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EU-Länder führen Bearbeitungsgebühr für günstige Online-Einkäufe ein

8. September 2026, 10:51 Uhr10 AufrufeZuletzt geprüft: 08.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Ab dem 1. November wird eine neue Bearbeitungsgebühr für kleine Pakete in der EU fällig, um die Flut von Billigimporten einzudämmen. Diese Maßnahme betrifft vor allem Online-Händler und soll die wachsenden Kosten bei der Einfuhr decken. Die Endverbraucher sind von dieser Gebühr nicht direkt betroffen.

Ab dem 1. November führen die EU-Mitgliedstaaten eine Bearbeitungsgebühr für kleine Online-Pakete ein, die in die Europäische Union importiert werden. Die Gebühr richtet sich an Online-Handelsplattformen wie Shein, Temu, AliExpress und Amazon, nicht an Endverbraucher. Die EU-Kommission muss noch den genauen Betrag festlegen. Das Europaparlament muss der im März zwischen Unterhändlern und Mitgliedsländern getroffenen Vereinbarung noch formell zustimmen.

Paketaufkommen: 6 Milliarden Sendungen jährlich

Die neue Gebühr soll steigende Kosten durch vermehrte Kleinsendungen aus dem E-Commerce sowie deren Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr decken. Nach Angaben der EU-Staaten wurden im Jahr 2025 rund sechs Milliarden Pakete von Online-Händlern abgewickelt. 90 Prozent dieser Sendungen stammten aus China.

Bestehende Zollpflicht: 3 Euro pro Warengruppe

Seit Juli gilt unabhängig von der neuen Bearbeitungsgebühr eine Zollpflicht auf günstige Importwaren: Pro Warengruppe innerhalb einer Sendung fällt pauschal ein Zollbetrag von drei Euro an. Verkäufer oder Importeure müssen diese Gebühren begleichen, einige Händler geben die Kosten jedoch an Kunden weiter. Das französische Wirtschaftsministerium berichtete Ende August über einen Rückgang des Paketvolumens um bis zu 40 Prozent.

Zollreform: Zentrale EU-Behörde bis 2027

Die Bearbeitungsgebühr ist Teil einer umfassenden Zollreformstrategie der Europäischen Union. Weitere Maßnahmen sollen globale Handelsströme besser abwickeln, effizientere Zollerhebungen ermöglichen und Kontrollen hinsichtlich potenziell unsicherer Produkte verschärfen. Bis 2027 soll eine neue zentrale europäische Zollbehörde mit Sitz in Lille eingerichtet werden, um die Koordination zu verbessern.