Eine Umfrage des Instituts Appinio im Auftrag von Indeed unter 1.000 Beschäftigten zeigt: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer ist bereit, Überstunden zu leisten, knapp 20 Prozent sogar dauerhaft. Gleichzeitig fühlen sich rund 50 Prozent der Befragten durch die politische Debatte über längere Arbeitszeiten demotiviert. Fast drei Viertel derjenigen, die Mehrarbeit leisten wollen, arbeiten bereits jetzt mehr Stunden als vertraglich vereinbart.
Bevorzugte Anreize für Mehrarbeit
Arbeitnehmer zeigen sich leistungsbereit, wenn sie selbst von ihrer Mehrarbeit profitieren. Zu den wichtigsten Anreizen zählen:
- Attraktiveres Grundgehalt
- Steuerliche Vorteile
- Flexiblere Arbeitszeiten
- Bonuszahlungen
Wer keine zusätzlichen Stunden leisten möchte, nennt als Gründe das Bedürfnis nach einem ausgewogenen Privatleben, gesundheitliche Bedenken, fehlende finanzielle Anreize sowie familiäre Verpflichtungen.
Hindernisse für höhere Produktivität
Trotz vorhandener Motivation stehen Arbeitnehmer vor strukturellen Problemen. Als Haupthindernis gilt akuter Personalmangel, gefolgt von übermäßiger Bürokratie und langsamen Prozessen. Weitere Faktoren, die die Effizienz beeinträchtigen:
- Unklare Zielvorgaben
- Mangelhafte Führung
- Häufige Besprechungen
- Veraltete Technik
Produktivität statt reine Arbeitszeiterhöhung
Virginia Sondergeld von Indeed betont, dass die Steigerung der Wirtschaftsleistung nicht allein an verlängerten Arbeitsstunden hängt. Entscheidend sei die Produktivitätserhöhung durch Investitionen in Infrastruktur und Technologie, einschließlich Künstlicher Intelligenz. Entbürokratisierungsschritte könnten Mitarbeitende entlasten, indem sie zeitintensive Routineaufgaben reduzieren, was wiederum Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöht.
Die Umfrage basiert nicht auf einer zufälligen Stichprobe der Gesamtbevölkerung. Stattdessen wurde ein gleiches Geschlechterverhältnis mit jeweils 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männern angestrebt, um eine Vergleichbarkeit zwischen den Gruppen zu gewährleisten.
