Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Guthabenarten verstehen: Erfahre, warum Cashback-Punkte und Kreditrahmen-Guthaben grundlegend verschieden sind und welche Auszahlung möglich ist.
- Cashback-Punkte richtig einlösen: Verstehe die Raten von 0,5 bis 2 Ct/€ und warum eine Barauszahlung der Punkte nicht vorgesehen ist.
- Bargeldabhebung: alle Kosten im Detail: Vergleiche Gebühren von 3,9 % (Eurozone) bis 5,4 % (Fremdwährung) und wann das Reisepaket lohnt.
- Zinsentwicklung Teilzahlung: Finde heraus, warum der effektive Jahreszins von 17,67 % die Funktion „Geld auszahlen“ zum Notfallinstrument macht.
- Alte LBB-Karte vs. neue Open-Bank-Karte: Überblick über alle Änderungen seit dem Kartenwechsel im August 2024 und was gleich geblieben ist.
- Guthaben bei Kündigung auszahlen: Erfahre, wie Habensaldo automatisch überwiesen wird und warum die 14-Tage-Frist bei Ratenzahlung entscheidend ist.
- Gesperrtes Konto – Rechtliche Ansprüche: Verstehe den Unterschied zwischen Gutscheinguthaben und eingezahltem Guthaben und deine Rechte nach § 812 BGB.
American Express Platinum Card

American Express Platinum Card
Was kann die Karte?
- 85.000 Membership Rewards® Punkte*
- 200 € jährliches Online-Reiseguthaben*
- Zugang zu über 1.550 Flughafen-Lounges
- 150 € Restaurantguthaben*
Gebühren im Überblick
- 60 € Monatsgebühr
- 2 % Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
American Express Gold Card aus Metall

American Express Gold Card aus Metall
Was kann die Karte?
- 50.000 Membership Rewards® Punkte*
- Mobilitäts- und Shoppingguthaben
- Teilnahme am Bonusprogramm Membership Rewards®
- Umfassende Versicherungen
Gebühren im Überblick
- 20 € Monatsgebühr
- 2% Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
American Express Gold Card Rosé aus Metall

American Express Gold Card Rosé aus Metall
Was kann die Karte?
- 50.000 Membership Rewards® Punkte*
- Mobilitäts- und Shoppingguthaben
- Teilnahme am Bonusprogramm Membership Rewards®
- Umfassende Versicherungen
Gebühren im Überblick
- 20 € Monatsgebühr
- 2% Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
Zwei Guthabenarten – und warum der Unterschied entscheidend ist
Amazon Kreditkarte Guthaben auszahlen – das klingt simpel, ist aber komplizierter als gedacht. Der Grund: Es gibt zwei grundlegend verschiedene Guthabenarten, die regelmäßig verwechselt werden. Diese Verwechslung ist die häufigste Ursache für Frust bei Karteninhabern.
Die erste Art sind Cashback-Punkte. Du sammelst sie bei jedem Einkauf mit der Amazon Visa. Jeder ausgegebene Euro bei Amazon.de bringt dir standardmäßig 1 Punkt, also 1 Cent. Diese Punkte sind ausschließlich als Rabatt bei Einkäufen auf Amazon.de einlösbar. Eine Barauszahlung oder Überweisung auf ein Girokonto ist schlicht nicht vorgesehen – egal wie viele Punkte du angesammelt hast.
Die zweite Art ist das Kreditrahmen-Guthaben. Damit ist der Zugriff auf deinen Kreditrahmen gemeint – entweder per Bargeldabhebung am Automaten oder über die Funktion „Geld auszahlen“, die eine Überweisung auf dein Referenzkonto ermöglicht. Dieser Zugriff ist technisch möglich, aber mit erheblichen Kosten verbunden. In der Eurozone kostet eine Abhebung 3,9 % des Betrags, mindestens 1,50 €. Bei Fremdwährungen steigt die Gebühr auf 5,4 %, zuzüglich 1,5 % Auslandseinsatzentgelt. Die Funktion „Geld auszahlen“ wird als Teilzahlung behandelt und mit einem effektiven Jahreszins von aktuell 17,67 % verzinst.
