Bonus-Kreditkarten im Vergleich: Cashback, Punkte und Meilen 2026

Das Wichtigste in Kürze:

Cashback-Kreditkarten erstatten in Deutschland üblicherweise 0,1 bis 2 Prozent, eine Bonusmeile ist je nach Einlösung 1 bis 3 Cent wert. Der Vergleich zeigt alle drei Bonus-Welten, die Break-even-Formel für Jahresgebühren — eine 110-Euro-Karte braucht 11.000 bis 22.000 Euro Umsatz — und warum 2 Prozent Fremdwährungsgebühr jeden Bonus auffressen können.

Bonus-Kreditkarten im Vergleich

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Themen in diesem Artikel:

  • Die kurze Antwort: Verstehe, warum sich Bonus-Karten nur über die Mathematik lohnen — nicht über das Marketing.
  • Drei Bonus-Welten: Vergleiche Cashback, Punkte und Meilen: Mechanik, typischer Gegenwert und passende Nutzertypen.
  • Cashback in Zahlen: Überblick über übliche 0,1 bis 2 % Rückvergütung und was 12.000 € Jahresumsatz wirklich bringen.
  • Punkte- und Meilenwert: Erfahre, warum eine Meile zwischen 1 und 3 Cent wert ist und wo der Business-Class-Hebel liegt.
  • Break-even-Rechnung: Lerne die Formel, mit der du jede Jahresgebühr gegen deinen realen Umsatz gegenrechnest.
  • Versteckte Kosten: Erfahre, wie 2 % Fremdwährungsgebühr und 4 % Bargeldentgelt den gesammelten Bonus auffressen.
  • Empfehlungsmatrix: Finde heraus, welches Bonus-System zu deinem Ausgabeverhalten passt — vier Profile im Check.
  • Clevere Strategie: Checkliste für die Kombi aus kostenloser Basis-Karte und gezielt gewähltem Bonusprogramm.

Die kurze Antwort: Wann sich Bonus-Karten lohnen

Kurz gesagt: Bonus-Kreditkarten lohnen sich nur, wenn dein realer Kartenumsatz die Kosten der Karte rechnerisch schlägt — und das ist seltener der Fall, als die Werbung suggeriert. Cashback, Punkte und Meilen sind keine Geschenke, sondern Rabattsysteme mit eingebauten Bedingungen.

Die Größenordnungen vorweg: Übliche Cashback-Karten erstatten 0,1 bis 2 % des Umsatzes. Eine Bonusmeile ist je nach Einlösung 1 bis 3 Cent wert. Wer 12.000 € im Jahr über die Karte zahlt, holt damit realistisch zwischen 30 und 240 € zurück — vor Abzug aller Gebühren.

Genau diese Gebühren entscheiden das Spiel. Viele Bonus-Karten kosten Jahresgebühren von 50 bis über 200 €, verlangen 2 % Fremdwährungsgebühr und 3 bis 4 % fürs Bargeldabheben. Wer das nicht gegenrechnet, zahlt am Ende drauf — mit Bonusprogramm.

Drei Erkenntnisse ziehen sich durch diesen Vergleich:

  • Die Mathematik schlägt das Marketing: Jede Bonus-Karte lässt sich mit einer einfachen Break-even-Formel bewerten — sie steht in diesem Artikel.
  • Das System muss zum Leben passen: Meilen nützen nur Flugreisenden, Reise-Cashback nur Urlaubern, Punkteprogramme nur dort, wo du ohnehin einkaufst.
  • Kostenlos sammelt es sich am sichersten: Mehrere Karten ohne Jahresgebühr bieten echte Boni — bei ihnen kann die Rechnung nicht negativ werden.

