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US-Notenbank hebt Leitzins erstmals seit Juli 2023 an

17. September 2026, 11:47 Uhr4 AufrufeZuletzt geprüft: 17.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Federal Reserve hat den Leitzins erstmals seit Sommer 2023 angehoben, um die anhaltend hohe Inflation zu bekämpfen. Fed-Chef Kevin Warsh betont die Unabhängigkeit der Zentralbank, während Donald Trump mit Unverständnis reagiert. Auch die EZB hat kürzlich ihre Zinsen erhöht.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben und damit die erste Zinserhöhung seit Juli 2023 vollzogen. Der Zinssatz liegt nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, das Inflationsziel von zwei Prozent schneller zu erreichen und betonte die Unabhängigkeit der Notenbank.

Konflikt mit der US-Regierung

Die Zinsanhebung erfolgte gegen den erklärten Willen von Donald Trump, der seit Monaten niedrigere Zinsen fordert. Auf seiner Plattform Truth Social äußerte Trump, die Zinssätze in den Vereinigten Staaten sollten bei einem Prozent oder darunter liegen. Warsh wies die Forderungen zurück und verwies auf den Kongressauftrag der Fed zur Gewährleistung stabiler Preise sowie die institutionelle Unabhängigkeit der Zentralbank.

Europäische Zentralbank zieht nach

Auch die Europäische Zentralbank erhöhte vor einer Woche ihren Leitzins zum zweiten Mal im laufenden Jahr. Der für Banken relevante Einlagenzins stieg von 2,25 auf 2,50 Prozent. Als Begründung nannte die EZB die steigende Inflation infolge des Iran-Kriegs.

Weitere Zinsschritte erwartet

Von den 18 befragten Mitgliedern des Federal Open Market Committee erwarten 16 mindestens eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte im laufenden Jahr. Die Prognosen für 2027 zeigen:

  • 14 Mitglieder erwarten einen Leitzins zwischen 4,00 und 4,25 Prozent
  • Eine knappe Mehrheit rechnet mit einem Satz zwischen 4,25 und 4,50 Prozent
  • Drei Mitglieder halten eine noch stärkere Straffung für möglich

Glaubwürdigkeit der Fed wiederhergestellt

Die Zinsanhebung dürfte Kritiker beruhigen, die seit Warshs Amtsantritt im Mai konkrete Schritte zur Preisstabilität vermisst hatten. Experten befürchteten, ein weiteres Ausbleiben geldpolitischer Maßnahmen hätte das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Fed erschüttert. Zudem waren Spekulationen über eine zu enge Beziehung zwischen Warsh und Trump aufgekommen. Warsh betonte, er habe keine Verpflichtungen gegenüber dem Präsidenten bezüglich spezifischer Zinsentscheidungen eingegangen.