Kreditkarte mit Priority Pass: Lounge-Zugang erklärt

Das Wichtigste in Kürze:

Eine Kreditkarte mit Priority Pass öffnet dir Flughafen-Lounges weltweit, unabhängig von Airline und Buchungsklasse. Die Mitgliedschaft steckt in der Jahresgebühr der Karte, du zahlst keine separate Rechnung an das Lounge-Programm. Direkt gekauft kostet die Prestige-Stufe 459 Euro im Jahr, deutsche Karten mit derselben Stufe starten ab rund 200 Euro. Dieser Ratgeber zeigt dir die drei…

Person entspannt im großen Loungesessel am Flughafen mit lila Kreditkarte

Artikel anhören
0:00

-0:00



Das Wichtigste im Überblick

Themen in diesem Artikel:

Was eine Kreditkarte mit Priority Pass leistet

Priority Pass ist kein Airline-Programm. Betrieben wird es von der Collinson Group, einem unabhängigen Anbieter, der zusätzlich das Schwesterprogramm LoungeKey verantwortet. Genau darin liegt der Reiz: Du sitzt in der Economy einer Billigfluglinie und betrittst trotzdem dieselbe Lounge wie Reisende mit Statuskarte. Entscheidend ist allein die gültige Mitgliedschaft.

Zwei Wege zur Mitgliedschaft

Den ersten Weg kennst du vermutlich: Du kaufst die Mitgliedschaft direkt auf der Programmseite und zahlst eine Jahresgebühr. Der zweite Weg läuft über eine Premium-Kreditkarte. Hier ist die Mitgliedschaft bereits Teil des Leistungspakets. Du zahlst keine zusätzliche Rechnung an das Lounge-Programm, sondern deckst alles über die Jahresgebühr deiner Karte ab.

Das klingt nach einem Detail, verändert aber die Rechnung komplett. Eine Karte bündelt Lounge-Zugang, Reiserücktrittsschutz, Auslandskrankenschutz und oft Mietwagenleistungen in einem Preis. Wer die Mitgliedschaft einzeln kauft, bekommt nur den Lounge-Zugang. Wenn du ohnehin eine Reisekarte suchst, lohnt der Blick auf die beste Kreditkarte für Reisen, statt beide Produkte getrennt zu bezahlen.

So aktivierst du den Pass

Die Aktivierung ist ein einmaliger Schritt und wird oft übersehen. Deine Kreditkarte enthält die Mitgliedschaft, aktiviert sie aber nicht automatisch. Du meldest dich im Onlineportal deiner kartenausgebenden Bank an und registrierst dich dort für das Lounge-Programm. Innerhalb weniger Minuten steht die digitale Karte in der App bereit. Eine physische Karte kommt zusätzlich per Post, meist innerhalb von zwei Wochen.

Am Lounge-Empfang brauchst du drei Dinge. Erstens die Mitgliedskarte, digital oder aus Plastik. Zweitens eine Bordkarte mit dem Datum des laufenden Tages. Drittens verlangen viele Lounges zusätzlich einen amtlichen Lichtbildausweis, um Karte und Person abzugleichen. Fehlt eines dieser Dokumente, bleibt die Tür zu. Der Scan der Karte am Empfang löst die Buchung aus, danach bekommst du eine Quittung oder eine Bestätigung in der App.

Mehr als nur Sessel und WLAN

Das Programm umfasst neben klassischen Lounges auch sogenannte Experiences. Dahinter stecken Nap-Pods zum Schlafen, Spa-Anwendungen, Ruhezonen und an einigen Flughäfen ein Guthaben für Flughafenrestaurants. Gerade an Standorten ohne eigene Lounge sind diese Alternativen wertvoll. Du löst deinen Besuch dann statt am Lounge-Empfang direkt im Restaurant ein.

💡 Tip

Aktiviere die Mitgliedschaft direkt nach Kartenerhalt, nicht erst am Reisetag. Der Versand der physischen Karte dauert bis zu zwei Wochen, und einzelne Lounges akzeptieren die digitale Variante noch nicht zuverlässig.

Die drei Mitgliedschaftsstufen im Detail

Das Programm arbeitet mit drei Stufen. Sie unterscheiden sich nicht im Lounge-Angebot, sondern nur darin, wie viele Besuche im Preis enthalten sind. Wer das übersieht, zahlt trotz gültiger Mitgliedschaft an der Tür.