Viele Nutzer suchen nach einer Möglichkeit, ihre angesammelten Punkte auf ihr Konto zu überweisen. Das ist verständlich, funktioniert aber nicht. Die Punkte sind an das Amazon-Ökosystem gebunden. Wer sie nicht bei Amazon ausgibt, lässt Wert liegen – oder verliert ihn bei einer Kündigung, wenn er vergisst, die Punkte vorher einzulösen.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Kriterium | Cashback-Punkte einlösen | Kreditrahmen auszahlen |
|---|---|---|
| Kosten | Keine | 3,9–5,4 % Abhebegebühr oder 17,67 % Sollzinsen p.a. |
| Flexibilität | Nur bei Amazon.de | Frei verwendbar |
| Barauszahlung | Nicht möglich | Möglich (Automat oder Überweisung) |
| Verfügbarkeit | Sofort im Checkout | Sofort, aber kostenpflichtig |
| Empfehlung | Sinnvoll für Amazon-Käufer | Nur im Notfall |
Die Grundregel lautet: 1 Punkt = 1 Cent bei Amazon.de-Einkäufen. Wer regelmäßig bei Amazon einkauft, profitiert vom Cashback-System. Wer echtes Bargeld benötigt, muss tief in die Tasche greifen.
American Express Platinum Card
85.000 Membership Rewards® Punkte*
Beste Features
Gebühren
- 60 € Monatsgebühr
- 2 % Fremdwährungsgebühr
- 4 % Abhebegebühr
American Express Gold Card aus Metall
50.000 Membership Rewards® Punkte*
Beste Features
Gebühren
- 20 € Monatsgebühr
- 2 % Fremdwährungsgebühr
- 4 % Abhebegebühr
American Express Gold Card Rosé aus Metall
50.000 Membership Rewards® Punkte*
Beste Features
Gebühren
- 20 € Monatsgebühr
- 2 % Fremdwährungsgebühr
- 4 % Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
Cashback-Punkte: Sammeln, einlösen und was nicht geht
Das Cashback-System der Amazon Visa ist auf den ersten Blick attraktiv. Du sammelst bei jedem Einkauf automatisch Punkte – ohne zusätzliche Registrierung oder Aktivierung. Die Punkte landen direkt in deinem Amazon-Konto und lassen sich beim nächsten Einkauf im Checkout verrechnen.
Die Sammelrate hängt davon ab, wo du einkaufst und welchen Kundenstatus du hast. Bei Amazon.de selbst bekommst du standardmäßig 1 Punkt pro ausgegebenem Euro, also effektiv 1 % Cashback. An Aktionstagen wie dem Prime Day oder dem Black Friday verdoppelt sich die Rate für Prime-Mitglieder auf 2 Punkte pro Euro. Bei allen anderen Händlern – also überall außerhalb von Amazon.de – sammelst du nur 0,5 Punkte pro Euro, also 0,5 % Cashback.
| Einkaufsort | Kundenstatus | Cashback-Rate |
|---|---|---|
| Amazon.de | Standard | 1 Punkt/€ (= 1 Ct/€) |
| Amazon.de | Prime-Mitglied an Aktionstagen | 2 Punkte/€ (= 2 Ct/€) |
| Andere Händler | Alle | 0,5 Punkte/€ (= 0,5 Ct/€) |
Die Einlösung ist denkbar einfach: Im Amazon-Checkout wählst du die Option, deine gesammelten Punkte als Rabatt anzurechnen. Der Betrag wird direkt vom Kaufpreis abgezogen. Du musst nichts manuell beantragen oder aktivieren.
