Im ersten Halbjahr 2026 akquirierten deutsche Start-ups 5,3 Milliarden Euro Wagniskapital – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Anzahl der Finanzierungsrunden um elf Prozent auf 354 Abschlüsse. Berlin verdrängte Bayern von der Spitzenposition, Baden-Württemberg rückte durch einen Milliarden-Deal auf Platz zwei vor.
Regionale Verteilung: Berlin führt mit 1,7 Milliarden Euro
Berlin sammelte knapp 1,7 Milliarden Euro ein und verzeichnete mit 95 Finanzierungsrunden die höchste Anzahl bundesweit. Das Berliner Rüstungs-Start-up STARK sicherte sich dabei allein 500 Millionen Euro. Baden-Württemberg folgt mit 1,6 Milliarden Euro auf Rang zwei – ein Zuwachs von 475 Prozent. Dieser Sprung resultiert hauptsächlich aus der Finanzierungsrunde des Robotik-Unternehmens Neura Robotics, das rund 1,2 Milliarden Euro einwarb.
Bayern rutschte trotz 1,1 Milliarden Euro auf den dritten Platz ab, was einem Rückgang von 46 Prozent entspricht. Erstmals verzeichnen drei Bundesländer jeweils Investitionen im Milliardenbereich.
Konzentration auf Großtransaktionen
Investoren fokussieren sich zunehmend auf etablierte Start-ups mit hohem Finanzierungsbedarf. Großtransaktionen über 50 Millionen Euro machten 67 Prozent des gesamten Investitionsvolumens aus. Diese Entwicklung erklärt den Rückgang bei der Anzahl der Finanzierungsrunden trotz steigendem Gesamtvolumen.
Herausforderungen für junge Gründungen
Laut Thomas Prüver von EY-Parthenon zeigt der Kapitalanstieg positive Tendenzen, doch kleinere und junge Gründungen geraten beim Zugang zu Finanzierungen ins Hintertreffen. Innovation entstehe nicht nur durch einzelne Leuchtturm-Unternehmen, sondern vor allem durch eine breite und lebendige Gründerszene.
