Themen in diesem Artikel:
- Top-Zinsen je Laufzeit: Wer im Juli am meisten zahlt.
- Laufzeit und Zinstreppe: So staffelst du dein Kapital.
- Einlagensicherung: Welches Land im Ernstfall haftet.
- Plattform oder direkt: Was der Umweg wirklich kostet.
- Verfügbarkeit und Zinsen: Zinseszins schlägt Ausschüttung.
- Festgeld oder Tagesgeld: Was das Zinsumfeld gerade nahelegt.
Die besten Festgeld-Zinsen im Juli 2026
Die Spitze des deutschen Festgeldmarkts liegt im Juli 2026 bei 3,15 Prozent für zwölf Monate, 3,25 Prozent für drei Jahre und 3,30 Prozent für fünf Jahre. Wer zehn Jahre bindet, kommt auf bis zu 3,65 Prozent.
Das ist deutlich mehr, als der Markt im Schnitt zahlt. Über alle 117 ausgewerteten 12-Monats-Angebote liegt der Durchschnitt bei nur 2,33 Prozent. Die Lücke zwischen Durchschnitt und Spitze beträgt damit 0,82 Prozentpunkte — auf 25.000 Euro sind das 205 Euro pro Jahr, für exakt dieselbe Bindung und dasselbe Risiko.
Der Grund für die Spanne ist simpel: Filialbanken müssen um Einlagen kaum kämpfen, weil ihre Kunden bleiben. Ausländische Direktbanken und Refinanzierungsspezialisten müssen es. Sie kaufen sich Einlagen über den Zins ein.
Zur Einordnung: Der gewichtete Zinssatz für neue Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit lag im Euroraum zuletzt bei 1,91 Prozent. Das ist der Zins, den der Durchschnittssparer tatsächlich bekommt — und er liegt noch einmal deutlich unter dem Durchschnitt der aktiv beworbenen Angebote.
Top-Angebote je Laufzeit mit Sitzland
Die folgende Tabelle zeigt je Laufzeit das bestbelegte Einzelangebot sowie das Marktmaximum aus einer Auswertung von über 500 Angeboten aus 24 Ländern. Entscheidend ist die Spalte ganz rechts: Sie sagt dir, welcher nationale Sicherungsfonds im Insolvenzfall zahlen müsste.
| Laufzeit | Anbieter (belegt) | Zins p.a. | Markt-Maximum | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|---|
| 6 Monate | kein Anbieter mehrfach belegt | — | 2,80 % (84 Angebote) | je nach Anbieter |
| 12 Monate | TBI Bank | 3,15 % | 3,15 % (117 Angebote) | Bulgarien |
| 12 Monate | HoistSpar | 3,10 % | — | Schweden |
| 12 Monate | Oyak Anker Bank | 3,10 % | — | Deutschland |
| 24 Monate | Bigbank | 3,20 % | 3,20 % (100 Angebote) | Estland |
| 36 Monate | pbb direkt | 3,25 % | 3,25 % (90 Angebote) | Deutschland |
| 36 Monate | Crédit Agricole Savings | 3,25 % | — | Frankreich |
| 60 Monate | pbb direkt | 3,30 % | 3,30 % (69 Angebote) | Deutschland |
| 60 Monate | grenke Bank / BBVA | 3,20 % | — | Deutschland / Spanien |
| 120 Monate | Nexent Bank | 3,65 % | 3,65 % (26 Angebote) | je nach Sitzland |
Stand: Juli 2026. Konditionen ändern sich teils wöchentlich, Mindestanlagen liegen je nach Anbieter zwischen 1 Euro und 5.000 Euro. Prüfe vor Abschluss immer die aktuelle Seite der Bank. Die laufenden Durchschnittszinsen aktualisieren wir fortlaufend im Zins-Monitor.
📌 Good to know
Der beste Zins am Markt liegt nicht automatisch bei der Rekordlaufzeit. Über 48 Monate zahlt der Markt aktuell maximal 3,20 Prozent — weniger als über 36 Monate mit 3,25 Prozent. Die Zinskurve ist an dieser Stelle nicht sauber steigend, weil einzelne Anbieter gezielt bestimmte Laufzeiten bepreisen. Vergleiche also Laufzeit für Laufzeit, statt pauschal „länger gleich mehr“ anzunehmen.
