News·Wirtschaft & Finanzen

Deutsche Maschinenbauer prognostizieren Produktionsanstieg erst 2027

18. September 2026, 20:55 Uhr6 AufrufeZuletzt geprüft: 18.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Deutschlands Maschinenbauindustrie steht vor Herausforderungen: Nach einem erneuten Produktionsrückgang wird erst 2027 mit Wachstum gerechnet. Während geopolitische Spannungen und ein schwacher Heimatmarkt belasten, könnten eine robuste Weltwirtschaft und Investitionen die Branche langfristig stützen.

Die deutsche Maschinenbauindustrie rechnet für 2026 mit einem realen Produktionsrückgang von zwei Prozent – das vierte Jahr in Folge mit sinkender Fertigung. Der Branchenverband VDMA erwartet erst 2027 wieder ein Wachstum von real drei Prozent, gestützt durch eine robuste Weltwirtschaft und erhöhte Investitionen in Maschinen und Anlagen.

Produktionsrückgang 2026: Vierte Negativserie in Folge

In den ersten sieben Monaten 2026 lag die Produktion real um 4,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bereits im Juni hatte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau seine Prognose für das Gesamtjahr von einem Prozent Wachstum auf null Prozent korrigiert. Die aktuelle Schätzung liegt nun bei minus zwei Prozent real.

Trotz voller werdender Auftragsbücher durch steigende Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern bleiben die technischen Kapazitäten deutlich ungenutzt. Die schwache erste Jahreshälfte lässt sich durch eine mögliche Belebung in der zweiten Jahreshälfte nicht vollständig kompensieren.

Auftragslage: Ausland positiv, Inland schwach

Bei den Auslandsaufträgen zeigt sich zuletzt ein positiver Trend, während der heimische Markt weiterhin schwach bleibt. Herausforderungen wie geopolitische Spannungen, US-Zollpolitik und schwache Geschäfte mit China belasten die Branche. VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt betont, dass ein nachhaltiger Aufschwung nur durch bessere Investitionsbedingungen erreicht werden kann, die privates Kapital mobilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken.

Prognose 2027: Drei Prozent Wachstum erwartet

Für 2027 prognostiziert der VDMA ein reales Produktionswachstum von drei Prozent. Diese Entwicklung soll durch eine robuste Weltwirtschaft und erhöhte Investitionen in Maschinen und Geräte unterstützt werden, teilweise begünstigt durch staatliche Förderungen. Eine verbesserte Auftragslage und leicht optimistischere Erwartungen deuten darauf hin, dass die Produktion nach vier Jahren Rückgang wieder an Fahrt gewinnen könnte.