ETF-Sparplan-Anbieter 2026: Kostenvergleich der Broker

Das Wichtigste in Kürze:

Sechs große ETF-Sparplan-Anbieter im Kostenvergleich 2026: Trade Republic, Scalable Capital, ING, Consorsbank, comdirect und finanzen.net zero. Ausführungsgebühren, Mindestraten, Anzahl kostenloser Sparplan-ETFs und Depotkosten im Detail — plus Modellrechnung, was Kostenunterschiede über 10 Jahre wirklich ausmachen.

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ETF-Sparplan-Markt 2026: Der Preiskampf ist praktisch entschieden

Die Ausführungsgebühr für ETF-Sparpläne ist 2026 bei den großen Anbietern faktisch abgeschafft. Trade Republic, Scalable Capital, ING, Consorsbank und finanzen.net zero führen Sparpläne inzwischen für 0 Euro aus — nur bei der comdirect kostet der Standard-Sparplan außerhalb der Top-Preis-Auswahl noch 1,5 Prozent der Sparrate (Stand: Juli 2026).

Das war lange anders. Direktbanken wie Consorsbank und comdirect verlangten jahrelang 1,5 Prozent je Ausführung, sofern der ETF nicht auf einer Aktionsliste stand. Die Consorsbank hat diese Gebühr im Oktober 2025 gestrichen: Seitdem laufen dort alle rund 1.700 sparplanfähigen ETFs ohne Ausführungsentgelt. Der Kostendruck der Neobroker hat den Markt damit fast vollständig auf null gedrückt.

Gleichzeitig boomt das Produkt selbst. Allein im März 2026 wurden rund 5,8 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, mit einer durchschnittlichen Rate von rund 181 Euro — über 1 Milliarde Euro floss so in einem einzigen Monat in den Markt. Für das Gesamtjahr 2025 meldete die Branche rund 15 Millionen monatliche Ausführungen in Deutschland und Kontinentaleuropa, ein Plus von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wie stark regelmäßiges Wertpapiersparen die klassische deutsche Spargewohnheit verändert, haben wir in unserer Statistik zum Sparverhalten ausführlich aufbereitet. Kurzfassung: Das Sparbuch verliert, der Sparplan gewinnt.

Der Trend zeigt zugleich, wie sich das Geschäftsmodell verschoben hat. Lange finanzierten Broker die Gratis-Ausführung über Rückvergütungen der Handelsplätze – damit ist seit dem 1. Juli 2026 Schluss: Das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow untersagt Zahlungen Dritter fürs Weiterleiten deiner Orders. Verdient wird an Sparplänen deshalb kaum noch direkt, sondern über den Spread auf hauseigenen Handelsplätzen, über Zinsüberschüsse auf Verrechnungskonten und über Zusatzprodukte wie Abo-Modelle oder Kartenangebote. Für dich als Sparer ist das grundsätzlich eine gute Nachricht — solange du die indirekten Kostenkanäle kennst, die weiter unten in diesem Artikel im Detail folgen.

Warum sich der Vergleich trotzdem lohnt

Wenn fast überall 0 Euro draufsteht, entscheiden die zweite und dritte Kostenebene: Wie viele ETFs sind dauerhaft gebührenfrei besparbar? Welche Mindestrate gilt? Fallen Depotgebühren an, sobald du den Sparplan pausierst? Und wie stark schlagen Spreads und die laufenden Fondskosten (TER) zu? Genau diese Ebenen nimmt dieser Vergleich auseinander — mit allen sechs großen Anbietern namentlich und mit konkreten Zahlen.

Kostenvergleich der Broker: Sechs Anbieter, alle Konditionen

Im direkten Vergleich liegen die sechs meistgenutzten ETF-Sparplan-Anbieter bei der Ausführungsgebühr nahezu gleichauf — die Unterschiede stecken in Auswahl, Mindestrate und Depotmodell. Die Tabelle zeigt die Konditionen im Überblick (Stand: Juli 2026, alle Angaben „rund“ bzw. „bis zu“, da Anbieter ihre Listen laufend anpassen).

