Themen in diesem Artikel:
- Markt 2026: 14,1 Mio. Aktiensparer und das PFOF-Verbot.
- Ordergebühren: Fünf Broker von 0 bis 1 Euro pro Trade.
- ETF-Sparpläne: Wo es die meisten Gratis-Sparpläne gibt.
- Guthabenzins: Rund 2,25 bis 2,5 Prozent sind drin.
- Sicherheit: Banklizenzen und Einlagensicherung im Check.
- Fazit: Welcher Broker zu welchem Anlegertyp passt.
Neobroker 2026: Der Markt im Überblick
Neobroker haben das Investieren in Deutschland demokratisiert: 14,1 Millionen Menschen besaßen 2025 laut Deutschem Aktieninstitut Aktien, Aktienfonds oder ETFs — 2 Millionen mehr als im Jahr davor. Rund 5,3 Millionen davon nutzen einen Sparplan, und ein großer Teil dieser Sparpläne läuft über App-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital.
Die Größenordnungen sind beachtlich. Trade Republic meldete 2026 mehr als 10 Millionen Kunden in Europa und über 150 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen. Scalable Capital kommt auf mehr als 1,5 Millionen Kunden und über 45 Milliarden Euro. eToro zählt weltweit rund 40 Millionen registrierte Nutzer, während finanzen.net zero und justTRADE als kleinere deutsche Anbieter vor allem über den Preis punkten.
Das Jahr 2026 markiert dabei eine Zäsur: Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Deutschland das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF). Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr von Handelsplätzen oder Market Makern für weitergeleitete Kundenorders annehmen — genau jenes Modell, das die 1-Euro-Trades und kostenlosen Sparpläne überhaupt erst möglich gemacht hatte.
Der Aufstieg der Neobroker ist auch eine Geschichte sinkender Eintrittshürden. Als Trade Republic 2019 mit dem 1-Euro-Trade startete, verlangten Filialbanken für dieselbe Order häufig 25 bis 50 Euro. Die Folge war ein Generationenwechsel an der Börse: Laut Deutschem Aktieninstitut kamen 2025 allein 1,2 Millionen neue Anleger unter 40 Jahren hinzu, und erstmals investierte damit rund jeder Fünfte ab 14 Jahren in Deutschland in den Aktienmarkt. Auch die Zahl der investierenden Frauen stieg binnen eines Jahres um rund 24 Prozent.
Was das PFOF-Verbot für dich bedeutet
Die befürchtete Preiswelle ist bislang ausgeblieben. Die großen Anbieter haben sich vorbereitet: Scalable Capital betreibt gemeinsam mit der Börse Hannover die hauseigene Börse EIX, Trade Republic hat Anfang 2026 von der BaFin die Erlaubnis für ein eigenes multilaterales Handelssystem erhalten. Verdient wird nun stärker über den Spread — die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Die Kosten verschwinden also nicht, sie verlagern sich von der sichtbaren Gebühr in den Kurs.
Für dich heißt das: Der reine Gebührenvergleich bleibt wichtig, aber die Ausführungsqualität rückt stärker in den Fokus. Alle Konditionen in diesem Vergleich gelten mit Stand: Juli 2026 und können sich ändern — bei Sparplan-Angeboten und Zinsen lohnt der Blick auf das aktuelle Preisverzeichnis des Anbieters. Mehr Analysen rund um Aktien und ETFs findest du in unserer Rubrik Börse.
Ordergebühren im Vergleich: Von 0 bis 1 Euro pro Trade
Bei den Orderkosten liegen alle fünf Anbieter weit unter klassischen Filialbanken, die Modelle unterscheiden sich aber deutlich. Trade Republic verlangt eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Order. Neu seit Juli 2026: Orders werden automatisch zum günstigsten verfügbaren Kurs unter den angebundenen Börsen ausgeführt. Wer den Handelsplatz selbst wählen will — etwa Xetra oder Nasdaq aus rund 30 Börsen — zahlt 2 Euro.