Standard, Standard Plus und Prestige

Die Standard-Stufe richtet sich an Gelegenheitsreisende. Sie kostet 89 Euro im Jahr, umgerechnet 99 US-Dollar. Enthalten ist genau null Freibesuch. Jeder einzelne Lounge-Besuch kostet zusätzlich 30 Euro. Die Mitgliedschaft sichert dir also nur das Zutrittsrecht, nicht den kostenlosen Aufenthalt.

Standard Plus kostet 289 Euro pro Jahr, also 329 US-Dollar. Enthalten sind zehn Freibesuche. Ab dem elften Besuch zahlst du wieder 30 Euro. Diese Stufe passt zu Reisenden mit rund einem Trip pro Monat.

Prestige liegt bei 459 Euro im Jahr beziehungsweise 469 US-Dollar. Alle Besuche des Mitglieds sind kostenfrei, ohne Deckel. Diese Stufe steckt in den meisten deutschen Premiumkarten. Zur Einordnung: In Großbritannien kostet Prestige 419 Pfund, Standard 69 Pfund, ein Einzelbesuch 24 Pfund.

Die Gastgebühr ist in allen drei Stufen identisch. Sie liegt bei 30 Euro oder 35 US-Dollar pro Person und Besuch. Auch Prestige-Mitglieder bekommen ihre Begleitung im Direktmodell nicht kostenlos hinein.

StufeJahresgebührIn US-DollarFreibesuchePreis je weiterem BesuchGastgebühr
Standard89 Euro99 USDkeine30 Euro30 Euro
Standard Plus289 Euro329 USD10 pro Jahr30 Euro30 Euro
Prestige459 Euro469 USDunbegrenztentfällt30 Euro

Welche Stufe deine Karte enthält

Das ist der wichtigste Punkt beim Kartenvergleich. Zwei Karten können beide mit Lounge-Zugang werben und sich trotzdem um mehrere hundert Euro im Jahr unterscheiden. Eine Karte mit Standard-Stufe klingt gut, kostet dich aber weiterhin 30 Euro je Besuch. Bei sechs Besuchen im Jahr sind das 180 Euro zusätzlich zur Jahresgebühr.

Als grobe Orientierung gilt: Karten ab rund 200 Euro Jahresgebühr enthalten in Deutschland meist die Prestige-Stufe. Günstigere Karten liefern häufig nur Standard oder gewähren einen Rabatt auf den Direktkauf. Prüfe daher immer die konkrete Stufe im Leistungsverzeichnis, nicht nur das Logo auf der Produktseite.

Was Prestige über die Karte spart

Rechne kurz nach, bevor du dich für eine Stufe entscheidest. Die Kurven kreuzen sich an klaren Punkten, und die meisten Reisenden liegen näher an der günstigen Seite, als sie denken.

Der Break-even in Zahlen

Im Standardtarif zahlst du 89 Euro Grundgebühr plus 30 Euro je Besuch. Bei fünf Besuchen sind das 239 Euro, bei zehn Besuchen 389 Euro, bei fünfzehn Besuchen 539 Euro. Prestige kostet konstant 459 Euro, unabhängig von der Anzahl. Der Schnittpunkt liegt bei rund 13 Besuchen im Jahr. Wer seltener fliegt, fährt mit Standard günstiger.

Standard Plus schlägt den Standardtarif schon früher. Ab dem siebten Besuch liegt Standard bei 299 Euro, Standard Plus bei konstanten 289 Euro. Nach den zehn Freibesuchen steigen die Kosten wieder um 30 Euro pro Aufenthalt, sodass Standard Plus bei etwa sechzehn Besuchen die Prestige-Linie überholt.

Jahreskosten nach Anzahl der Lounge-Besuche

0 € 150 € 300 € 450 € 600 € 0 5 10 15 Lounge-Besuche pro Jahr 89 € 239 € 389 € 539 € 289 € 439 € 459 € konstant Standard Standard Plus Prestige
Jahreskosten inklusive Besuchsgebühren von 30 Euro je Aufenthalt, Stand 2026.