Anbieter Sparplan-Ausführung Kostenlose Sparplan-ETFs Mindestrate Depotgebühr
Trade Republic 0 € rund 2.500 1 € 0 €
Scalable Capital 0 € rund 3.100 (alle) 1 € 0 € (Free), 4,99 €/Monat (Prime+)
finanzen.net zero 0 € rund 1.900 25 € 0 €
ING 0 € (dauerhaft, alle ETFs) rund 1.100–1.200 1 € 0 €
Consorsbank 0 € (seit 10/2025) rund 1.700 10 € 0 €
comdirect 1,5 % der Rate; rund 550 Top-Preis-ETFs 0 € rund 550 von über 2.000 1 € 0 € mit aktivem Sparplan, sonst 3,90 €/Monat

Die Kurzanalyse: Scalable Capital bietet mit rund 3.100 dauerhaft kostenlosen Sparplan-ETFs die größte Auswahl, Trade Republic liegt rund 600 ETFs dahinter. Bei den Direktbanken sticht die ING heraus, weil dort ausnahmslos alle sparplanfähigen ETFs dauerhaft gebührenfrei laufen — ohne Aktionslisten-Logik. Die comdirect ist der einzige Anbieter im Feld, bei dem du außerhalb der Top-Preis-Auswahl noch spürbar zahlst.

Stiftung Warentest kam in ihrem Depotvergleich vom Dezember 2025 zu einem ähnlichen Bild: Kostenfreie Sparplanausführung ist inzwischen Standard, als Kostensieger über alle Depotgrößen kürten die Tester den hier nicht im Detail betrachteten Anbieter Smartbroker+ mit über 10.000 gebührenfreien Sparplänen.

Wie du die Tabelle für dich liest

Für die Anbieterwahl zählt weniger die absolute ETF-Anzahl als die Frage, ob dein konkreter Wunsch-ETF dauerhaft gebührenfrei besparbar ist. Wer einen einzigen Welt-ETF ab 50 oder 100 Euro monatlich bespart, findet den bei allen sechs Anbietern kostenlos — die Entscheidung fällt dann über Nebenkriterien wie Guthabenzins, App-Qualität, Girokonto-Anbindung oder Xetra-Zugang.

Anders sieht es aus, wenn du mehrere Sparpläne parallel fährst, Nischen-ETFs besparst oder mit Kleinstraten testest: Dann filtern Mindestrate (25 Euro bei finanzen.net zero, 10 Euro bei der Consorsbank) und Listenlogik (Top-Preis-ETFs bei der comdirect) das Feld schnell aus. Im Marktschnitt bieten Banken und Broker gut 1.300 kostenlose ETF-Sparpläne an — die Spitzenanbieter liegen also beim Doppelten bis Anderthalbfachen des Marktdurchschnitts.

Kostenlose Sparplan-ETFs je Broker im Vergleich

01.0002.0003.000Scalable CapitalScalable Capital: rund 3.100rund 3.100Trade RepublicTrade Republic: rund 2.500rund 2.500finanzen.net zerofinanzen.net zero: rund 1.900rund 1.900ConsorsbankConsorsbank: rund 1.700rund 1.700INGING: rund 1.100–1.200rund 1.100–1.200comdirectcomdirect: rund 550rund 550
Quelle: Anbieterangaben und Stiftung Warentest, Angaben „rund“, da Listen laufend angepasst werden — Stand: Juli 2026.

Neobroker im Detail: Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero

Bei den Neobrokern bekommst du 2026 die Kombination aus 0-Euro-Ausführung, 1-Euro-Mindestrate und großer ETF-Auswahl — bezahlt wird indirekt über den Spread, seit dem PFOF-Verbot vom 1. Juli 2026 vor allem auf den hauseigenen Handelsplätzen der Anbieter.

Trade Republic

Trade Republic führt sämtliche ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr aus, rund 2.500 ETFs sind sparplanfähig. Die Mindestrate liegt bei 1 Euro, ausgeführt wird wahlweise wöchentlich, zweimal monatlich, monatlich oder quartalsweise. Gehandelt wird über die LS Exchange (Börse Hamburg). Dazu kommt ein Zinsangebot: Auf unangelegtes Guthaben zahlt Trade Republic seit der EZB-Zinserhöhung vom Juni 2026 2,25 Prozent p.a., variabel an den Einlagensatz gekoppelt und ohne Obergrenze.