Scalable Capital fährt ein Zwei-Tarif-Modell: Im Free Broker kostet jeder Trade 0,99 Euro, Käufe von PRIME-ETFs (unter anderem Amundi, iShares, Vanguard, Xtrackers) ab 250 Euro Ordervolumen sind kostenlos. Der Prime+ Broker bietet für 4,99 Euro im Monat unbegrenzt gebührenfreie Trades ab 250 Euro Ordervolumen — für Vieltrader rechnet sich das schnell.
finanzen.net zero ist ab 500 Euro Ordervolumen komplett gebührenfrei, darunter fällt 1 Euro pro Order an. justTRADE berechnet keine Orderprovision, bei börslichen Orders aber eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro; für Derivate gelten 2,90 Euro plus 0,5 Prozent des Volumens und ein Mindestordervolumen von 500 Euro. eToro handelt Aktien und ETFs kommissionsfrei, verdient aber am Spread (bei Aktien typischerweise rund 0,09 bis 0,39 Prozent) und verlangt 5 US-Dollar pro Auszahlung.
| Anbieter | Orderkosten Aktien/ETF | Depotgebühr | Produktangebot | Handelsplätze |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 1 € pauschal; 2 € bei eigener Handelsplatzwahl | 0 € | Aktien, ETFs, Krypto, Derivate, Anleihen | Automatische Bestpreis-Ausführung, rund 30 Börsen wählbar |
| Scalable Capital | 0,99 € (Free); 0 € ab 250 € im Prime+ für 4,99 €/Monat | 0 € (Free-Tarif) | Aktien, ETFs, Fonds, Krypto, Derivate | gettex, Xetra, eigene Börse EIX |
| eToro | 0 € Kommission, Spread rund 0,09–0,39 %; 5 USD je Auszahlung | 0 € | Aktien, ETFs, Krypto, CFDs, Copy Trading | Eigene Plattform (USD-Konto) |
| finanzen.net zero | 0 € ab 500 € Ordervolumen; darunter 1 € | 0 € | Aktien, ETFs, Fonds, Krypto, Derivate | gettex (Börse München) |
| justTRADE | 0 € Provision + 1 € Fremdkosten (börslich); Derivate 2,90 € + 0,5 % | 0 € | Aktien, ETFs, Krypto, Derivate in einem Depot | LS Exchange, Quotrix, Tradegate + außerbörslich |
Konditionen Stand: Juli 2026, je nach Tarif und Ordervolumen variabel. Wichtig für die Einordnung: Bei allen Anbietern kommen marktübliche Spreads hinzu — der nominale Orderpreis ist nie die ganze Wahrheit.
Krypto und Derivate: Hier trennen sich die Kostenmodelle
Beim Kryptohandel wird es differenzierter. justTRADE berechnet eine Orderprovision von 0,125 Prozent des Volumens plus einen Spread von rund 0,30 Prozent — für einen deutschen Anbieter vergleichsweise transparent. Bei eToro liegen die Krypto-Spreads je nach Marktlage typischerweise zwischen 0,75 und 5 Prozent und damit deutlich höher. Trade Republic und Scalable Capital preisen den Kryptohandel ebenfalls über den Spread ein; die effektiven Kosten hängen dort stark vom Handelszeitpunkt ab.
Rechenbeispiel für die Praxis: Wer monatlich eine Order über 1.000 Euro aufgibt, zahlt bei Trade Republic 12 Euro Ordergebühren im Jahr, bei Scalable im Free-Tarif knapp 12 Euro und bei finanzen.net zero 0 Euro. Erst bei deutlich höherer Handelsfrequenz — etwa ab fünf Trades über 250 Euro pro Monat — schlägt die Prime+-Flatrate von Scalable die Einzelabrechnung. Für reine Buy-and-Hold-Anleger ist der Gebührenunterschied zwischen den fünf Anbietern damit fast bedeutungslos.
💡 Tip
Vergleiche bei kleinen Orders nicht nur die Pauschale, sondern auch die Handelszeiten: Außerhalb der Xetra-Kernzeit (9 bis 17:30 Uhr) weiten sich Spreads an vielen Handelsplätzen spürbar aus. Wer mittags statt abends ordert, spart oft mehr als die Ordergebühr.