Was viele nicht wissen: Die Punkte sind nicht für Abonnements nutzbar. Audible, Prime Video, Amazon Music – all diese Dienste akzeptieren keine Cashback-Punkte als Zahlungsmittel. Auch eine Überweisung auf ein Bankkonto ist technisch nicht möglich. Das ist eine bewusste Entscheidung des Systems: Die Punkte sollen dich als Kunden bei Amazon halten, nicht dir Liquidität verschaffen.
Neu eingestiegene Karteninhaber erhalten eine Startgutschrift als Willkommensgeschenk. Diese muss bei einer späteren Kündigung nicht zurückgezahlt werden – sie ist ein echtes Geschenk, keine Vorauszahlung.
💡 Tip
Plane größere Amazon-Einkäufe gezielt auf Aktionstage wie den Prime Day. Als Prime-Mitglied sammelst du dann 2 Ct pro Euro statt 1 Ct – bei einem Einkauf von 500 € macht das 10 € statt 5 € Cashback. Über ein Jahr summiert sich das spürbar.
Ein praktischer Hinweis für alle, die über eine Kündigung nachdenken: Löse deine Punkte unbedingt vor der Kündigung ein. Nach der Kündigung können die Punkte verfallen. Es gibt keinen Anspruch auf Auszahlung nicht eingelöster Cashback-Punkte – das ist vertraglich so geregelt und juristisch kaum anfechtbar, da es sich um ein Bonusprogramm und nicht um eingezahltes Geld handelt.
Geld auszahlen und Bargeldabhebung: Kosten im Detail
Wer echtes Bargeld oder eine Überweisung auf sein Girokonto benötigt, hat mit der neuen Amazon Visa zwei Wege: die Funktion „Geld auszahlen“ oder die klassische Bargeldabhebung am Automaten. Beide Wege sind möglich – aber beide kosten spürbar Geld.
Die Funktion „Geld auszahlen“
Die neue Amazon Visa, herausgegeben von der Open Bank S.A. (digitale Bank der Santander-Gruppe, Marke: Zinia), bietet die Funktion „Geld auszahlen“ direkt in der App oder im Kundenportal an. Du gibst einen Betrag ein, und dieser wird auf dein hinterlegtes Referenzkonto überwiesen. Klingt praktisch – ist aber teuer.
Der überwiesene Betrag wird als Teilzahlung behandelt. Das bedeutet: Auf den gesamten Betrag fallen Sollzinsen an. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei 17,67 % (Stand Januar 2026). Separate Überweisungsgebühren fallen zwar nicht an, aber die Zinslast ist erheblich. Wer 1.000 € auszahlt und erst nach einem Monat zurückzahlt, zahlt rund 14,70 € Zinsen – nur für diesen einen Monat.
Bargeldabhebung am Automaten
Am Geldautomaten gelten klare Gebührenregeln. In der Eurozone kostet jede Abhebung 3,9 % des Betrags, mindestens 1,50 €. Ein konkretes Rechenbeispiel: Wer 200 € abhebt, zahlt 7,80 € Gebühr. Bei 50 € Abhebung wären es 1,95 € – die Mindestgebühr von 1,50 € greift hier nicht, da 3,9 % von 50 € bereits 1,95 € ergibt.
In Fremdwährungen – also außerhalb des Euro-Währungsraums – steigt die Gebühr auf 5,4 % des Betrags, mindestens 1,50 €. Dazu kommt noch das Auslandseinsatzentgelt von 1,5 % des Umsatzes. Bei einer Abhebung von 200 US-Dollar wären das 5,4 % = 10,80 € Abhebegebühr plus 1,5 % = 3 € Auslandseinsatzentgelt – zusammen fast 14 € Kosten für eine einzige Abhebung.
