Mindestens elf Banken bieten Neukunden derzeit Tagesgeldzinsen von über 3,5 Prozent. Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox auf Basis von mehr als 800 Banken und Sparkassen intensiviert sich der Wettbewerb um Sparer. Bis Mitte Mai gab es solche Angebote kaum. Der Konkurrenzkampf wird durch höhere Kapitalmarktzinsen und die Erwartung steigender Leitzinsen befeuert.
Spitzenreiter bei Tagesgeld-Konditionen
Die britische Digitalbank Revolut bietet Neukunden den höchsten Zinssatz mit 4,25 Prozent für bis zu vier Monate. Weitere Institute folgen mit attraktiven Konditionen:
- Renault Bank: 4,1 Prozent
- Chase: 4,0 Prozent
- Ayvens Bank (Niederlande): 4,0 Prozent für drei Monate
Die Angebote richten sich ausschließlich an Neukunden und sind zeitlich begrenzt. Digitalbanken und ausländische Institute nutzen diese Lockangebote als Einstiegspunkt für weitere Finanzdienstleistungen wie Kreditkarten oder Wertpapierhandel.
Bestandskunden profitieren kaum
Während Neukunden von Spitzenzinsen profitieren, bleiben Bestandskunden weitgehend außen vor. Oliver Maier von Verivox warnt: „Bei vielen Angeboten sinken die Zinsen nach wenigen Monaten drastisch.“ Das bundesweite Durchschnittsniveau für Bestandskunden liegt deutlich unter einem Prozent. Sogenannte Zinshopper eröffnen daher regelmäßig neue Konten bei unterschiedlichen Anbietern, um ihre Erträge zu maximieren.
Hintergründe der Zinsentwicklung
Die attraktiven Konditionen resultieren aus hohen Kapitalmarktzinsen bei Staatsanleihen. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich den Einlagenzins auf 2,5 Prozent erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf steigende Inflationsraten. Sparer sollten neben den Aktionszinsen auch die Konditionen für Bestandskunden prüfen und auf Einschränkungen wie begrenzte Aktionszeiträume oder notwendige Girokonteneröffnungen achten.