Markt-Maximum je Laufzeit: Der Zins steigt mit der Bindung
Laufzeit wählen — und die Zinstreppe bauen
Die Laufzeit ist beim Festgeld die einzige echte Entscheidung, die du triffst. Sie legt fest, wie lange du auf dein Geld verzichtest und wie lange dein Zins gegen Marktbewegungen immun ist.
Der aktuelle Markt belohnt Bindung nur mäßig. Zwischen 12 und 60 Monaten liegen im Durchschnitt gerade einmal 0,12 Prozentpunkte — 2,33 gegen 2,45 Prozent. Diese Flachheit ist die zentrale Information für deine Planung: Du wirst für vier zusätzliche Jahre Illiquidität kaum bezahlt.
Der Markt in Zahlen
| Laufzeit | Angebote | Ø Zins | Max. Zins | Ertrag 25.000 € (Ø / max.) |
|---|---|---|---|---|
| 6 Monate | 84 | 2,11 % | 2,80 % | 264 € / 350 € |
| 12 Monate | 117 | 2,33 % | 3,15 % | 583 € / 788 € |
| 24 Monate | 100 | 2,38 % | 3,20 % | 1.190 € / 1.600 € |
| 36 Monate | 90 | 2,45 % | 3,25 % | 1.838 € / 2.438 € |
| 48 Monate | 67 | 2,51 % | 3,20 % | 2.510 € / 3.200 € |
| 60 Monate | 69 | 2,45 % | 3,30 % | 3.063 € / 4.125 € |
| 120 Monate | 26 | 2,71 % | 3,65 % | 6.775 € / 9.125 € |
Erträge ohne Zinseszins gerechnet, vor Steuern, Stand Juli 2026. Zins- und Angebotszahlen aus einer laufenden Marktauswertung, Erträge eigene Berechnung.
Die Zinstreppe: 25.000 Euro auf fünf Stufen
Die Zinstreppe löst den Zielkonflikt zwischen Bindung und Verfügbarkeit, indem sie ihn aufteilt. Du zerlegst dein Kapital in gleich große Tranchen und legst jede über eine andere Laufzeit an.
Konkret mit 25.000 Euro und fünf Tranchen à 5.000 Euro über ein bis fünf Jahre zu den heutigen Spitzenzinsen: Der kapitalgewichtete Durchschnittszins liegt bei 3,22 Prozent. Ein einzelner 5-Jahres-Block bringt 3,30 Prozent. Die Treppe kostet dich also 0,08 Prozentpunkte oder rund 20 Euro pro Jahr.
Was du dafür bekommst: Jedes Jahr werden 5.000 Euro plus Zinsen frei. Du kannst sie ausgeben, umschichten oder zu den dann gültigen Konditionen wieder auf fünf Jahre anlegen. Nach vier Jahren rotiert die Treppe von selbst — jede Tranche läuft fünf Jahre, aber jedes Jahr fällt eine aus.
Warum das gerade jetzt trägt: Der Markt preist für 2026 eher steigende als fallende Zinsen ein. Wer heute alles auf fünf Jahre bindet, sitzt bei einer weiteren Anhebung fest. Wer alles kurz hält, verliert das aktuelle Niveau, falls es doch kippt. Die Treppe nimmt dir die Prognose ab.
💡 Tip
Baue die Treppe nicht mit fünf Konten bei fünf Banken auf, wenn du dafür fünfmal Legitimation und fünf Referenzkonten brauchst. Zwei bis drei Stufen bei zwei Anbietern erfassen den Großteil des Effekts — der Sprung von 3,22 auf 3,30 Prozent Durchschnittszins ist der kleinere Teil der Rechnung, dein Zeitaufwand der größere.
Einlagensicherung: Welches Land haftet wirklich
Die Höhe der Einlagensicherung ist europaweit identisch, die Haftung dahinter nicht. Beide Sätze zusammen erklären, warum eine bulgarische Bank 3,15 Prozent zahlt und eine deutsche Sparkasse 2,20 Prozent.