Warum sind deutsche Boni eigentlich so viel magerer als die legendären 2-Prozent-Cashback-Karten aus den USA? Die Antwort steckt in der Regulierung: In der EU ist die Interchange-Gebühr — der Anteil, den die Kartenbank an jedem Händlerumsatz verdient — für private Kreditkarten auf 0,3 % gedeckelt. Aus diesem schmalen Topf müssen alle Boni finanziert werden. Deshalb sind 0,5 % Cashback hierzulande bereits ein starker Wert, dauerhafte 2 % ohne Nebenbedingungen dagegen ein Warnsignal: Irgendwo anders in den Konditionen muss das Geld wieder hereinkommen.

Die drei Bonus-Welten: Cashback, Punkte, Meilen

Hinter dem Begriff „Bonus-Kreditkarte“ stecken drei grundverschiedene Systeme. Wer sie verwechselt, vergleicht Äpfel mit Bordkarten:

System So funktioniert es Typischer Gegenwert Geeignet für
Cashback Prozentuale Geld-Rückvergütung auf Umsätze, als Gutschrift oder Sparplan-Einzahlung 0,1–2 % pauschal; 5–10 % in Aktions-Kategorien Alle, die es unkompliziert wollen — Geld statt Punktekonto
Punkte Sammeln in Handels-Bonusprogrammen (z. B. Payback), Einlösung in Prämien, Gutscheine oder Meilen 0,5–2 Cent pro Punkt; effektiv ~0,3–0,5 % Rückvergütung Wer ohnehin bei den Partnerhändlern einkauft
Meilen Sammeln in Vielfliegerprogrammen, Einlösung in Flüge, Upgrades, Prämien 1–3 Cent pro Meile, abhängig von der Einlösung Regelmäßige Flugreisende mit Programm-Bindung

Der wichtigste Unterschied liegt in der Liquidität des Bonus. Cashback ist Geld — sofort verrechenbar, ohne Mindestmenge, ohne Verfallsdatum-Stress. Punkte und Meilen sind dagegen eine Art Parallelwährung: Ihr Wert hängt davon ab, wie geschickt du einlöst, und sie binden dich an ein Programm.

Dafür haben Punkte- und Meilensysteme nach oben mehr Spielraum: Während Cashback hart bei wenigen Prozent gedeckelt ist, kann eine clever eingelöste Meile ein Mehrfaches ihres Durchschnittswerts bringen. Diese Asymmetrie erklärt, warum Vielflieger auf Meilen schwören — und Gelegenheitsnutzer mit ihnen regelmäßig Geld verbrennen.

Technisch stecken hinter den meisten Punkte- und Meilen-Karten übrigens Partnerschaften zwischen Bank und Programm — wie diese Modelle aufgebaut sind, erklärt der Beitrag über Co-Brand-Kreditkarten.

Cashback in Zahlen: Was wirklich zurückkommt

Cashback klingt nach Geld geschenkt — die nüchternen Zahlen: Üblich sind in Deutschland 0,1 bis 2 % Rückvergütung auf den Umsatz, die Mehrheit der Karten liegt zwischen 0,25 und 1 %. Deutlich höhere Sätze von 5 bis 10 % gibt es nur in engen Kategorien: Reisebuchungen über das Anbieter-Portal, Mietwagen, ausgewählte Partner-Shops.

Was das konkret bedeutet, zeigt die Rechnung für einen typischen Jahresumsatz von 12.000 €:

Cashback bei 12.000 € Jahresumsatz 0,25 % Cashback 30 € 0,5 % Cashback 60 € 1 % Cashback 120 € 2 % Cashback 240 € Brutto-Rückvergütung vor Abzug von Jahres-, Fremdwährungs- und Bargeldgebühren

Eine Nischen-Alternative sind Tankrabatt-Karten: Statt pauschalem Cashback gewähren sie einen festen Rabatt je Liter oder Prozentsatz an der Zapfsäule. Für Vielfahrer mit hohen Spritkosten kann das mehr bringen als ein allgemeines Cashback-Programm — die Rechnung folgt derselben Logik: realen Tankumsatz mal Rabattsatz gegen alle Kartengebühren stellen.

