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EZB hebt Zinsen erneut aufgrund steigender Inflation an

15. September 2026, 09:02 Uhr6 AufrufeZuletzt geprüft: 15.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Europäische Zentralbank reagiert mit einer erneuten Zinserhöhung auf den Inflationsdruck durch den Iran-Krieg. Während Sparer von besseren Konditionen profitieren, stehen Kreditnehmer vor Herausforderungen. Die EZB betont die Bedeutung stabiler Preise für Wachstum und plant möglicherweise weitere Schritte zur Sicherung der Preisstabilität im Euroraum.

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent angehoben. Der EZB-Rat reagiert damit auf anhaltenden Inflationsdruck, der durch einen Ölpreisschock infolge des Konflikts im Iran ausgelöst wurde. Die Sitzung fand ausnahmsweise in Berlin statt.

Inflationsdruck durch Nahost-Konflikt

EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete die Zinserhöhung mit der angespannten Lage im Nahen Osten. Die Inflation werde voraussichtlich über einen längeren Zeitraum deutlich über dem angestrebten Zielwert bleiben. Der Ausblick sei von hoher Unsicherheit geprägt.

Im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im August um 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit verfehlt die EZB ihr mittelfristiges Stabilitätsziel von etwa zwei Prozent deutlich. In Deutschland trugen insbesondere hohe Energiepreise zur Teuerung bei. Der Brent-Ölpreis überschritt die Schwelle von 100 Dollar pro Barrel.

Auswirkungen auf Sparer und Kreditnehmer

Höhere Leitzinsen verteuern Kredite für Privatpersonen und Unternehmen. Dies kann die Nachfrage dämpfen und zur Eindämmung der Inflation beitragen. Sparer profitieren hingegen von verbesserten Konditionen, sofern Banken die höheren Zinsen weitergeben. Für Investoren und Unternehmen steigen die Finanzierungskosten.

Ulrich Reuter vom Sparkassenverband DSGV lobte die Maßnahme. Die Zentralbank trage dazu bei sicherzustellen, dass Preise nicht dauerhaft auf breiter Front stark anwachsen, auch wenn sie Energiepreissteigerungen durch Sperrungen nicht verhindern könne.

Inflationsprognose bis 2027

Die EZB erwartet für das laufende Jahr eine Inflationsrate von drei Prozent. Auch mittelfristig rechnet die Zentralbank mit erhöhten Werten. Marija Kolak, Präsidentin des BVR, betonte, stabile Preise seien unverzichtbare Voraussetzung für Wachstumsförderung und Investitionsplanungssicherheit von Unternehmen und privaten Haushalten.

Entwicklung der Sparzinsen

Die Zinserhöhung wirkt sich positiv auf Sparprodukte aus. Tagesgeldzinsen für Neukunden sind gestiegen. Bei befristeten Angeboten könnten laut Verivox-Analyse Spitzenwerte erreicht werden.