Der Vorteil über die Karte

Jetzt wird es interessant. Eine deutsche Premiumkarte mit Prestige-Stufe kostet ab etwa 200 Euro Jahresgebühr. Gegenüber dem Direktkauf für 459 Euro bleibt ein rechnerischer Vorteil von 259 Euro pro Jahr. Und das ist nur der Lounge-Anteil. Versicherungspakete, Reiseleistungen und Zusatzkarten kommen ohne Aufpreis dazu.

Diese Rechnung kippt allerdings, wenn du nie fliegst. Eine Karte für 600 Euro Jahresgebühr, die du zweimal im Jahr für einen Lounge-Besuch nutzt, kostet dich rechnerisch 300 Euro pro Aufenthalt. Der Lounge-Zugang allein trägt eine hohe Jahresgebühr nicht. Er trägt sie erst zusammen mit Versicherungen, Bonusprogrammen und Reisevorteilen.

Wie groß das Lounge-Netzwerk wirklich ist

Die Netzwerkgröße ist das stärkste Argument des Programms. Sie entscheidet, ob dein Zugang am konkreten Flughafen überhaupt etwas bringt.

Zahlen zur weltweiten Abdeckung

Stand 2026 umfasst das Netzwerk über 1.900 Lounges und Experiences. Verteilt sind sie auf mehr als 140 Länder, je nach Zählweise werden auch 148 genannt. Insgesamt sind über 600 Städte angebunden. Damit ist es das größte anbieterunabhängige Lounge-Netzwerk weltweit.

In Deutschland stehen Lounges an elf Flughäfen zur Verfügung. Dazu zählen die großen Drehkreuze Frankfurt und München sowie Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Kleinere Regionalflughäfen sind selten dabei. Wenn du hauptsächlich ab einem Regionalstandort fliegst, prüfe die Abdeckung vor Kartenabschluss in der App.

Lounge-Netzwerke im Größenvergleich 2026

Priority Pass 1.900 LoungeKey 1.600 DragonPass 1.400 0 800 1.600 Anzahl Lounges weltweit
Gerundete Netzwerkangaben der Programme, Stand 2026.

Qualität schwankt stärker als die Zahl

Eine große Zahl sagt wenig über den einzelnen Standort. Die Bandbreite reicht von der ruhigen Businesslounge mit warmer Küche bis zum kleinen Raum mit Kaffeeautomat. Ein zweiter Punkt fällt in der Praxis stärker ins Gewicht: Überfüllung. Beliebte Lounges an Drehkreuzen weisen zu Stoßzeiten Gäste ab, auch mit gültiger Mitgliedschaft. Die App zeigt in vielen Fällen Öffnungszeiten und Auslastungshinweise, was den Umweg spart.

📌 Good to know

Viele Lounges begrenzen den Aufenthalt auf zwei bis drei Stunden vor Abflug. Bei langen Umsteigezeiten kann der Empfang dich freundlich wieder hinausbitten, sobald das Zeitfenster erreicht ist.

Gäste, Begleitpersonen und Kinder

Die Gästeregeln sind der größte versteckte Kostenfaktor. Wer regelmäßig zu zweit reist, verdoppelt schnell die Kosten pro Trip.

Was ein Gast kostet

Im Direktmodell kostet ein Gast 30 Euro oder 35 US-Dollar pro Person und Besuch. Diese Gebühr fällt in allen drei Stufen an, auch bei Prestige. Hin- und Rückflug ergeben zwei Aufenthalte, also 60 Euro für eine Begleitperson pro Reise. Bei sechs Reisen im Jahr summiert sich das auf 360 Euro.

Kartenmodelle handhaben das unterschiedlich. Manche deutsche Karten enthalten einen kostenlosen Gast je Karteninhaber. Das spart 30 Euro je Richtung und ist bei Paaren oft mehr wert als die Kartengebühr selbst. Andere Karten berechnen ab dem ersten Gast. Die Gastgebühren liegen je nach Anbieter zwischen 20 und 37 Euro.

Kinder und Deckelungen

Kinder gelten in den meisten Lounges als reguläre Gäste. Die übliche Gastgebühr wird fällig, unabhängig vom Alter. Einzelne Lounges gewähren Ausnahmen für Kleinkinder oder haben umgekehrt Altersbeschränkungen. Verlässliche Auskunft liefert nur der Standorteintrag in der App, nicht die allgemeine Programmbeschreibung.