Scalable Capital

Scalable Capital stellt alle rund 3.100 Sparplan-ETFs ab 1 Euro Rate gebührenfrei — im kostenlosen Free-Broker genauso wie im Abo-Modell Prime+ für 4,99 Euro pro Monat. Das Abo lohnt sich vor allem für Vieltrader bei Einzelorders; reine Sparplan-Nutzer brauchen es nicht. Beachte die Änderung zum 1. April 2026: Das Verrechnungskonto wird nicht mehr verzinst, stattdessen gibt es ein separates Geldmarktkonto mit 2,50 Prozent p.a. Gehandelt wird primär über gettex (Börse München).

finanzen.net zero

finanzen.net zero bietet rund 1.900 ETF-Sparpläne ohne Ausführungskosten und ohne Depotgebühr. Der praktische Unterschied zu den beiden Großen: Die Mindestsparrate liegt mit 25 Euro deutlich höher. Für alle, die ohnehin dreistellig sparen, ist das irrelevant — wer mit Kleinstbeträgen in mehrere ETFs parallel streuen will, fährt bei Trade Republic oder Scalable flexibler.

Für wen sich welcher Neobroker eignet

Auswahl-Maximierer: Scalable Capital, weil dort alle rund 3.100 Sparplan-ETFs ohne Listenlogik gebührenfrei laufen. Cash-Parker: Trade Republic, weil der EZB-gekoppelte Zins von 2,25 Prozent direkt auf dem Verrechnungskonto ohne Obergrenze anfällt. Puristen: finanzen.net zero, wenn dir rund 1.900 ETFs reichen und deine Rate ohnehin über 25 Euro liegt. Bei der Regulierung nehmen sich die drei wenig: Alle agieren mit deutscher Banklizenz bzw. unter BaFin-Aufsicht, verwahrt werden die Anteile bei deutschen Depotbanken.

📌 Good to know

ETF-Anteile sind Sondervermögen und bleiben bei einer Broker-Pleite dein Eigentum. Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro betrifft nur das Cash auf dem Verrechnungskonto — bei ausländischen Partnerbanken gilt die Sicherung des jeweiligen EU-Landes.

Direktbanken im Detail: ING, Consorsbank, comdirect

Die Direktbanken haben beim Preis weitgehend nachgezogen und punkten mit Vollbank-Komfort: Girokonto-Anbindung, Xetra-Zugang, telefonischer Service und lange Markterfahrung.

ING

Die ING hat das einfachste Modell im Feld: Alle rund 1.100 bis 1.200 sparplanfähigen ETFs sind dauerhaft kostenfrei besparbar, ab 1 Euro und bis 1.000 Euro pro ETF und Monat, ohne Depotgebühr und ohne Aktionslisten. Du musst also nie prüfen, ob dein ETF gerade "im Angebot" ist. Die Auswahl ist kleiner als bei den Neobrokern, deckt aber alle gängigen Welt-, Regionen- und Themenindizes ab.

Consorsbank

Die Consorsbank hat im Oktober 2025 die früher fällige Gebühr von 1,5 Prozent für alle ETF-Sparpläne gestrichen — seitdem laufen alle rund 1.700 sparplanfähigen ETFs ohne Ausführungsentgelt, die Sparplan-Partner übernehmen die Kosten. Die Mindestrate liegt bei 10 Euro, die Depotführung ist kostenlos. Damit ist die BNP-Paribas-Tochter vom teuren Traditionsanbieter zum vollwertigen Preis-Konkurrenten der Neobroker geworden.

comdirect

Die comdirect (Commerzbank-Gruppe) ist der letzte große Anbieter mit relevanter Sparplangebühr: Standardmäßig kostet die Ausführung 1,5 Prozent der Rate. Kostenlos sind nur die rund 550 Top-Preis-ETFs aus insgesamt über 2.000 sparplanfähigen ETFs. Die Depotführung ist mit aktivem Sparplan oder ab drei Trades pro Quartal gratis, sonst fallen 3,90 Euro pro Monat an. Wer bei der comdirect spart, sollte seinen Wunsch-ETF deshalb zwingend gegen die Top-Preis-Liste prüfen — bei 200 Euro Monatsrate kostet ein Nicht-Listen-ETF sonst 36 Euro im Jahr, ein Listen-ETF null.

