Der deutsche Staat hat 2025 Bruttoinvestitionen von 147,5 Milliarden Euro getätigt. Das entspricht laut Statistischem Bundesamt einem Zuwachs von 12,3 Prozent oder 16,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr und ist der stärkste Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000.
Staatsinvestitionen 2025: +12,3 Prozent auf 147,5 Milliarden Euro
„Das war der höchste Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000“, erklärten die Statistiker. Im Jahr 2000 hatte es durch statistische Effekte der Bahnreform und die Ausgründung von Töchtern der Deutschen Bahn einen Zuwachs von etwa 14 Prozent gegeben.
- Bruttoinvestitionen 2025: 147,5 Milliarden Euro
- Zuwachs gegenüber Vorjahr: 12,3 Prozent (16,2 Milliarden Euro)
- Stärkster Anstieg seit 2000
Ausrüstungsinvestitionen: +47,7 Prozent durch Bundeswehr-Beschaffung
Haupttreiber des Anstiegs waren die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen. Sie wuchsen um 47,7 Prozent. Verantwortlich dafür waren vor allem erhöhte Ausgaben für Waffensysteme und andere Beschaffungen für die Bundeswehr.
Staatsanteil an den Bruttoanlageinvestitionen: 16,3 Prozent
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung bei der Hans-Böckler-Stiftung, erklärte, die zusätzlichen Kreditmöglichkeiten über Sondervermögen hätten ihre Wirkung gezeigt und entscheidend zur Modernisierung des Landes beigetragen. „Die Rolle des Staates als bedeutender Auftraggeber ist unübersehbar“, sagte Dullien.
Staatliche Bruttoanlageinvestitionen machten 2025 mit 16,3 Prozent knapp ein Sechstel aller Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland aus. Die Gesamtsumme aller Bruttoanlageinvestitionen belief sich auf 907,8 Milliarden Euro.
Bauinvestitionen: nur +2 Prozent gegenüber 2024
Bauinvestitionen hatten mit gut 17 Prozent den größten Anteil an den staatlichen Investitionen. Mit einem Plus von 2 Prozent gegenüber 2024 entwickelten sie sich jedoch schwächer als andere Bereiche. Die Statistiker stellten hier Handlungsbedarf fest.
Kritik an der Verwendung der Sondervermögen
Dullien mahnte, zusätzliche Verschuldungen über Sondervermögen müssten tatsächlich in neue Investitionsprojekte fließen. Er äußerte Bedenken, dass ein erheblicher Teil der Gelder anderweitig verwendet worden sein könnte, etwa zur Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, zur Finanzierung der Mütterrente oder für die Reduktion der Körperschaftsteuer.