Das optionale Reisepaket
Für 7,99 € pro Monat gibt es ein optionales Reisepaket. Es ermöglicht bis zu 5 kostenlose Abhebungen pro Monat in Fremdwährung. Das Auslandseinsatzentgelt entfällt für kontaktlose Zahlungen bis 50 €. Klingt verlockend – aber Vorsicht: Abhebungen in Euro (EU) sind auch mit dem Reisepaket nicht kostenlos. Die 3,9 %-Gebühr fällt weiterhin an.
| Szenario | Ohne Reisepaket | Mit Reisepaket (7,99 €/Monat) |
|---|---|---|
| Abhebung in Euro (EU) | 3,9 %, mind. 1,50 € | 3,9 %, mind. 1,50 € (keine Ausnahme) |
| Abhebung in Fremdwährung | 5,4 %, mind. 1,50 € | 0 € (bis 5× pro Monat) |
| Auslandseinsatzentgelt | 1,5 % des Umsatzes | Entfällt bis 50 € |
| Effektive Kostenfreiheit | Nie | Nur bei Fremdwährungsabhebungen |
Das Reisepaket lohnt sich nur dann, wenn du regelmäßig im Ausland Bargeld abhebst. Bei weniger als etwa 5 Fremdwährungsabhebungen pro Monat übersteigt die Paketgebühr von 7,99 € die eingesparten Abhebungsgebühren schnell. Für reine Inlandsnutzer ist das Paket schlicht nicht sinnvoll.
📌 Good to know
Kontaktloses Zahlen ist bis 50 € ohne PIN möglich. Das ist praktisch im Alltag, hat aber nichts mit der Bargeldabhebung zu tun. Die PIN-freie Grenze gilt nur für Zahlungen, nicht für Abhebungen am Automaten.
Zinsentwicklung: Was die Teilzahlung wirklich kostet
Die Zinsen der Amazon Visa für Teilzahlungen sind ein wichtiges Thema – besonders für alle, die die Funktion „Geld auszahlen“ nutzen wollen. Denn was auf den ersten Blick wie eine bequeme Liquiditätslösung aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als teures Instrument.
Bei der Einführung der neuen Karte im August 2024 lag der effektive Jahreszins für Teilzahlungen bei 20,13 %. Das war bereits damals ein sehr hoher Wert – deutlich über dem Niveau vieler Ratenkredite oder Dispositionskredite. Bis Januar 2026 ist der Zinssatz auf 17,67 % gesunken. Eine Verbesserung, aber immer noch ein Niveau, das zur Vorsicht mahnt.
Das folgende Diagramm zeigt die Zinsentwicklung im Zeitverlauf:
Zinsentwicklung Sollzinsen Amazon Visa effektiver Jahreszins
Zur Einordnung: Ein typischer Ratenkredit bei einer Direktbank liegt aktuell bei 5–8 % effektivem Jahreszins. Ein Dispositionskredit kostet im Schnitt etwa 10–12 %. Die Amazon Visa liegt mit 17,67 % deutlich darüber. Wer also Liquidität benötigt, sollte zuerst andere Optionen prüfen.
Konkret bedeutet das: Wer 500 € über die „Geld auszahlen“-Funktion auf sein Konto überweist und den Betrag erst nach drei Monaten zurückzahlt, zahlt rund 22 € Zinsen. Bei einem klassischen Ratenkredit wären es für denselben Zeitraum vielleicht 6–8 €. Der Unterschied ist erheblich.
Die Funktion „Geld auszahlen“ sollte daher wirklich nur im absoluten Notfall genutzt werden – wenn keine andere Kreditquelle verfügbar ist und die Liquidität dringend benötigt wird. Als reguläres Finanzierungsinstrument ist sie schlicht zu teuer. Alternativen wie ein Dispositionskredit beim Girokonto, ein Ratenkredit oder – falls vorhanden – ein Freundes- oder Familiendarlehen sind in fast allen Fällen günstiger.