Direktbank oder Neobroker — die ehrliche Abwägung

Rein rechnerisch gewinnen bei kleinen Depots die Neobroker, praktisch relevanter ist oft der Komfortfaktor: Bei ING, Consorsbank und comdirect laufen Girokonto, Tagesgeld und Depot unter einem Dach, Orders lassen sich auch über Xetra platzieren, und es gibt telefonischen Support. Wer sein Depot als langweiligen Vermögensbaustein neben dem Hauptkonto führen will, zahlt bei ING und Consorsbank dafür 2026 keinen Cent Aufpreis mehr — nur die comdirect verlangt außerhalb ihrer Top-Preis-Liste weiterhin einen echten Preisaufschlag.

💡 Tip

Direktbanken führen Sparpläne oft börslich über Xetra oder Tradegate aus, Neobroker über gettex oder LS Exchange. Zwischen 9:00 und 17:30 Uhr — während der Xetra-Handelszeiten — sind die Spreads an allen Plätzen am engsten.

Versteckte Kosten: Wo "0 Euro" nicht die ganze Wahrheit ist

Auch ein Sparplan mit 0 Euro Ausführungsgebühr kostet Geld — nur an anderer Stelle. Drei Kostenebenen bleiben bei jedem Anbieter bestehen: Spread, TER und die Befristung von Aktionsangeboten. Wer nur auf die Ordergebühr schaut, vergleicht die sichtbarsten, aber langfristig kleinsten Posten der Gesamtrechnung.

Der Spread: die unsichtbare Handelsgebühr

Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs und steckt direkt im Ausführungskurs. Neobroker führen Sparpläne über außerbörsliche bzw. regionale Plätze wie gettex oder LS Exchange aus, wo die Spreads außerhalb der Xetra-Kernzeiten spürbar weiter sein können. Bei liquiden Standard-ETFs auf MSCI World oder S&P 500 reden wir meist über wenige Basispunkte — bei Nischen-ETFs und Ausführungen am frühen Morgen kann es mehr werden. Entscheidend ist deshalb weniger der Anbieter als der Ausführungszeitpunkt.

Die TER: der größte Hebel liegt im Produkt

Die laufenden Fondskosten (Total Expense Ratio) zahlst du unabhängig vom Broker, sie werden täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Bei MSCI-World-ETFs reicht die Spanne von rund 0,05 bis 0,50 Prozent pro Jahr — der iShares Core MSCI World liegt bei 0,20 Prozent, der Amundi MSCI World bei 0,12 Prozent. Noch aussagekräftiger als die TER ist die Tracking Difference, also die tatsächliche Abweichung vom Index: Ein ETF mit 0,20 Prozent TER kann durch Wertpapierleihe real nur 0,03 Prozent hinter dem Index liegen. Faustregel: Erst den günstigen ETF wählen, dann den Broker, der ihn kostenlos bespart. Der Unterschied zwischen 0,12 und 0,20 Prozent TER klingt akademisch, macht bei einem Depot von 100.000 Euro aber bereits 80 Euro pro Jahr aus — Geld, das über Jahrzehnte zusätzlich fehlt, weil es nicht mehr mitverzinst wird.

Aktions-ETFs: kostenlos mit Verfallsdatum

Bei Anbietern mit Aktionslisten (klassisch comdirect, historisch auch Consorsbank) sind Gratis-Konditionen oft Marketing-Kooperationen mit ETF-Anbietern — und damit befristet. Läuft die Aktion aus, kostet derselbe Sparplan plötzlich 1,5 Prozent je Rate. Dauerhaft kostenlose Modelle wie bei ING, Trade Republic oder Scalable sind planbarer.