Die EU-Richtlinie 2014/49/EU verpflichtet jeden Mitgliedstaat, Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank abzusichern. Bei Gemeinschaftskonten verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 Euro. Nach bestimmten Lebensereignissen wie einem Immobilienverkauf oder einer Erbschaft kann er zeitlich befristet auf bis zu 500.000 Euro steigen. Der Europäische Wirtschaftsraum, also EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen, ist vollständig abgedeckt.
Die Lücke, die niemand plakatiert
Eine gemeinsame europäische Haftung existiert nicht. Jedes Land unterhält seinen eigenen nationalen Sicherungsfonds, gefüllt von den eigenen Banken. Reicht dieser Topf bei einer größeren Schieflage nicht, muss der jeweilige Staat einspringen — mit seiner eigenen Bonität und seinem eigenen Haushalt.
Genau deshalb ist die Spalte „Einlagensicherung“ in der Tabelle oben keine Formalie. 3,15 Prozent aus Bulgarien und 3,10 Prozent aus Deutschland sind nicht dasselbe Produkt. Die 0,05 Prozentpunkte Aufschlag sind der Preis, den der Markt für die Differenz zwischen dem bulgarischen und dem deutschen Sicherungsversprechen aufruft — auf 10.000 Euro sind das 5 Euro im Jahr.
Im Entschädigungsfall selbst greift ein einheitlicher Mechanismus: Die gesicherten Beträge müssen binnen sieben Arbeitstagen ausgezahlt werden, ohne dass du selbst einen Antrag stellen musst. Für Banken außerhalb des EWR gilt das alles nicht — dort variieren die Regeln stark.
Die 100.000-Euro-Grenze richtig ausreizen
Die Grenze gilt pro Kunde und Bank, inklusive der aufgelaufenen Zinsen. Wer 100.000 Euro bei 3,25 Prozent auf drei Jahre thesaurierend anlegt, hätte am Ende rund 110.100 Euro auf dem Konto — und damit gut 10.000 Euro außerhalb des Schutzes.
Sauber gerechnet: Bei 3,25 Prozent und drei Jahren mit Zinsansammlung liegt die maximale Einzahlung, die inklusive Zinsen unter 100.000 Euro bleibt, bei rund 90.850 Euro. Wer mehr anlegen will, verteilt auf mehrere Institute oder lässt die Zinsen jährlich auf das Referenzkonto ausschütten.
📌 Good to know
Bei Banken innerhalb einer Institutssicherung — etwa der Sparkassen-Finanzgruppe oder den Genossenschaftsbanken — greift ein anderer Mechanismus: Diese Verbünde stützen ein Mitglied, bevor es überhaupt zum Entschädigungsfall kommt. Das ist ein zusätzlicher Puffer, aber kein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Summe. Der gesetzliche Anspruch bleibt bei 100.000 Euro.
Zinsplattform oder Direktanlage
Zinsplattformen kosten dich nichts und öffnen dir den europäischen Markt — dafür schieben sie eine Instanz zwischen dich und deine Bank. Der Zielkonflikt ist Bequemlichkeit gegen Direktheit, nicht Rendite gegen Gebühr.
Das Modell funktioniert über Provision: Du registrierst dich einmal, legitimierst dich einmal und bekommst ein Verrechnungskonto. Von dort aus eröffnest du per Klick Festgelder bei Partnerbanken in ganz Europa. Bezahlt wird der Vermittler von den Banken, nicht von dir. Grundgebühren, Kontoführung und Auslandsüberweisungen sind nach Angaben der Anbieter kostenfrei.
Was die Plattform faktisch leistet
Solche Plattformen bündeln europäische Tages- und Festgeldangebote und vermitteln sie über einen einzigen Zugang. Der praktische Wert liegt weniger im Spitzenzins als in drei Dingen: eine Legitimation statt zehn, ein Login für alle Anlagen, und ein Filter nach Länderbonität.