Alte LBB-Karte vs. neue Open-Bank-Karte: Was sich geändert hat
Wer die Amazon Kreditkarte schon länger kennt, erinnert sich vielleicht an die alte Karte der Landesbank Berlin (LBB). Diese wurde zum 26. März 2024 eingestellt. Am 27. März 2024 wurden alle verbleibenden Guthaben automatisch auf das bei der LBB hinterlegte Girokonto überwiesen. Wer damals noch ein Guthaben hatte, musste nichts tun – die Überweisung erfolgte automatisch.
Seit August 2024 gibt es die neue Amazon Visa, herausgegeben von der Open Bank S.A. – einer digitalen Bank der Santander-Gruppe, die unter der Marke Zinia operiert. Der Wechsel brachte einige wichtige Änderungen mit sich.
Die auffälligste Änderung betrifft die Kündigung. Bei der alten LBB-Karte war eine Kündigung ausschließlich schriftlich per Post oder Fax möglich – keine E-Mail, kein Online-Formular. Das war umständlich und für viele Nutzer frustrierend. Die neue Karte lässt sich bequem online kündigen: über den Weg „Profil → Hilfe → Vertrag kündigen“ im Kundenportal. Bei Fragen erreichst du den Service der Open Bank S.A. unter +49 (0) 69 945 189 175.
Das Cashback-System ist hingegen identisch geblieben. Amazon-Punkte, dieselben Sammelraten, dieselbe Einlösemethode im Checkout – hier hat sich nichts verändert. Auch die Jahresgebühr bleibt bei 0 €. Der Kartenwechsel hat in dieser Hinsicht keinen Nachteil gebracht.
Eine wichtige Neuerung ist die Funktion „Geld auszahlen“, die bei der neuen Open-Bank-Karte explizit dokumentiert und verfügbar ist. Bei der alten LBB-Karte war eine vergleichbare Funktion nicht in dieser Form bekannt. Das ist technisch ein Fortschritt – aber wie beschrieben, ein teurer.
| Merkmal | Alte Karte (LBB, bis März 2024) | Neue Karte (Open Bank, ab Aug. 2024) |
|---|---|---|
| Herausgeber | Landesbank Berlin (LBB) | Open Bank S.A. (Santander/Zinia) |
| Kündigung | Schriftlich per Post/Fax | Online über Kundenportal |
| Guthaben bei Einstellung | Automatisch auf Girokonto überwiesen (27.03.2024) | Nicht zutreffend (aktiv) |
| Cashback | Amazon-Punkte | Amazon-Punkte (gleiches System) |
| „Geld auszahlen“-Funktion | Nicht dokumentiert | Vorhanden, aber zinspflichtig (17,67 % p.a.) |
| Jahresgebühr | 0 € | 0 € |
Für Nutzer der alten Karte, die sich fragen, ob ihr Guthaben noch irgendwo schlummert: Nein. Die automatische Überweisung vom 27. März 2024 hat das erledigt. Wer damals kein Girokonto bei der LBB hinterlegt hatte oder Probleme mit der Überweisung hatte, musste sich direkt an die LBB wenden. Die Kontaktdaten der alten Karte lauteten: Landesbank Berlin AG, Amazon.de KartenService, Postfach 110805, 10838 Berlin, Telefon: 030 2455 2457.
Guthaben bei Kündigung auszahlen lassen
Die gute Nachricht zuerst: Die Amazon Visa hat weder eine Mindestlaufzeit noch eine Kündigungsfrist. Du kannst die Karte jederzeit kündigen – ohne Angabe von Gründen, ohne Wartezeit. Das ist ein echter Vorteil gegenüber manchen anderen Kreditkarten.
Die Kündigung der neuen Karte läuft vollständig online. Der Weg führt über das Kundenportal: „Profil → Hilfe → Vertrag kündigen“. Alternativ erreichst du den Service der Open Bank S.A. telefonisch unter +49 (0) 69 945 189 175. Eine schriftliche Kündigung per Post ist nicht mehr notwendig – das war nur bei der alten LBB-Karte erforderlich.
Was passiert mit dem Guthaben?
