Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat sich mit Unicredit-Chef Andrea Orcel getroffen und konkrete Forderungen zur geplanten Übernahme der Commerzbank formuliert. Die hessische Landesregierung verlangt den Erhalt des rechtlichen Sitzes und des Vorstands in Frankfurt sowie die Fortführung als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Ein Sprecher der italienischen Großbank bezeichnete die Gespräche als konstruktiv.
Forderungen der hessischen Landesregierung
Die hessische Landesregierung hat drei zentrale Bedingungen für die Übernahme formuliert:
- Rechtlicher Sitz und Vorstand: Beide müssen in Frankfurt verbleiben
- Rechtsform: Fortbestand als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht
- Kernfunktionen: Keine Verlagerung wichtiger Geschäftsbereiche zur Hypovereinsbank oder andere Standorte
Rhein betonte die Bedeutung der Commerzbank und ihrer Arbeitsplätze für den Finanzplatz Frankfurt. Diese Aspekte müssten bei allen Entscheidungen berücksichtigt werden.
Politische Dimension der Übernahme
Der Bund hält mehr als zwölf Prozent der Anteile an der Commerzbank, ein Erbe aus der staatlichen Rettung während einer früheren Finanzkrise. Diese Beteiligung verschafft der Bundesregierung eine bedeutende Stimme im Übernahmeprozess. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Orcel zu einem Treffen am 14. September nach Berlin eingeladen.
Pläne von Unicredit-Chef Orcel
Orcel sieht in einer Übernahme Einsparpotenziale in Milliardenhöhe sowie den möglichen Abbau tausender Stellen. Zudem plant er Einschnitte beim internationalen Netzwerk der Bank. Mitarbeiter und Stakeholder befürchten einen radikalen Umbruch oder eine Fusion mit der Hypovereinsbank, was München statt Frankfurt zum neuen Hauptsitz machen könnte.