Ordergebühren der fünf Neobroker im Vergleich (Standard-Order)
ETF-Sparpläne: Wo dein Dauerauftrag am weitesten kommt
Bei Sparplänen sind die deutschen Neobroker 2026 fast durchweg kostenlos — die Unterschiede liegen in Auswahl und Mindestrate. Scalable Capital führt das Feld mit rund 3.100 kostenlosen ETF-Sparplänen und rund 4.100 Aktien-Sparplänen an. Trade Republic folgt mit rund 2.500 ETF-Sparplänen ohne Ausführungsgebühr, dazu über 2.700 Aktien-Sparpläne und sogar Krypto-Sparpläne.
finanzen.net zero bietet rund 1.900 kostenlose ETF-Sparpläne und dank Bruchstückhandel etwa 8.100 sparplanfähige Aktien — Ausführung ab 1 Euro Rate. justTRADE verlangt für Sparpläne mindestens 25 Euro pro Ausführung, ebenfalls ohne Gebühr. eToro hat erst im Juni 2025 mit "Recurring Investments" nachgezogen: automatisierte Käufe in über 700 ETFs und mehr als 6.000 Aktien ab rund 25 US-Dollar, ohne zusätzliche Kommission — funktional ein Sparplan, technisch aber in US-Dollar geführt.
Die Mindestrate entscheidet über den Einstieg
Für Einsteiger ist die Mindestrate oft wichtiger als die Katalogtiefe. Trade Republic, Scalable Capital und finanzen.net zero lassen dich bereits ab 1 Euro pro Ausführung sparen. Damit lässt sich ein Sparplan risikolos testen, bevor größere Beträge fließen. Rechenbeispiel zur Wirkung der Kosten: Bei 200 Euro Monatsrate und einer klassischen Bankgebühr von 1,5 Prozent pro Ausführung würden über 10 Jahre rund 360 Euro allein an Ausführungskosten anfallen — bei den fünf Neobrokern hier: 0 Euro.
Ein zweiter Blick lohnt auf die Ausführungsmodalitäten. Trade Republic und Scalable Capital führen Sparpläne an festen Terminen aus, die du in gewissem Rahmen wählen kannst; finanzen.net zero und justTRADE arbeiten mit festen monatlichen Stichtagen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist der genaue Ausführungstag statistisch nahezu irrelevant — wichtiger ist, dass die Ausführung zuverlässig innerhalb der liquiden Handelszeiten stattfindet, damit der Spread nicht unnötig an der Rendite knabbert.
Beachte allerdings die Fußnoten: Kostenlos ist stets die Ausführung, nicht der ETF selbst. Die laufenden Produktkosten (TER) von typischerweise rund 0,07 bis 0,5 Prozent pro Jahr fallen bei jedem Broker identisch an. Und Aktions-Sparpläne können nach Ablauf der Aktion gebührenpflichtig werden — ein Blick ins Preisverzeichnis pro Jahr ist Pflicht.
📌 Good to know
Laut Deutschem Aktieninstitut nutzen bereits 37 Prozent aller Aktienanleger in Deutschland einen Sparplan. Der Dauerauftrag ins Depot ist damit vom Nischenprodukt zum Standardweg des Vermögensaufbaus geworden — maßgeblich getrieben durch die Gratis-Sparpläne der Neobroker.
Zinsen auf Guthaben: Bis zu rund 2,5 Prozent für geparktes Geld
Nicht investiertes Geld muss 2026 nicht brachliegen. Nachdem die EZB im Juni 2026 die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben hat, liegt der Einlagensatz bei 2,25 Prozent — und die Neobroker reichen davon unterschiedlich viel weiter.