Hast du zum Zeitpunkt der Kündigung einen Habensaldo – also mehr Geld auf der Karte als du schuldest – wird dieser automatisch auf dein hinterlegtes Bankkonto überwiesen. Du musst das nicht separat beantragen. Das funktioniert analog zu dem, was bei der Einstellung der alten LBB-Karte im März 2024 passiert ist.
Hast du hingegen noch offene Schulden (Debetsaldo), musst du diese vor oder unmittelbar nach der Kündigung begleichen. Besonders wichtig: Wenn du eine Ratenzahlungsvereinbarung laufen hast, gilt eine Nachfrist von 14 Tagen. Innerhalb dieser 14 Tage müssen alle offenen Beträge vollständig beglichen sein. Passiert das nicht, wird die Kündigung unwirksam – die Karte bleibt dann aktiv, bis die Schulden beglichen sind.
Die Startgutschrift, die neue Karteninhaber als Willkommensgeschenk erhalten, muss bei einer Kündigung nicht zurückgezahlt werden. Sie ist ein echtes Geschenk und kein Vorschuss.
📌 Good to know
Löse alle gesammelten Cashback-Punkte unbedingt vor der Kündigung bei Amazon.de ein. Nach der Kündigung können die Punkte verfallen. Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf Auszahlung nicht eingelöster Bonuspunkte.
Ein praktischer Ablaufplan für die Kündigung: Erstens alle Punkte bei Amazon einlösen. Zweitens offene Rechnungsbeträge vollständig begleichen. Drittens Kündigung online einreichen. Viertens den Eingang der Kündigungsbestätigung dokumentieren. Fünftens prüfen, ob ein Habensaldo auf das Konto überwiesen wurde. Dieser Ablauf stellt sicher, dass du keinen Wert verlierst und keine bösen Überraschungen erlebst.
Gesperrtes Konto: Rechtliche Ansprüche auf Guthaben
Was passiert, wenn Amazon dein Konto sperrt und du noch Guthaben hast? Diese Frage stellt sich seltener als die anderen in diesem Artikel – aber wenn sie sich stellt, ist sie umso dringlicher.
Zunächst eine wichtige Unterscheidung: Es gibt Geschenkgutschein-Guthaben und eingezahltes echtes Guthaben. Diese beiden Arten werden rechtlich völlig unterschiedlich behandelt.
Geschenkgutscheine bei gesperrten Konten
Laut den Amazon-AGB können Geschenkgutscheine bei gesperrten Konten weder bar ausgezahlt noch auf ein anderes Konto übertragen werden. Das klingt hart – und ist es auch. Amazon hat sich diese Regelung vertraglich gesichert. Wer also Geschenkgutscheine auf einem gesperrten Konto hat, steht zunächst vor einer schwierigen Situation.
Allerdings ist diese AGB-Regelung nicht das letzte Wort. Verbraucherschützer und Rechtsanwälte verweisen darauf, dass solche Klauseln im Einzelfall einer AGB-Kontrolle nach §§ 305 ff. BGB standhalten müssen. Ob eine vollständige Verweigerung der Auszahlung von Geschenkgutscheinen bei Kontosperrung rechtlich haltbar ist, ist umstritten.
Eingezahltes echtes Guthaben – § 812 BGB greift
Anders sieht es bei echtem, eingezahltem Guthaben aus. Wenn du tatsächlich Geld auf dein Kreditkartenkonto eingezahlt hast – also einen Habensaldo erzeugt hast – besteht ein rechtlicher Rückforderungsanspruch nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB (Leistungskondiktion). Das ist das sogenannte Bereicherungsrecht: Amazon darf sich nicht ohne rechtlichen Grund an deinem Geld bereichern.
Dieser Anspruch gilt unabhängig davon, ob dein Konto gesperrt ist oder nicht. Amazon kann die Kontosperrung nicht als Grund nutzen, um eingezahltes Geld einzubehalten. Das ist juristisch klar – auch wenn die Durchsetzung im Einzelfall Aufwand erfordert.