Wichtig für die Einlagensicherung: Für das Verrechnungskonto selbst gilt — je nach Plattform — die deutsche Einlagensicherung, weil die kontoführende Bank der Plattform Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken ist. Sobald dein Geld bei der Partnerbank liegt, gilt deren nationale Sicherung. Der Schutz wandert also mit dem Geld.
Wo die Nachteile liegen
Plattformrisiko: Es ist bereits vorgekommen, dass eine solche Plattform schrittweise geschlossen wurde. Festgelder über sechs Monate ließen sich irgendwann nicht mehr abschließen, bestehende Anlagen liefen aus und wurden ausgezahlt. Niemand verlor Geld — aber die Plattform als Dauerlösung war weg.
Freistellungsauftrag: Bei Treuhandanlagen stellst du den Auftrag für die Plattformbank, bei Direktanlagen für die jeweilige Partnerbank. Wer beides mischt, verliert schnell den Überblick über den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro.
Zinsbestpreis: Die Marktspitze liegt oft bei Direktanbietern. pbb direkt mit 3,30 Prozent auf fünf Jahre eröffnest du direkt bei der Bank, nicht über einen Vermittler.
Unser Fazit: Für die erste Auslandsanlage und für den Aufbau einer Treppe über mehrere Länder ist die Plattform den Umweg wert. Sie erspart dir fünf Legitimationen und liefert die Länderbonität gleich mit. Für einen einzelnen großen Betrag bei einer deutschen Bank ist die Direktanlage dagegen der kürzere Weg — und im besten Fall sogar der besser verzinste. Wer 90.000 Euro auf drei Jahre bei pbb direkt anlegt, braucht dafür keinen Vermittler.
Verfügbarkeit, Zinseszins und Quellensteuer
Festgeld ist während der Laufzeit gebunden — und zwar härter, als die meisten erwarten. Ein ordentliches Kündigungsrecht existiert bei echten Festgeldverträgen schlicht nicht.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht formuliert es nüchtern: Während der Laufzeit ist eine vorzeitige Verfügung in der Regel nicht möglich. Erlaubt die Bank eine Ausnahme, drohen Zinsverluste oder eine Vorfälligkeitsentschädigung.
Der Notausgang und sein Preis
Ein Rest bleibt: § 314 BGB erlaubt die außerordentliche Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund. Als wichtiger Grund gelten echte Notlagen — drohende Insolvenz, Arbeitslosigkeit, ein Todesfall. Ein defekter Kühlschrank gehört nicht dazu. Und selbst wenn die Bank zustimmt, kann sie Vorschusszinsen oder eine Entschädigung verlangen, die den Ertrag aufzehrt.
Die praktische Konsequenz: Dein Notgroschen gehört nicht ins Festgeld. Er gehört auf ein Konto, an das du morgen kommst — dazu weiter unten mehr.
Zinseszins schlägt Ausschüttung — bei langen Laufzeiten
Die meisten Banken schütten die Zinsen bei mehrjährigen Laufzeiten einmal jährlich auf dein Referenzkonto aus. Manche schreiben sie stattdessen dem Festgeldkonto gut und verzinsen sie mit — Thesaurierung. Bei identischem Nominalzins ist das ein spürbarer Unterschied.
| Laufzeit | Jährliche Ausschüttung | Thesaurierung | Differenz |
|---|---|---|---|
| 3 Jahre | 1.950,00 € | 2.014,06 € | +64 € |
| 5 Jahre | 3.250,00 € | 3.468,23 € | +218 € |
| 10 Jahre | 6.500,00 € | 7.537,89 € | +1.038 € |
Basis: 20.000 Euro zu 3,25 Prozent p. a., eigene Berechnung, vor Steuern. Über zehn Jahre bringt die Thesaurierung 16 Prozent mehr Zinsertrag als die Ausschüttung — bei exakt demselben Nominalzins. Über drei Jahre sind es 64 Euro und damit fast nichts.
Quellensteuer: Aufwand, kein Verlust
Zinsen aus dem Ausland sind in Deutschland genauso steuerpflichtig wie inländische — 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Unterschied liegt im Verfahren: Eine deutsche Bank zieht das automatisch ab, eine ausländische nicht. Du musst die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.
