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Deutsche Industrie verzeichnet Rekord-Auftragsbestand

18. September 2026, 20:55 Uhr2 AufrufeZuletzt geprüft: 18.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die deutsche Industrie schöpft Hoffnung: Mit einem Anstieg des preisbereinigten Auftragsbestands um 1,5 Prozent im Juli und einem Allzeithoch im verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich ein Ende der Durststrecke ab. Besonders Rüstung und Maschinenbau treiben das Wachstum voran, während die Autoindustrie schwächelt.

Die deutsche Industrie verzeichnete im Juli einen Anstieg des preisbereinigten Auftragsbestands um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich legte der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe um 10,9 Prozent zu und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Die Reichweite des Auftragsbestands stieg auf neun Monate – ein Rekordwert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2015.

Auftragsbestand: Reichweite auf Rekordniveau

Die Reichweite von neun Monaten gibt an, wie lange die Unternehmen bei gleichbleibendem Umsatz produzieren müssten, um alle bestehenden Aufträge abzuarbeiten. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden dokumentiert diese Kennzahl seit 2015. In den vergangenen Monaten war bereits eine tendenzielle Zunahme des Auftragsbestands zu beobachten.

Sonstiger Fahrzeugbau treibt Wachstum

Einen wesentlichen Beitrag zum Anstieg leistete der Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zählen. In diesen Sektoren gingen zuletzt zahlreiche neue Bestellungen ein. Die Produktionszeiten fallen in diesen Bereichen vergleichsweise lang aus. Staatliche Rüstungsausgaben dürften das Wachstum in diesem Segment zusätzlich gestützt haben.

Maschinenbau mit leichtem Plus, Autoindustrie rückläufig

Der Maschinenbau verzeichnete ebenfalls einen leichten Anstieg und wirkte sich positiv auf den Gesamtauftragsbestand aus. Die Autoindustrie musste hingegen einen Rückgang hinnehmen.

Wachstumsprognosen nach oben korrigiert

Führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft angehoben. Das Ifo-Institut erwartet für das Jahr 2026 ein Wachstum von 1,4 Prozent. Im Jahr 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,2 Prozent zugenommen. Steigende Exporte sowie umfangreiche staatliche Ausgabenprogramme gelten als Wachstumsfaktoren.