Was tust du konkret, wenn dein Konto gesperrt ist und du Guthaben zurückfordern möchtest? Erstens: Schreibe Amazon schriftlich an und fordere die Rückzahlung des Guthabens unter Berufung auf § 812 BGB. Setze eine angemessene Frist von 14 Tagen. Zweitens: Dokumentiere alle Kommunikation. Drittens: Wenn Amazon nicht reagiert, kannst du die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr oder – bei Kreditkartenfragen – die Schlichtungsstelle der Deutschen Bundesbank einschalten. Viertens: Im Streitfall hilft ein Rechtsanwalt für Verbraucherrecht.
Die Praxis zeigt: Bei echtem eingezahltem Guthaben gibt Amazon in der Regel nach, wenn der Anspruch klar und schriftlich geltend gemacht wird. Bei Geschenkgutscheinen ist die Rechtslage weniger eindeutig, und die Durchsetzung ist schwieriger.
Grundsätzlich gilt: Halte dein Kreditkartenguthaben so niedrig wie möglich. Zahle keine größeren Beträge auf die Karte ein, die du nicht unmittelbar benötigst. Das minimiert das Risiko, im Fall einer Kontosperrung auf Geld warten zu müssen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mein Amazon-Cashback (Punkte) auf mein Bankkonto überweisen?
Nein. Amazon-Punkte sind ausschließlich als Rabatt bei Einkäufen auf Amazon.de einlösbar. Eine Barauszahlung oder Überweisung auf ein Bankkonto ist technisch nicht möglich und vertraglich nicht vorgesehen.
Was kostet eine Bargeldabhebung mit der Amazon Kreditkarte?
In der Eurozone: 3,9 % des Betrags, mindestens 1,50 €. In Fremdwährung: 5,4 % des Betrags, mindestens 1,50 €, plus 1,5 % Auslandseinsatzentgelt. Mit dem optionalen Reisepaket (7,99 €/Monat) sind bis zu 5 Abhebungen in Fremdwährung pro Monat kostenlos.
Wie hoch sind die Zinsen bei der Funktion „Geld auszahlen“?
Der ausgezahlte Betrag wird als Teilzahlung behandelt und mit einem effektiven Jahreszins von 17,67 % (Stand Januar 2026) verzinst. Separate Überweisungsgebühren fallen nicht an, aber die Zinslast ist erheblich.
Was passiert mit meinem Guthaben, wenn ich die Amazon Kreditkarte kündige?
Ein vorhandener Habensaldo wird automatisch auf das hinterlegte Bankkonto überwiesen. Offene Schulden müssen vor der Kündigung beglichen werden. Bei Ratenzahlungsvereinbarung gilt eine Nachfrist von 14 Tagen.
Gibt es eine Kündigungsfrist für die Amazon Kreditkarte?
Nein. Es gibt weder eine Mindestlaufzeit noch eine Kündigungsfrist. Die Kündigung der neuen Karte erfolgt online über das Kundenportal unter „Profil → Hilfe → Vertrag kündigen“. Die Startgutschrift muss nicht zurückgezahlt werden.
Was passiert mit dem Guthaben, wenn Amazon das Konto sperrt?
Für eingezahltes echtes Guthaben besteht ein Rückforderungsanspruch nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB. Geschenkgutscheine können laut AGB bei gesperrten Konten nicht ausgezahlt werden, was rechtlich jedoch umstritten ist.
Wann lohnt sich das Reisepaket der Amazon Kreditkarte?
Das Reisepaket für 7,99 €/Monat lohnt sich nur bei regelmäßigen Fremdwährungsabhebungen im Ausland. Für Inlandsnutzer oder seltene Reisende übersteigt die Paketgebühr die eingesparten Abhebungskosten in der Regel deutlich.