Interessant wird Cashback dort, wo es ohne Jahresgebühr zu haben ist. Aktuelle Beispiele aus dem Markt (alle dauerhaft 0 € Jahresgebühr):

  • Trade Republic Karte: 1 % „Saveback“ auf Kartenumsätze — gutgeschrieben als Einzahlung in den Sparplan, gedeckelt auf bis zu 180 € pro Jahr.
  • C24 Karte: Prozentuale Rückvergütung auf Zahlungen, Höhe abhängig vom gewählten Kontomodell; das Standardkonto ist dauerhaft kostenlos.
  • Deutschland Kreditkarte Classic: 5 % Reise-Cashback bei Buchung über das angeschlossene Urlaubsportal.
  • TF Bank Mastercard Gold: 5 % Cashback auf Reise- und Mietwagenbuchungen über das eigene Buchungsportal, dazu befristet bis Ende 2026 bis zu 4 % Rabatt bei einem großen Hotelportal.

Das Kleingedruckte entscheidet über den realen Wert: Caps und Monatslimits begrenzen die Gutschrift, bestimmte Umsätze (häufig Tanken, Bargeld, Glücksspiel) sind ausgenommen, und die attraktiven Reise-Prozente gelten nur bei Buchung über das jeweilige Portal — dessen Preise du mit den üblichen Vergleichsportalen gegenchecken solltest.

Auch die Auszahlungsform verdient einen Blick. Das Saveback-Modell etwa schreibt die Rückvergütung nicht aufs Konto, sondern in einen Wertpapier-Sparplan — sinnvoll für Anleger, aber eben kein frei verfügbares Geld. Andere Karten vergüten in Gutschein-Guthaben oder verrechnen erst ab Mindestbeträgen. Und: Cashback-Programme sind keine Verfassungsgarantie. Anbieter haben Sätze in der Vergangenheit gesenkt, Caps eingezogen oder Programme eingestellt. Wähle die Karte deshalb so, dass sie auch ohne den Bonus eine gute Karte wäre.

💡 Tip

Rechne Cashback immer auf deinen realen Umsatz um, nicht auf den beworbenen Maximalsatz: 0,5 % auf 8.000 € Jahresumsatz sind 40 € — nett, aber kein Grund, dafür Gebühren oder schlechtere Konditionen zu akzeptieren.

Punkte und Meilen: Was sie wirklich wert sind

Punkte- und Meilensysteme leben von einer bewussten Unschärfe: Niemand sieht auf den ersten Blick, was ein Punkt wert ist. Die Marktwerte lassen sich aber beziffern:

  • Vielflieger-Meilen: je nach Programm und Einlösung 1 bis 3 Cent pro Meile. Avios-Punkte liegen bei etwa 1,2 Cent, Skywards-Meilen um 1 Cent.
  • Handels-Bonuspunkte: meist 0,5 bis 2 Cent; beim größten deutschen Programm Payback ist der Punkt fix 1 Cent wert.
  • Sammelraten: Miles & More schreibt privaten Karteninhabern 1 Meile je 2 € Umsatz gut (Business-Karten: 1 Meile je 1 €), Payback-Kreditkarten je nach Modell etwa 1 Punkt je 2 bis 3 € — Tankumsätze sind oft ausgenommen.

Rechnen wir das ehrlich durch: 1 Meile je 2 € bei einem Meilenwert von 1,5 Cent entspricht einer effektiven Rückvergütung von 0,75 %. Ein Payback-Punkt je 3 € zu 1 Cent sind 0,33 %. Das ist solide — aber kein Vergleich zu den Fantasiewerten, die Willkommensbonus-Werbung suggeriert.

Der echte Hebel der Meilenwelt liegt in der Einlösung. Wer Meilen in Prämienflüge der Business Class steckt, holt regelmäßig 2 bis 3 Cent pro Meile heraus — für rund 50.000 Punkte sind bei einigen Programmen bereits internationale Business-Class-Flüge drin, die regulär ein Vielfaches kosten. Wer dieselben Meilen dagegen in Sachprämien oder Einkaufsgutscheine tauscht, bekommt oft nur einen halben Cent. Gleiche Meilen, vierfacher Wertunterschied.