Verrechnungskonto und Zinsen nicht vergessen

Auch das Verrechnungskonto ist eine Kostenebene — in beide Richtungen. Trade Republic verzinst unangelegtes Guthaben mit 2,25 Prozent p.a., Scalable bietet seit April 2026 ein separates Geldmarktkonto mit 2,50 Prozent p.a., während klassische Verrechnungskonten bei Direktbanken oft unverzinst bleiben. Wer regelmäßig einen Cash-Puffer für Nachkäufe hält, holt über den Guthabenzins schnell mehr heraus, als jede Sparplangebühr je gekostet hätte. Nach der EZB-Zinserhöhung vom Juni 2026 zahlen einzelne Neobroker in Aktionsphasen sogar bis zu 3,5 Prozent für Neukunden — solche Sätze sind aber typischerweise befristet.

📌 Good to know

Ein Broker darf Konditionen ändern, dein Depot ist aber nicht gefangen: Ein ETF-Übertrag zu einem anderen deutschen Anbieter ist gesetzlich kostenlos und dauert typischerweise ein bis drei Wochen. Kaufdaten und Steuermerkmale wandern mit.

Kostenwirkung auf 10 Jahre: Die Beispielrechnung

Über zehn Jahre entscheiden Ausführungsgebühr und TER zusammen über einen Unterschied von rund 900 Euro — bei einer Sparrate von nur 150 Euro im Monat. Das zeigt eine Modellrechnung mit drei Szenarien: 150 Euro Monatsrate, 10 Jahre Laufzeit, 6,5 Prozent angenommene Bruttorendite pro Jahr, eingezahlt werden jeweils 18.000 Euro.

Szenario Kostenprofil Endwert nach 10 Jahren Differenz zum Bestfall
Günstiger Sparplan 0 € Ausführung, TER 0,12 % (z.B. Neobroker + günstiger Welt-ETF) rund 25.200 €
Teurer ETF 0 € Ausführung, TER 0,50 % rund 24.700 € rund −500 €
Teurer ETF + Gebühr 1,5 % Ausführung (2,25 € je Rate), TER 0,50 % rund 24.300 € rund −900 €

Zwei Lehren stecken in dieser Rechnung. Erstens: Die 1,5-Prozent-Ausführungsgebühr kostet direkt 270 Euro über zehn Jahre (120 Ausführungen à 2,25 Euro) — inklusive entgangener Rendite wächst der Schaden auf rund 400 Euro. Zweitens: Die TER wirkt noch stärker, weil sie auf das gesamte anwachsende Depot wirkt und nicht nur auf die Rate. Der Sprung von 0,12 auf 0,50 Prozent TER frisst in diesem Modell rund 500 Euro.

Zur Einordnung der Renditeannahme: Ein Investment von 10.000 Euro in einen MSCI-World-ETF Anfang 2016 wuchs bis April 2026 auf über 32.000 Euro — mehr als eine Verdreifachung in gut zehn Jahren, allerdings mit heftigen Zwischenschwankungen wie dem Corona-Einbruch 2020. Die im Modell angesetzten 6,5 Prozent pro Jahr liegen also eher unter dem, was der Weltaktienmarkt in der vergangenen Dekade tatsächlich geliefert hat. Garantiert ist davon nichts, aber als Rechenbasis für den Kostenvergleich ist die Annahme konservativ gewählt.

Je länger die Laufzeit und je höher die Rate, desto brutaler wird der Effekt: Bei 300 Euro Rate über 20 Jahre reden wir schnell über einen vier- bis fünfstelligen Unterschied, weil jeder an Kosten verlorene Euro in allen Folgejahren nicht mehr mitverzinst wird. Die Modellwerte sind bewusst vorsichtig gerechnet — reale Börsenrenditen schwanken, die Größenordnung der Kosteneffekte bleibt.