Trade Republic ist hier am konsequentesten: Der Broker verzinst das gesamte nicht investierte Guthaben mit rund 2,25 Prozent pro Jahr — ab dem ersten Euro, ohne Obergrenze, mit monatlicher Gutschrift. Der Satz folgt dem EZB-Einlagenzins und passt sich dessen Änderungen an. Scalable Capital hat sein Zinsmodell im Frühjahr 2026 umgebaut: Auf dem Verrechnungskonto des Brokers gibt es seit April 2026 keine Zinsen mehr, dafür bietet die Scalable-Bank ein separates Tagesgeldkonto mit rund 2,5 Prozent variabel für alle Kunden, ohne Betragsgrenze.
finanzen.net zero und justTRADE verzinsen das Verrechnungskonto dagegen nicht beziehungsweise nur im Rahmen zeitlich begrenzter Aktionen. eToro zahlt Zinsen auf nicht investiertes Kapital nur in ausgewählten Programmen und führt Konten in US-Dollar — für Euro-Anleger kommt hier das Währungsrisiko samt Umrechnungsgebühren hinzu.
| Anbieter | Guthabenzins (Stand: Juli 2026) | Kostenlose ETF-Sparpläne | Mindestrate Sparplan |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | Rund 2,25 % p.a. auf das gesamte Guthaben, ohne Limit | Rund 2.500 | Ab 1 € |
| Scalable Capital | Rund 2,5 % p.a. auf separatem Tagesgeldkonto; 0 % auf dem Verrechnungskonto | Rund 3.100 | Ab 1 € |
| eToro | Nur in ausgewählten Programmen; Konto in USD | Über 700 (Recurring Investments) | Ab rund 25 USD |
| finanzen.net zero | Keine laufende Verzinsung (nur Aktionen) | Rund 1.900 | Ab 1 € |
| justTRADE | Keine laufende Verzinsung | Über 100 sparplanfähige ETFs | Ab 25 € |
Ein Wort zur Einordnung der Zinshöhe: Da der EZB-Einlagensatz die Obergrenze dessen markiert, was Banken risikofrei am Markt verdienen, sind Angebote um 2,25 bis 2,5 Prozent derzeit marktgerecht — deutlich höhere Dauerzinsen wären ein Warnsignal, deutlich niedrigere schlicht schlechte Konditionen. Nach der Zinserhöhung der EZB vom Juni 2026 ist zudem denkbar, dass Anbieter ihre Sätze weiter anpassen; Trade Republic koppelt seinen Satz ohnehin automatisch an den Einlagenzins.
Rechne den Zinsunterschied ruhig einmal durch: Bei 10.000 Euro geparktem Guthaben bringt ein Satz von 2,25 Prozent rund 225 Euro Zinsen im Jahr — ein unverzinstes Verrechnungskonto entsprechend null. Wer regelmäßig größere Cash-Bestände hält, sollte diesen Posten im Vergleich mindestens so ernst nehmen wie die Ordergebühr.
Zinsen sind variabel — und folgen der EZB
Ein Blick auf die Mechanik dahinter lohnt sich. Die Neobroker refinanzieren ihre Guthabenzinsen im Wesentlichen über die Einlagefazilität der EZB oder über Partnerbanken. Steigt oder fällt der EZB-Einlagensatz, ziehen die Broker-Zinsen typischerweise binnen weniger Wochen nach — so geschehen nach der Zinserhöhung vom Juni 2026, als die EZB erstmals seit Langem wieder anhob. Verlass dich also nicht auf den heutigen Satz: Die nächste zinsrelevante EZB-Sitzung steht bereits Ende Juli 2026 an, und jede Änderung schlägt auf dein Broker-Guthaben durch.
Beachte außerdem die Struktur: Bei Trade Republic liegt der Zins direkt auf dem Verrechnungskonto — investierbereites Geld verzinst sich automatisch. Bei Scalable musst du Guthaben aktiv auf das Tagesgeldkonto umbuchen, sonst liegt es unverzinst im Broker. Wer beides vergisst, verschenkt bei vierstelligen Beträgen schnell einen dreistelligen Eurobetrag pro Jahr.
Guthabenzins-Vergleich: So viel bringt geparktes Geld (p.a.)
Sicherheit und Regulierung: Wer steht hinter deinem Depot?