Zwei Mechanismen solltest du außerdem kennen. Erstens den Verfall: Bei vielen Programmen verfallen Meilen nach rund 36 Monaten. Karten mit eingebautem Meilenschutz — etwa die Miles & More Gold für rund 110 bis 140 € im Jahr — verhindern das, kosten dafür aber selbst. Zweitens die Umwandelbarkeit: Payback-Punkte lassen sich 1:1 in Miles & More Meilen übertragen — eine Brücke zwischen Alltags-Sammeln im Supermarkt und dem Prämienflug. Durchgerechnet heißt das: Wer im Jahr 4.000 € bei Payback-Partnern umsetzt und zusätzlich Coupon-Aktionen mitnimmt, sammelt schnell mehrere tausend Punkte — als Meilen eingelöst in der Business Class das Doppelte bis Dreifache des nominalen Cent-Werts.

Wichtig für Vielflieger ist außerdem die Unterscheidung zwischen Prämienmeilen und Statusmeilen: Kartenumsätze bringen in aller Regel nur Prämienmeilen — also Guthaben fürs Einlösen. Den Vielflieger-Status mit Lounge-Zugang und Upgrades verdienst du dagegen fast ausschließlich durch tatsächliche Flüge. Eine Meilen-Kreditkarte beschleunigt deine Prämienflüge, nicht deinen Status — wer das verwechselt, sammelt am Ziel vorbei.

Auch beim Einstieg locken die Programme: Willkommensboni von 1.000 bis 5.000 Punkten oder — aktionsabhängig — 3.000 bis 20.000 Meilen sind üblich, teils kombiniert mit erlassener Jahresgebühr im ersten Jahr. Solche Boni sind real Geld wert, gleichen aber höchstens ein bis zwei Jahresgebühren aus — die Dauerrechnung müssen die laufenden Sammelraten gewinnen.

📌 Good to know

Der Punktwert ist keine Eigenschaft des Punkts, sondern deiner Einlösung: Business-Class-Prämienflüge bringen 2 bis 3 Cent pro Meile, Sachprämien und Gutscheine oft nur 0,5 Cent. Vor dem Sammeln lohnt der Blick auf die Prämien, die du wirklich nutzen wirst.

Die Gebühren-Mathematik: Break-even selbst berechnen

Ob sich eine Bonus-Karte mit Jahresgebühr trägt, entscheidet eine einzige Formel:

Nötiger Jahresumsatz = Jahresgebühr ÷ (Sammelrate × Punktwert)

Ein Beispiel mit realistischen Werten: Eine Meilen-Karte kostet 110 € im Jahr und schreibt 1 Meile je 2 € Umsatz gut. Damit die Gebühr wieder hereinkommt, brauchst du 110 € Gegenwert — also 5.500 Meilen bei 2 Cent Meilenwert. Bei 1 Meile je 2 € entspricht das 11.000 € Jahresumsatz. Nur für den Break-even, wohlgemerkt — Gewinn beginnt erst darüber.

Break-even bei 110 € Jahresgebühr (1 Meile je 2 €) Meilenwert 3 Cent ≈ 7.300 € Meilenwert 2 Cent 11.000 € Meilenwert 1,5 Cent ≈ 14.700 € Meilenwert 1 Cent 22.000 € Nötiger Jahresumsatz, damit der Meilen-Gegenwert die Jahresgebühr deckt

Die Grafik zeigt den entscheidenden Zusammenhang: Wer schlecht einlöst (1 Cent pro Meile), muss 22.000 € im Jahr über die Karte bewegen, nur um die Gebühr zu neutralisieren. Wer die Business-Class-Einlösung beherrscht (3 Cent), schafft den Break-even schon mit gut 7.000 €. Dieselbe Karte ist für den einen ein Verlustgeschäft und für den anderen ein Gewinn — allein wegen des Einlöseverhaltens.

