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Wirtschaftlicher Aufschwung nach vier Jahren erwartet

8. September 2026, 10:51 Uhr12 AufrufeZuletzt geprüft: 08.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die deutsche Wirtschaft zeigt überraschend positive Wachstumsprognosen für 2026, laut führenden Wirtschaftsinstituten. Trotz einer erwarteten BIP-Steigerung von bis zu 1,4 Prozent im Jahr 2023 bleiben langfristige Herausforderungen bestehen. Energiepreise und fehlende Reformen könnten das Wachstum gefährden.

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem deutlichen Aufschwung: Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 1,2 und 1,4 Prozent. Dies wäre das stärkste Wachstum seit 2022 und würde die vierjährige Krise beenden, die mit der russischen Invasion der Ukraine begann.

Wachstumsprognosen der Forschungsinstitute

Die Einschätzungen der Institute fallen unterschiedlich aus, bewegen sich aber alle im positiven Bereich:

  • Ifo-Institut München und IWH Halle: 1,4 Prozent Wachstum
  • RWI Essen und Kiel Institut für Weltwirtschaft: 1,3 Prozent
  • DIW Berlin: 1,2 Prozent

Diese Prognosen übertreffen das durchschnittliche Wachstum der Jahre 2000 bis 2020 und markieren eine deutliche Aufwärtskorrektur gegenüber früheren Erwartungen.

Energiepreise als Risikofaktor

Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut warnt vor erheblichen Risiken durch steigende Energiepreise. Der Konflikt im Iran hat zu einem Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt. Die Gasspeicher sind derzeit nur zur Hälfte gefüllt, was laut Wollmershäuser zu einer möglichen Gasmangellage führen könnte. Für den kommenden Winter erwartet er deutlich höhere Gas- und Strompreise, insbesondere im Januar könnten kräftige Preisanhebungen eintreten. Unternehmen und Verbraucher sind bereits durch gestiegene Energiekosten belastet, erkennbar an rekordhohen Spritpreisen an den Tankstellen.

Chemie- und Pharmaindustrie profitiert

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 7,3 Prozent, wie der Branchenverband VCI berichtet. Verantwortlich für diese Entwicklung waren eine höhere Produktion sowie um 5,7 Prozent gestiegene Preise.