Themen in diesem Artikel:
- Was ist Maestro?: Maestro ist Mastercards Bezahlsystem für weltweite Girocard-Zahlungen.
- Funktionsweise des Maestro-Systems: Maestro bucht Zahlungen sofort vom Girokonto ab und funktioniert weltweit.
- Maestro vs. Kreditkarte: Maestro bucht direkt ab, Kreditkarten räumen einen Kredit ein.
- Ende von Maestro: Mastercard hat Maestro eingestellt, Karten werden ersetzt.
- Häufig gestellte Fragen: Antworten zu Unterschieden, Online-Zahlung und Erkennungsmerkmalen der Karte.
Was ist Maestro?
Maestro ist kein eigenständiger Kartentyp, sondern eine Zusatzfunktion der Mastercard-Kreditkartengesellschaft. Banken geben keine separaten Maestro-Karten aus – stattdessen statten sie Girocards mit dieser Funktion aus. Diese Erweiterung ermöglicht den weltweiten Einsatz der Girocard, nicht nur in Deutschland. Das blau-rote Maestro-Logo auf der Kartenvorderseite zeigt, ob die Girocard diese internationale Bezahlfunktion besitzt. Ohne Maestro-Logo bleibt die Girocard auf Deutschland beschränkt.
📌 Gut zu wissen
Das blau-rote Maestro-Logo unterscheidet sich deutlich vom gelb-roten Mastercard-Logo. Viele verwechseln beide Symbole, obwohl sie komplett unterschiedliche Kartensysteme kennzeichnen. Maestro ist immer an eine Girocard gekoppelt, während Mastercard eine eigenständige Kreditkarte darstellt.
Die Maestro-Funktion verwandelt eine gewöhnliche Girocard in ein international einsetzbares Zahlungsmittel. Während das gelb-rote Mastercard-Logo Kreditkarten kennzeichnet, signalisiert das blau-rote Maestro-Symbol die erweiterte Debit-Funktion der Girocard. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn beide Systeme funktionieren grundlegend anders, auch wenn sie vom selben Unternehmen stammen.
So funktioniert das Maestro-Bezahlsystem
Maestro arbeitet als Debit-Zahlungssystem – der Begriff Debit bedeutet Abbuchung. Mit einer Maestro-Girocard lässt sich Geld an Automaten abheben und bargeldlos in Geschäften, Restaurants sowie Tankstellen bezahlen. Der entscheidende Vorteil gegenüber einer einfachen Girocard: Diese Funktionen stehen auch im Ausland zur Verfügung.
Für jeden Zahlvorgang wird die PIN benötigt, die von der Bank vergeben wurde. Ob Bargeldabhebung oder Kartenzahlung – das Geld wird sofort vom Girokonto abgebucht. Es wird kein Kredit gewährt, sondern direkt aus dem vorhandenen Guthaben bezahlt. Diese Funktionsweise entspricht exakt dem Prinzip einer normalen Girocard und bietet die gleiche Sicherheit.
💡 Tipp
Vor Auslandsreisen empfiehlt es sich, das Kontoguthaben zu prüfen und die Bank über die Reisepläne zu informieren. Viele Banken sperren aus Sicherheitsgründen Karten bei ungewöhnlichen Auslandstransaktionen. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht im Online-Banking verhindert böse Überraschungen am Urlaubsort.
Für die Maestro-Nutzung muss das Maestro-Symbol sowohl an Geldautomaten als auch an Kassenterminals in Geschäften und Restaurants sichtbar sein. Innerhalb Deutschlands nutzt die Karte das Girocard-System, während im Ausland automatisch das Maestro-System greift. Das Konto muss ausreichend Guthaben aufweisen – bei fehlendem Guthaben wird die Zahlung verweigert. Online-Zahlungen unterstützen Girocards mit Maestro-Funktion grundsätzlich nicht.
Maestro vs. Kreditkarte: Die Unterschiede
Maestro-Karte und Kreditkarte werden häufig verwechselt, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten. Die Abrechnung funktioniert grundlegend anders: Maestro bucht jeden Betrag sofort vom Girokonto ab, das entsprechendes Guthaben voraussetzen muss. Kreditkarten hingegen laufen über die Kreditkartengesellschaft, die bis zur monatlichen Abrechnung einen Kredit einräumt.
Bei den Funktionen überschneiden sich beide Systeme teilweise: Geldabheben und bargeldloses Bezahlen, besonders im Ausland, beherrschen beide. Kreditkarten bieten jedoch einen entscheidenden Vorteil – sie werden bei Online-Zahlungen in der Regel akzeptiert, während Maestro-Girocards hier nicht funktionieren.