Für Cashback-Karten ist die Rechnung simpler: 10.000 € Umsatz bei 1 % bringen 100 €. Kostet die Karte mehr als das an Gebühren, ist sie es nicht wert. Willkommensboni darfst du gern mitrechnen — aber nur einmalig und ehrlich aufs erste Jahr bezogen, nicht als Dauerargument.

Noch ein durchgerechnetes Beispiel zur Kontrolle: Eine Cashback-Karte mit 60 € Jahresgebühr und 0,5 % Rückvergütung braucht 12.000 € Jahresumsatz allein für den Break-even. Eine kostenlose Karte mit 0,25 % liegt bei demselben Umsatz mit 30 € im Plus — und gewinnt den Vergleich, obwohl ihr Satz nur halb so hoch ist. Die Gebühr ist fast immer der stärkste Faktor in der Gleichung.

Und vergiss die Alternativkosten nicht: Liegt der Bonus-Karte eine Fremdwährungsgebühr oder ein schlechterer Wechselkurs zugrunde als einer kostenlosen Vergleichskarte, gehört diese Differenz auf die Kostenseite der Gleichung.

Versteckte Kosten: Wo Bonus-Karten das Geld zurückholen

Bonusprogramme sind Kundenbindung — und irgendjemand bezahlt sie. Oft bist du das selbst, über Gebühren an Stellen, auf die das Marketing nicht zeigt:

  • Fremdwährungsgebühr: Viele Bonus- und Premium-Karten verlangen rund 2 % auf Umsätze außerhalb des Euroraums — während etliche kostenlose Karten 0 % berechnen.
  • Bargeldgebühren: 3 bis 4 % pro Abhebung, mit Mindestbeträgen von 4 bis 6 €, sind bei Bonus-Karten verbreitet.
  • Sollzinsen: Bei Teilzahlung werden 15 bis 25 % pro Jahr fällig — ein einziger schlecht getimter Monat kann den Bonus eines ganzen Jahres vernichten.
  • Programm-Nebenkosten: Punkte-Turbos, Meilenschutz oder Premium-Stufen kosten teils extra und gehören in die Gesamtrechnung.

Wie schnell die Fremdwährungsgebühr den Bonus frisst, zeigt eine Urlaubsrechnung: Du zahlst im USA-Urlaub 2.000 € mit einer Cashback-Karte (0,5 %, aber 2 % FW-Gebühr). Cashback: 10 €. Fremdwährungsgebühr: 40 €. Netto-Ergebnis: minus 30 € — gegenüber einer kostenlosen Karte ohne FW-Gebühr und ohne Cashback. Der Bonus war real, die Rechnung trotzdem negativ.

Dazu kommt ein psychologischer Kosteneffekt, den Studien zum Zahlungsverhalten immer wieder zeigen: Bonusprogramme verleiten zu Mehrausgaben. Wer „für die Meilen“ den Großeinkauf auf die Karte legt oder den Umweg zum Partnershop fährt, gibt messbar mehr aus, als er ohne Programm getan hätte. Ein Bonus, der dein Kaufverhalten steuert, ist kein Rabatt — er ist Marketing, das du mit eigenem Geld finanzierst.

Deshalb gilt für jede Bonus-Karte der Dreifach-Check: Jahresgebühr gegen realen Bonus rechnen, Fremdwährungs- und Bargeldkonditionen gegen eine kostenlose Referenzkarte stellen — und die Teilzahlung sofort deaktivieren, damit Sollzinsen die Rechnung nie betreten.

📌 Good to know

Ein Bonusprogramm ändert nichts an der Kosten-Grundregel: Entscheidend sind Jahresgebühr, Fremdwährungsgebühr, Bargeldkonditionen und Sollzins. Der Bonus ist die Kür — die Pflicht müssen die Basiskonditionen erfüllen.