Dazu kann eine ausländische Quellensteuer kommen, die je nach Land bis zu 20 Prozent der Erträge beträgt. Sie ist selten ein echter Verlust: Mit einer Ansässigkeitsbescheinigung deines Finanzamts lässt sie sich je nach Land auf null reduzieren oder auf die deutsche Steuer anrechnen. Was bleibt, ist Papierkram — den du einkalkulieren solltest, bevor du wegen 0,05 Prozentpunkten ins Ausland wechselst.
💡 Tip
Prüfe vor der Auslandsanlage die AWV-Meldepflicht: Übersteigt eine Überweisung ins Ausland 50.000 Euro oder eine Zinsgutschrift 12.500 Euro bei Laufzeiten über zwölf Monate, ist sie der Bundesbank zu melden. Für Anlagen mit Laufzeit bis zwölf Monate entfällt die Meldepflicht für den Anlagebetrag.
Thesaurierung schlägt Ausschüttung — erst über lange Laufzeiten
Festgeld oder Tagesgeld im aktuellen Zinsumfeld
Die Entscheidung fällt nicht nach Zins, sondern nach Zweck. Beide Produkte sind gleich sicher und gleich langweilig — sie unterscheiden sich nur darin, ob dein Zins garantiert ist oder dein Zugriff.
Der Zinsvorsprung des Festgelds ist real, aber kleiner, als die Werbezahlen suggerieren. Der Tagesgeld-Marktschnitt liegt bei 1,95 Prozent, der Festgeld-Durchschnitt über zwölf Monate bei 2,33 Prozent. Das sind 0,38 Prozentpunkte für ein Jahr Bindung. An der Spitze dreht sich das Bild sogar: Die besten Tagesgeldkonten zahlen 3,79 Prozent und in Aktionen bis zu 4,05 Prozent — mehr als jedes Festgeld am Markt. Welche Anbieter das sind, zeigen wir im Tagesgeld-Vergleich.
Der Haken an den Spitzen-Tagesgeldern: Sie sind Aktionszinsen, meist auf Neukunden und drei bis sechs Monate begrenzt. Danach fällst du auf den Bestandszins zurück, der oft deutlich unter dem Marktschnitt liegt. Festgeld garantiert seinen Zins über die volle Laufzeit — das ist der eigentliche Kaufgrund.
Was nach Inflation übrig bleibt
Die Inflation in Deutschland lag im Juni 2026 bei 2,3 Prozent. Damit ergibt sich ein klares Bild:
- Tagesgeld-Marktschnitt (1,95 %): real minus 0,35 Prozentpunkte — dein Geld verliert an Kaufkraft.
- Festgeld 12 Monate im Schnitt (2,33 %): real plus 0,03 Prozentpunkte — eine schwarze Null.
- Festgeld 12 Monate Spitze (3,15 %): real plus 0,85 Prozentpunkte — echter Kaufkraftgewinn.
- Festgeld 36 Monate Spitze (3,25 %): real plus 0,95 Prozentpunkte — die beste reale Verzinsung im Feld.
Die Botschaft dahinter ist unbequem: Nur der Wechsel zum Spitzenanbieter macht aus Sparen wieder eine reale Rendite. Der Durchschnittsanbieter verwaltet deine Kaufkraft, er mehrt sie nicht. Diese Rechnung führen wir ausführlich in unserer Analyse zu Inflation und Sparzinsen.
Der EZB-Ausblick
Am 11. Juni 2026 hat die EZB die Leitzinsen erstmals seit September 2023 wieder angehoben. Der für Sparer entscheidende Einlagenzins liegt seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent. Als Treiber nennt die Notenbank den Inflationsdruck durch den Nahost-Konflikt.
Für den Rest des Jahres deuten die Projektionen des Eurosystems auf eine durchschnittliche Gesamtinflation von 3,0 Prozent im Euroraum 2026 hin, 2027 dann 2,3 Prozent. Marktbeobachter erwarten für 2026 mindestens einen weiteren Zinsschritt; einzelne Häuser rechnen bis Jahresende mit einem Einlagensatz von 2,50 bis 2,75 Prozent. Eine Zinssenkung gilt derzeit als unwahrscheinlich.