Ein weiterer Punkt betrifft Vielnutzer. Viele Premiumkarten deckeln die Nutzung bei 50 Personenbesuchen pro Kalenderjahr. Jeder Gast zählt dabei als eigener Besuch. Ein Paar mit Hin- und Rückflug verbraucht also vier Besuche pro Reise. Nach etwa zwölf Reisen ist das Kontingent aufgebraucht, danach greifen die regulären Gebühren.

Praxisregeln am Empfang

Ein Gast wird immer gemeinsam mit dem Mitglied eingecheckt. Du kannst deine Begleitung nicht vorschicken und später nachkommen. Ebenso wenig lässt sich eine Mitgliedschaft auf eine andere Person übertragen, auch nicht innerhalb der Familie. Zusatzkarten mit eigener Mitgliedschaft sind der einzige saubere Weg, zwei Reisende unabhängig voneinander abzusichern.

Die Abrechnung läuft im Kartenmodell komfortabel. Gast- und Zusatzbesuche landen auf deiner Kreditkartenabrechnung, du zahlst am Empfang nichts separat. Kontrolliere die Buchungen trotzdem, denn falsch erfasste Besuche kommen vor. Ein Beleg oder der Eintrag in der App reicht für eine Reklamation bei deiner Bank aus.

Deutsche Karten mit Lounge-Zugang im Vergleich

Der deutsche Markt bietet eine überschaubare Zahl an Karten mit Lounge-Zugang. Sie unterscheiden sich in Jahresgebühr, Programmzugehörigkeit und Gästeregeln deutlich.

Die Preisspanne im Überblick

Am unteren Ende stehen Karten wie die Postbank Mastercard Platinum mit 99 Euro und die Commerzbank GoldKreditkarte mit 99,90 Euro. Beide setzen jedoch ein kostenpflichtiges Girokonto voraus, was die tatsächlichen Kosten erhöht. Die Commerzbank PremiumKreditkarte liegt bei 154,80 Euro unter derselben Bedingung.

Im mittleren Segment liegt die Deutsche Bank Mastercard Platin mit 200 Euro Jahresgebühr, ein kostenloser Gast ist nicht enthalten, jeder Gast kostet laut Preisverzeichnis 20 Euro. Die Volksbank ExclusiveCard Plus kostet 349 Euro bei einer Gastgebühr von 30 Euro. Am oberen Ende steht die HypoVereinsbank Visa Infinite mit 600 Euro und einer vergleichsweise günstigen Gastgebühr von 26 Euro.

Ein Sonderfall ist die Revolut Ultra für rund 600 Euro. Sie nutzt DragonPass statt Priority Pass, weitere Gäste kosten dort 37 Euro. Wer gezielt Priority-Pass-Lounges ansteuert, sollte diesen Unterschied kennen. Details zu einer weiteren verbreiteten Variante findest du im Ratgeber zur World Elite Mastercard mit LoungeKey.

KarteJahresgebührLounge-ProgrammGastgebührBesonderheit
Deutsche Bank Mastercard Platin200 EuroPriority Pass20 EuroGünstigste Kartenroute zur Prestige-Stufe
Volksbank ExclusiveCard Plus349 EuroPriority Pass30 EuroRegional unterschiedliche Konditionen
HypoVereinsbank Visa Infinite600 EuroPriority Pass26 EuroGebühr reduzierbar ab 20.000 Euro Jahresumsatz
Commerzbank PremiumKreditkarte154,80 EuroPriority Pass30 EuroNur mit kostenpflichtigem Girokonto
Postbank Mastercard Platinum99 EuroPriority Pass30 EuroNur mit kostenpflichtigem Girokonto
Revolut Ultra600 EuroDragonPass37 EuroAnderes Netzwerk, Schwerpunkt Asien

Worauf du beim Vergleich achtest

Drei Kriterien entscheiden über den tatsächlichen Nutzen. Erstens die Mitgliedschaftsstufe, weil sie bestimmt, ob Besuche kostenfrei sind. Zweitens die Gästeregel, weil sie bei zwei Reisenden über hunderte Euro entscheidet. Drittens etwaige Kontobindungen, die zusätzliche monatliche Kosten verursachen.