📌 Gut zu wissen
Die Akzeptanz im Einzelhandel variiert stark nach Region: In Europa dominiert Maestro, während in den USA und vielen asiatischen Ländern Kreditkarten deutlich verbreiteter sind. Für Fernreisen empfiehlt sich daher eine Kombination aus beiden Kartentypen.
Die Akzeptanz unterscheidet sich deutlich: Maestro verfügte über zahlreiche Akzeptanzstellen weltweit. Mastercard als Kreditkarte punktet dagegen mit einem deutlich größeren Netzwerk an Akzeptanzstellen in nahezu allen Ländern der Welt. Diese größere Verbreitung macht Kreditkarten wesentlich flexibler einsetzbar.
Bei den Gebühren zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Maestro-Karten kosten meist nichts, die meisten Banken verzichten auf Kartengebühren. Geldabhebungen bei der Hausbank sind in der Regel kostenlos, an Fremdautomaten können im In- und Ausland Gebühren anfallen. Kreditkarten verlangen manchmal eine Jahresgebühr, wobei höhere Gebühren mehr Zusatzleistungen und besseren Service bedeuten. Viele Standard-Kreditkarten sind jedoch ebenfalls kostenlos. Die genauen Konditionen sind bei der jeweiligen Bank einsehbar.
Das Ende von Maestro
Mastercard hat das Aus für Maestro beschlossen. Seit Mitte 2023 dürfen Banken keine neuen Girocards mit Maestro-Funktion mehr ausgeben. Bereits ausgegebene Maestro-Karten lassen sich noch bis zum Ende ihrer aufgedruckten Laufzeit nutzen. In den kommenden Jahren verschwindet Maestro vollständig vom Markt.
💡 Tipp
Falls du noch keine neue Karte erhalten hast, lohnt sich eine Nachfrage bei deiner Bank nach Debit-Kreditkarten wie Debit Mastercard oder Visa Debit. Diese Kartentypen kombinieren die Vorteile von Girocards (direkte Abbuchung) mit der weltweiten Akzeptanz von Kreditkarten und funktionieren auch bei Online-Zahlungen.
Für Kund:innen bedeutet das Maestro-Aus, dass neue Girocards ohne Zusatzfunktion nicht mehr im Ausland einsetzbar sind. Im Inland funktioniert die Girocard weiterhin problemlos über das deutsche Girocard-System. Die meisten Banken haben auf diese Änderung reagiert und bieten alternative Bezahlfunktionen wie Debit Mastercard oder Visa Debit an, die ähnliche internationale Einsatzmöglichkeiten ermöglichen und zusätzlich Online-Zahlungen unterstützen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Maestro und Kreditkarte?
Maestro ist eine Debit-Funktion für Girocards mit sofortiger Kontoabbuchung, während Kreditkarten einen Zahlungsaufschub bis zur monatlichen Abrechnung gewähren und deutlich mehr Akzeptanzstellen bieten.
Lässt sich mit Maestro online bezahlen?
Nein, Girocards mit Maestro-Funktion unterstützen keine Online-Zahlungen. Für Internet-Einkäufe wird eine Kreditkarte oder ein anderes Online-Zahlungsmittel wie PayPal oder eine Debit-Kreditkarte benötigt.
Woran ist eine Maestro-Karte erkennbar?
Das blau-rote Maestro-Logo auf der Kartenvorderseite zeigt, dass die Girocard mit der Maestro-Funktion ausgestattet ist. Ohne dieses Logo funktioniert die Karte nur in Deutschland.
Was passiert mit bestehenden Maestro-Karten?
Bestehende Maestro-Karten bleiben bis zu ihrem aufgedruckten Ablaufdatum gültig. Neue Maestro-Karten werden nicht mehr ausgegeben. Das System wird schrittweise vollständig eingestellt.
Welche Alternative gibt es zu Maestro für Auslandszahlungen?
Banken bieten als Ersatz Debit-Kreditkarten wie Debit Mastercard oder Visa Debit an. Diese funktionieren wie Girocards mit direkter Abbuchung, bieten aber die weltweite Akzeptanz von Kreditkarten und ermöglichen auch Online-Zahlungen.
Kostet eine Maestro-Karte Gebühren?
Die Maestro-Karte selbst ist meist kostenlos, da es sich um eine Girocard mit Zusatzfunktion handelt. Gebühren können bei Bargeldabhebungen an Fremdautomaten oder bei Auslandseinsätzen anfallen. Die genauen Konditionen legt die jeweilige Bank fest.