Welcher Bonus-Typ bist du? Die Empfehlungsmatrix

Welches System passt, entscheidet dein reales Ausgabe- und Reiseverhalten — nicht der Werbeprospekt. Die vier häufigsten Profile:

Profil Passendes System Worauf achten
Alltags-Zahler Cashback ohne Jahresgebühr Caps und ausgeschlossene Kategorien; Auszahlung in Geld statt Gutscheinen
Vielflieger Meilen-Karte des Stammprogramms Break-even gegen Jahresgebühr rechnen; Meilenverfall und Schutzkosten einplanen
Urlaubs-Bucher Reise-Cashback (5 % über Portale) Portalpreise gegen Vergleichsportale checken; 0 % Fremdwährungsgebühr Pflicht
Wenig-Nutzer Kein Bonus-System nötig Kostenlose Karte mit guten Basiskonditionen schlägt jedes Programm

Die ehrliche Selbsteinschätzung ist der schwerste Teil. Drei Kontrollfragen helfen:

  • Wie viel läuft real über die Karte? Unter 5.000 € Jahresumsatz lohnt praktisch kein gebührenpflichtiges Programm.
  • Löse ich aktiv ein? Punkte, die jahrelang unangetastet liegen, verlieren durch Programm-Abwertungen und Verfall an Wert.
  • Würde ich die Partner ohnehin nutzen? Ein Bonusprogramm, das dein Einkaufsverhalten verbiegt, kostet mehr, als es bringt — der Umweg zum Partnershop ist selten gratis.

Ein Sonderfall sind Selbstständige und Geschäftsleute: Business-Kreditkarten sammeln bei manchen Meilenprogrammen doppelt so schnell — 1 Meile je 1 € Umsatz statt 1 je 2 €. Wer regelmäßig Geschäftsreisen, Software-Abos und Werbebudgets über die Karte abwickelt, erreicht den Break-even einer Gebühren-Karte deutlich schneller als jeder Privatnutzer. Hier lohnt die Rechnung mit den echten Geschäftsumsätzen fast immer.

Wer bei einer dieser Fragen zögert, fährt mit der einfachsten Lösung am besten: einer starken kostenlosen Karte plus gegebenenfalls einem Gratis-Bonusprogramm — ganz ohne Kreditkarten-Bindung.

Die clevere Strategie: Kostenlos sammeln statt teuer zahlen

Aus allen Zahlen dieses Vergleichs folgt eine klare Strategie-Empfehlung für die Mehrheit: Trenne die Basisversorgung vom Bonus-Sammeln.

Die Basis bildet eine dauerhaft kostenlose Karte mit starken Grundkonditionen — 0 € Jahresgebühr, 0 % Fremdwährungsgebühr, faire Bargeldregeln. Sie kann die Rechnung nie ins Minus drehen und deckt Alltag, Reisen und Kautionen ab. Welche Karten dafür infrage kommen, zeigt der große Vergleich der Kreditkarten ohne Jahresgebühr.

Darauf aufbauend ergänzt du gezielt das Bonus-Element, das zu deinem Profil passt:

  • Cashback-Variante: Eine kostenlose Cashback-Karte als Zweitkarte für die Umsätze, die sie am besten vergütet — etwa Reisebuchungen mit 5 % über das Portal.
  • Meilen-Variante: Erst wenn dein Umsatz nachweislich über dem Break-even liegt, lohnt der Schritt zur gebührenpflichtigen Meilen-Karte. Rechne mit deinen letzten zwölf Monatsabrechnungen, nicht mit Wunschwerten.
  • Punkte-Variante: Handels-Bonusprogramme lassen sich auch ohne eigene Kreditkarte nutzen — die Programm-App beim Einkauf plus eine kostenlose Karte fürs Bezahlen sammelt doppelt, ohne Extra-Gebühr.

Zwei Karten bedeuten zugleich mehr Gesamtrahmen und einen Backup für Reisen — wie sich Verfügungsrahmen strategisch kombinieren lassen, liest du im Ratgeber über Kreditkarten mit hohem Limit.

Für den Umstieg gilt die richtige Reihenfolge: zuerst die kostenlose Basis-Karte beantragen und einrichten, dann das alte gebührenpflichtige Programm zur nächsten Verlängerung kündigen — und vorher gesammelte Punkte einlösen, bevor sie mit der Kündigung verfallen. Wer mehrere Kartenanträge plant, lässt zwischen ihnen einige Wochen Abstand, um die Bonitätsanfragen zu entzerren.