Wer eine breitere Auswahl sucht, findet in der Übersicht zur Kreditkarte mit Lounge-Zugang weitere Karten mit ihren Konditionen. Wichtig ist, die Jahresgebühr gegen deine realistische Reisefrequenz zu stellen, nicht gegen die geplante.

Priority Pass, LoungeKey und DragonPass im Direktvergleich

Priority Pass ist nicht das einzige Programm am Markt. Zwei Alternativen begegnen dir bei deutschen Karten regelmäßig.

LoungeKey als stiller Zwilling

LoungeKey stammt vom selben Betreiber und greift auf ein weitgehend deckungsgleiches Lounge-Angebot zu. Das Netzwerk umfasst rund 1.600 Lounges. Der zentrale Unterschied liegt im Vertrieb: LoungeKey gibt es ausschließlich über Kreditkarten, eine Einzelmitgliedschaft kannst du nicht kaufen.

Daraus folgt ein praktischer Punkt. Die Konditionen setzt nicht das Programm, sondern deine Bank. Zwei Karten mit demselben LoungeKey-Logo können unterschiedliche Freibesuche und Gastgebühren haben. Typisch sind Besuchsgebühren um 32 US-Dollar, wenn die Bank keine Freibesuche gewährt. Das Programm ist in Europa, dem Nahen Osten und Asien besonders präsent.

DragonPass mit anderem Schwerpunkt

DragonPass umfasst rund 1.300 bis 1.500 Lounges in über 130 Ländern. Die Stärke liegt in Asien, besonders in China. In Europa und Nordamerika ist die Abdeckung dünner. Dafür bringt das Programm Zusatzleistungen mit, die Priority Pass so nicht bietet: Rabatte auf Flughafenrestaurants, Fast Track an der Sicherheitskontrolle, Flughafentransfers und Spa-Angebote.

Preislich startet die Standardmitgliedschaft bei etwa 99 US-Dollar. Die Topstufe kostet 429 bis 449 US-Dollar, einzelne Besuche liegen bei 30 bis 32 US-Dollar. Das Preisniveau ist also vergleichbar, die geografische Ausrichtung nicht.

Der Unterschied zu Airline-Lounges

Airline-Lounges funktionieren nach einer anderen Logik. Zutritt bekommst du über Vielfliegerstatus oder eine Buchung in Business oder First Class. Diese Lounges sind im Schnitt hochwertiger ausgestattet, mit à-la-carte-Service und größeren Ruhebereichen. Dafür bleibt dir die Tür verschlossen, sobald du in der Economy sitzt.

Genau hier liegt der Wert eines unabhängigen Programms. Es entkoppelt den Lounge-Zugang vom Ticketpreis. Wer günstig bucht und trotzdem entspannt warten will, fährt mit einer Kartenmitgliedschaft besser als mit teureren Tickets. Wer ohnehin überwiegend Business fliegt, braucht das Programm dagegen selten.

Welches Programm zu welchem Reiseprofil passt

Drei Profile lassen sich klar trennen. Wer überwiegend innerhalb Europas und nach Nordamerika fliegt, ist mit Priority Pass am besten aufgestellt, weil die Dichte dort am höchsten ist. Wer regelmäßig nach Ostasien reist, findet mit DragonPass in vielen chinesischen Städten mehr Standorte und zusätzlich Fast Track sowie Transferleistungen.

Das dritte Profil betrifft Reisende, die schlicht eine gute Karte suchen und den Lounge-Zugang als Zugabe sehen. Für sie spielt das Programm eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind dann Versicherungsumfang, Fremdwährungsgebühren und Bonusleistungen. Der Lounge-Zugang bringt in diesem Fall zwei bis vier Aufenthalte im Jahr, was einem Gegenwert von rund 60 bis 120 Euro entspricht.

Eine ehrliche Selbsteinschätzung schlägt jede Vergleichstabelle. Zähle deine Flüge der letzten zwölf Monate, multipliziere die Umsteigepunkte mit zwei und rechne die Begleitung mit. Diese Zahl gehört in die Break-even-Rechnung, nicht die Zahl der Reisen, die du dir für das kommende Jahr vornimmst.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Priority-Pass-Mitgliedschaft ohne Kreditkarte?

