Deutsche Wirtschaft vor kurzfristiger Erholung

Das Wichtigste in Kürze:

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Atempause, doch die Zukunft bleibt unsicher. Trotz leicht angehobener Wachstumsprognosen von 0,8 % für dieses und nächstes Jahr droht langfristige Stagnation ohne Reformen. Hohe Staatsausgaben stützen das Wachstum, könnten aber zu höheren Steuern führen. Inflation bleibt hartnäckig über 3 %, während Energie- und Lebensmittelpreise weiter steigen könnten.

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Die angeschlagene deutsche Wirtschaft kann laut der neuesten Konjunkturprognose des Ifo-Instituts dank erheblicher Staatsausgaben und einem erhofften Ende des Konflikts im Iran auf eine Atempause hoffen. Diese Erholung könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bis zum Ende des Jahrzehnts droht eine erneute Phase der Stagnation, sollte die Bundesregierung keine notwendigen Reformen umsetzen.

Für das laufende Jahr haben die Münchner Ökonomen ihre Wachstumsprognose leicht nach oben korrigiert und erwarten nun ein Wachstum von 0,8 Prozent. Auch im kommenden Jahr wird ein ähnlicher Zuwachs beim deutschen Bruttoinlandsprodukt erwartet.

Schlechte Nachricht für Verbraucher: Inflation bleibt zäh

Sowohl das Ifo-Institut als auch die Bundesbank warnen davor, dass die Auswirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks noch länger spürbar sein werden. Die Bundesbank prognostiziert in den nächsten Monaten einen Anstieg der Inflation auf überdrei Prozent. Das Ifo-Institut rechnet für das gesamte Jahr mit einer Teuerung von 2,9 Prozent, während auch im nächsten Jahr hohe Werte von 2,7 Prozent erwartet werden.

Ifo-Chef Fuest: Bei anhaltend hohen Staatsausgaben massive Steuer- und Abgabenerhöhungen zwangsläufig

Laut Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut ist das erwartete Wachstum in diesem und dem kommenden Jahr maßgeblich durch schuldenfinanzierte staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung bedingt. Doch dieser fiskalische Anreiz hat seinen Preis: Es wird mit einem Anstieg der Staatsschuldenquote von derzeit gut63 auf 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gerechnet.

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt davor, dass ohne Gegenmaßnahmen in den kommenden Jahren Steuern und Abgaben massiv erhöht werden müssen. Dies könnte wiederum negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben.

Düstere mittelfristige Aussichten

Laut den Experten stehen steigende Staatsausgaben einer stagnierenden Wirtschaftsleistung gegenüber. Private Investitionen nehmen ab. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf historisch niedrige0,1 Prozent sinkt – ein alarmierendes Szenario für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Energiepreise bleiben problematisch trotz Friedensaussicht im Persischen Golf

Trotz eines möglichen Friedensschlusses zwischen den USA und dem Iran ist kein sofortiger Rückgang der Inflationsrate zu erwarten. Nach dem Auslaufen des temporären Tankrabatts dürfte sich insbesondere bei Energieprodukten erneut eine Verteuerung einstellen.

Dominoeffekt bei Lebensmittelpreisen möglich

Auch bei Gas könnten höhere Großhandelspreise erst verzögert bei Haushalten ankommen. Zudem besteht die Möglichkeit eines Preisanstiegs bei Lebensmitteln aufgrund gestiegener Energiekosten für Produzenten.
Die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp17 Cent pro Liter wird am Monatsende auslaufen.< / p >  

Potenzielle Entspannung am Energiemarkt möglich< / h3 >  

Ifo-Konjunkturforscher Wollmershäuser sieht dennoch Chancen für sinkende Energiepreise: „Die Märkte gehen davon aus , dass wir nächstes Jahr fast wieder Vorkriegsniveaus erreichen“, sagte er zur aktuellen Preisentwicklung . Sollte dies eintreten , könnte auch die Inflationsrate relativ schnell wieder zurückgehen .< / p >


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