Was daraus folgt: In einem Umfeld mit Aufwärtsrisiko ist das Zubetonieren von zehn Jahren zu 3,65 Prozent eine Wette, keine Vorsorge. Zwölf bis 36 Monate sichern das aktuelle Niveau, ohne dir die Tür zu einer besseren Runde zuzuschlagen. Weitere Bausteine für dein Depot findest du in unserer Rubrik Geldanlagen.
Quellen und Methodik
Alle Zins- und Marktangaben in diesem Artikel haben den Stand Juli 2026. Die Zinssätze je Laufzeit sowie Durchschnitts- und Maximalwerte stammen aus einer laufenden Auswertung von über 500 Festgeldangeboten aus 24 Ländern (Stand 17.07.2026) und wurden gegen die Erhebungen weiterer Vergleichsportale geprüft. Alle Zinserträge, Realzinsen, Zinseszins- und Zinstreppen-Rechnungen sind eigene Berechnungen auf Basis dieser Zinssätze, ohne Zinseszins sofern nicht anders angegeben und vor Steuern. Konditionen einzelner Banken ändern sich teils wöchentlich — maßgeblich ist immer die Angebotsseite des jeweiligen Instituts.
- Deutsche Bundesbank / EZB: Geldpolitische Beschlüsse vom 11.06.2026 (2026)
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im Juni 2026 bei +2,3 % (2026)
- EZB / Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik für den Euroraum, April 2026 (2026)
- BaFin: Festgeld — Laufzeit, Verfügbarkeit und Rendite (2026)
- BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung (2026)
- tagesschau.de: Gibt es mehr Zinsen auf Auslandskonten? — Quellensteuer und Entschädigungsfrist
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Zinsen bringt Festgeld im Juli 2026?
Die Spitzenangebote liegen bei 3,15 Prozent für zwölf Monate, 3,25 Prozent für drei Jahre und 3,30 Prozent für fünf Jahre. Der Marktdurchschnitt fällt deutlich niedriger aus: über zwölf Monate sind es nur 2,33 Prozent. Auf 25.000 Euro macht dieser Unterschied rund 205 Euro pro Jahr aus.
Ist Festgeld bei einer Bank im EU-Ausland sicher?
Die gesetzliche Sicherung beträgt EU-weit 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Entscheidend ist aber, dass keine gemeinsame europäische Haftung existiert: Im Ernstfall zahlt der nationale Fonds des Sitzlandes. Prüfe deshalb immer die Bonität des Landes, nicht nur die Höhe des Zinses.
Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?
Ein ordentliches Kündigungsrecht gibt es bei echten Festgeldverträgen nicht. Nur § 314 BGB erlaubt die außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund, etwa bei Arbeitslosigkeit oder im Todesfall. Selbst dann darf die Bank Vorschusszinsen oder eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
Lohnt sich eine Zinstreppe überhaupt?
Bei 25.000 Euro auf fünf Stufen liegt der Durchschnittszins bei 3,22 Prozent statt 3,30 Prozent für einen 5-Jahres-Block. Das kostet rund 20 Euro im Jahr. Dafür wird jährlich ein Fünftel deines Kapitals frei — in einem Umfeld mit möglichen weiteren Zinsschritten ist das den Preis wert.
Schlägt Festgeld 2026 die Inflation?
Nur an der Marktspitze. Bei 2,3 Prozent Inflation im Juni 2026 liefert der Festgeld-Durchschnitt über zwölf Monate mit 2,33 Prozent gerade eine schwarze Null. Das beste 12-Monats-Angebot mit 3,15 Prozent bringt real 0,85 Prozentpunkte, die 36-Monats-Spitze mit 3,25 Prozent sogar 0,95 Prozentpunkte.
Muss ich Zinsen aus dem Ausland selbst versteuern?
Ausländische Banken führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab — du gibst die Erträge selbst in der Steuererklärung an. Zusätzlich kann eine Quellensteuer von bis zu 20 Prozent anfallen. Mit einer Ansässigkeitsbescheinigung deines Finanzamts lässt sie sich je nach Land reduzieren oder anrechnen.