Die fünf Anbieter unterscheiden sich strukturell stärker, als die Apps vermuten lassen. Trade Republic ist seit Dezember 2023 eine Vollbank unter Aufsicht von BaFin und EZB — die höchste regulatorische Stufe in Deutschland. Scalable Capital hat im September 2025 ebenfalls eine EZB-Vollbanklizenz erhalten und wickelt Depots seither über die eigene Bankinfrastruktur ab.
finanzen.net zero und justTRADE arbeiten dagegen mit Partnerbanken: Bei finanzen.net zero liegen Verrechnungskonto und Depot bei der Münchner Baader Bank, bei justTRADE übernimmt die Hamburger Sutor Bank (gegründet 1921) Konto, Depot und Steuerabführung. Für dich ändert das wenig am Schutzniveau, wohl aber am Ansprechpartner im Ernstfall.
Die Lizenzfrage ist mehr als Formalie. Eine Vollbanklizenz bedeutet direkte Aufsicht durch die EZB, eigene Kapitalanforderungen und volle Kontrolle über Verwahrung und Abwicklung — Trade Republic und Scalable Capital haben damit strukturell zu etablierten Direktbanken aufgeschlossen. Das Partnerbank-Modell von finanzen.net zero und justTRADE ist nicht unsicherer, verteilt die Verantwortung aber auf mehrere Häuser: App und Oberfläche beim Broker, Konto und Depot bei der Bank.
Einlagensicherung: 100.000 Euro sind der Standard
Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bei Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero (über die Baader Bank) und justTRADE (über die Sutor Bank) durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt; Baader und Sutor Bank sind zusätzlich Mitglieder im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands. Deine Wertpapiere selbst sind Sondervermögen — sie gehören dir und fallen bei einer Broker-Pleite nicht in die Insolvenzmasse.
Anders bei eToro: Europäische Kunden werden über die eToro (Europe) Ltd. mit Sitz in Zypern betreut, reguliert durch die dortige Aufsicht CySEC, ergänzt um FCA- und ASIC-Lizenzen für andere Märkte sowie eine MiCA-Lizenz für Kryptodienste in der EU. Statt deutscher Einlagensicherung greift der zyprische Anlegerentschädigungsfonds mit bis zu 20.000 Euro — ein relevanter Unterschied für alle, die größere Cash-Bestände halten.
📌 Good to know
Sondervermögen bedeutet: Selbst wenn dein Broker insolvent geht, bleiben deine Aktien und ETF-Anteile dein Eigentum und werden auf ein anderes Depot übertragen. Die Einlagensicherung betrifft nur das Bargeld auf dem Verrechnungskonto — nicht deine Wertpapiere.
Welcher Neobroker passt zu dir? Das Fazit nach Anlegertyp
Einen pauschalen Testsieger gibt es 2026 nicht — dafür klare Profile. Für ETF-Sparer mit Cash-Reserve ist Trade Republic die rundeste Lösung: kostenlose Sparpläne ab 1 Euro, rund 2,25 Prozent Guthabenzins ohne Limit und eine Vollbanklizenz. Wer sein Depot als Komplettlösung inklusive Karte und Zahlungsverkehr nutzen will, findet hier das geschlossenste Ökosystem. Für anspruchsvolle Kunden gehört zu einem solchen Ökosystem oft auch eine Luxus-Kreditkarte mit umfangreichen Reise- und Serviceleistungen.
Auswahl-Maximierer und Vieltrader fahren mit Scalable Capital gut: rund 3.100 Gratis-ETF-Sparpläne, Xetra-Zugang und mit Prime+ eine Flatrate, die sich ab etwa fünf größeren Trades pro Monat gegenüber Einzelgebühren rechnet. Das separate Tagesgeldkonto mit rund 2,5 Prozent gleicht den Wegfall der Verrechnungskonto-Zinsen aus — du musst das Geld aber aktiv umbuchen.
Kostenoptimierer mit größeren Einzelorders greifen zu finanzen.net zero: Ab 500 Euro Ordervolumen handelst du komplett gebührenfrei, Sparpläne gibt es ab 1 Euro. Derivate- und Multi-Asset-Trader sind bei justTRADE richtig, dem einzigen der fünf, der Wertpapiere und Krypto konsequent in einem Depot mit drei Börsenplätzen und außerbörslichem Handel bündelt. eToro bleibt die Spezialwahl für Copy Trading und internationale Märkte — mit den strukturellen Abstrichen USD-Kontoführung, Auszahlungsgebühr und zyprischer Entschädigungsgrenze.
