Die Deutsche Bank hat einen Rechtsstreit mit einem ehemaligen Investmentbanker durch einen außergerichtlichen Vergleich beendet. Der Kläger hatte Schadensersatz in Höhe von 152 Millionen Euro gefordert und seine Klage nach der Einigung zurückgezogen. Das Landgericht Frankfurt sagte daraufhin die für den 10. September angesetzte Verhandlung ab. Die Bank erklärte, dass die Beilegung nur einen geringen finanziellen Einfluss auf das dritte Quartal 2026 haben wird.
Hintergrund: Derivategeschäfte mit Monte dei Paschi
Der Rechtsstreit geht auf Derivategeschäfte aus dem Jahr 2008 zwischen der Deutschen Bank und der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena zurück. Ein italienisches Gericht verurteilte 2019 fünf ehemalige und einen aktiven Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung in Verbindung mit Marktmanipulation zu mehrjährigen Haftstrafen. Im Jahr 2022 wurden alle Angeklagten in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Der ehemalige Banker machte geltend, dass seine Karriere durch das italienische Strafverfahren und das erstinstanzliche Urteil negativ beeinflusst worden sei.
Weitere anhängige Verfahren in London
Vor einem Gericht in London sind vier weitere ähnliche Klagen ehemaliger Mitarbeiter gegen die Deutsche Bank anhängig. Der Streitwert dieser Verfahren beläuft sich nach Angaben der Bank auf über 600 Millionen Pfund Sterling, was rund 700 Millionen Euro entspricht. Mit einem weiteren ehemaligen Mitarbeiter konnte bereits eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Die Deutsche Bank weist alle Ansprüche und Anschuldigungen entschieden zurück und betont im Geschäftsbericht 2025, die Klagen für unbegründet zu halten und sich vehement dagegen zu verteidigen.