So sieht die Jahres-Inventur konkret aus: Du addierst alle Gutschriften (Cashback in Euro, eingelöste Punkte und Meilen zum tatsächlichen Einlösewert) und stellst sie den Kosten gegenüber — Jahresgebühr, gezahlte Fremdwährungs- und Bargeldentgelte, Programm-Extras wie Punkte-Turbo oder Meilenschutz. Beispiel: 95 € Cashback plus 60 € Meilen-Gegenwert stehen 110 € Gebühr und 38 € Auslandsgebühren gegenüber — macht plus 7 €. Das ist ein Grenzfall, kein Gewinn: Für 7 € im Jahr lohnt der Aufwand nur, wenn dir das Sammeln Spaß macht.

Zum Schluss die Checkliste für jede Bonus-Entscheidung:

  • Realen Jahresumsatz aus den letzten Abrechnungen ermitteln.
  • Break-even rechnen: Gebühr ÷ (Sammelrate × Punktwert) — liegt dein Umsatz deutlich darüber?
  • Basiskonditionen prüfen: FW-Gebühr, Bargeld, Sollzins gegen eine kostenlose Referenzkarte.
  • Einlöseplan festlegen: Wofür genau sammelst du — und ist dieser Gegenwert realistisch?
  • Jährlich nachrechnen: Programme werten ab, Gebühren steigen — was sich dieses Jahr lohnt, kann nächstes Jahr kippen.

💡 Tip

Setze dir einen Kalender-Reminder zur jährlichen Bonus-Inventur: gesammelten Gegenwert den gezahlten Gebühren gegenüberstellen. Fällt die Bilanz zwei Jahre in Folge negativ aus, kündige das Programm ohne Sentimentalität.

Häufig gestellte Fragen

Q

Welche Bonus-Kreditkarte lohnt sich am meisten?

Das hängt von Umsatz und Profil ab: Alltags-Zahler fahren mit kostenlosen Cashback-Karten am besten, Vielflieger mit der Meilen-Karte ihres Stammprogramms — sofern der Jahresumsatz über dem Break-even der Gebühr liegt.

Q

Wie viel Cashback ist bei Kreditkarten üblich?

Üblich sind 0,1 bis 2 % des Umsatzes, die meisten Karten liegen zwischen 0,25 und 1 %. In Aktions-Kategorien wie Reisebuchungen über Anbieter-Portale sind 5 bis 10 % möglich — mit Bedingungen und Caps.

Q

Was ist eine Meile in Euro wert?

Je nach Programm und Einlösung 1 bis 3 Cent. Prämienflüge in der Business Class bringen die höchsten Werte, Sachprämien und Gutscheine oft nur einen halben Cent pro Meile.

Q

Lohnt sich eine Bonus-Kreditkarte mit Jahresgebühr?

Nur oberhalb des Break-even: Jahresgebühr geteilt durch Sammelrate mal Punktwert ergibt den nötigen Umsatz. Eine 110-€-Karte mit 1 Meile je 2 € erfordert je nach Einlösewert 7.300 bis 22.000 € Jahresumsatz.

Q

Verfallen gesammelte Punkte und Meilen?

Bei vielen Vielfliegerprogrammen verfallen Meilen nach rund 36 Monaten. Karten mit Meilenschutz oder aktive Programm-Mitgliedschaften verhindern den Verfall — teils gegen zusätzliche Gebühr von 110 bis 140 € jährlich.

Q

Kann ich Cashback und Meilen gleichzeitig sammeln?

Ja, mit einer Zwei-Karten-Strategie: eine kostenlose Cashback-Karte für Alltagsumsätze, eine Meilen-Karte für reiselastige Ausgaben. Zusätzlich lassen sich Handels-Bonuspunkte über Programm-Apps parallel zum Kartenbonus sammeln.


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