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Preissprung bei Zigarren und Zigarillos erwartet

17. September 2026, 11:47 Uhr3 AufrufeZuletzt geprüft: 17.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Ab Januar könnten Zigarren und Zigarillos deutlich teurer werden, sollten die geplanten Steuererhöhungen der Koalitionsfraktionen umgesetzt werden. Dies könnte die Preise um bis zu 60 Prozent steigen lassen und die ohnehin schwächelnde Nachfrage weiter belasten. Die Branche befürchtet erhebliche Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverluste.

Ab Januar droht Käufern von Zigarren und Zigarillos eine massive Verteuerung. Die Koalitionsfraktionen im Bundestag planen eine deutliche Steuererhöhung auf diese Tabakprodukte. Laut Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, könnten die Preise um 50 bis 60 Prozent steigen. Eine Zigarre für derzeit 10 Euro würde dann etwa 16 Euro kosten.

Umsatzrückgang verschärft Branchenkrise

Die geplante Steuererhöhung trifft die Zigarrenbranche in einer bereits angespannten Lage. Der Umsatz wird im laufenden Jahr voraussichtlich um sechs bis sieben Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Verbraucher reduzieren angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten ihre Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter. Hohe Benzinpreise und alltägliche Ausgaben zwingen viele Kunden, den Kauf von Zigarillos oder Zigarren zu überdenken oder ganz darauf zu verzichten.

Struktur der deutschen Zigarrenindustrie

Die Branche konzentriert sich regional stark auf Nordrhein-Westfalen:

  • Sieben Firmen produzieren Zigarren in Deutschland
  • Vier Produktionsstätten befinden sich in Bünde
  • Eine weitere Fabrik liegt in Minden-Lübbecke
  • 15 Importeure ergänzen das Angebot mit ausländischen Waren
  • Insgesamt beschäftigt die Branche 1.640 Personen
  • Hauptlieferländer für Tabak sind lateinamerikanische Staaten und Indonesien

Arbeitsplatzverluste und Fachhandel gefährdet

Mehrlein warnt vor unvermeidbaren Arbeitsplatzverlusten, sollten die Steuerpläne ohne wesentliche Abschwächungen umgesetzt werden. Die Branche bedient nicht nur wohlhabende Genießer, sondern auch Mittelklasse-Kunden. Besonders gefährdet sind rund 500 Fachgeschäfte deutschlandweit. Bei zu hohen Preisen könnte die Nachfrage rapide sinken und langfristig den wirtschaftlichen Abstieg der Nischenbranche einleiten.