Der Direktkauf kostet 89 Euro für Standard, 289 Euro für Standard Plus und 459 Euro für Prestige pro Jahr. Nur Prestige enthält unbegrenzt kostenfreie Besuche, bei Standard zahlst du 30 Euro je Aufenthalt.

Welche Kreditkarte enthält den Priority Pass mit unbegrenzten Besuchen?

In Deutschland enthalten Karten ab etwa 200 Euro Jahresgebühr meist die Prestige-Stufe, etwa die Deutsche Bank Mastercard Platin oder die HypoVereinsbank Visa Infinite. Prüfe die Stufe stets im Leistungsverzeichnis der Karte.

Darf ich meine Begleitung kostenlos mit in die Lounge nehmen?

Im Direktmodell kostet jeder Gast 30 Euro pro Besuch, auch bei Prestige. Einige Kreditkarten enthalten einen kostenlosen Gast je Karteninhaber, andere berechnen zwischen 20 und 37 Euro pro Person.

An wie vielen deutschen Flughäfen gibt es Priority-Pass-Lounges?

In Deutschland sind elf Flughäfen angebunden, darunter Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Kleinere Regionalflughäfen fehlen häufig, deshalb lohnt eine Prüfung deiner Heimatbasis vor dem Kartenabschluss.

Was ist der Unterschied zwischen Priority Pass und LoungeKey?

Beide Programme stammen vom selben Betreiber und nutzen ein ähnliches Lounge-Angebot. LoungeKey ist mit rund 1.600 Lounges etwas kleiner und ausschließlich über Kreditkarten erhältlich, nicht als Einzelmitgliedschaft.

Zählen Kinder als Gäste?

In den meisten Lounges gelten Kinder als reguläre Gäste, die übliche Gastgebühr wird fällig. Einzelne Standorte gewähren Ausnahmen für Kleinkinder oder setzen Altersgrenzen, verbindlich ist der Eintrag in der App.

Brauche ich für den Lounge-Zutritt einen Flug am selben Tag?

Ja, du benötigst eine tagesaktuelle Bordkarte, dazu die Mitgliedskarte und meist einen Lichtbildausweis. Ohne gültige Bordkarte bleibt der Zutritt verwehrt, unabhängig von deiner Mitgliedschaftsstufe.


Weitere Inhalte








Beliebteste Artikel auf Finalarm

Stöbere auch in den übrigen Inhalten von Finalarm

  • Prepaid-Kreditkarte sofort erhalten: So funktioniert es

    Prepaid-Kreditkarte sofort erhalten: So funktioniert es

    Eine Prepaid-Kreditkarte sofort zu bekommen ist heute Standard: Nach dem Online-Antrag und der Identitätsprüfung erscheinen die virtuellen Kartendaten meist binnen Minuten in der App. Damit zahlst du direkt online und über die Wallet auch im Laden. Die physische Karte folgt in fünf bis sieben Werktagen. Dieser Ratgeber zeigt dir mit konkreten Zahlen, wie schnell die…


  • Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr: So sparst du 2026

    Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr: So sparst du 2026

    Eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr rechnet Umsätze außerhalb des Euroraums ohne prozentualen Aufschlag ab. Der Marktstandard liegt bei 1 bis 3 Prozent, am häufigsten bei 1,75 Prozent — auf 2.400 Euro Reiseumsatz sind das 42 Euro. Von 60 in Deutschland erhältlichen Karten verzichten 40 komplett auf den Aufschlag, 17 davon zusätzlich auf die Jahresgebühr. Dieser Beitrag…


  • Kostenlose Kreditkarte ohne Girokonto: So geht es 2026

    Kostenlose Kreditkarte ohne Girokonto: So geht es 2026

    Eine kostenlose Kreditkarte ohne Girokonto bekommst du in Deutschland ganz regulär: Du beantragst die Karte bei einem Anbieter deiner Wahl und hinterlegst dein bestehendes Konto als Referenzkonto. Ein Kontowechsel ist nicht nötig. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Abrechnung über das Referenzkonto läuft, welche Kartentypen ohne Kontowechsel funktionieren, welche Gebühren neben der Jahresgebühr wirklich zählen und…