krypto, Verzinsung – mit dem Angebot abgleichen.
Vorteile JustTRADE:
- Kostenlose Depot- und Kontoführung
- Bankenpartner Sutor Bank mit Vollbanklizenz und BaFin-Aufsicht
- Echter Krypto-Direkthandel mit integrierter Wallet
- Professionelle Handelsplattform auf Basis von stock3
- Kein Mindermengenzuschlag bei kleinen Orders
Nachteile JustTRADE:
- Kleinere Auswahl an Aktien und Fonds gegenüber Smartbroker+
- Keine Verzinsung des Verrechnungskontos
- Erlösmodell durch PFOF-Verbot ab Juli 2026 stark betroffen
- Kein Telefon-Support, nur Chat und E-Mail
Vorteile Smartbroker+:
- Sehr großes Angebot mit rund 40.000 Aktien und 14.000 Fonds
- Bei gettex Orders ab 500 EUR komplett kostenfrei
- Rund 2.400 kostenfreie ETF-Sparpläne
- Variabel verzinstes Zinskonto verfügbar
- 41 direkt handelbare Kryptowährungen
- Telefonischer Kundensupport vorhanden
Nachteile Smartbroker+:
- Mindermengenzuschlag von 1 EUR bei Orders unter 500 EUR
- Keine eigene Banklizenz, Abwicklung über Baader Bank
- Krypto-Auszahlung an externe Wallets eingeschränkt
- Kein Bruchstückhandel bei allen Aktien
Häufig gestellte Fragen
Existiert JustTRADE 2026 noch?
Ja. JustTRADE ist im Mai 2026 weiterhin aktiv und über die JT Technologies GmbH innerhalb der Sutor Bank Gruppe in Frankfurt am Main organisiert. Die Sutor Bank in Hamburg ist BaFin-reguliert und führt die Verrechnungskonten und Wertpapierdepots. Durch das EU-weite PFOF-Verbot ab 1. Juli 2026 musste das Erlösmodell jedoch grundlegend angepasst werden. Anleger sollten vor einer Depoteröffnung das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen.
Was hat sich bei Smartbroker+ gegenüber Smartbroker geändert?
Smartbroker+ ging 2023 aus Smartbroker hervor. Der wichtigste Unterschied: Der Bankenpartner wechselte von BNP Paribas zur Baader Bank in Unterschleißheim. Das Angebot wurde erweitert um rund 41 direkt handelbare Kryptowährungen, ein variabel verzinstes Zinskonto sowie rund 2.400 kostenfreie ETF-Sparpläne. Die Ordergebühr liegt regulär bei maximal 4 EUR, über gettex sind Orders ab 500 EUR sogar komplett kostenfrei.
Welcher Broker ist 2026 günstiger – JustTRADE oder Smartbroker+?
Das hängt vom Handelsverhalten ab. Wer überwiegend kleine Orders unter 500 EUR und Sparpläne ausführt, fährt mit JustTRADE oft günstiger, weil dort kein Mindermengenzuschlag anfällt. Für größere Einzelorders ab 500 EUR ist Smartbroker+ über gettex meist günstiger, da hier die Ordergebühr komplett entfällt. Im Krypto-Bereich punktet Smartbroker+ mit 41 Coins und festem Spread von 0,90 Prozent. Beide Broker passen ihre Konditionen aktuell wegen des PFOF-Verbots an.
Welche Alternativen zu JustTRADE und Smartbroker+ gibt es 2026?
Die größten Alternativen am deutschen Markt sind Trade Republic, Scalable Capital und Finanzen.net Zero. Trade Republic punktet mit verzinstem Verrechnungskonto rund 2 Prozent p.a. und MiCAR-Lizenz für den Kryptohandel. Scalable Capital bietet verschiedene Tarifmodelle inklusive Prime-Plan mit Flatrate-Trading. Finanzen.net Zero ist Stiftung-Warentest-Kostensieger 12/2025 mit 0 EUR Ordergebühr ab 500 EUR über gettex und 59 direkt handelbaren Kryptowährungen.
Sind die Einlagen bei JustTRADE und Smartbroker+ sicher?
Ja. Bei JustTRADE führt die Sutor Bank in Hamburg die Konten, bei Smartbroker+ ist es die Baader Bank in Unterschleißheim. Beide Banken sind BaFin-reguliert und Mitglied der gesetzlichen Einlagensicherung. Cash-Guthaben sind damit bis 100.000 EUR pro Kunde abgesichert. Wertpapiere zählen als Sondervermögen und bleiben auch im Insolvenzfall Eigentum der Anleger – unabhängig davon, was mit der Bank oder dem Broker passiert.



