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Chinas Exporte steigen trotz Konflikten mit EU und USA

12. September 2026, 17:24 Uhr33 AufrufeZuletzt geprüft: 12.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Chinas Exporte verzeichnen im August ein beeindruckendes Wachstum von 25 Prozent, während auch die Importe zulegen. Diese Dynamik stärkt Chinas Wirtschaft, obwohl die heimische Nachfrage schwach bleibt. Der Handelsüberschuss wächst weiter, was internationale Spannungen insbesondere mit den USA und der EU verstärkt.

Chinas Exporte sind im August um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, nach einem Plus von 23,9 Prozent im Juli. Die Importe legten um 28,2 Prozent zu. Der Handelsüberschuss summiert sich seit Januar auf 805,5 Milliarden US-Dollar (693,6 Milliarden Euro). Treiber sind Halbleiter-Exporte für Künstliche Intelligenz und steigende Fahrzeugausfuhren, während die Binnennachfrage schwach bleibt.

Handelsüberschuss: 805,5 Milliarden US-Dollar seit Jahresbeginn

Die chinesische Zollbehörde meldete für August einen Exportzuwachs von 25 Prozent im Jahresvergleich. Die Importe stiegen um 28,2 Prozent, blieben jedoch leicht unter den Analystenerwartungen. Seit Januar hat sich der Handelsüberschuss auf 805,5 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Zum Vergleich: 2025 erreichte China einen Rekordüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar.

Künstliche Intelligenz und Automobilexporte als Wachstumsmotoren

Der Ausbau der Künstlichen Intelligenz weltweit erhöht die Nachfrage nach chinesischen Halbleitern und Komponenten. Gleichzeitig steigen die Fahrzeugexporte, da das Interesse am heimischen Automarkt nachlässt. Oliver Oehms von der deutschen Auslandshandelskammer in Nordchina fordert eine signifikante Belebung der Binnennachfrage, die über industriepolitische Schwerpunkte hinausgeht. Hohe Jugendarbeitslosigkeit und geringes Konsumentenvertrauen bremsen die Inlandsnachfrage.

Handelsbeziehungen: Deutschland, USA und Europa

Chinas Exporte in die USA stiegen im Jahresvergleich um 34,4 Prozent. Nach Afrika legten die Ausfuhren um 30,9 Prozent zu, nach Südostasien um 30,2 Prozent. Die Exporte nach Europa wuchsen um 6,6 Prozent, während die Importe aus der EU nur um 0,7 Prozent zunahmen. Brüssel fordert seit längerem eine Korrektur dieser Ungleichheit; seit Ende Juni laufen Verhandlungen zwischen der EU und Peking.

Bilaterale Entwicklung mit Deutschland

Chinas Exporte nach Deutschland stiegen um 9,8 Prozent, während die Importe aus Deutschland um 9,7 Prozent zurückgingen. Dieses Ungleichgewicht belastet die Handelsbeziehungen beider Länder.

Handelskonflikte und protektionistische Maßnahmen

Chinas Handelsministerium weist Vorwürfe der USA zurück und bezeichnet diese als Versuch, Protektionismus zu fördern. Peking betont, dass das Exportwachstum auf Innovationen und der Nachfrage anderer Länder beruht, insbesondere im Bereich der grünen Transformation. Die EU hat bereits zusätzliche Zölle auf chinesische Elektroautos eingeführt. Chinesische Hersteller sichern sich dennoch Marktanteile in Europa, was den Konkurrenzdruck auf die deutsche Automobilindustrie erhöht.