Für die Praxis heißt das: Wähle zuerst einen breit gestreuten ETF mit niedriger TER und guter Tracking Difference, dann einen Anbieter, der ihn dauerhaft für 0 Euro bespart — 2026 ist das bei fünf der sechs verglichenen Broker der Normalfall. Mehr Analysen und Vergleiche rund ums Investieren findest du laufend in unserer Rubrik Geldanlagen.

💡 Tip

Prüfe deinen laufenden Sparplan einmal pro Jahr: Ist der ETF noch gebührenfrei besparbar, liegt die TER unter 0,2 Prozent, stimmt der Ausführungszeitpunkt? Zehn Minuten Kontrolle sichern die Kostenvorteile über die gesamte Laufzeit.

Endvermögen nach 10 Jahren: 150 € Monatsrate, 6,5 % Rendite p.a.

0 €5.000 €10.000 €15.000 €20.000 €25.000 €Einzahlung: 18.000 €Günstiger Sparplan: 25.200 €25.200 €Günstiger Sparplan0 € Gebühr, TER 0,12 %Teurer ETF: 24.700 €24.700 €−500 €Teurer ETF0 € Gebühr, TER 0,50 %Teurer ETF + Gebühr: 24.300 €24.300 €−900 €Teurer ETF + Gebühr1,5 % Gebühr, TER 0,50 %
Quelle: Eigene Modellrechnung (150 € Monatsrate, 10 Jahre, 6,5 % Bruttorendite p.a., ohne Steuern und Spreads) — Stand: Juli 2026.

Quellen und Methodik

Alle Konditionen wurden im Juli 2026 per Websuche aus Anbieterseiten, Fachportalen und Testberichten erhoben (Stand: Juli 2026). Da Broker ihre ETF-Listen, Zinssätze und Gebührenmodelle laufend anpassen, sind Angaben als "rund" bzw. "bis zu" zu verstehen; maßgeblich ist stets das aktuelle Preis-Leistungs-Verzeichnis des Anbieters. Die 10-Jahres-Rechnung ist eine vereinfachte Modellrechnung ohne Steuern und Spreads.

Häufig gestellte Fragen

Q

Welcher ETF-Sparplan-Anbieter ist 2026 am günstigsten?

Trade Republic, Scalable Capital, ING, Consorsbank und finanzen.net zero führen ETF-Sparpläne für 0 Euro aus (Stand: Juli 2026). Die größte kostenlose Auswahl bietet Scalable Capital mit rund 3.100 ETFs. Unterschiede entstehen vor allem durch Mindestrate, Spreads und TER des gewählten ETFs.

Q

Ab welcher Sparrate kann ich einen ETF-Sparplan starten?

Bei Trade Republic, Scalable Capital, ING und comdirect geht es bereits ab 1 Euro pro Ausführung los. Die Consorsbank verlangt mindestens 10 Euro, finanzen.net zero in der Praxis 25 Euro. Nach oben sind meist mehrere hundert bis 1.000 Euro pro ETF und Monat möglich.

Q

Was kostet ein ETF-Sparplan trotz 0 Euro Ausführungsgebühr?

Es bleiben drei Kostenebenen: der Spread im Ausführungskurs, die laufenden Fondskosten (TER, bei Welt-ETFs rund 0,05 bis 0,50 Prozent pro Jahr) und mögliche Depotgebühren bei Inaktivität. Über zehn Jahre wiegt eine hohe TER meist schwerer als jede Ordergebühr.

Q

Ist mein Geld beim Neobroker genauso sicher wie bei einer Direktbank?

Deine ETF-Anteile sind bei allen Anbietern Sondervermögen und bleiben auch bei einer Pleite des Brokers dein Eigentum. Das Cash auf dem Verrechnungskonto schützt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro — je nach Partnerbank nach deutschem oder EU-Recht.

Q

Kann ich meinen ETF-Sparplan zu einem anderen Broker umziehen?

Ein Depotübertrag zwischen deutschen Anbietern ist gesetzlich kostenlos und dauert typischerweise ein bis drei Wochen; Kaufdaten und Steuermerkmale wandern mit. Den Sparplan selbst richtest du beim neuen Broker einfach neu ein — bestehende ETF-Anteile musst du dafür nicht verkaufen.


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