Worauf du unabhängig vom Anbieter achten solltest
Drei Punkte gelten überall. Erstens: Konditionen sind Momentaufnahmen — gerade nach dem PFOF-Verbot beobachten Marktbeobachter, ob die 1-Euro-Modelle dauerhaft tragen. Zweitens: Ein Depotwechsel ist kostenlos und dank standardisiertem Übertrag unkompliziert; du bist keinem Anbieter ausgeliefert. Drittens: Für einen langfristigen Buy-and-Hold-Sparplan sind die Unterschiede zwischen den großen Anbietern am Ende gering — wichtiger als die perfekte Broker-Wahl ist, überhaupt anzufangen und die Sparrate durchzuhalten.
💡 Tip
Du musst dich nicht für einen einzigen Broker entscheiden: Viele Anleger kombinieren einen Sparplan-Broker für den langfristigen Vermögensaufbau mit einem Zweitdepot für Einzelaktien oder Trading. Depotführung kostet bei allen fünf Anbietern 0 Euro — Mehrgleisigkeit ist gratis.
Quellen und Methodik
Alle Konditionen und Marktdaten wurden im Juli 2026 aus öffentlich zugänglichen Preisverzeichnissen der Anbieter, Statistiken des Deutschen Aktieninstituts und der EZB sowie unabhängigen Fachvergleichen recherchiert (Stand: Juli 2026). Konditionen können sich kurzfristig ändern; maßgeblich ist stets das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters.
- Deutsches Aktieninstitut: Aktionärszahlen 2025 (2026)
- Europäische Zentralbank: Leitzinsen im Euroraum — Einlagesatz der Einlagefazilität (laufend aktualisiert)
- Scalable Capital: Preise und Gebühren im Broker (2026)
- justTRADE: Konditionen und Preis-/Leistungsverzeichnis (2026)
- eToro: Fees — offizielle Gebührenübersicht (2026)
- ESMA: MiFIR Artikel 39a — Verbot der Annahme von Zahlungen für Orderfluss
Häufig gestellte Fragen
Welcher Neobroker ist 2026 der günstigste?
finanzen.net zero handelt ab 500 Euro Ordervolumen komplett gebührenfrei, Trade Republic und justTRADE verlangen 1 Euro pauschal pro Order. Bei allen Anbietern kommen marktübliche Spreads hinzu — für Sparplan-Anleger sind praktisch alle fünf Broker kostenlos.
Ist mein Geld bei Neobrokern sicher?
Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Broker-Insolvenz dein Eigentum. Guthaben ist bei den deutschen Anbietern gesetzlich bis 100.000 Euro geschützt; bei eToro greift der zyprische Entschädigungsfonds mit bis zu 20.000 Euro.
Was ändert das PFOF-Verbot seit Juli 2026 für Anleger?
Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr für weitergeleitete Orders annehmen. Größere Preiserhöhungen blieben bislang aus, weil Anbieter wie Scalable Capital (eigene Börse EIX) und Trade Republic (eigenes Handelssystem) ihr Geschäftsmodell umgestellt haben. Achte künftig stärker auf Spreads.
Welcher Broker zahlt die höchsten Zinsen auf Guthaben?
Scalable Capital bietet rund 2,5 Prozent auf dem separaten Tagesgeldkonto, Trade Republic rund 2,25 Prozent direkt auf dem Verrechnungskonto ohne Limit (Stand: Juli 2026). finanzen.net zero und justTRADE verzinsen Guthaben derzeit nicht laufend.
Kann ich mein Depot einfach zu einem anderen Neobroker umziehen?
Ein Depotübertrag innerhalb Deutschlands ist gesetzlich kostenlos und dauert typischerweise ein bis drei Wochen. Der neue Broker übernimmt die Abwicklung. Nur bei Auslandsanbietern wie eToro ist ein direkter Übertrag oft nicht möglich — dort bleibt meist nur Verkauf und Neukauf.



